Dieter Georg Herbst & Thomas Heinrich Musiolik: Digital Storytelling

„Durch Vernetzung der User im digitalen Kosmos lassen sich Digital Storys auf neuartige Weise gemeinsam erstellen, entwickeln und weit verbreiten. […] User können aktiv dem Verlauf der Markengeschichte folgen und diesen mitbestimmen.“ (S. 282)

Was ist Digital Storytelling, wie entstehen digitale Geschichten und warum sind zu viele Geschichten in der Unternehmenskommunikation so langweilig, obwohl sie durchaus aufwendig hergestellt sind? Die beiden Storytelling-Experten Dieter Georg Herbst und Thomas Heinrich Musiolik erklären diese Themen dank unglaublich vieler praktischer Tipps, Taktiken und Strategien sehr anschaulich und tiefgreifend. Wie ein Leuchtturm im Dschungel des Digital Storytelling. Storytelling bleibt kein abstraktes Hypewort mehr. Seite um Seite erspüren wir als Leser sogar die Bedeutung multisensorischer Erlebnisse im Storytelling. Außerdem lernen wir, was digitale Geschichten spannend macht und wie Abenteuer die Stories voran bringt. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Bianca Blasl & Wilhelm Geiger: Bauer to the people

In diesem Sommer 2022, in dem die Hälfte der Fläche der EU von Dürre oder großer Trockenheit betroffen ist, in dem die Medien von ausgetrockneten Flüssen und verschwundenen Seen berichten, fragt man sich ernstlich: Woher kommt eigentlich unser Essen? Wie geht das vonstatten mit der Lebensmittelproduktion in Österreich (und Deutschland)? Wird es trotz Klimawandel in naher Zukunft für alle genug zu essen geben? Kaum jemand aus den großen Städten kennt einen Bauern persönlich. Bianca Blasl, gelernte Agrarökonomin und vielseitig interessiert, und Wilhelm Geiger, Koch und Sozio-Ökonom, wollten wissen, wer denn die Menschen sind, die die Basisprodukte unsere Nahrungsmittel herstellen, unter welchen Bedingungen sie das tun, was sie dafür bekommen, welcher Einsatz und welcher Aufwand dafür notwendig sind, und, und, und.

Sie wollten hinter die Ku(h)lissen schauen, wie es im Titel schon heißt und sich selbst vor Ort ein Bild machen. Nur mehr zwei Prozent der Erwerbstätigen in Österreich sind Bauern. Blasl und Geiger haben einige von ihnen besucht, sowohl konventionell wirtschaftende Landwirte als auch Bio-Bauern. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Susan Kaufman: New York – Wie es keiner kennt

Ein intimes Porträt: fantastisches New York – so wie es kaum jemand kennt. Blinkende Lichter, Wolkenkratzer, Sirenenlärm, U-Bahn-Rattern, Taxi-Hupen, hektische Business People, Touristenmassen … All das spüre ich in keiner Sekunde, wenn ich durch den wunderschönen Bildband blättere.

Bestaunen können wir blühende Kirschblüten, charmant-elegante Stadthäuser, dekorierte Geschäfte mit fantasievollen Schaufensterfronten, einzigartige Parks, zauberhafte Blumeninstallationen an Ladenfassaden und unzählige atmosphärische Straßenbilder.

Susan Kaufman nimmt uns mit auf einen außergewöhnlich schönen Streifzug durch die Straßenzüge, weit abseits der typischen Touristenpfade und bekannten Sehenswürdigkeiten. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jens Brambusch: Tausche Büro gegen Boot

Der Journalist Jens Brambusch stellte eines Tages fest, dass er in seinem Leben dringend etwas ändern müsse. Schließlich hat sich in seinem Umfeld insbesondere bei den Arbeitsbedingungen vieles verändert und dies leider nicht zum Guten. Statt genug Zeit für eine gründliche Recherche zur Verfügung zu haben, um die Menschen so objektiv wie möglich zu informieren, wurde er wie all seine Kollegen dazu angehalten, so schnell wie möglich einen Artikel abzufassen. Ausgewogener Journalismus wird nun der Aktualität geopfert. Systematisch hat er sich für die Arbeit aufgerieben, und dann ist da noch sein Sport, das Strandsegeln. Als sein Körper ihn zu einem Umdenken zwingt, bleibt sein Kopf beim Segeln. Wer sein Leben lang den Segelsport betreibt, kann sich auf diesem Weg auch neue Schritte denken, und zwar das Wohnen auf einem Boot.

