Tim Burton: Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten

rtrauAuf einem Buch-Cover den Namen Tim Burton zu lesen spricht schon für sich. Wenn jedoch auch der Blick hinein, das Blättern der Seiten an sich, ein Schmunzeln verursacht, das Verziehen einer Augenbraue und das leicht amüsierte Kopfschütteln, dann hat auch Tim Burton einen Volltreffer gelandet. Dann sind es Das traurige Ende des Austernjungen und andere Geschichten.

Das edel gestaltete Buch von gerade einmal 121 Seiten lässt sich in wenigen Stunden, Minuten, gar Augenblicken verschlingen. Die Geschichten von Glotzaugen, Roboterjungen, Schmutzfinks Bescherung oder auch der Vielaugen-Lola hinterlassen beim Leser einen gesteigerten Sinn für Humor, wie ihn nur wenige Autoren hervorzurufen schaffen. Weiterlesen

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Joseph Bierbichler: Mittelreich

mittelIn seinem Roman Mittelreich erzählt Joseph Bierbichler die Geschichte einer bayerischen Seewirtsfamilie über drei Generationen und beinahe einhundert Jahre deutsche Geschichte. Im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtet der alte Seewirt einen neuen Anlegesteg und setzt auf das ohnehin schon reichlich protzige Haus ein weiteres Stockwerk. Die idyllische Lage lockt die Ausflügler in Scharen an den See. Mit den Gästen kommt gesellschaftlicher Weitblick und ein gewisser Wohlstand. Man gehört nun nicht mehr zu den armen Leuten, ist aber auch nicht richtig reich: mittelreich eben. Weiterlesen

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Margaret Mazzantini : Das schönste Wort der Welt

mazzDie Autorin Margaret Mazzantini ist irisch-italienischer Abstammung und in Italien auch als Schauspielerin bekannt. Ihr Buch „Das schönste Wort“ wird gerade von ihrem Ehemann, dem Regisseur Sergio Castellitto, verfilmt.

Erzählt wird die Geschichte von Gemma, die mit ihrem Mann Giuliano und ihrem halbwüchsigen Sohn Pietro in Rom lebt. Ein Anruf ihres alten Freundes Gojko aus Sarajevo reißt sie aus diesem ruhigen Leben. Zusammen mit Pietro reist sie auf Gojkos Einladung hin wieder nach Sarajevo, die Stadt, in der sie vor vielen Jahren nicht nur Gojko sondern auch ihre große Liebe, den Fotografen Diego, kennengelernt hat. Weiterlesen

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Elizabeth Gilbert: Eat, Pray, Love

eatEssen, Beten, Lieben. Und das funktioniert? Elizabeth Gilbert probiert es für sich aus, als die Welt nach der Trennung von ihrem Mann in sich zusammenfällt. Dazu reist sie nach Italien um einige Kilos zuzunehmen und italienisch zu lernen. Danach fliegt sie weiter nach Indien in einen Ashram und versucht sich im Schweigen, um dennoch Empfangsdame zu werden, und geht schließlich der Liebe in Indonesien aus dem Weg. Verrückt.

Elizabeth Gilbert, die mit ihrem Roman nicht nur eine kleine Biografie vorstellte, sondern auch gleich einen Bestseller daraus machte, hat eine Punktlandung in Sachen Frauenliteratur hingelegt. Weiterlesen

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Lizzie Doron: Das Schweigen meiner Mutter

mutter„Leben ohne eine Biographie ist wie ein Leben ohne ein Bein, ohne ein Auge, ohne eine Niere.“

Schon als Kind versucht Alisa ihrer allein erziehenden Mutter das Geheimnis um ihren Vater, den sie nie kennengelernt hat, in sich ständig wiederholenden Streitgesprächen abzutrotzen. Doch die Mutter schweigt hartnäckig. Jahrzehnte später trifft die inzwischen Schriftstellerin gewordene Alisa auf einer Beerdigung eine Freundin aus Kindertagen wieder. Die Begegnung versetzt Alisa in ihre Kindheit zurück und die Erinnerungen an die Jahre in dem Viertel von Tel Aviv, in dem sie aufgewachsen ist und dem sie als junge Frau den Rücken gekehrt hat, lassen sie nicht wieder los. Sie begibt sich als Frau mit erwachsenen Kindern erneut auf Spurensuche nach ihrem unbekannten Vater und kommt einem unfassbaren Geheimnis um ihre Herkunft auf die Spur. Weiterlesen

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Jan Costin Wagner: Das Licht in einem dunklen Haus

wagnerEine unbekannte Frau, die bewusstlos in einem Straßengraben in Turku gefunden worden ist und seitdem im Wachkoma liegt, wird im Krankenhaus ermordet. Der Täter hinterlässt Tränenspuren auf der Bettdecke der Patientin.
Ein Softwareberater wird in einem Hotel in Helsinki von einem Balkon im vierzehnten Stockwerk gestoßen. Der Mörder verschwindet unbemerkt.
Ein Politiker wird während eines Fotoshootings an einem belebten Strand durch eine explodierende Schnapsflasche getötet. Der Fotograf verschwindet unerkannt.
Ein an Parkinson erkrankter Gärtner wird von einem als Pfarrer verkleideten Mann in seinem Pflegeheim aufgesucht und stirbt später im Krankenhaus an einer Pilzvergiftung. Weiterlesen

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Nuran David Calis: Der Mond ist unsere Sonne

mondAlen besucht seine Heimat Armenien, in der er von seinem dritten bis zu seinem sechsten Lebensjahr mit seinen Eltern gelebt und an die er keine Erinnerungen mehr hat. Er ist zusammen mit seinem Onkel Vram hier, um im Angesicht des gewaltigen Berges Ararat die Asche seines Vaters, die er samt Urne vom Friedhof in Bielefeld geklaut hat, auf die Heimaterde zu streuen. Von hier blickt Alen zurück auf seine letzte Nacht als Türsteher im „Glashaus“ in Bielefeld-Baumheide, in der die Weichen seines Lebens völlig neu gestellt worden sind.

