Lenz Koppelstätter: Das dunkle Dorf

Kommissar Johann Grauner ermittelt mit seiner Assistentin Silvia Tappeiner und seinem aus Neapel stammenden Kollegen Claudio Saltapepe im Grödnertal in Südtirol.

Es ist Winter, als im Ort Wolkenstein der Dorfpolizist Klaus Höller erschossen in einem Hotelzimmer aufgefunden wird. Seltsamer Weise hat der Leiche jemand Gräten eines Knurrhahnes in den Mund gesteckt. Zur selben Zeit verschwindet Grauners Tochter Sara. In ihrem Zimmer finden Grauner und seine Frau Alba ein Drogenlager in Tupperdosen. Es handelt sich um Carfentanyl, eine synthetische, hochgradig gefährliche Substanz.

Grauner darf sich wegen angeblich drohendem Burnout eine Auszeit nehmen, in der er gemeinsam mit seiner Frau nach Sara sucht. Zeitgleich kristallisieren sich Verbindungen der Südtiroler Polizei zur Mafia heraus. War Höller darin verwickelt?

Grauners Kollege Saltapepe taucht unter, weil er in Neapel einen Mafiaboss hinter Schloss und Riegel gebracht, aber auch misshandelt hat und er dessen Tochter jetzt im Grödnertal entdeckt. Besagte Paten-Tochter ist stumm, fährt mitten im Winter in Südtirol mit dem Motorrad herum, begleitet von DEM Paten-Sohn der russischen Mafia. Den erkennt man leicht an drei tätowierten Kreuzen im Gesicht. Die russische und die italienische Mafia wollen ein großes Drogengeschäft einfädeln. Eine Drehscheibe soll Gröden werden. Grauner, seine Tochter Sara, deren Freund Micky, Grauners Frau Alba und Saltapepe sind alle auf irgendeine Weise darin verwickelt. Weiterlesen

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Jutta Mehler: Mord mit Puderzucker

Ein herziger, unterhaltsamer Krimi für ein verregnetes Wochenende – ausreichend spannend und abwechslungsreich, wenn auch ohne größeren Tiefgang.

Die drei betagten Hobbydetektivinnen Thekla, Hilde und Wally entdecken im Nationalpark Bayrischer Wald einen Toten im Tannenbaum. Dummerweise stellt sich heraus, dass der Tote der neue Lebensgefährte von Wallys Tochter Christina ist. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil die Damen grundsätzlich gerne Kriminalfälle lösen – siehe diverse Vorgängerbände der Autorin – starten die Drei ihre Nachforschungen. Schnell ergeben sich mehrere Verdächtigte, zu Wallys Entsetzen darunter einige ihrer Familienmitglieder. Vor allem nachdem die Damen das Testament des Verstorbenen finden, ergeben sich für etliche Beteiligte durchaus schlüssige Mordmotive.

Zwischen Nationalparkrangern, ehemaligen und aktuellen Geliebten oder solchen, die es werden wollten, sowie höchst wütenden Schwiegervätern und -söhnen ermitteln die Hobbydetektivinnen mit feinem Spürsinn. Dabei treten sie auch gerne mal in das eine oder andere Fettnäpfchen und bringen sich schließlich selbst in höchste Gefahr. Weiterlesen

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Nienke Jos: Die Angst der Schweigenden

Ein wirklich ungewöhnliches, ein gewöhnungsbedürftiges Buch. Sowohl was den Haken schlagenden Handlungsverlauf wie auch was den anfangs befremdlichen Schreibstil angeht.

Ich gestehe, während der ersten gut 100 Seiten war ich mehrere Mal versucht, das Buch wegzulegen. Es werden immer wieder neue Charaktere eingeführt, aus neuen Perspektiven erzählt, ohne dass sich die Zusammenhänge erschließen. Die Protagonistin Inna ist verstörend gestört, sie spricht fast nichts, gibt, wenn reden sich nicht vermeiden lässt, einsilbige Antworten. Die Bilder, die die Autorin mit ihrer harten, unprätentiösen Sprache malt, sind kalt, abweisend, verwirrend, beängstigend. Als Leserin verliere ich mich zwischen diesen einzelnen Handlungssträngen, von denen ich lange nicht erkennen kann, ob sie parallel, chronologisch oder auf ganz verschiedenen Zeitebenen ablaufen.

Aber ab etwa der Hälfte hat mich die Autorin gepackt, von da an konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Von dem Moment, als sich die verschiedenen Handlungsfäden langsam aufdröseln, wird die Geschichte hochspannend, regelrecht dramatisch. Weiterlesen

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Agatha Christie: Mord mit verteilten Rollen (1954)

Als Hercule Poirot von seiner alten Bekannten, der Kriminalautorin Ariadne Oliver, dazu aufgefordert wird, sofort zu ihr zu kommen, rechnet er zunächst mit einem Notfall, zumal Mrs. Oliver sehr geheimnisvoll tut. Bei ihr angekommen, muss er jedoch feststellen, dass seine Anwesenheit nichts mit einem Mord oder dergleichen zu tun hat. Mrs. Oliver organisiert gerade eine Mörderjagd als Attraktion für das Gartenfest auf einem großen Landsitz. Als echter Detektiv soll Poirot am Ende des Festes die Preise verteilen.

