Axie Oh: Das Mädchen, das in den Wellen verschwand

Vor Mina sind bereits 99 junge Frauen ins Meer gesprungen. Doch keine von ihnen konnte den Zorn des Meeresgottes beenden. „… Mein Leben lang habe ich an die Legende von der Braut des Meeresgottes geglaubt, wie sie von Großmutter zu Großmutter weitergegeben wurde – seit Anbeginn der Stürme, als Eroberer aus dem Westen das Reich verwüsteten und den Kaiser von der Steilküste ins Meer warfen. Der Meeresgott, der den Kaiser wie einen Bruder geliebt hatte, schickte die Unwetter … im wütenden Regen erkannte man seine Tränen, im dröhnenden Donner seine Schreie.“ (S. 271)

Mina wird Teil der Legende, als sie sich für das Glück ihres Bruders opfert. Am Meeresgrund entdeckt sie eine verwunschene Welt, in der Geister, Fabelwesen und Götter leben, sich gegenseitig bekämpfen und die Not der Menschen ignorieren.

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Ute Mank: Elternhaus

Die drei Schwestern Sanne, Petra und Gitti sind mit dem Älterwerden ihrer Eltern konfrontiert. Aufgewachsen sind die drei in einem „schmalen Haus“, das in einer Siedlungsstraße in einer Kleinstadt liegt. Die Eltern haben es sich vom Mund abgespart, der Vater hat es mit eigenen Händen (mit-)gebaut, die Mutter hat es jahrzehntelang aufopfernd geputzt, gepflegt und betreut. Sanne wohnt mit Mann und zwei erwachsenen Kindern dem Elternhaus am nächsten. Es gehört mittlerweile ihr.

Sie wird von Vater und Mutter daher auch ständig gerufen, wenn etwas nicht funktioniert und sie mit diesem oder jenem nicht zurechtkommen. Sannes Sohn ist bereits von zuhause ausgezogen, die Tochter Lisa wagt den Sprung in eine andere Stadt, ihr Mann Uwe und sie werden einander zunehmend fremd. Trotzdem kümmert Sanne sich sehr um die Eltern und beschließt, sie in eine altersgerechte Wohnung zu übersiedeln und das Elternhaus zu verkaufen. Ein Unterfangen, das sie körperlich aber auch mental ungeheuer fordert.

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Kiersten White: Amazement Park

Mack lebt im Obdachlosenheim. Als sie ein kleines Mädchen war, ermordete ihr Vater ihre gesamte Familie. Sie hat nichts mehr und deshalb nichts zu verlieren. Als sie als Teilnehmerin für eine Realityshow angefragt wird – bei der es um ein simples Versteck-Spiel geht, mit einem mit einem Geld-Gewinn, der eine bessere Zukunft garantiert – sagt sie also zu. Warum auch nicht? Sie ist dem Tod durch Verstecken entkommen, was spricht dagegen, das hier gewinnen zu können?

Sie ist nicht die einzige Teilnehmerin, deren Leben so am Ende ist, dass dieses Spiel der einzige Ausweg scheint. 14 Menschen sollen 7 Tage in einem verlassenen, verfallenen Vergnügungspark durchhalten, ohne gefunden zu werden. Kein Haus in der Nähe, kein Handyempfang und wo genau sie überhaupt sind, wissen die Kandidaten auch nicht.

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Ursula Poznanski: Oracle

Oracle war mal wieder ein Poznanski, der mir so richtig richtig gut gefallen hat. Schon in der Schule wurde Julian gemobbt. Jetzt ist er das erste Mal von zu Hause fort, zum Studium ist er in ein Studentenwohnheim gezogen und hat zum ersten Mal das Gefühl, dass es möglich wäre, Freunde zu finden. Denn das Mobbing kam nicht von ungefähr. Julian sieht Monster in manchen Menschen. Mal ist ein Teil des Körpers von einer giftigen roten Wolke verdeckt, Mal kommen Rauchschlangen aus dem Kopf. Als Kind hat ihm das Todesangst gemacht und seine Reaktion machte ihn zum perfekten Mobbingopfer. Viele Jahre Psychotherapie haben ihn gelehrt, dass das alles nur in seinem Kopf stattfindet, dass es bedeutungslos und ungefährlich ist, und mit den richtigen Medikamenten sieht er schon lange nichts Ungewöhnliches mehr.

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Antoine Laurain: Das Glück im Sternbild Zebra

Roman auf zwei Zeitebenen um die Liebe, um Träume und den Glauben an sich selbst

Der französische Autor bleibt sich auch im neuen Roman treu. Die warmherzige und berührende Geschichte, die so fernab vom Mainstream ist, lädt zum Träumen ein, weckt den Glauben an Märchen und an Glück.

