1539 in Artigues, einem Dorf in der Gascogne im Süden Frankreichs: Die 11jährige Bertrande de Rols wird mit dem gleichaltrigen Martin Guerre verheiratet. Unter den reichen, altehrwürdigen, feudalen Großbauern dieser Gegend ist das zu dieser Zeit nichts Besonderes.
Noch in der Hochzeitsnacht muss sich Bertrande gefallen lassen, dass ihr junger Ehemann sie ohrfeigt, ihr Gesicht zerkratzt und an ihren Haaren zieht. Er nutzt die Macht, die ihm die neue Stellung verleiht. Darin ist er seinem Vater sehr ähnlich, der hart und stolz den Hof führt. Sein Wort gilt, niemand hat zu widersprechen. Das muss auch Martin lernen, dem er einmal zwei Zähne ausschlägt, weil er ohne sich abzumelden einen Tag bei der Bärenjagt verbracht und seine Aufgaben vernachlässigt hat. Doch Bertrande ist in dieser archaischen Gesellschaft am Rande der Pyrenäen aufgewachsen und in den Traditionen verhaftet. Sie stört sich nicht daran, ihrem Schwiegervater oder ihrem Mann zu gehorchen. Ihre Aufgaben erfüllt sie zuverlässig, ihre Pflichten selbstverständlich. Weiterlesen








