Franziska Grillmeier: Die Insel

Die Insel“ von Franziska Grillmeier ist ein anklagender Bericht über die Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln.

Dieses Buch vermittelt den Eindruck, als wisse es nicht so genau, was es will. Dabei ist der Bericht der Journalistin Franziska Grillmeier über die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln wichtig. Sie erzählt von ihren eigenen Erlebnissen dort, als Beobachterin, als Freundin und als Journalistin.

Doch scheint mir die Erzählweise ein wenig erratisch, ist das Buch doch eine Mixtur aus Reisebericht, Schilderung einzelner Schicksale und Anklage der desolaten und verfehlten Migrationspolitik der EU.

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Franzi Kopka: Game Show 01: Der Preis der Gier

2126. Nach dem dritten Weltkrieg hat sich die Weltordnung massiv geändert. Die 17-jährige Cass lebt in New London, wo die Gesellschaft in Klassen von Bronze bis Purpur eingeteilt ist; sie selbst ist eine Platin und hat damit ein sicheres, bequemes Leben. Und doch wird sie von dem ständigen Drang umgeben, mehr zu wollen. Das zu erreichende Ziel: Die Neutrals. Das Versprechen der Regierung: Jeder kann diese höchste Klasse erreichen. So die Ausgangssituation in „Game Show 01“ von Franzi Kopka.

Statt Geld existieren nur digitale Coins, von denen ein Pflichtbetrag auf Wetten verwendet werden muss – gewettet wird dabei auf grausam-tödliche Spiele, zu denen die Niedersten der Gesellschaft gezwungen werden. Die Reds.

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Anthony McCarten: Going Zero

Kaitlyn hat sich in „Going Zero“ von Anthony McCarten auf ein gefährliches „Spiel“ eingelassen. Mit neun anderen Freiwilligen wird sie für 30 Tage gejagt. Vorher haben sich alle Zehn damit einverstanden erklärt, all ihre persönlichen Daten freizugeben. Und wer nach dem Ablauf von 30 Tagen nicht aufgespürt wird, gewinnt drei Millionen Dollar.

Das Spiel heißt Going Zero und bedeutet für die Freiwilligen den vollständigen Verzicht auf das Internet und ein Abtauchen vom normalen Leben, während ein Softwarekonzern mit allen Tricks der Datenanalyse und Überwachungstechniken ihr komplettes Leben ausspioniert.

Die Jagd nach Menschen

wurde in der Vergangenheit schon häufig medial verarbeitet. Mal wurden Verbrecher und Terroristen gejagt, oder die Jagd unterhielt ein großes Publikum. Wer erfolgreich floh, gewann in solchen Fällen seine Freiheit oder eine fette Prämie.

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Juno Dawson: Der Hexenzirkel Ihrer Majestät 02:  Die falsche Schwester

Im Dezember 22 ist die Urban-Fantasy-Trilogie „Der Hexenzirkel Ihrer Majestät“ von Juno Dawson gestartet. Nun, nur sechs Monate später, folgt schon Band zwei, „Die falsche Schwester.“

Der titelgebende Haupthandlungsstrang dreht sich um Ciara Kelly, die im ersten Band ihre Zwillings-Schwester Niamh ermordet hat, und nun mit dunklen Motiven unerkannt deren Leben weiterführt.

Andere Hexen haben mit versehentlich zu Stein gewordenen Ehemännern oder mächtigen und bösen Zauberern zu tun.
Und weil die Handelnden allesamt über große Kräfte verfügen, steht am Ende nichts weniger auf dem Spiel als die Weiterexistenz der gesamten Menschheit. Es kommt zum actionreichen Showdown …

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Chris van Tulleken: Gefährlich lecker

Augenöffnende Pflichtlektüre

Na, wie oft wirfst du einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Zutatenliste deiner Pausensnacks? Schockierend, oder? Nahezu alles, was wir essen, ist kein Essen. Es ist eher eine industriell hergestellte, essbare Substanz. Der Originaltitel des Buches „Ultra-Processed People: The Science Behind the Food ThatIsn’t Food“ könnte passender nicht sein. Wer einen staubtrockenen und gähnend langweiligen Ratgeber erwartet, wird enttäuscht, denn „Gefährlich lecker“ von Chris van Tulleken ist überraschend unterhaltsam geschrieben. Beinah süchtig machend.

„Wenn es in Plastik verpackt ist und mindestens eine Zutat enthält, die man nicht in einer normalen Haushaltsküche findet, handelt es sich um ein HVL.“ (S. 17; HVL = hochverarbeitete Lebensmittel)

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Titus Müller: Der letzte Auftrag

Im dritten und letzten Band der Spionage-Reihe um Ria Nachtmann geht es im Roman „Der letzte Auftrag“ von Titus Müller gar nicht so sehr um Ria selbst, die ja im letzten Band in die BRD fliehen musste und jetzt mit ihrer großen Liebe in Berlin lebt. Es geht vielmehr um ihre Tochter Annie, die als Kinderkrankenschwester in der DDR die Wiedervereinigung und ihre Vorboten erlebt.