Die Schule schmeißt Alen nach dem Tod seines Vaters, weil er endlich Geld verdienen, endlich raus aus der Armut will, die ihn seit seiner Kindheit begleitet. In Bielefeld-Baumheide, dem Stadtteil mit drei Moscheen, aber keinem Pizzataxi, hat niemand eine Chance auf ein besseres Leben. Alen ist Türsteher in einem angesagten Club, dem „Glashaus“, von Donnerstagnacht bis Montagmorgen, von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr.

Halt gibt ihm die Freundschaft mit Flo, die in einem großbürgerlichen Viertel der Bielefelder Innenstadt lebt und keine Geldsorgen kennt. Flo träumt davon, Schauspielerin zu werden. Alen denkt nur an das Geld, das er als Türsteher verdient. Kennenlernen konnten sich die beiden nur, weil sie jahrelang an derselben Haltestelle auf ihren Bus gewartet haben, Alen auf den zur Gesamtschule, Flo auf den zum Gymnasium. Ihre Liebe ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da Alen nur in seiner Vergangenheit lebt und keine Zukunft hat, Flo ihre Vergangenheit wie eine alte Haut abstreifen und ihre Zukunft leben will.

Und da ist noch Karim, Alens jüngerer Cousin, der aus Liebe schwach wird und sich auf gefährliche Drogengeschäfte einlässt. In der letzten Nacht von Alens altem Leben als Türsteher provoziert Karim eine blutige Auseinandersetzung mit dem mächtigsten Dealer des Stadtteils.

Nuran David Calis breitet in seinem Debut die Geschichte seines Protagonisten nicht chronologisch vor dem Leser aus, sondern springt in der Zeitabfolge hin und her, scheinbar wahllos. Die Erinnerungen Alens sind wie Spots, ausgeleuchtete Szenen seines Lebens, die der Autor temporeich und in harter, direkter Sprache erzählt. Einer Sprache, die den Leser von den ersten Sätzen an packt und nicht mehr loslässt.

Ein Buch wie ein Rap, mit einem ganz eigenen, wuchtigen, hämmernden Sound. Unbedingt lesen!

Nuran David Calis: Der Mond ist unsere Sonne.
Fischer, August 2011.
205 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Martina Sprenger.

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Michel Bergmann: Die Teilacher

teil„Teilacher setzt sich zusammen aus dem Begriff ´Teil` und dem hebräischen Wort ´laachod`, Einzelhandel. Der Teilacher, als Vertreter des Einzelhandels, ist das kleinste spaltbare Teilchen, das Atom der Kaufmannswelt. Was den Teilacher vom herkömmlichen Handlungsreisenden unterscheidet: Der Teilacher ist Jude. Oder er gibt sich als solcher aus. Denn es gab eine Zeit, da konnte das, unglaublich, aber wahr, Vorteile haben.“

David Bermann ist einer dieser Teilacher. Zusammen mit seinen vier Brüdern gründet er in Frankfurt das Wäschekaufhaus „Gebrüder Bermann“. David, der Lebemann unter den Geschwistern, fühlt sich im Außendienst am wohlsten, der ihm genug Freiraum für seine zahlreichen Geliebten lässt. Weiterlesen

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Jo Kramer: Der Mann danach

danachEin Maler und die Liebe. Das klingt doch gefährlich nach Picasso! Und wahrscheinlich hat sich Jo Kramer ein bisschen von diesem historischen Macho inspirieren lassen, der sagte: Frauen sind entweder Göttinnen oder Fußabtreter. Ich für meinen Teil mag Picasso nicht besonders …

„Der Mann danach“ erzählt die Geschichte von Maler Johnny (eigentlich Jonas), der die Wohnungen und Herzen von frisch verlassenen Frauen – nicht ganz uneigennützig – renoviert. Als er diesen Job annahm, ist er selbst frisch verlassen worden und macht sich daher umso besser als Zuhörer. Nachdem er der kleinen Tochter seines Chefs und Freundes einen Gefallen tut, damit diese bei ihrem Schwarm Eindruck machen kann, und nachdem er bei einem neuen Auftrag auf eine ihn augenscheinlich hassende Architektin trifft, verliebt er sich auch noch. Doch irgendwie ist Johnny der letzte, der das merkt. Weiterlesen

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Morgan Callan Rogers: Rubinrotes Herz, eisblaue See

rubinSommer 1963 in einem amerikanischen Städtchen: Florine ist noch nicht einmal zwölf Jahre alt, als ihre Mutter spurlos verschwindet. Es passiert in einem Sommer, der für das junge Mädchen aufregend ist und zwischen sie und ihre Freunde eine unüberwindbare Wand zieht. Warum verschwand die Mutter vom einen auf den anderen Moment ohne ein Wort des Abschieds? Florines Vater macht sich große Vorwürfe, sucht Trost beim Alkohol und lässt so seine Tochter unweigerlich im Stich. Während er in Stella, einer hübschen Frau aus dem Städtchen, neue Hoffnung schöpft, ist sie Florine verhasst und sie sucht nach ihren ganz eigenen Methoden, mit dem Verlust umzugehen. Die Nähe zu ihrer Großmutter wird stärker und schließlich zieht sie auch in deren Haus. Aber das Verschwinden der Mutter hat ihr eine Wunde verursacht, die sie nicht ignorieren kann. Weiterlesen

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