11. Jahrhundert, Normandie.
Als Säugling von marodierenden Kriegern aus einem überfallenen Dorf geraubt, wächst Gilbert im Clan von Tancred de Hauteville auf. Als Robert de Hauteville, genannt Guiscard – das Schlitzohr – nach Italia aufbricht, wie schon einige seiner älteren Brüder, nimmt dieser den inzwischen siebzehnjährigen Gilbert mit. Bei den Fürsten der Lombarden will Robert sein Glück machen, sich einen eigenen Landstrich erobern, möglichst mit Burg, fruchtbaren Dörfern drumherum und einem netten Weib. Und so beginnt eine lange Reise in den Süden, in eine fremde Welt, so viel wärmer und bunter als die raue Heimat. Weiterlesen
Historische Romane
Rebecca Gablé: Das Haupt der Welt
Im Jahr 929 wird Brandenburg noch von den Slawen bewohnt und regiert. Einer von ihnen ist Prinz Tugomir, als zweitgeborener Sohn des Fürsten ist es ihm bestimmt, Priester zu werden. Nein, nicht Priester der christlichen Kirche, die ist in Brandenburg noch nicht angekommen, sondern ein Priester des alten Götterglaubens. Rebecca Gable entführt uns mitten in die Zeit der Christianisierung des Ostens. Europa teilte sich noch in Christianitas und Heidengebiet, wie es sich vorher in Römer und Barbaren geteilt hatte und davor in Griechen und Barbaren. Wie vor ihnen die Römer sind sich auch die Christen sicher, dass für die eroberten Völker das Leben sehr viel besser würde, wenn sie sich erst der Lebensweise der Eroberer angepasst hätten. Und wie einst die Germanen, die Briten, die Gallier liegt es in der Natur der Sache, dass die Eroberten das völlig anders sehen. Weiterlesen
Michael Buttler: Die Bestie von Weimar
Ein Serienmörder versetzt im Jahr 1825 die Einwohner der Residenzstadt Weimar in Angst und Schrecken. Er ersticht seine Opfer mit einem Messer und lässt die übel zugerichteten Leichen achtlos liegen.
Auch die junge Friederike Börner verliert ihre Eltern auf traumatische Weise. Der Mörder überrascht das Ehepaar in der Nacht und schlachtet die Schlafenden bestialisch ab. Ihr Onkel Viktor Börner, der sich mit Friederikes Vater vor vielen Jahren überworfen und das Haus verlassen hat, nutzt die Notlage der jungen Frau schamlos aus und nistet sich als ihr Vormund zusammen mit seiner Geliebten bei ihr ein. Einzig die Magd Hilde, mehr Vertraute als Hausangestellte, gibt Friederike die Kraft, nach der schrecklichen Tat an ihren Eltern weiterzuleben. Weiterlesen
Tatjana Stöckler: Die Hexe muss brennen
Die gewitzte Diebin Luzia macht im Jahr 1606 in dem verschlafenen Provinznest Amorbach reiche Beute. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als eine angesehene Bürgersfrau als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt und drei weitere Bürgerinnen festgenommen und gefoltert werden. Niemand in Amorbach interessiert sich für das Schicksal dieser Frauen, denn sie werden schließlich in einem rechtmäßigen Prozess der Hexerei überführt und erhalten nur ihre gerechte Strafe.
Luzia beschließt, Amorbach zu verlassen, bevor ihre Identität auffliegt. Beim Verlassen der Stadt gerät sie in die Fänge des Inquisitors Balthasar Noß, einem brutalen Mann, der sich rühmt, fast dreihundert Frauen gefoltert und als Hexen verbrannt zu haben. Weiterlesen
Heidi Rehn: Gold und Stein
Im Jahr 1452 leben die fünfzehnjährige Agnes und ihre Mutter Gunda, eine Bierbrauerin, in dem preußischen Städtchen Wehlau. Gunda betreibt seit dem Tod ihres Mannes Zacharias Fröbel die Schankwirtschaft zusammen mit ihrer Tochter, der Magd Griet und dem Knecht Ulrich. Fröbel war der Stiefvater von Agnes. Allein das Feuermal in ihrem Nacken, das sie stets mit einem Halstuch zu verstecken sucht, erinnert sie daran, dass ihr leiblicher Vater kurz nach ihrer Geburt verstorben ist. Ihre Mutter spricht nie von ihrem ersten Mann. Deutlich spürt Agnes, dass ihre Geburt ein düsteres Geheimnis umgibt. Weiterlesen
Iny Lorentz: Die Rache der Wanderhure
Ihr Erzfeind brennt auf dem Scheiterhaufen. Der Ruf von Marie ist wieder hergestellt und sie lebt als Kastellanin zusammen mit ihrem Mann Michel auf Burg Hohenstein. Doch der Frieden währt nicht ewig. Die Böhmen sind erzürnt über König Sigismund, der Papst selbst fordert den Kriegszug und Michel muss sich gegen die Hussiten rüsten. Doch jemand aus den eigenen Reihen will ihn tot sehen.
