Jan Weiler: Berichte aus dem Christstollen

janDie Weihnachtszeit reicht für Jan Weiler von St. Martin bis Heilige Dreikönige. Und in dieser Zeit wird es für ihn, Ehefrau Sara, Carla (13, „das Pubertier“), Nick (9) und den Schwiegervater Antonio turbulent.
In 17 Geschichten erzählt der 45-jährige Düsseldorfer in „Berichte aus dem Christstollen“ amüsant vom Stress beim Laternenbasteln und was er vermasselt hat, als er in der Grundschule den Nikolaus spielen musste. Mit Anekdoten zum Fernsehprogramm und aus Baumarkt hat der Autor von „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“ seine Adventsgeschichten-Sammlung angereichert. – Schnell zu lesen, aber erheiternd.
Das Buch gibt es auch als Hörbuch mit 2 CDs, vom Autor gelesen (Der Hörverlag).

Jan Weiler: Berichte aus dem Christstollen.
Kindler, November 2013.
112 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Astrid Fritz: Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam

fritzIm Jahr 1538 lebt Jacob, ein mittelloser Jugendlicher in Freiburg. Die familiären Umstände zwingen ihn in die Obdachlosigkeit. Wie der ‚Zufall‘ es so will, nimmt ihn eine Kinder- und Jugendbande auf, die mit Diebstählen ihr Leben fristet. Eines Tages begreift Jakob anlässlich eines handfesten Streits mit dem Anführer, dass er fortgehen muss. Weg von dem Hunger, der Ungerechtigkeit und dem lieblosen Leben. Die überstürzte Flucht kurz vor Weihnachten führt ihn nach Straßburg, wo ein bekannter Hehler wohnen soll. Dort könnte er einen neuen Start wagen, wenn nicht diese Zweifel wären. Je näher er dem Haus des Hehlers kommt, um so unruhiger wird er. Weiterlesen

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Marco Missiroli: Das Lächeln des Elefanten

andDrama, Drama, Drama – was der 1981 geborene italienische Autor Marco Missiroli an menschlichen Tragödien in seinen Roman „Das Lächeln des Elefanten“ packt, reicht für eine 20-teilige Soap-Opera-Serie. Da gibt es einen Vater mit einem schwerstbehinderten Sohn, eine Mutter mit einem geistig behinderten Sohn, sterbende Kinder und gleich mehrere Selbstmorde, um nur einiges zu nennen – und das alles auf nur 250 Seiten. Weiterlesen

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Philippe Djian: Wie die wilden Tiere

phiMarc ist erfolgreicher Künstler. In seiner Freizeit hängt er auf Szeneparties ab und konsumiert Drogen. Sein Leben ist von ausufernden Exzessen durchzogen und läuft ansonsten ohne viel Tiefgang ab. Seinen Sohn Alexander, der den Freitod gewählt hat, scheint Marc in all den Jahren als er alleinerziehender Vater war, gar nicht richtig gekannt zu haben.
Erst durch die zwanzigjährige Gloria, die Alexanders Freundin gewesen war, erfährt er noch andere Dinge über seinen Sohn – auch wie Alexander über ihn, den Vater gedacht hatte. Weiterlesen

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Roman Graf: Niedergang

romImmer mehr wird Extremsport zu einem Lebensstil hoch stilisiert. Der Nervenkitzel, ein vom Sport durchtrainierter Körper und dazu die teure Spezialkleidung nebst Ausrüstung vervollständigen ein Bild von dem freien, erfolgreichen Menschen, der an den seltsamsten Orten die seltsamsten Herausforderungen sucht. In dem Roman „Niedergang“ von Roman Graf üben sich der Schweizer André und die Ostdeutsche Friederike, die sich Louise nennt, im Klettern. Freeclimbing als Freizeitbeschäftigung, gut geschützt in Hallen, soll sie auf eine ganz bestimmte Bergtour vorbereiten. Mit dem antrainierten Schwierigkeitsgrad 6 bis 7 müsse die Tour zu schaffen sein, denkt André und beginnt ganz nach Schweizer Art präzise zu planen. Weiterlesen

