Ein weiterer wichtiger Ratgeber, der sich nahtlos an den kurz zuvor herausgegebenen Titel „Der Erzähler“ anschließt. Ein Sachbuch, das sich eines sehr spezifischen Themenbereichs des Kreativen Schreibens annimmt: den Stimmen von Autor, Erzähler und Charakteren.
Auch dieses, das neueste Buch von Stephan Waldscheidt, ist vor allem für fortgeschrittene Romanautoren geeignet. Sich der eigenen, der Autorenstimme, bewusst zu werden, zu lernen, sie von der Stimme des Erzählers unterscheidbar zu machen und darüber hinaus die Stimmen der Charaktere des Romans individuell zu gestalten, das erfordert Erfahrung, viel Selbsterkenntnis und Üben, Üben, Üben.
Stephan Waldscheidt, der mit diesem Buch seinen, nach eigenen Angaben, siebzehnten Schreibratgeber herausgebracht hat, dringt hier tief ein in all das, was eine Stimme ausmacht. Er hinterfragt, wie Stimme „entsteht“, was sie formt und wodurch sich die Stimme des einen von der des anderen unterscheidet. Diese analytische Betrachtung führt dann logisch dahin, zu lernen, wie es Autor*innen gelingen kann, die Stimme des Erzählers so auszugestalten, dass sie sich erkennbar von der Autorenstimme absetzt. Dabei scheint, so Waldscheidt, die Autorenstimme doch immer durch, so sehr sich die Verfasser von Romanen auch bemühen, ihre eigene Stimme zum Schweigen zu bringen. Als Beispiel verweist er auf Joanne K. Rowling, die unter einem Pseudonym ihre Krimis um den Detektiv Cormoran Strike veröffentlichen wollte. Eine Spracherkennungssoftware war dennoch im Stande, die Stimmmuster der Autorin der Harry-Potter-Romane auch in diesen Krimis wiederzuerkennen. Weiterlesen








