Wie die Faust aufs Auge passt der Romantitel „Salomés Zorn“ von Simone Atangana Bekono zu der dahinter verborgenen Geschichte. Ersetzen wir in diesem Bild den Begriff „Faust“ mit „Stock“, dann haben wir die Fliesen des Romans bereits verlegt. Denn die Schülerin Salomé findet sich im Jugendgefängnis wieder, nachdem sie einem Mitschüler auf einem Feld irgendwo in den Niederlanden mit einem Ast ein Auge ausgestochen hat.
Doch von Reue keine Spur. Denn Salomé, so zornig sie auch ist und war, auf dem Feld irgendwo in den Niederlanden, hat die Auseinandersetzung nicht provoziert. Sie war das Ergebnis endloser Mikro-Attacken auf die Teenagerin mit der dunklen Haut und dem krausen Haar, die sich als Niederländerin identifiziert, aber auf den Straßen ihrer Heimatstadt doch noch Willkommen (in den Niederlanden!) geheißen wird. Dieses Buch zeigt, was viele Menschen nie erleben. Hass.
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