Wie er dann tatsächlich sein Büro gegen ein Boot tauscht, nachdem er seinen kompletten Besitz verkauft hat, beschreibt er strukturiert in verschiedenen Kapiteln den Start in ein Leben als Aussteiger. In der Türkei findet er mit der Hilfe eines Freundes das passende Boot. Sein Heimathafen soll Kas werden. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Mala Kacenberg: Malas Katze

Dieses Buch ist kein Roman, sondern die Erzählung der Erlebnisse der Autorin als Kind und Jugendliche während des Zweiten Weltkriegs. Die Jüdin Mala Kacenberg wurde 1927 in Polen geboren und wuchs in einem kleinen Dorf auf, in einer kinderreichen, armen Familie.

Als die Deutschen in Polen einmarschieren und schließlich auch in ihr Dorf eindringen, als dort die Juden verraten, verfolgt, verjagt und getötet werden, flieht das Mädchen, das dank seiner blonden Haare und hellen Augen so gar nicht jüdisch aussieht. So überlebt sie als einzige der Familie, alle anderen werden deportiert und sterben.

Auf ihrer Flucht wechselt sie immer wieder die Identität, reist bis nach Deutschland, wo sie als Zwangsarbeiterin bei einer ihr freundlich gesonnenen Familie unterkommt. Immer dabei hat sie ihre Katze Malach, deren Name das jüdische Wort für Schutzengel ist.

Mala ist ein tapferes Mädchen, das sich immer wieder durchschlägt, mit Wagemut, Ideenreichtum und Pfiffigkeit und auch dank ihrer Stärke, die sie auch die schwerste Arbeit bewältigen lässt. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Rebekka Reinhard: Die Zentrale der Zuständigkeiten

„Probiere es aus: Stell dich breitbeinig hin, streck die Ellbogen nach außen und stemm die Fäuste in die Hüften – ja, ganz genau, wie Wonder Woman. Denk nicht nach, tu es einfach.“ (S. 123)

Das, was du da gerade machst, nennt sich Power Posing. Es signalisiert nicht nur Macht und Autorität, sondern bewirkt auch, dass deine innere Frauenpower nach außen strahlt. Spürst du es?

Ich muss zugeben, Rebekka Reinhards neues Werk hat mich absolut positiv überrascht und begeistert. Ihre klugen Statements sind so erfrischend offen und ehrlich, dass es beinah weh tut. In ihrem („no bullshit“-)feministischen Manifest schreibt sie über die Rolle der modernen Frau, die permanent Super Woman spielt und tausend Dinge gleichzeitig tut, plant und bedenkt. Dabei lebt sie mit dieser Angst, nicht mitzukommen, zu versagen, aufzufallen, nicht anerkannt zu werden, ungeliebt zu sein.

„Solange wir unseren Super-Woman-Fleiß in unbewusster Komplizenschaft mit dem bestehenden System perfektionieren, ändert sich nichts. Wir ackern und ackern und strampeln uns ab. Zum Trost hat man uns ein tolles Spielzeug mit vielen bunten Apps in die Hand gedrückt.“ (S. 102) Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Michael Pollan: Kaffee Mohn Kaktus: Eine Kulturgeschichte psychoaktiver Pflanzen

Michael Pollan ist ein erstaunlicher Geschichtenerzähler. Seine spannenden Einblicke haben mich in einen regelrechten Leserausch versetzt. Er berichtet vom täglichen Koffein-Konsum (der beliebtesten psychoaktiven Droge auf dem Planeten), über den zeremoniellen Gebrauch von Meskalin seitens der amerikanischen Ureinwohner bis zur jahrhundertealten Anwendung von Opiaten zur Schmerzlinderung.

Als Leser erfahren wir, dass etwa neunzig Prozent der Menschen regelmäßig Koffein konsumieren und diese meistkonsumierte psychoaktive Droge auch in Form von Limonade Kindern gegeben wird. Das Heimtückische daran ist, dass wir es immer wieder zu uns nehmen, um einen Schlafmangel auszugleichen, der größtenteils die Folge des Koffeinkonsums ist.