Zunächst ist Poirot alles andere als begeistert von der Rolle, die er spielen soll, dann weiht Mrs. Oliver ihn jedoch in den wahren Grund für seine Anwesenheit ein: Ohne bestimmte Beweise zu haben, hat sie das Gefühlt, dass irgendetwas mit den Leuten nicht stimmt, für die sie diese Mörderjagd inszeniert. Ihr ist aufgefallen, dass es immer wieder dazu kommt, dass sie von verschiedenen Leuten in eine ganz bestimmte Richtung gedrängt wird, was die Planung ihrer Mörderjagd angeht. Das ist ihr nicht geheuer und sie bittet Poirot um seinen sachlichen Blick auf die ganze Situation.

Mit dem Tag des Festes wird das geplante Spiel zu bitterem Ernst. Das Mädchen, das die Leiche spielen sollte, wird wirklich tot aufgefunden, genauso ermordet wie es in der Mörderjagd vorgesehen war. Jeder der über hundert Gäste wird zum Verdächtigen. Zum Glück ist Hercule Poirot zur Stelle, um Licht in die verworrenen Zusammenhänge des Mordes zu bringen. Weiterlesen

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Nicola Förg: Flüsternde Wälder

Nicola Förg stellt mit „Flüsternde Wälder“ Band 11 ihrer Alpen-Krimi-Reihe vor.

Das Damen-Duo Irmi Mangold und Kathi Reindl ermittelt einmal mehr im Werdenfelser Land.

Der „Detox-Guru“ und Heilpraktiker Dr. Davide da Silva wird in seinem Haus erschlagen. Kurze Zeit später wird im Wald eine Tote gefunden. Sie trägt Ohrstöpsel, die sie gegen die Umwelt geräuschtechnisch nahezu gänzlich abschotten und wird, in einer Bodenmulde liegend, von einem schweren Fahrzeug, einem Traktor oder Unimog, überfahren. Des Weiteren werden immer wieder Einbrüche gemeldet. Die heimgesuchten Häuser waren allesamt mit Alarmanlagen älteren Datums gesichert, die von ein und derselben Sicherheitsfirma installiert wurden.

„Wie passt das alles zusammen?“, fragt sich der ratlose Leser auf Seite 95.

Alpen-Krimi-Erfahrene wissen, Nicola Förg greift in ihren Büchern gerne Probleme aus der Land- und Forstwirtschaft auf. Diesmal geht es grob gesagt um Waldnutzung durch Bauern und Nicht-Bauern. Wirtschaftliche Interessen am Wald stehen den Interessen der Ruhesuchenden, der Freizeitsportler und einer Gruppe „Waldbadender“ gegenüber. Weiterlesen

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Melissa Scrivner Love: Lola

Lola lebt als eine von vielen jungen Frauen in einem der Latinoviertel in L.A. Als Teil der Gang The Crenshaw Six kontrolliert sie einige Straßenecken, doch wirklich groß sind sie nicht.

Als sie gemeinsam mit ihrem Freund Garcia, dem Kopf der Bande, und ihrem kleinen Bruder Hector ein Barbecue gibt, taucht ein Mitglied des Kartells auf und zwingt Garcia einen Auftrag auf. Blöd nur, dass in Wahrheit nicht er, sondern Lola die Gang anführt. Doch genau sie soll hingerichtet werden, wenn sie versagen.

Als sie einige Tage später den geplanten Auftrag in den Sand setzen und somit einige Millionen Dollar des Kartells verlieren, sieht es schlecht aus für Lola. Sehr schlecht. Weiterlesen

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Karen Dionne: Die Rabentochter

Für Rachel, die Rabentochter, ist das Leben wie ein bitterböses Märchen. Mit nur einem Unterschied, alles um sie herum passiert nicht in der Fantasie. In der harten Realität wurden ihre Eltern getötet. Zu diesem Zeitpunkt war sie elf Jahre alt. Weil sie schwer traumatisiert ist, wird Rachel in der Psychiatrie behandelt. Keiner kann ihr helfen, ihre Erinnerungslücken zu schließen. Dies liegt unter anderem an Rachels Schuldgefühlen.

Nach fünfzehn Jahren lebt sie noch immer in der geschlossenen Psychiatrie. Vom Leben hat sie nicht viel gelernt, nur das, was sie zum Überleben zwischen psychisch Kranken braucht. Nach wie vor glaubt sie, am Tod ihrer Eltern schuld zu sein. Und sie glaubt, würde sie davon erzählen, hielten die Ärzte sie endgültig für verrückt. Aber so verrückt ist Rachel nicht. Sie schweigt mit der Gewissheit, das Leben in Unfreiheit zu verdienen. Es wäre die gerechte Strafe für ihre Schuld.