Der Immobilienmakler Xavier, der sich noch nicht so recht an sein Leben als geschiedener Mann gewöhnt hat, kommt eines Tages zu einem alten Teleskop. Er behält es, auch um damit seinen Sohn, der ihn regelmäßig besucht, zu unterhalten.

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Richard Swan: Im Netz des Dämons: Die Chroniken von Sova 02

Helena hat ihre Jugend als elende Kanalratte aus den Straßen Muldas hinter sich gelassen. Junker Konrad Vonvalt, gefürchtetes Mitglied des unbestechlichen Ordens der Richter nahm sie zunächst als Schreiberin, dann als Elevin, vielleicht also zukünftige Richterin zu sich.

Der Richterorden, der bislang alleine das Wissen um die Magie hütete, wurde verraten. Dieser Erkenntnis kann sich Junker Vonvalt nicht länger verschließen. Nach Sova, der Hauptstadt des Reiches zurückgekehrt, setzt der Kaiser, der Vonvalt vertraut wie niemandem sonst, diesen auf die Rebellen an. Er muss seine Richterkollegen anklagen und verhaften – selbst sein Mentor verschwindet im kaiserlichen Verlies, wo er auf die Folter und den Strick wartet.

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Lana Harper: Payback´s A Witch

Seit fünf Jahren war Emmy Harlow nicht mehr in ihrer Heimatstadt Thristle Grove. In ihrer Wahlheimat Chicago fühlt sie sich wohl und vermisst nichts aus ihrem alten Leben. Bis sie über die Stadtgrenze fährt und auf einmal die Magie wieder spürt: Die Magie der Stadt und ihre eigene. Denn nur im Schutz des kleines Ortes können die dort lebenden Hexen ihre Macht entfalten – verlassen sie ihn, geben sie auch ihre Kräfte auf. Ein Opfer, dass Emmy bereit war zu zahlen. Doch nun, wo sie zurückkehrt, um als Richterin über das magische Tournier zwischen den Gründerfamilien zu entscheiden, ist sie sich plötzlich nicht mehr so sicher.

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Joar Berge: Kühe kuscheln

Joar Berge ist Ende dreißig als er erkennt, dass es in seinem Leben Zeit wird für eine tiefgreifende Veränderung. Er arbeitet als IT-Manager in Antibes, hat wilde Jahre hinter sich und merkt, dass ihm etwas Wesentliches fehlt. Aufgewachsen mit dreizehn Geschwistern im Odenwald, hatte er schon als Kind eine besonders tiefe Beziehung zu Tieren und ganz besonders zu seiner „Kuhfreundin“ Rexi. Vier Jahre lang waren sie unzertrennlich, bis Rexi aus Rentabilitätsgründen geschlachtet wurde.

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Gwendolyn Brooks: Maud Martha

„Maud Martha“ ist der einzige Roman von Gwendolyn Brooks (1917 – 2000), die vor allem als Lyrikerin bekannt war.

Maud Martha erfährt schon als kleines siebenjähriges Mädchen, wie es sich anfühlt, wenn Menschen nach ihrem Aussehen beurteilt werden. Ihre Haut hat die Farbe von dunklem Kakao, ganz ohne Milch, und ihre Haare sind unbezähmbar. Sie weiß, dass sie in den Augen der anderen nicht hübsch ist und beschließt doch, jemand ganz besonderes zu sein, ein einzigartiges Maud-Martha-Kunstwerk. Sie weiß, dass sie dem alltäglichen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft nicht entkommen kann, aber sie wird ihm nicht erlauben, ihr Leben zu bestimmen.

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Tess Gunty: Der Kaninchenstall

Die 30-jährige US-Amerikanerin Tess Gunty ist die Gewinnerin des National Book Award for Fiction 2022. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Preis wird seit 1950 jährlich vergeben. Mit ihrem Roman „The Rabbit Hutch“ wurde Guntys Debüt ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Los Angeles. Am 6. Juli 2023 veröffentlichte der Verlag Kiepenheuer & Witsch Tess Guntys Roman unter dem deutschen Titel „Der Kaninchenstall“. Sophie Zeitz übersetzte ihn aus dem Englischen.

Tiffany Watkins lebt in Vacca Vale, Indiana, in einem Apartmenthaus mit dem Namen La Lapinière Affordable Housing Complex. Vacca Vale ist eine Stadt im Rust Belt der Vereinigten Staaten von Amerika. Früher wurden hier Zorn-Autos hergestellt.

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