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Hera Lind: Drachenkinder

heraSeit fünf Jahren schreibt Bestseller-Autorin Hera Lind jedes Jahr einen Tatsachen-Roman. Fast immer steht eine starke Frau im Mittelpunkt einer schicksalsschweren Geschichte. Jetztb ist der fünfte Roman erschienen: „Drachenkinder“ ist die wahre Geschichte von Sybille Schnehage, die als junge Mutter bei einer Reise nach Tunesien berührt ist vom Elend und helfen will.
Sie engagiert sich in Afghanistan, nimmt den von einer Bombe entstellten Familienvater Dagdul mit nach Deutschland, lässt ihn operieren und macht ihn zum Organisator ihrer Stiftung. Dagdul steigt die Macht zu Kopf, es kommt zum Streit, und Dagdul wird der Feind des deutschen Engels im von den Taliban beherrschten Land. Weiterlesen

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Alice Munro: Liebes Leben

aliIm Oktober 2013 hat die kanadische Autorin Alice Munro den Literaturnobelpreis erhalten, nun liegt ihr neuester Erzählband unter dem Titel „Liebes Leben“ auch auf Deutsch vor. Das Buch vereint 14 feinfühlige und psychologisch gut beobachtete Erzählungen, von denen die letzten vier autobiografischer Natur sind.

Obwohl der Titel anderes vermuten lässt, geht es in diesen Geschichten nicht nur um die Liebe – aber auch. Und oft sind es nur Nuancen, die über Freud oder Leid im komplizierten Geflecht der menschlichen Beziehungen entscheiden. Weiterlesen

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Richard C. Morais: Buddha in Brooklyn

ostOst trifft West – von diesem vielbeschriebenen Gegensatz lebt auch Richard C. Morais‘ Roman „Buddha in Brooklyn“. Oda, der in einem abgeschiedenen buddhistischen Orden in Japan aufgewachsen ist, wird nach New York versetzt, um dort einen Tempel aufzubauen und eine kleine buddhistische Gemeinde zu betreuen.

Es lässt sich denken, dass das nicht ohne Komplikationen und Kulturschocks auf beiden Seiten abgeht – zumal Oda alles andere als gerne seine neue Stelle antritt. Diese Konstellation erinnert ein bisschen an den französischen Erfolgsfilm „Willkommen bei den Sch’tis“: Mann wird versetzt, und zunächst sträubt sich alles in ihm gegen sein neues Umfeld, doch am Ende will er gar nicht wieder weg. Dazu trägt in diesem Fall auch die junge Jennifer bei … Weiterlesen

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Rawi Hage: Spinnen füttern

rawiUnterhaltsam, amüsant, dabei manchmal etwas rau, aber immer voller Herzenswärme, das ist „Spinnen füttern“ – ein Buch des 1964 geborenen libanesisch-kanadischen Autors Rawi Hage.

Fly ist Taxifahrer. Nachts streift er auf der Suche nach Fahrgästen durch die Straßen und trifft dabei auf Prostituierte, Drogendealer, Bettler oder jemanden, der gerade aus dem Irrenhaus entlassen worden ist.

Wie ein moderner Robin Hood hilft Fly allen Bedürftigen, tut sich dabei allerdings schwer, auch für sich selbst ein wenig Glück zu finden: Seine Nachbarin Zainab, die er heiß und innig verehrt, weist seine Annäherungsversuche hartnäckig ab.

„Spinnen füttern“ ist ein Buch, das von seinen vielen kleinen Geschichtchen lebt, die der Autor immer wieder in 1001-Nacht-Manier einstreut.

Rawi Hage: Spinnen füttern.
Piper, Oktober 2013.
304 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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Ferdinand von Schirach: Tabu

tabuFast eine Bestseller-Garantie sind die Romane von Ferdinand von Schirach. Und verfilmt worden sind sie auch. „Tabu“ kann sich da nahtlos einreihen. Dieser neue Roman ist ein Meisterwerk – sprachlich und inhaltlich.
Schirach, sowohl Schriftsteller als auch Strafverteidiger, erzählt die Geschichte eines Künstlerlebens. Von Sebastian, den der vermeintliche Selbstmord des Vaters als Kind aus der Bahn geworfen hat und der in der ersten Hälfte des Romans haltlos durchs Leben irrt. Bis dahin ist das Buch die Erzählung eines Durchschnittslebens, danach wird es ein Krimi. – Gegliedert in drei Teile, die mit den Namen der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau übertitelt sind. Weiterlesen

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