Der Autor erzählt uns eine Geschichte, die, so ist zu befürchten, öfter als man sich vorstellen möchte in der DDR geschah. Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist erfolgreich mit seinen im Nachkriegs-Dresden angesiedelten, historischen Kriminalromanen.
Eine junge Frau, Ricarda, wird kurz vor der Entbindung ins Krankenhaus eingeliefert. Es ist das Jahr 1973, wir befinden uns in Dresden. Während der Geburt, bei der ihr eigener Vater, an der Klinik Leiter der gynäkologischen Abteilung, anwesend ist, gibt es Komplikationen und das Kind kommt tot zur Welt. So erzählt man der verzweifelten Mutter und dem jungen Vater. Doch Ricarda wird sich nie mit dieser Aussage abfinden, immer über all die folgenden Jahre und Jahrzehnte, wird sie daran zweifeln, dass ihre Tochter tot ist. Sie wird nach ihr suchen, sie wird Nachforschungen anstellen, bei Polizei und Anwälten um Hilfe bitten. Doch mit ihren Eltern und besonders mit ihrem Vater wird sie nie über die Geburt und ihr Kind sprechen.
In einer Parallelhandlung lernen wir den Polizisten Rust kennen, dessen Frau zeitgleich mit Ricarda in der Klinik auf die Geburt ihres ersten Kindes wartet. Dadurch erfährt er von der Totgeburt und weil ihm die Sache suspekt erscheint, beginnt er ebenfalls nachzuforschen.
Dem Autor gelingt es sehr gut, die Verhältnisse, die Stimmung und die gegenseitigen Verdächtigungen, das Misstrauen und die Nöte der Menschen in der DDR zu dieser Zeit zu schildern. Was im Hinblick auf seine Herkunft nicht überrascht. Dabei umschifft er zwar nicht jedes Klischee, aber manchmal ist die Realität eben ein großes Klischee. Weiterlesen

Ein bekannter Bremer Anwalt wird in seiner Kanzlei erschossen. Mit vier Schüssen niedergestreckt. Eine Zeugin hat einen Jugendlichen vom Tatort weglaufen sehen. So gerät Jakob, der Sohn des Toten, unter Mordverdacht. Es gibt wenige, die nicht daran glauben, dass er der Täter ist. Sogar sein Dad, David, scheint zu zweifeln. Einzig seine Großmutter Dora ist überzeugt, dass Jakob kein Mörder sein kann. Sie beginnt, da die Kriminalpolizei offensichtlich keinem weiteren Verdacht nachgeht, selbst zu ermitteln, nachzuforschen, ob es andere mögliche Täter mit einem Motiv geben könnte. Hilfe bekommt sie von einem alten Freund, Wolfgang, der aus seiner früheren Tätigkeit als Anwalt noch viele nützliche Beziehungen hat.





