Joann Sfar: Pietrs Reise

josAn dem französischen Mehrspartenkünstler Joann Sfar scheiden sich die Geister. Die einen finden das, was er macht, genial, die anderen halten es für einen unerträglichen Schwachsinn. Und wie wahrscheinlich immer in solchen Fällen, sind die Grenzen hier fließend.

Sfar, geboren 1971, hat seine größten Erfolge als Comicautor. Seit Kurzem jedoch versucht er sich auch als Romanautor. Sein erstes Buch „Der Ewige“ (2015) kam bei den deutschen Kritikern weniger gut an – nun liegt mit „Pietrs Reise“ Roman Nummer zwei vor. Und ähnlich wie in einem Comic driftet die Handlung schrill und atemlos dahin und schlägt einen Looping nach dem anderen. Weiterlesen

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Polly Dugan: Wir zwei und der Himmel dazwischen

himmelDass der Feuerwehrmann Leo früh sterben würde, damit hat nie jemand gerechnet. Außer vielleicht er selbst. Denn schon Jahre vor seinem Unfalltod beim Skifahren hat er mit seinem besten Freund Garrett schriftlich eine Abmachung getroffen: Im Falle seines Ablebens solle Garrett sich um seine Familie, seine Frau Audrey und die Söhne, kümmern. Seitdem lag der zwischen ihnen geschlossene Vertrag in der Schublade. Doch als die Tragödie wahr wird, erinnert sich Garrett an sein Versprechen und opfert alles, damit es der Familie seines besten Freundes gut geht. Weiterlesen

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Esther Freud: Mein Jahr mit Mr Mac

mrDas Jahr 1914 scheint ein ganz normales Jahr zu werden. Die Sommergäste verleben wie gewohnt ihre Ferien am Meer. Zu den Feriengästen gehört auch das Künstlerehepaar Mackintosh. Der dreizehnjährige Thomas ist von dem seltsamen Paar fasziniert. Besonders Mr Mac hat es ihm angetan, der gern allein und oft nachts mit einem Fernglas die Gegend erkundet. Während Mr Mac besondere Blumen malt und allmählich Thomas Vertrauen und Freundschaft gewinnt, bricht der Erste Weltkrieg aus. Das Leben im kleinen Walberswick ändert sich. Die normalen Sommergäste reisen fluchtartig ab, Soldaten und Vorschriften kommen. Nur die Mackintosh bleiben. Weiterlesen

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André Kubiczek: Skizze eines Sommers

sommerEin luftig-leichter Roman über die Probleme beim Erwachsenwerden ist dem 1969 geborenen Berliner Autor André Kubiczek gelungen. „Skizze eines Sommers“ heißt er – und obwohl er 1985 in der DDR spielt, können sich sicherlich auch Leser mit vielen Situationen identifizieren, die nicht dort aufgewachsen sind.

Es sind Sommerferien, und der gerade 16-jährige René hat sturmfreie Bude, weil sein Vater beruflich für mehrere Wochen Teilnehmer der Friedenskonferenz in Genf ist. Renés Hauptproblem in dieser Zeit ist die Frage, ob er sich bei der Suche nach einer Freundin auf die schöne Bianca, die intellektuelle Rebecca oder ein Mädchen konzentrieren soll, dessen Namen er nicht kennt. Irgendwie haben alle ihren Reiz. Weiterlesen

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Hera Lind: Kuckucksnest

Kuckucksnest von Hera LindBestseller-Autorin Hera Lind hat schon spannendere Schicksale zu Romanen verarbeitet. In ihrem neuen Buch „Kuckucksnest“ erzählt die 60-Jährige, selbst vierfache Mutter, von den Zwillingsschwestern Sonja und Senta, die zusammen zehn Kinder adoptieren.