Sie ist unzufrieden mit den Vorgängen im Krankenhaus, ihrer Meinung nach wird nicht genug für die Frühgeburten getan und nach ihrer Ansicht ist Kinderversorgen mehr als Füttern und Wickeln. Damit macht sie sich so unbeliebt, dass sie versetzt wird. Später kommt sie mit einer Gruppe von Regimekritikern in Kontakt und beginnt das Wahlsystem zu hinterfragen, gemeinsam mit einem Jugendfreund will sie eine Doku über die Zustände der DDR drehen. Aber der Leser lernt nicht nur Annie kennen, sondern auch Stasimitarbeiter, BND-Beamte und KGB-Offiziere – Putin spielt eine nicht unerhebliche Rolle – , sowie einfache Bürger der DDR, die nichts als ihre Arbeit machen und trotzdem entweder für das Regime arbeiten oder mit ihm Zusammenrasseln.

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David Levithan & Jennifer Niven:  Nimm mich mit dir, wenn du gehst

Außergewöhnlich berührender Roman um zwei Geschwister, sehr empfehlenswert

Haben Mom und Darren uns mehr durch das, was sie getan haben, verletzt, fragte ich mich, oder durch das, was sie nicht getan haben? Was hinterlässt schlimmere Wunden – der spürbare Hass oder die fehlende Liebe?“ (S. 205)

Diese Sätze machen wirklich nachdenklich. Die Antwort auf diese Frage gibt das Buch am Ende auch nicht. Aber es endet versöhnlich, soviel sei verraten.

Dieses Buch, welches ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte. Ein Jugendroman, der erschüttert, der berührt und der so wunderbar geschrieben ist wie alle Bücher von David Levithan und Jennifer Niven. Sein „Will und Will“, welchen er zusammen mit John Green verfasst hat oder ihr Roman „All die verdammt perfekten Tage“ sind ebenso ergreifende wie mutmachende Geschichten um das Erwachsenwerden.

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Ursel Braun: Unangepasst. Künstlerinnen und ihre Kleider

Ursel Braun porträtiert in „Unangepasst“ eine Reihe großer Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und legt das Hauptaugenmerk auf ihre Garderobe. Durch Kleidung kann man den Fokus der Gesellschaft auf sich richten, man kann damit provozieren oder sich darin verstecken. Josephine Baker, die bis zu ihrem achten Lebensjahr keine Schuhe besitzt, erlangt Bekanntheit, weil sie in jungen Jahren bei ihren Auftritten kaum etwas trägt und sich später umwerfend elegant kleidet.

Die Modejournalistin Helen Hessel fällt durch ihren androgynen Look auf, die Malerin Georgia O´Keeffe zieht sich in ihre minimalistischen schwarzen Textilien zurück. Einige der Damen designen oder nähen ihre Garderobe selbst, andere greifen Trachten, Farben, Styles indigener Völker auf und Louise Nevelson durchwühlt förmlich die Flohmärkte New Yorks, um extravagante Fundstücke kreuz und quer und kunterbunt zu eigenwilligsten Kreationen zu kombinieren.

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Lucy Clarke: One of the girls

Es sollte ein netter Jungesellinnenabschied werden. Sie sind Freundinnen seit Ewigkeiten und eine von ihnen hat Zugang zu einem Ferienhaus auf einer griechischen Insel. Was könnte also schöner sein, als es ein letztes Mal so richtig krachen zu lassen? Die sechs Endzwanzigerinnen glauben, sich zu kennen, aber tun sie das wirklich?

Es ist Lexis Feier, sie ist es, die demnächst heiraten wird. Sie redet sich ein, sie wäre glücklich, aber es ist nicht alles, wie es scheint – oder wie sie es glaubt. Ihre beste Freundin Bella ist nur auf feiern aus, aber sie weiß mehr, als sie zugeben will. Eleonore ist die zukünftige Schwägerin, sie möchte dazu gehören zu dem fröhlichen Kreis. Ana hat einen Sohn, über dessen Vater sie sich seit Jahren ausschweigt. Erstaunlicherweise sind sie und Lexis Zukünftiger sich noch nie begegnet.

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Maria Borrély: Mistral

Die Natur bestimmt über das Leben in den kleinen Dörfern der Haute Provence und der Mistral gibt den Takt an. Er formt Bäume und Häuser, pfeift durch die Gassen und macht einen verrückt im Kopf. Dieser kalte Wind aus Norden vertreibt die Wolken, lässt Fensterläden schlagen und die Tiere unruhig werden. Die Menschen hier leben von der Landwirtschaft, ihre Tage sind angefüllt mit Arbeit.

Marie ist die älteste Tochter von Nourrine und Costant. Die Leute sagen, dass sie auch ihre liebste Tochter ist, denn sie ist schön und heiter und sie ist sich für keine Arbeit zu schade. Als sie Olivier zum ersten Mal sieht, weitet sich ihre Welt. Eine unbändige Sehnsucht ergreift Besitz von ihr. All ihr Denken und Fühlen ist auf den schönen, kräftigen jungen Mann gerichtet.

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