Rachels Alltag erfährt eine Wendung, als der Bruder ihres Freundes sie interviewt. Für sein Studium möchte er ihr Schicksal und den damit verbundenen alten Kriminalfall neu bearbeiten. Und ohne dass es Rachel für möglich hält, erfährt sie etwas Neues. Etwas, das sie aufrüttelt und den Mord ihrer Eltern anders aussehen lässt.

Viel zu schnell bringt sie die Spurensuche nach verdrängten Erinnerungen in eine tödliche Gefahr. Weiterlesen

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Volker Klüpfel & Michael Kobr: Funkenmord

Mit dem so genannten „Funkenmord“ an Karin Kruse begann damals die Karriere von Hauptkomissar Kluftinger. Mit dem Funkenfeuer, einem Brauch aus dem alemannischen Raum, wird der Winter im Allgäu ausgetrieben. Nach Dreikönig beginnen die jungen Leute in den Dörfern mit dem Sammeln alter Weihnachtsbäume und sonstigem Brennmaterial. Am ersten Fastensonntag des Jahres wird das trockene Holz auf einer großen Wiese vor dem Dorf zu einem hohen Haufen geschichtet. Oben auf den Stapel kommt die „Funkenhex’“, eine Strohpuppe. Am Funkensonntag versammeln sich die Einwohner der Dörfer an ihren Funken und entzünden sie. (Quelle:  Allgaue.de)

In Kluftingers Fall wurde allerdings damals ein Unschuldiger verurteilt. Ihm versprach Kluftinger (vor dessen Tod im vorangegangenen Fall), den wirklichen Mörder zu finden. Der Hauptkommissar ist daher fest entschlossen, den Mord wieder aufzurollen, doch seine Kollegen zeigen wenig Interesse an einem Cold Case. Einzig die neue Kollegin Lucy Beer, die für den verstorbenen Strobele ins Team gekommen ist, unterstützt Kluftinger ernsthaft bei den Ermittlungen.

Darüber hinaus wird er, nach dem Abgang von Birte Dombrowsky, auch noch zum Interims-Präsidenten ernannt und muss sich in die Würden dieses Amtes einarbeiten. Weiterlesen

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Thomas Stipsits: Uhudler-Verschwörung. Ein Stinatz-Krimi

„Uhudler“ bezeichnet einen Wein, der im österreichischen Südburgenland als Cuveé hergestellt wird. Weil er nicht gerade Tafelweinqualitäten aufweist, wurde er auch lange Zeit „Haustrunk“ genannt. Aufgrund seines erhöhten Methanolgehaltes war er ab den 1980-er Jahren in Österreich verboten, bevor er eine Rehabilitation und eine Renaissance erfuhr.

Thomas Stipsits´“Uhudler-Verschwörung“ ereignet sich in Stinatz, einem Ort in eben diesem Südburgenland.

Zwei Weinbauern vermarkten Uhudler. Einer von ihnen, Alois Stipsits (Namensgleichheit mit dem Autor!), wird in seinem Weinkeller tot aufgefunden. Offenbar ist ein Ventilator ausgefallen und er ist an Gärgasen erstickt.

Gruppeninspektor Sifkovits glaubt nicht an eine natürliche Todesursache und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützt wird er dabei von seiner Mutter Barbara, „Baba“ genannt, und ihren kuriosen Freundinnen, die natürlich über allerlei Hintergrundwissen verfügen und bestens im Dorf vernetzt sind.

Sie dienen Sifkovits als wichtige Informantinnen, während er selbst mit einem kleinen Peugeot mit quietschenden Bremsen durch die Gegend kurvt und bei jeder Gelegenheit Käsepappeltee trinkt. Weiterlesen

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Robert Galbraith: Böses Blut

1195 Seiten – und keine davon langweilig. Und das, obwohl doch manch eine Szene, manch ein Handlungsstrang redundant zu sein scheint; ja auch bei J.K. Rowling, die die Reihe um den Detektiv Cormoran Strike unter dem Pseudonym Robert Galbraith schreibt. „Böses Blut“ ist der fünfte Band dieser Reihe, die auch eine Serie ist, denn auch wenn man jeden Band für sich lesen kann, nimmt doch vieles in der Handlung Bezug auf frühere Geschehnisse, entwickeln sich die Protagonisten von Band zu Band weiter.

Der aktuelle Fall von Cormoran Strike und seiner Partnerin Robin Ellacott ist eigentlich ein gerade eben nicht aktueller. Anna Phipps engagiert sie, um nach dem Verbleib ihrer vor 40 Jahren verschwundenen Mutter zu suchen. Die Ärztin Margot Bamborough verschwand 1974 auf dem Weg aus ihrer Praxis zu einem Treffen mit ihrer besten Freundin. Nie wurde geklärt, was mit ihr geschah. Verdächtigt wurde ein zu dieser Zeit gesuchter und später überführter Serienkiller, der unter bestialischen Umständen Frauen entführte, folterte und tötete. Doch er hatte nie zugegeben, auch Margot Bamborough getötet zu haben. Weiterlesen

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