Andreas Izquierdo: Über die Toten nur Gutes

Trauerredner als unfreiwilliger Ermittler – reicht nicht an die bisherigen Romane des Autors heran

Sein Meisterwerk, die Reihe „Wege der Zeit“ bleibt unerreicht, auch die Qualität seines letzten Romans „Kein guter Mann“ erreicht Izquierdo mit dieser neuen Story nicht. Leider nicht. Denn die Geschichte um den unfreiwilligen Hobbydetektiv Mads Madsen ist zwar einerseits wirklich ganz nett, andererseits aber auch ein bisschen seicht und nur bedingt spannend.

Im Mittelpunkt steht besagter Mads, junger Trauerredner, der zusammen mit seinem Vater lebt, seit dem Tod der Mutter. Seine wesentlich älteren Geschwister haben längst eigene Familie bzw. einen anspruchsvollen Beruf. Befreundet ist Mads mit Fiete, dem Sohn der Bestatterfamilie, bei der er angestellt ist, eben als Trauerredner.

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Gareth Brown: Die Gesellschaft für magische Objekte

Im Prolog lernen wir die Mutter von Magda kennen. Diese sucht auf der ganzen Welt verstreute magische Objekte, um sie davor zu schützen, von skrupellosen Menschen aus egoistischen Motiven eingesetzt zu werden. Als sie in der Wüste Nevadas auf der Suche nach einem solchen Objekt ist, trifft sie auf einen mysteriösen Mann und verunglückt tödlich.

Ein paar Jahre später setzt der Roman ein. Magda ist ihrer Mutter in die „Society of Unknowable Objects“ nachgefolgt. Diese Geheimgesellschaft trifft sich in der Regel zweimal im Jahr im Keller eines Antiquariats, in dem auch die aufgefundenen und gesicherten magischen Objekte aufbewahrt werden.

Eigentlich sollen jeweils nur die vier Mitglieder der Gesellschaft von deren Existenz und Mission wissen, doch dann tritt ein Außenstehender an sie heran. In Hongkong sei er auf ein magisches Objekt gestoßen – Magda meldet sich freiwillig, den Unbekannten aufzusuchen und das Objekt zu sichern.

In der chinesischen Metropole angekommen, setzt sich Owen Maddox, ein Killer mit Kenntnis über die Existenz der besonderen Objekte und deren Kräfte, auf ihre Fährte – mit drastischen Folgen.

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Gina Mayer: Wilderland 01: Der Wald

Calum ist 14 Jahre alt und hat in seinem Leben in fast ebenso vielen Wohngruppen gelebt. Nirgends konnte er länger bleiben, seine Eltern kennt er gar nicht. Zurzeit lebt er in Chicago, doch plötzlich möchte ihn die Dame vom Jugendamt in eine Wohngruppe in einem völlig anderen Bundesstaat stecken. Hier lernt Calum die 13-jährigen Mädchen Jasleen und Skye sowie den gleich alten Jungen Miro kennen. Die drei bleiben sehr für sich und Calum findet keinen Zugang zu ihnen. Auch mit den Kids in der Schule kommt er nicht klar und findet sich, wie fast immer, in einer Außenseiterrolle wieder. Doch dann finden die Jugendlichen heraus, dass die Wohngruppe abgehört wird und Kameras sie beschatten. Sie stellen fest, dass sie längst Teil eines größeren Ganzen sind und jeder von ihnen ein Geheimnis in sich trägt. 

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Vera Weidenbach: Ada Lovelace: Visionärin und Genie

Die Frauen des Chaos Computer Clubs haben weibliche Vorbilder, erklärt die Autorin Vera Weidenbach im Vorwort ihres Buches. Eine von ihnen ist die Mathematikerin Ada Lovelace, die 1843 das erste Computerprogramm veröffentlicht hat. Ihr Ausgangspunkt war die zweite mechanische Rechenmaschine von Charles Babbage.

Augusta Ada Byron (1815-1852) war die Tochter des Dichters Lord Byron und der Mathematikerin Anna Isabella Wentworth. Kurz nach Adas Geburt zerbrach die Ehe und wurde geschieden. Die Berichte über Lord Byrons Sexualverhalten beendeten seine Karriere. Nur die Scheidung verlief ohne den sonst öffentlichen Pranger.

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Eva Baltasar: Mammut

Dieser kleine Roman zeigt den mutigen Versuch einer jungen Frau auf, ihr konventionelles Leben hinter sich zu lassen und auszusteigen.

Die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist unzufrieden mit sich, mit ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin ihrer Universität. Täglich sammelt sie Daten über Demografie und Langlebigkeit und befragt hierzu Senioren in geriatrischen Einrichtungen. Von Mal zu Mal hadert sie mehr mit ihrem Job und den vielen Oberflächlichkeiten um sie herum. Sie will tiefer eintauchen ins Leben, sucht das Ursprüngliche. So teilt sie ihre Intimitäten unverblümt mit uns Lesern. Sie will ihr Leben anders planen. Priorität hat, schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen. Dafür und nur dafür braucht sie einen Mann, denn sie fühlt sich nur von Frauen angezogen. Das Kind soll dann ganz allein ihr gehören.

Natürlich kommt es anders.