„Die Rache der Wanderhure“ von Iny Lorentz basiert auf dem gleichnamigen Film. Der wiederum basiert auf dem Buch „Die Kastellanin“, welches ebenfalls von Iny Lorentz ist. Kling verwirrend, ist es auch. Vor allem dann, wenn man den kleinen Aufkleber mit genau diesem Hinweis auf dem Roman übersieht und von einer Fortsetzung der Wanderhuren-Saga ausgeht. Wenn der ersten Phase der Verwirrung nicht gerade übertriebene Wut folgt und man sich der Geschichte ganz unvoreingenommen hingibt, taucht man ein in eine verstrickte, vielschichtige Welt der Ritter und Spielleute, die einen bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt.
Zugegeben: Ich habe die Diskussion über die Notwendigkeit dieses Buches eher mit einem Stirnrunzeln als mit dem durch Nicken begleiteten Heben des Zeigefingers verfolgt. Ein Autor wird ein erfolgreiches Buch nicht noch einmal komplett neu schreiben. Ergo muss auch dieses lesenswert sein. Ganz ohne Beigeschmack jedoch bleibt der historische Roman um die Wanderhure nicht in Erinnerung. Trotz echter Spannung und neuer Handlungsstränge fällt das Buch stilistisch hinter seine Vorgänger zurück. Wahrscheinlich wurde es dann doch ein wenig übereilt geschrieben.
Iny Lorentz: Die Rache der Wanderhure.
Knaur, Januar 2012.
480 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Annett Bergk.
Tereza Vanek: Das Geheimnis der Jaderinge
Der Vater der verwöhnten Hamburger Reederstochter Viktoria Virchow begeht 1880 Selbstmord, nachdem er sein Geschäft in den Ruin getrieben hat. Viktoria wird von ihrem Verlobten Anton verlassen und steht mittelos da. Ihr bleibt einzig ein exotischer Drachenarmreif aus China, den ihr Vater ihr zum einundzwanzigsten Geburtstag geschenkt hat. Viktoria findet in Shanghai eine Anstellung als Gesellschafterin der reichen Engländerin Margaret Huntingdon, die durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt und ans Bett gefesselt ist. Weiterlesen
Petra Gabriel: Die Köchin und der König
November 1269, Interregnum. Rudolf von Habsburg strebt mit aller Macht nach der deutschen Königskrone. Um sich gegen seine Widersacher zu behaupten, will er um jeden Preis in den Besitz des wundertätigen Grabtuchs Christi gelangen, der wertvollsten Reliquie der Christenheit. Hilfe leistet ihm dabei der geheimnisvolle Orden der Marianen. Das Ordensmitglied Matthias von Waldshut reist zusammen mit seinem Sohn Andreas nach Akkon, um das Grabtuch aufzuspüren und zu stehlen. Doch beide verschwinden kurz nach ihrer Ankunft ohne ein weiteres Lebenszeichen.
Mathilde, die Tochter von Matthias, muss sich nach dem Verschwinden des Vaters und dem Tod ihrer Mutter als Köchin verdingen. Sie wird von dem Minnesänger Berthold Steinmar von Klingnau als Spionin für den Marianenorden angeheuert. Weiterlesen
Sabine Ebert: Der Traum der Hebamme
1191. Der Kaiser ist tot. Ertrunken auf dem Weg ins Heilige Land. Und auch wenn Thomas mit dem Leben davongekommen ist, scheint er seinen Lebenswillen beim Kreuzzug verloren zu haben. Er kehrt mit seinem Herrn, Dietrich, zurück nach Deutschland, wo dessen machtgieriger Bruder das Volk bluten lässt. Die Geschichte um Hebamme Marthe und ihre Familie geht in die fünfte Runde. Weiterlesen