„Gewöhnlich betrachten wir Koffein nicht als Droge und unseren täglichen Konsum nicht als Abhängigkeit, doch das liegt nur daran, dass Kaffee und Tee legal sind und unsere Sucht gesellschaftlich akzeptiert ist.“ (S. 7)

Furchtlos ehrlich nimmt uns Michael Pollan mit auf seine Forschungsreise und lässt auch den US-amerikanischen Drogenkrieg nicht unerwähnt Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Dominique Fortier: Städte aus Papier: Vom Leben der Emily Dickinson

„Als Austin zum Studieren nach Harvard zieht, schreibt Emily ihm täglich Briefe – sie sollen lebhaft, leicht, unwiderstehlich sein, in der Hoffnung, dass er zurückkommt. Doch er kommt nicht zurück. […] Wenn sie ihm doch nur Schmetterlinge schicken könnte.“ (S. 76)

Seitdem ich die US-amerikanische Dramedy-Fernsehserie über die junge Emily Dickinson gesehen habe, bin ich begeistert von ihren fein- und tiefsinnigen Gedichten und Ansichten rund um die Zwänge von Gesellschaft, Geschlecht und Familie im 19. Jahrhundert, in der sie sich als Frau oft fehl am Platz fühlte. Denn sie selbst rebellierte gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit, war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Je mehr ich von und über sie lese, desto hingerissener bin ich. Wobei die Übersetzung ihrer Gedichte ins Deutsche im Allgemeinen einem Drahtseilakt gleicht.

Wie in ihrer Poesie, so spürt man auch in diesem Buch Emilys Naturverbundenheit, ihre Leidenschaft für Bücher und ihr spirituelles Sehnsuchtsgefühl, das weit entfernt war von christlicher Religiosität. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jarrett J. Krosoczka: Hey, Kiddo

Es gibt Bücher, die beim Lesen etwas auslösen, insbesondere wenn ein Thema viele Menschen jenseits der Überholspur beschäftigt. Dem amerikanischen Autoren und Zeichner Jarrett J. Krosoczka ist dies gelungen, in dem er seine persönliche Geschichte erzählt und damit tendenziell an die des legendären Tellerwäschers erinnert. Denn der Unterschied zwischen reich und arm ist riesengroß geworden und hat damit die Chancenungleichheit zementiert. Armut ist ein Synonym für schlechte Bildung, gering bezahlte Jobs, eine unbezahlbare Krankenversicherung, ein Wohnungsumfeld mit Kleinkriminalität und Bandenkriegen, bei denen Unbeteiligte ins Schussfeld geraten können. Kinder, die in einem schwierigen Umfeld groß werden, haben selten die Chance, die traurige Karriere ihrer Eltern hinter sich zu lassen, um ihre eigene zu finden.

Hey, Kiddo ist so eine Geschichte. Der kleine Jarrett wird so von seiner heroinsüchtigen Mutter genannt, die aufgrund ihrer Erkrankung seine ganze Kindheit und Jugend verpasst. Der Großvater Joe sorgt dafür, dass Jarrett bei ihm und seiner Frau Shirley aufwächst. Dort lebt er im Kreis seiner jungen Tanten und Onkel. Die ganze Zeit wird Jarrett von Alpträumen heimgesucht, die ihn nicht loslassen wollen. Vermutlich haben die drogenabhängigen Freunde seiner Mutter einen bleibenden Eindruck bei dem kleinen Jarrett hinterlassen. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Lisa Gamper: Die Kunst es leicht zu nehmen

Dieses Buch ist ein absoluter Gewinn für die Seele. Dank des unterhaltsamen Schreibstils bin ich gebannt und wissbegierig durch die Seiten geglitten, in denen so viele ultraspannende Themen beleuchtet und psychologisch tiefgreifend behandelt werden.

Mutig räumt die Autorin auf mit unseren Illusionen, Selbsttäuschungen und vernebelten Wunschvorstellungen, die geprägt sind von unserer manipulierten Wahrnehmung und unseren Ängsten. Dabei scheut sie sich auch nicht, heiße Eisen anzupacken und diese mit brisanten Denkanstößen zu versehen, denen ich vollkommen zustimmen konnte, da sie auch in mir resonieren.

Das wunderschöne Layout ist nicht nur ein Eyecatcher, auch der Text wird immer wieder aufgelockert mit Bildern, Übungen, Tipps, Gedichten, Lektionen und Gedankenexperimenten.

„Wahrscheinlich würdest du deinem Körper keine zehn Tafeln Schokolade am Tag zumuten. Genauso fürsorglich solltest du ab jetzt deinen Geist behandeln. Wähle Informationsquellen mit Sorgfalt aus!“ (S. 19)

Und dabei geht es nicht nur um Medien, Social Media oder Gesprächsthemen mit anderen Menschen. Weiterlesen →

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: