Singapur, 1840: Nach dem Tod ihrer Mutter kümmert sich kaum mehr jemand um die kleine Georgina. Verhaftet in einer Traumwelt wächst sie zwischen den Pflanzen des Gartens auf und obwohl es ihr nie an materiellen Dingen mangelt, kann ihr Vater ihr doch nicht die Liebe entgegenbringen, die sie bräuchte. Eines Tages findet das Mädchen einen verletzten Jungen aus dem Volk der Orang Laut, der Meeresmenschen, die ihren Lebensunterhalt auf der See bestreiten. Sie pflegt ihn heimlich gesund und ist enttäuscht, als Raharjo eines Tages einfach verschwunden ist. Doch Jahre später sollen sich ihre Wege erneut kreuzen und das Schicksal sieht vor, dass das ihr ganzes Leben über so passieren wird. Weiterlesen
Historische Romane
Volker Kutscher: Märzgefallene
Gereon Rath verbringt den Karneval 1933 in Köln. Das scheint kein guter Gedanke gewesen zu sein. Der Kölsche Klüngel geht ihm auf die Nerven, er trinkt zuviel, verärgert seinen Vater und landet schließlich mit einer Jeckin zwischen geleerten Weinflaschen. Da kommt es ihm ganz gelegen, dass er nach Berlin zurückbeordert wird, da jeder Kopf für die Aufklärung des Reichstagsbrandes benötigt wird.
Wieder zurück in Berlin muss er feststellen, dass es dabei um alles andere als saubere Polizeiarbeit geht. Vielmehr geht es um eine reine Kommunistenhatz, alle verfügbaren Kräfte werden der politischen Abteilung zugeteilt und das bekommt auch Gereons Verlobte Charlie zu spüren. Weiterlesen
Ricarda Jordan: Das Geschenk des Wesirs
Farbenprächtig und orientalisch ist das Weihnachtsfest so, wie es Ricarda Jordon in ihrem schmalen Buch „Das Geschenk des Wesirs“ beschreibt. Die 56-jährige Bochumerin schreibt sonst Neuseeland- und Karibikromane; mit dieser Weihnachtsgeschichte aus dem alten Mallorca im Mittelalter erzählt sie ein Märchen.
Die Atmosphäre im Jahr 1229, als das Heer des spanischen Königs Jaume die Hauptstadt der heutigen Urlaubsinsel belagert, wird sehr schön deutlich in dieser Erzählung. Das Mädchen Samira soll als Haremsskalvin den König milde stimmen. – Aber eigentlich soll Samira den Herrscher töten.
Einen Mord gibt es auch – aber Samira hat den Falschen getötet. Und weil dies eine Weihnachtsgeschichte ist, gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte in dem mittelalterlichen Kriegsgetümmel. – Für Freunde von Mittelalter-Literatur mal eine etwas andere, schöne Erzählung.
Ricarda Jordan: Das Geschenk des Wesirs.
Kindler, Oktober 2014.
144 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Liv Winterberg: Der Klang der Lüge
Sériol, 1308: Als die junge Alissende mit ihren beiden jüdischen Begleitern in dem Dörfchen landet, möchte sie nichts lieber als bleiben. Denn ihre Begleiter, in deren Haus sie bisher gearbeitet hatte, sind auf der Flucht und Alissende möchte einfach nur zur Ruhe kommen. Sie findet eine Anstellung als Magd und in Paul, dem Sohn des Hausherren, bald einen guten Freund. Auch der Hirte Simon hat es ihr angetan und es sprießen zarte Liebesgefühle. Doch dann wird das Glück jäh in Aufruhr gebracht. Der Bischof Durand hat ein Auge auf die Geschehnisse des Dorfes geworfen und es zeigt sich, dass viele der Bewohner mehr oder minder heimlich der verfolgten Glaubensgemeinschaft der Katharer angehören. Als plötzlich ein Großteil der Bürger festgenommen wird, bleibt Alissende mit einer Schar Kinder zurück. Weiterlesen
Cecilia Ekbäck: Schwarzer Winter
Die Handlung von Cecilia Ekbäcks historischem Krimi spielt im Jahr 1717 in Lappland, wo nicht nur durch den eisig kalten Winter unwirtliche Lebensbedingungen vorherrschen.
Kurz nachdem ihre Familie in ihrem neuen Zuhause, einem heruntergewirtschafteten Hof eintrifft, finden die beiden Schwestern Frederika und Dorotea einen Toten am Berg Blackåsen. Die Mutter der Mädchen, Maija, kennt sich als Heilerin mit Wunden aus. Sie glaubt den anderen Siedler nicht, die behaupten, der Tote, bei dem es sich um ihren Nachbarn Eriksson handelt, sei von Wölfen oder einem Bären angegriffen worden.
