Graham Swift: England und andere Stories

engDer Man Booker Prize Träger von 1996, Graham Swift, bei dtv in der Kurzform. 25 Erzählungen als Miniaturen des Augenblickes: feine, kleine Momente aus dem Leben, Schlüsselerlebnisse und -entscheidungen mit (Nach-) Wirkungen.

Da wird dem Lesenden der nächste Besuch beim Friseur in einem anderen Licht erscheinen, wenn er bei Swift erfährt, was dieser beim Haareschneiden über den Kunden und sich selbst denkt. Während das frisch verheiratete junge Paar (Lisa und Nick) ihr Testament macht „als wäre das der nächste Schritt im Leben“, und er ihr einen Liebesbrief  schreibt, den Lisa nie erhält, erzählt der in Battersea geborene Kardiologe Dr. Shah mit der Geschichte seines indischen Vaters etwas über Heimat, über Liebe und die koloniale Geschichte Englands. Weiterlesen

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Siegfried Lenz: Der Überläufer

lenzDer Zweite Weltkrieg scheint ewig zu dauern, auch wenn die Expansion im Osten still steht. Walter Proska hat Heimaturlaub und fährt mit einem Versorgungszug zu seiner Schwester. Unterwegs erscheint eine geheimnisvolle, schöne Fremde. Wanda. In der Nähe von Tamaschgrod verschwindet sie. Kurz darauf zerstört eine Explosion den Zug. Walter, der einzige Überlebende, wird von einem Kameraden gefunden. Mitten in den Sümpfen liegt sein Quartier, das nun auch Walters neuer Kriegsschauplatz wird. Weiterlesen

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Yann Martel: Die Hohen Berge Portugals

bergDer Kanadier Yann Martel wurde vor rund 15 Jahren mit seinem Roman „Schiffbruch mit Tiger“ bekannt, der 2012 auch verfilmt worden ist. Nun liegt etwas Neues des 1963 geborenen Autors vor: „Die Hohen Berge Portugals“ unterteilt sich in drei Episoden, die 1904, 1938 und 1981 spielen und nur lose miteinander verbunden sind, aber allesamt äußerst fantasievoll daherkommen und mit großer Herzenswärme und Liebe zu den einzelnen Figuren ausgestattet sind. Weiterlesen

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DERHANK: Der Zwilling

zwillingThomas Vanderra ist unsterblich. Das heißt seine Seele ist unsterblich. Und nur, weil er sich bei der GESELLSCHAFT® eingekauft hat. Einer mächtigen Organisation, die inzwischen schon Kunden in Millionenzahl hat und die Reincarnationsmedizin betreibt. Bei diesen Kunden wird in regelmäßigen Abständen ein Gehirnscan durchgeführt, ein Abbild des augenblicklichen Seelen- und Wissenstandes, das im Falle eines plötzlichen Todes dem mit medizinischer Kunst geheilten Körper wieder aufgespielt wird. Ein eingespieltes Expertenteam sorgt dafür, dass der Reincarnierte den Anschluss an sein altes Leben wiederfindet. Weiterlesen

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Gaby Hauptmann: Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud

gabyDieser Buchtitel passt kaum auf eine Bestsellerliste: „Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“ heißt der neue Roman von Gaby Hauptmann. Aber der Titel meint nicht das, was man vielleicht zuerst denken mag.

Einen federleichten Sommerroman, der am Schluss zum Krimi wird, hat die 58-Jährige geschrieben. Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Buchheldin Gabriella aus den USA in ihr Elternhaus in einem kleinen Dorf in der Toskana zurück. Weiterlesen

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Jonas Jonasson: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Moerder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind von Jonas JonassonWenn sich „Pulp Fiction“ und „Das Leben des Brian“ auf literarischem Parkett begegnen, ist humoristischer Hochgenuss garantiert. Der neue Geniestreich des schwedischen Erfolgsautors Jonas Jonasson nimmt die Kirche, die Unterwelt und die Medien in einem Gag-Feuerwerk aufs Korn. Schwarzer Humor und charmante Untertöne halten gekonnt die Balance. Der Plot ist liebenswert böse, ohne boshaft zu sein. Weiterlesen

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Charles Lewinsky: Andersen

Lewinsky_IchbinAndersen_P06DEF.inddDieses Buch ist eine Begegnung mit dem Bösen in einem Mensch.
Charles Lewinsky hat in „Andersen“ eine fantastische Idee verarbeitet: Das Gedächtnis seines Protagonisten existiert unabhänig vom Zustand seiner Zellen.  Ein Mensch wird also wiedergeboren, seine Charaktereigenschaften, Lebenserfahrungen und Erinnerungen an sein vorangegangenes Leben sind ihm erhalten geblieben. Weiterlesen

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Joseph O’Neill: Der Hund

hundWer schon immer mal wissen wollte, wie das Leben in Dubai so läuft, der sollte Joseph O‘Neills „Der Hund“ lesen.

Ein Wirtschaftsanwalt aus den USA trifft einen alten Freund aus Studienzeiten, der einer superreichen Familie mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten angehört. Dieser Freund bietet dem Anwalt an, künftig für seine Familie in Dubai zu arbeiten. Gesagt, getan … Weiterlesen

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Jean-Paul Didierlaurent: Die Sehnsucht des Vorlesers

enenEs ist immer wieder schön in unserer zur Zeit überdynamisierenden Welt, in der Grundfesten sich erschüttern, humanistische Ideale verfliegen und es manchmal zu schwer wird, den Kopf über Wasser zu halten, Romane gibt, die völlig aus eben dieser schwierigen Welt gefallen scheinen und wie Märchen daherkommen. Die Sehnsucht des Vorlesers erfüllt genau die Sehnsucht des Literaturfreundes nach Wärme in den Dingen und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Weiterlesen

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Laura Barnett: Drei mal wir

wirWas für eine tolle Idee: Die britische Autorin Laura Barbett erzählt in ihrem Debütroman eine Liebesgeschichte drei Mal anders: Was wäre gewesen, wenn Eva und Jim sich in der ein oder anderen Situation anders verhalten hätten?
Die 34-jährige Autorin begleitet das Paar von 1938 bis 2014. Als 19-Jährige lernen sich Eva und Jim kennen, als 76-Jährige blicken sie auf drei unterschiedliche Lebensentwürfe zurück – mit Kindern, Liebe, Trennungen oder Kontakt aus der Ferne. Das ist spannend, aber anstrengend zu lesen, weil die drei sehr unterschiedlichen Versionen in kleinen Abschnitten abwechselnd aneinandergefügt sind – so, als würde man drei Bücher gleichzeitig lesen. Aber der Roman regt zum Nachdenken an: „Was wäre wenn…“

Laura Barnett: Drei mal wir.
Kindler, März 2016.
496 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

 

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