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Stephanie Garber: Alchemy of Secrets

Willkommen in der Stadt der Engel – L.A. Hier begegnet uns Holland St. James, eine junge Studentin, die eigentlich anders heißt.

Vor fünfzehn Jahren verloren ihre Zwillingsschwester und sie ihre Eltern. Ein Gewaltverbrechen – einer hat den anderen erschossen, danach sich selbst gerichtet – so zumindest stand es in großen, reißerischen Lettern in den Zeitungen, waren die beiden Opfer doch Stars der Leinwand mit Millionen von Fans und Bewunderern.

Während ihre Schwester sich auf das Aufstöbern seltener Bücher in der ganzen Welt spezialisiert hat, studiert Holland an der Uni. Hier hat sie den Kurs „Folklore 517“ belegt, einen Kurs, in dem die Professorin ihren Eleven von seltsamen Begebenheiten, urbanen Mythen und magischen Gegenständen berichtet.

Dann wird Holland in Ereignisse verwickelt, die die magischen Überlieferungen ihrer Professorin so unwahrscheinlich gar nicht mehr erscheinen lassen.

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Richard Osman: Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code

Ein weiterer genialer Fall aus der Feder des genialen Autors – spannend, fesselnd, toll

Er kann es einfach. Er kann wunderbare Figuren in hochspannenden Plots agieren lassen, in Geschichten voller Leben, voller Emotion, voller Dramatik und voller subtilem Humor. Richard Osman ist ein wirklich genialer Schriftsteller.

Sein Donnerstagsmordclub mit Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim, den vier munteren Senior:innen, ist wieder aktiv. Nach dem Tod von Stephen, Elizabeths geliebtem Mann, war es still geworden, die vier Mitglieder des Clubs lebten, kümmerten sich umeinander, aber die Spannung in ihrem Leben fehlte.

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Elsie Silver: Wild Eyes

Eine abgelegene Ranch fernab einer kanadischen Kleinstadt klingt für die ausgebrannte Sängerin Skylar Stone wie der perfekte Ort, um sich vor Fans und Presse zu verstecken. Hier will sie zu ihrer Musik – und zu sich selbst – zurückfinden. Doch statt der erhofften Ruhe trifft sie auf Weston Belmont. Der attraktive Single Dad vermittelt ihr eine Geborgenheit, die ihr aus ihrem Celebrity-Leben völlig fremd ist, und seine beiden Kinder schleichen sich rasch in Skylars Herz. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt sie, was es bedeutet, eine Familie und ein Zuhause zu haben. Doch schon bald holt sie ihr Ruhm wieder ein – und bedroht ihr Glück mit West.

Das Buch ist der zweite Band der Rose-Hill-Reihe.
Man kann es zwar auch unabhängig lesen, ich würde jedoch empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.

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Jule Ronstedt: Menomorphosen

„Heute sterbe ich noch nicht“. Dieser Satz wird zu Yvonnes Mantra, nachdem sie die Diagnose Krebs bekommen hat und sich mit dem Gedanken vertraut machen muss, nur noch wenige Monate zu leben zu haben. Der Vorschlag, einen Palliativdienst in Anspruch zu nehmen, klingt für sie zunächst zu sehr nach Sterbebegleitung, soweit ist sie noch nicht! Dennoch setzt sie sich mit einem Dienst in Verbindung und lernt eine Frau kennen, die ihr Mut macht, die sie zu ihrem neuen Mantra, „Heute sterbe ich noch nicht“, animiert und mit ihr positiv denkt. Yvonne nimmt die Krankheit an, sie macht Pläne, unterzieht sich einer OP, die eigentlich kaum Aussicht auf Heilung hat und stellt fest: es geht ihr gut. Sie wird wieder aktiv, reist, begeistert sich für lange Spaziergänge in der Natur, fängt wieder an zu arbeiten und erlebt nicht nur die Geburt ihres ersten Enkelkindes, sondern auch die eines zweiten. Yvonne hat es geschafft. Sie lebt weiter. Vielleicht auch, weil sie sich nie aufgegeben hat. Das ist eine der Geschichten aus dem Band mit insgesamt 26 Geschichten von ganz unterschiedlichen Frauen, die „an einem Wendepunkt im Leben“ stehen. Kurz vor oder mitten in den Wechseljahren.

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Wieland Freund: Die Kathedrale der Vögel

Es gab eine Zeit, als die Vögel herrschten. Als sie spürten, dass die Zeit ihrer Regentschaft zu Ende ging, übertrugen sie ihre Macht auf einige wenige, besondere Menschen – die sogenannten „Andervögel“. Die Auserwählten sind nur zum Teil Vögel. Viele von ihnen wissen nichts von ihrem Erbe und erfahren ihr ganzes Leben lang nicht, dass sie etwas Besonderes sind.

Andere, angeführt vom Greif, haben sich mittels ihrer Gaben zu Herrschern aufgeschwungen. Der Greif und seine Auserwählten suchen stets nach weiteren Schwestern und Brüdern im Geiste.

Weit von ihrem Herrschaftssitz entfernt, auf einer kleinen, kargen Insel, finden sie einen Auserwählten – Munk, der mit den Vögeln und den Toten spricht.

Ihm wird keine Wahl gelassen. Man nimmt ihn mit zur Greifenburg, um ihn dort zu brechen, zu unterrichten und in das Gefolge einzugliedern.

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