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Ulf Schiewe: Die Rache des Normannen
11 Jahrhundert, Italien. Die Normannen haben sich in Apulien etabliert.
Gilbert de Hauteville, der junge Schildträger von Robert de Guiscard, bekommt einen Sonderauftrag. Er soll die Fürstin Gaitelgrima als deren Leibwächter nach Salerno begleiten. Seine Herrin, die mit dem normannischen Graf Onfroi verheiratet ist, möchte ihren erstgeborenen Sohn in der Heimat taufen lassen. Die Reise verläuft ohne große Zwischenfälle für Gilbert und seine kleine Reiterschar.
In Salerno, einer üppigen, reichen Stadt, trügt jedoch der schöne Schein. Prinz Guiamar, der mächtige Herrscher, scheint seine Macht nicht immer zum Guten anzuwenden. Es brodelt zwischen ihm und den Baronen und Grafen. In Amalfi tobt gar ein Aufstand gegen ihn. Weiterlesen
Ken Follett: Kinder der Freiheit
Um es gleich zu Anfang zu sagen: Der dritte Band der Jahrhundertsaga hat mir deutlich besser gefallen als der Vorgänger. Vielleicht, weil Gut und Böse nicht mehr ganz so plakativ trennt, wie in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Leider gilt das hauptsächlich für Amerika, da gibt es JFK, der sicherlich als guter Amerikaner gilt, aber trotzdem nicht soviel für die Rechte der Schwarzen tut, wie George es sich wünscht. Überhaupt zeichnet Follett die amerikanischen Protagonisten recht differenziert, während die DDR für ihn ein Land aus Schwarz und Weiß zu bleiben scheint. Weiterlesen
Hannah Kent: Das Seelenhaus
Island, 1828: Agnes Magnúsdóttir ist zum Tode verurteilt. Sie steht unter dem Verdacht, ihren Herren Natan Ketilsson gemeinsam mit dessen anderer Magd und ihrem Verlobten umgebracht zu haben. Bis zur Vollstreckung der Strafe muss sie auf den Höfen im Umkreis untergebracht werden und braucht außerdem den Beistand eines Pfarrers. Als es mit ihrer Unterbringung erneut Probleme gibt, landet sie auf dem Kornsáhof bei einer kleinen Bauernfamilie, die ihr zum größten Teil sehr feindlich gegenübersteht. Doch die Mutter Margret erkennt nach und nach, dass mehr hinter dieser Geschichte stecken könnte, als auf den ersten Blick offensichtlich wird. Weiterlesen
Roman Rausch: Die letzte Jüdin von Würzburg
Straßburg, 1349: Landesweit kommt es zu Unruhen und Aufstände gegen die jüdische Bevölkerung. Sie stehen im Angesicht der Pest als Brunnenvergifter dar und müssen überall um ihr Leben fürchten. Als die Unruhen auch Straßburg erreichen will Jaelle mit ihrem Vater fliehen. Doch die Flucht misslingt und er wird mit einigen Mitbürgern getötet. Nur Jaelle überlebt und versucht, sich auf seinen Rat hin nach Würzburg durchzuschlagen. Das gelingt ihr allerdings nur, wenn sie in die Rolle des jungen Mannes Johan schlüpft und sich zudem als Christ ausgibt. Der angesehene Würzburger Michael de Leone, auch der Löwe genannt, nimmt sich ihrer an und bringt sie in die Rettung verheißende Stadt. Er bietet ihr einen Job als Schreiber an, als er von ihren Talenten erfährt. Nur zögernd nimmt Jaelle an und bringt sich damit in eine gefährliche Position. Weiterlesen
Iny Lorentz: Die List der Wanderhure
Der Fürstbischof von Würzburg benötigt Geld, wieder einmal, und so reiten Marie und Michel Adler von Burg Kiebitzstein los, um ihm einen Kredit zu gewähren.
Bevor sie jedoch dort eintreffen, begegnen sie unterwegs Hartwin von Frommberg und seinen Mannen, die eine junge Frau namens Donata, ehemalige Nonne, im Schlepptau haben. Sie soll mit Hartwin vermählt werden – gegen ihren Willen. Marie würde Donata gerne beistehen, doch im Morgengrauen macht sich das Mädchen aus dem Staub.
Marie und Michel staunen nicht schlecht, als sie kurz vor Würzburg Donata wiedersehen – verfolgt von obskuren Ordensrittern. Weiterlesen