Kaska Bryla legt mit „Roter Affe“ ihren Debütroman vor. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ein starkes Erstlingswerk.
Wir lernen Mania kennen: Eine Protagonistin, die keinesfalls in den Mainstream passt und dennoch authentisch dargestellt wird und handelt. Mania ist auf der Suche nach Tomek. Nach Tomek, dem Jungen, den sie seit ihrer Kindheit kennt, ihrem besten Freund. Mit ihm verlor sie Kaja, Tomeks Mutter und auf eine Art auch ihre, durch Freitod. Mania war die erste, die Tomek in den Arm nahm, nachdem sich ein älterer Junge an ihm vergangen hatte. Und dennoch sind Mania und Tomek nie ein Liebespaar geworden oder doch?
Mania sucht Tomek. Es ist das Grundthema dieses Romans, der durchzogen wird von Erinnerungen, Tomeks Notizen und gegenwärtigen Handlungen. Mania sucht Tomek zusammen mit Ruth, ihrer besten Freundin, Zahit, einem syrischen Flüchtling, den Mania einst illegal über Ungarn nach Österreich schleuste und von Sue, Tomeks Hündin. Die Handlung wird aus diesen verschiedenen Perspektiven erzählt (ja, auch aus der Sicht von Sue). Zu viert sitzen sie im Mietwagen und fahren von Wien nach Warschau auf den Spuren des verschwundenen Tomek. Weiterlesen



„Und irgendwer muss doch darüber sprechen.“, sind die letzten Worte in Emma Beckers frisch erschienenem Roman „La Maison“, einem Buch, das mich wie nur wenige bisher verführt hat und bei dem ich das Gefühl bekomme, dieses Verb sei eigens dafür erfunden worden. Und wenn nicht für diesen Roman, dann für das, wovon er handelt. Wenn ich verführt sage, dann meine ich die Anmut der Weiblichkeit, die die Welt an sich bindet, den Geruch von frisch gewaschener Haut und süßem Parfüm, dann meine ich die Erregung, wie bei flüchtig getauschten Blicken zwischen tanzenden Körpern, ein erstes anziehendes Annähern, eine Verführung voll Licht und Schatten, geheimnis- und verheißungsvoll.



