Lene Schwarz: Waldesgrab

Fünf Jahre nach seinem Nervenzusammenbruch und dem Unfalltod seiner Frau geht es dem Koch Leon Bosch einigermaßen gut. Er kocht wieder, und zwar in dem hauptsächlich von Jägern besuchten Waldgasthof Quellenbach. Auch seine Tochter Thea hat es aus ihrem Tief geschafft. Es sieht so aus, als könne sie ihr Abitur doch noch schaffen. Vater und Tochter könnten ein glückliches Leben führen.

Als Leon neben seinem Parkplatz am Waldgasthof den ausgeweideten Körper seiner Kollegin entdeckt, kommt nach dem Schock allmählich die Erkenntnis, der Mörder habe es auf ihn abgesehen. Mit Hilfe der befreundeten Nachbarin Marlene beginnt seine quälende Suche nach dem Motiv.

Wenige Tage später findet er seine Freundin, ähnlich aufgeschnitten und im Wald drapiert. Für die Polizei sieht es so aus, als wäre Leon der Mörder. Er wird verhaftet und nur wegen der unklaren Beweislage vorläufig freigelassen.

Weil im Brustkorb der Frauen jeweils ein besonderer Stein liegt, glauben Leon und Marlene an eine von langer Hand vorbereiteten Rache, die ebenfalls mit dem mysteriösen Baumsterben im Wald zusammenhängen muss. Denn in der Nähe der abgestorbenen Buchen hatten sie vor ein paar Jahren die von Thea gestohlene Mineraliensammlung vergraben. Heimlich suchen Leon und Marlene den Mörder. Weiterlesen

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Ian Rankin: Ein Haus voller Lügen

In meinem ganz persönlichen Krimiherbst 2019, in dem ich bisher die neuen Bücher von Jo Nesbø, Håkan Nesser und Jussi Adler-Olsen gelesen habe, macht der neue Krimi von Ian Rankin das Kleeblatt komplett. Der schottische Schriftsteller Ian Rankin (Jahrgang 1960) ist wie seine Kollegen ein sehr bekannter und ausgezeichneter Krimiautor. Seit den 1980er Jahren schreibt er über Detective Inspector John Rebus, der in der schottischen Hauptstadt Edinburgh ermittelt. Inzwischen ist Rebus im Ruhestand, mischt sich aber weiterhin in Fälle der Polizei ein. So auch in „Ein Haus voller Lügen“, das am 28. Oktober 2019 im Wilhelm Goldmann Verlag in einer Übersetzung von Conny Lösch erschienen ist.

Darin taucht die Leiche des Privatermittlers Stuart Bloom auf, der 2006 spurlos verschwand. Damals führte DCI Bill Rawlston die polizeilichen Untersuchungen und John Rebus arbeitete an dem Fall mit. Die Eltern von Stuart Bloom erhoben im Laufe der Ermittlungen schwere Vorwürfe gegen die Polizei, so dass auch der interne Anti-Corruption-Unit (ACU)  eingeschaltet wurde. Jetzt wird Stuart Bloom mit Handschellen gefesselt im Kofferraum seines Autos in einem Waldstück gefunden, das an das Haus seines damaligen Auftraggebers, des Filmproduzenten Jackie Ness, grenzt. Ness hatte Bloom den Auftrag erteilt, Sir Adrian Brand, mit dem er um ein Grundstück konkurrierte, auszuspionieren. Auch Blooms Lebenspartner, Derek Shankley, stand unter Verdacht mit dem Verschwinden seines Freundes zu tun zu haben, aber es ließ sich nicht beweisen. Pikanterweise arbeitete Shankleys Vater, Alex, bei der Mordkommission in  Glasgow. Weiterlesen

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Adam Brookes: Der chinesische Verräter

