Maria Barbal: Die Zeit, die vor uns liegt

Kann man mit Ü-60 noch die große Liebe finden? Den Seelenverwandten, auf den man sein ganzes Leben gewartet hat? Man kann! Armand ist pensionierter Aufzugsmonteur und verwitwet. Sein einziger Sohn lebt in England. Er selbst wohnt in Barcelona und ist sehr einsam. Um Rückenprobleme loszuwerden, empfiehlt ihm sein Arzt, einen Yoga-Kurs zu besuchen. Dort trifft er Elena, Lehrerin im Ruhestand, die ihm auf Anhieb gefällt. Beherzt springt er über seinen Schatten und stellt sachte einen Kontakt zu ihr her. Sie landen schnell miteinander im Bett, obwohl sie kaum etwas voneinander wissen. Das Zusammensein ist einfach schön. Jede Woche verbringen sie nach der Yogastunde Zeit miteinander, bis Elena Skrupel überfallen. Sie ist nämlich verheiratet. Um ihre Ehe ist es allerdings sehr schlecht bestellt. Ihr Mann und sie reden kaum mehr miteinander, leben nebeneinander her. Armand aber liebt Elena sehr. Sie bringt Sinn und Sonnenschein in sein Dasein. Spontan fragt er sie, ob sie ihn zu seinem Sohn und dessen Familie nach England begleiten möchte. Er hat sein Enkelkind noch nie gesehen. Und Elena kommt mit. In Bournemouth blüht sie auf. Sie erkennt aber auch, dass sie eine schwere Entscheidung treffen muss…

Dieses Buch ist vergleichbar mit einem Aquarell. Mit leichten Pinselstrichen und ein bisschen pastellig verwaschen skizziert Maria Barbal die Handlung. Man begleitet Armand und Elena abwechselnd und betrachtet die Ereignisse aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Autorin führt ihre Protagonisten über Umwege liebevoll aufeinander zu und erzählt eine Geschichte, an deren Möglichkeit man allzu gerne glauben möchte.

Fazit: Ein unaufgeregtes Buch voll Herzenswärme.

Maria Barbal: Die Zeit, die vor uns liegt.
Aus dem Katalanischen übersetzt von Heike Nottebaum.
Diana, August 2022.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Karina Luger.

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