Ein wirklich ungewöhnliches, ein gewöhnungsbedürftiges Buch. Sowohl was den Haken schlagenden Handlungsverlauf wie auch was den anfangs befremdlichen Schreibstil angeht.
Ich gestehe, während der ersten gut 100 Seiten war ich mehrere Mal versucht, das Buch wegzulegen. Es werden immer wieder neue Charaktere eingeführt, aus neuen Perspektiven erzählt, ohne dass sich die Zusammenhänge erschließen. Die Protagonistin Inna ist verstörend gestört, sie spricht fast nichts, gibt, wenn reden sich nicht vermeiden lässt, einsilbige Antworten. Die Bilder, die die Autorin mit ihrer harten, unprätentiösen Sprache malt, sind kalt, abweisend, verwirrend, beängstigend. Als Leserin verliere ich mich zwischen diesen einzelnen Handlungssträngen, von denen ich lange nicht erkennen kann, ob sie parallel, chronologisch oder auf ganz verschiedenen Zeitebenen ablaufen.
Aber ab etwa der Hälfte hat mich die Autorin gepackt, von da an konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Von dem Moment, als sich die verschiedenen Handlungsfäden langsam aufdröseln, wird die Geschichte hochspannend, regelrecht dramatisch. Weiterlesen




Mit dem so genannten „Funkenmord“ an Karin Kruse begann damals die Karriere von Hauptkomissar Kluftinger. Mit dem Funkenfeuer, einem Brauch aus dem alemannischen Raum, wird der Winter im Allgäu ausgetrieben. Nach Dreikönig beginnen die jungen Leute in den Dörfern mit dem Sammeln alter Weihnachtsbäume und sonstigem Brennmaterial. Am ersten Fastensonntag des Jahres wird das trockene Holz auf einer großen Wiese vor dem Dorf zu einem hohen Haufen geschichtet. Oben auf den Stapel kommt die „Funkenhex’“, eine Strohpuppe. Am Funkensonntag versammeln sich die Einwohner der Dörfer an ihren Funken und entzünden sie. (Quelle: 


