Geschichte wird an Menschen konkret. Was dieser packende Generationenroman einmal mehr verdeutlicht Alena Schröder verbindet Nazi-Kunstraub mit vier Frauenschicksalen, welche über 100 Jahre hinweg im Leben der jeweils anderen Spuren hinterlassen. Ausgehend von der jungen Studentin Hannah, die in Berlin mit ihrem Leben hadert. Erst durch einen Blick in ihre Vergangenheit versteht sie ihre Gegenwart. Der Autorin ist ein packender Roman gelungen, der ein Stück deutscher Zeitgeschichte auf persönliche Art aufarbeitet. Ganz nah führt Sie uns an Ihre Hauptfiguren heran – allesamt weiblich, allesamt gegen den Strom schwimmend, allesamt mit den gleichen Fragen kämpfend, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ist es ein Historienroman? Eine Emanzipationserfahrung? Eine Schuld-und-Sühne-Aufarbeitung? Eine Coming-of-Age Geschichte? Dieses Buch ist ein wenig von allem. Und vor allem sehr bewegend.
Ein Berliner Seniorenwohnheim: Zwei unterschiedliche Frauen arbeiten ihre Probleme aneinander ab. Da ist die über 90-jährige Evelyn, eine ehemalige Ärztin, mürrisch, abweisend, mehr oder weniger auf den Tod wartend. Da ist ihre 27-jährige Enkeltochter Hannah, deren Leben nicht in die Gänge kommen will. Sie hadert mit ihrer Promotionsarbeit, der Affäre zu ihrem verheirateten Professor, dem Sinn des Lebens. Seit dem Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren will nichts mehr gelingen. Weiterlesen