Verdammt lang her, dass ich einen Spionage Thriller gelesen habe. Aber ich vertraute mal einem Tipp des Buchhändlers meiner Wahl und hatte ein paar Tage Urlaub. Ich muss sagen, genau richtig! Der Roman besticht durch Aufbau und Spannung, Direktheit und gnadenloser Weltsicht. Eine, die, wie zu vermuten ist, zu den neuen Todsünden der Menschheit gehört: Cyberkrieg. Und die Gier der jeweiligen beteiligten Staaten, durch ihr Agentennetz Vorteile zu erlangen. Menschenleben sind dabei egal. Das große Ziel bleibt, wie bei alle diesen verrückten Entwicklungen im mörderischen Kapitalismus oder im China von heute, einen Vorteil vor der Konkurrenz zu haben. Mit der fragwürdigen Begründung, dass, wenn man es nicht selbst macht, tun es die anderen sowieso. Und so schaukelt sich das Ganze hoch. Wir befinden uns im China dieser Tage beim Ausbruch eines Gefangenen namens Peanut (ein Art Deckname), der im Jahre 1989 am 4 Juni bei den Unruhen auf dem Tiananmen Platz gefangen und eingekerkert wurde. Irgendwo in einer staubtrockenen Wüste, zig Kilometer von der nächsten Stadt. Der normale Weg ist, hier zu sterben. Doch Peanut wurde nicht gebrochen, ihm gelingt nach zwanzig Jahren eine unglaubliche Flucht. Weiterlesen

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Christi Daugherty: Die schöne Tote

Harper McClain war Polizistin. Schnell wurde ihr Chef zu einem Mentor und einer wichtigen Bezugsperson. Damals genoss er den Ruf, viele Mordfälle aufzuklären. Heute arbeitet Harper als Gerichtsreporterin für eine Tageszeitung, während das Morddezernat unter neuer Leitung nur noch eine geringe Aufklärungsquote vorweisen kann.

Eines Nachts wird in der von Touristen beliebten Altstadt von Savannah (US-Bundesstaat Georgia) eine Jurastudentin erschossen, die kurz vorher noch in derselben Bar gearbeitet hat, in der Harper ihrer Freundin Bonnie Gesellschaft leistet.

Selbstverständlich glaubt die Polizei, nur der Freund der Toten könne aufgrund seiner kriminellen Vergangenheit der Mörder sein. Zum einen habe er für die Tatzeit kein Alibi, und zum anderen spreche die Statistik gegen ihn.

Der Ex-Freund, reich und Sohn eines mächtigen Mannes, hat ebenfalls ein Motiv aber auch ein Alibi für die Tatzeit. Schon nach wenigen Tagen verläuft die Ermittlungsarbeit der Polizei ins Leere. Harpers Nachfragen ergeben stets das gleiche Ergebnis: Es fehle an handfesten Beweisen. Aus diesem Grund ermittelt Harper selbst, auch wenn dies einigen Menschen missfällt. Der Mörder darf nicht davon kommen, ist ihre Devise. Schon bald findet sie heraus, dass nicht nur das Opfer einen aggressiven Stalker hatte. Auch sie selbst wird gestalkt. Weiterlesen

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Paul Pen: Die Wahrheit will nicht sterben

In Franks Leben ist alles perfekt: Er hat eine Frau, Grace, mit der er eine glückliche Ehe führt, zwei nette Kinder namens Simon und Audrey und das durch und durch tolle Leben. Aber seit einiger Zeit fühlen sie sich vom Unglück verfolgt. Beängstigende Zwischenfälle häufen sich und es scheint nur einen Ausweg zu geben: Flucht. Die Familie beschließ, einmal quer durch Amerika umzuziehen und vor Ort alle Zelte abzubauen. Doch die Reise entwickelt sich anders als gedacht, als Frank mit dem großen Wohnmobil im Dunkeln eine Frau anfährt, mit der ihm mehr verbindet als er zugeben mag. Denn Frank hat ein Geheimnis …