Hera Lind kehrt mit dieser wahren Geschichte, die das Leben schrieb, zu ihren „Superweib“- und „Zauberfrau“-Figuren zurück. Sonja und Senta sind unfruchtbar und quälen sich zunächst durch Ämter-Mühlen, um ein Kind zu adoptieren. Weiterlesen

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Hilary Mantel: Jeder Tag ist Muttertag

mutterHilary Mantel kann einem Angst einjagen. Weil sie unheimlich gut schreibt. Weil sie ihre Protagonisten genüsslich in Katastrophen hineinwirft. Weil man nach wenigen Seiten feststellt, welch morbides Vergnügen dies bereiten kann. Schaudern und Schadenfreude gehen bei „Jeder Tag ist Muttertag“ Hand in Hand.
In ihrem Werk von 1985 zeigt sich bereits das Ausnahmetalent der Autorin, die mittlerweile zwei Mal mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde und von der Queen den Titel „Dame“ erhielt, obwohl sie regelmäßig gegen Königshaus und Regierung wettert, wie in ihrer Kurzgeschichten-Sammlung „Die Ermordung Margaret Thatchers“. Weiterlesen

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Saša Stanišić: Fallensteller

falleNach seinen beiden Romanen „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ (2006) und „Vor dem Fest“ (2014) legt der deutschsprachige Autor mit Wurzeln in Bosnien und Herzegowina, Saša Stanišic, nun einen Erzählband vor. „Fallensteller“ heißt er. Und „Fallensteller“ heißt auch die beste und längste Geschichte in diesem Buch. Stanišic kehrt darin nach Fürstenfelde zurück, jenem halbfiktiven Ort aus „Vor dem Fest“. Fürstenwerder in Nord-Brandenburg diente als Vorlage. Und wie im Roman beschreibt der 38-Jährige das dörfliche Geschehen in einem humorvollen und zugleich poetischen Stil. Weiterlesen

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A. L. Kennedy: Gleißendes Glück

glück„Gleißendes Glück“ von A. L. Kennedy aus dem Jahr 1997 erschien 2000 erstmals in deutscher Sprache im Verlag Klaus Wagenbach, Berlin. Nun hat es dtv als Taschenbuch aufgelegt, und im Herbst 2016 kommt die Verfilmung des Buches unter der Regie von Sven Taddicken mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur in den Hauptrollen in die deutschen Kinos.
Darauf darf man gespannt sein, denn „Gleißendes Glück“ ist ein 3-Personen-Stück am Rande des Wahnsinns: Mrs. Brindle ist eine von ihrem eifersüchtigen Ehemann Mr. Brindle misshandelte, ansonsten jedoch gelangweilte Hausfrau, die sich als fromme Katholikin in Gott verliebte, der sie nun verlassen hat. Weiterlesen

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Thomas Schweres: Die Abdreher

drehIn relativ kurzer Zeit (weniger als ein Jahr) liegt mir nun der dritte Schweres Roman vor. Nach „Die Abtaucher“, „Die Abräumer“ nun „Die Abdreher“. Alle drei Storys überzeugen durch genaues Hinsehen und Lokalkolorit. Durch auf den Punkt gebrachte schlitzohrige Analysen der Gegenwart in den Ballungsräumen, hier am Beispiel Dortmund, und durchaus differenzierte Sichtweisen der Nazi-, Flüchtlings – und Einwanderungspolitik in unserem Land; und dass Thomas Schweres sich nicht scheut, die ausländischen Banden-  und Mafiastrukturen als das was es ist zu entlarven: mörderisches Verbrechertum! Weiterlesen

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Graham Swift: England und andere Stories

engDer Man Booker Prize Träger von 1996, Graham Swift, bei dtv in der Kurzform. 25 Erzählungen als Miniaturen des Augenblickes: feine, kleine Momente aus dem Leben, Schlüsselerlebnisse und -entscheidungen mit (Nach-) Wirkungen.

Da wird dem Lesenden der nächste Besuch beim Friseur in einem anderen Licht erscheinen, wenn er bei Swift erfährt, was dieser beim Haareschneiden über den Kunden und sich selbst denkt. Während das frisch verheiratete junge Paar (Lisa und Nick) ihr Testament macht „als wäre das der nächste Schritt im Leben“, und er ihr einen Liebesbrief  schreibt, den Lisa nie erhält, erzählt der in Battersea geborene Kardiologe Dr. Shah mit der Geschichte seines indischen Vaters etwas über Heimat, über Liebe und die koloniale Geschichte Englands. Weiterlesen

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