Paul Pens neuer Thriller steht etwas hinter seinen beiden letzten Werken zurück. „Die Wahrheit will nicht sterben“ braucht deutlich länger, bis es eine Sogwirkung entwickelt. Bei seinen beiden anderen Thrillern der letzten Zeit war man immer sofort drin im Geschehen und ahnte Schlimmes. Diesmal lernt man eine Familie kennen, die vor etwas davonzulaufen scheint. Doch was es ist, kann man erstmal nicht herausfinden. So dramatisch wirkt es allerdings auf den ersten Blick nicht, denn der Abzug aus dem alten Wohnort passiert recht gesittet und geplant. Erst als die Frau mit der vermeintlichen Panne, Mara, hinzukommt, spitzt die Lage sich zu und es wird sehr schnell klar, dass hinter der ganzen Geschichte mehr steckt. Weiterlesen

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Jan Weiler: Kühn hat Hunger

Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie man so eine Diät, noch dazu mit völlig bescheuerten Ansprachen und Direktiven, überhaupt überstehen kann. Um so etwas anzugehen, müssen die Dinge ziemlich schief laufen. Und das tun sie offensichtlich bei Kommissar Kühn. Er fühlt sich in seiner Haut nicht mehr wohl, und merkt auch, dass seine Frau Susanne sich distanzierter verhält, also ran an den Speck und die „Ferdie Caparacq Methode“ angewandt. Er will als Mann wieder attraktiver, begehrlicher sein. Seinen Platz zurück erobern, sozusagen. Nun kann man ja so eine Tortur einfach so angehen, wenn rings herum kein Stress ist. Aber wieder nix. Ein komplizierter Fall fordert das Gespür des ganzen Kommissars. Trotz ständigem Hunger. Eine junge Frau wird gefunden in einem Baustellenloch und in der Nähe ist ein Campingplatz. Bitter die Parallele zu Lügde, das wird ja grade erst gerichtlich aufgearbeitet und immer noch kommen schlimmste Nachrichten ans Tageslicht.

Parallel zu Kühns Hungerkur verfolgen wir die Psychopathologie zweier Gestalten, die versuchen unter dem Radar eines normalen Lebens klar zu kommen, obwohl sie beide schlimme Vorstellungen vom und mit dem Leben der Frauen haben. Sie beobachten lieber, setzen sich dann vor dem Screen. Weiterlesen

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Holger Wolandt (Hrsg): Tod am Fjord: Mörderische Geschichten aus Norwegen

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober, wo Norwegen 2019 Gastland war, ist im Piper-Verlag die Anthologie Tod am Fjord erschienen. Die sechzehn spannenden Geschichten aus Skandinavien, die Herausgeber Holger Wolandt hierfür ausgewählt hat, lesen sich mal humorig, mal unheilvoll. Die Autoren sind Ingvar Ambjørnsen mit der Erzählung Der Silberfjord, Jo Nesbø und seine Geschichte Serum, Lars Saabye Christensen (Schlachtung), Levi Henriksen (Julian Johnsen), Jonny Halberg (Persona) und weitere.

Finstere Abgründe finden sich in vielen Schattierungen.

So geht es zum Beispiel im Kurzkrimi Der Wolf und die Rotkäppchen von Unni Lindell um einen perfiden Handlungsablauf mit Telefonterror, in der der Wolf letztlich das Sinnbild von vererbtem Hass ist.

Anne B. Ragde thematisiert in Do not disturb das Verhältnis ihrer Protagonistin mit einem ihrem Arbeitskollegen, einem verheirateten Mann.

Von Roy Jacobsen lesen wir eine dramatische Geschichte über einen Kampf ums Überleben bei stürmischer See, wobei der Motor eines Bootes versagt. Außerdem geht es um die Menschen eines Dorfes, die scheinbar alle zusammenhalten. Weiterlesen

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Anna Tell: Nächte des Zorns 02: Die Unterhändlerin

Amanda arbeitet in einem Team des schwedischen Sonderkommandos. Die Kommissarin wird bei Entführungen als Unterhändlerin eingesetzt. Ihr neuer Auftrag lautet, in den Kosovo zu reisen und zu untersuchen, ob ein dort stationierter schwedischer Polizist entführt worden ist. Recht schnell entwickelt sich der Vorfall zu einer Katastrophe. Abgesehen davon, dass möglicherweise die Mafia den Kollegen entführt haben könnte, sind sowohl der verschwundene Polizist als auch sein Vorgesetzter alles andere als harmlose Polizisten. Beim ersten Kontakt mit den möglichen Entführern zeigen sich weitere Ungereimtheiten. Eine davon ist die Ankündigung bei Nichtzahlung des Lösegeldes die in Schweden lebende Ehefrau des Polizisten zu verletzen.

Je mehr Amanda und ihre Kollegen über diesen Fall erfahren, um so undurchsichtiger werden Motive und Hintergründe.

Die Autorin Anna Tell ist in Schweden Kriminalkommissarin. Ihre über zwanzigjährige Erfahrung bei der Polizei, dem Militär und Auslandseinsätzen stehen für ihre Kompetenz. Der Leser darf nicht nur davon ausgehen, dass die Autorin weiss, wovon sie schreibt, auch die Einsätze ihrer fiktiven Amanda dürften sich an konkreten Erlebnissen orientieren. Weiterlesen

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Jussi Adler-Olsen: Opfer 2117: Der achte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q

Der dänische Schriftsteller Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) schreibt schon seit mehr als zehn Jahren an seiner Reihe um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q. Mit „Erbarmen“ aus dem Jahr 2008 startete die Erfolgsserie von Adler-Olsens Thriller. Nun erschien am 10. Oktober 2019 der achte Fall für Carl Mørck mit dem Titel „Opfer 2117“ in einer Übersetzung von Hannes Thiess.

Alles fängt damit an, dass der spanische Journalist Joan Aiguader am Strand von Ayia Napa auf Zypern Fotos von einer scheinbar ertrunkenen, älteren Frau und umstehenden Trauernden macht. Diese Fotos mit dem Opfer Nummer 2117 (ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer) schickt Aiguader an seine Redaktion von „Hores del dia“ und von dort aus gehen sie durch die internationale Presse, weil die Frau nicht, wie angenommen, ertrunken ist, sondern erstochen wurde. Aiguader wird auf die Geschichte angesetzt.

Gleichzeitig sitzt irgendwo in Kopenhagen ein junger Mann, Alexander, vor dem Computer und spielt Tag und Nacht Ballerspiele. An seinen Zimmerwänden hängen der Zeitungsartikel mit dem Foto von Opfer Nummer 2117 und ein Samuraischwert. Weiterlesen

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Håkan Nesser: Der Verein der Linkshänder

Der Schwede Håkan Nesser (Jahrgang 1950) schreibt Krimis, Psychothriller und Romane. Er zählt zu den bekannten und berühmten Schriftstellern Skandinaviens. In Deutschland kennt und schätzt man vor allem seine Krimis um die Kommissare Van Veeteren und Barbarotti. Und in seinem neuesten Buch „Der Verein der Linkshänder“ lässt Nesser die beiden Ermittler aufeinander treffen. Der Krimi ist am 23. September 2019 in einer Übersetzung von Paul Berf bei btb erschienen.

„Der Verein der Linkshänder“ spielt auf drei Zeitebenen (Ende der 1950er bis Ende der 1960er Jahre, 1991 und 2012) und lässt den inzwischen pensionierten Kommissar Van Veeteren in einem alten Mordfall mit vier Opfern ermitteln, der durch das aktuelle Auftauchen einer fünften Leiche in einem anderen Licht erscheint. Diese Leiche kann nicht der Mörder gewesen sein, d. h. der Mörder befindet sich noch immer auf freiem Fuß. Das kratzt mächtig an Van Veeterens Ermittlerkompetenz, hatte er doch damals den Fall als gelöst zu den Akten gelegt. Inzwischen betreibt Van Veeteren eine Buchhandlung und steht kurz vor seinem 75. Geburtstag. Er begibt sich mit seiner Frau Ulrike Fremdli, statt zu feiern, nach Oosterby, dem Ort des damaligen Verbrechens. Weiterlesen

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