Freya Sampson: Ms Darling und ihre Nachbarn

Warmherzige Geschichte über die Schwierigkeit, denen zu helfen, die sich nicht helfen lassen wollen

Wieder hat diese wunderbare Autorin einen herzerwärmenden Roman verfasst, voller liebenswerter Gestalten, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und sich schwertun, Hilfe anzunehmen.

Im Mittelpunkt steht die titelgebende Ms Dorothy Darling – auf dem Ms besteht sie ostentativ. Sie ist inzwischen weit über 70, lebt seit vielen Jahren allein in ihrer Erdgeschosswohnung in einem etwas in die Jahre gekommenen, einst sehr herrschaftlichen Mietshaus. In der Wohnung ihr gegenüber wohnt der etwa gleichaltrige Joseph, der eine neue Untermieterin aufnimmt. Diese, die sich Kat nennt, zieht sofort den Unwillen Dorothys auf sich, einfach nur, weil Kat pinkfarbene Haare und einen zerfransten Rucksack hat.

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Jardine Libaire: Dein Herz, ein wildes Tier

Das Lager in der Einsamkeit hätte eine Zuflucht für Außenseiter werden können, insbesondere für Menschen ohne Ausbildung und Perspektive. Doch der Drogenboss Tim hatte seine eigenen Pläne, als ihm die Aufsicht über das ehemalige Pfadfinder-Lager in Oklahoma übertragen wurde. Weit weg von allem lebte er dort mit einer wilden Gruppe von Außenseitern. Sie hingen ab, soffen, nahmen Drogen, fuhren mit ihren Bikes durch die Gegend, und immer wieder wurden in der Scheune Drogen gekocht.

So sah das Leben von Ernie, Coral, Staci und Ray unter Tims „Herrschaft“ aus. Jeden Tag arrangierten sie sich irgendwie, waren irgendwie unglücklich und hatten keine Idee, wie es mit ihnen weitergehen sollte.

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Christian Hardinghaus: Die Buchhändlerin von Königsberg

Die junge Buchhändlerin Frieda Wehlau erlebt die Bombennächte des 2. Weltkriegs, das Bangen um ihren geliebten Hans an der Front und die Entbehrungen der Nachkriegszeit in ihrer Heimatstadt Königsberg. Sie entdeckt dabei, wie Bücher und ihre Geschichten den Menschen auch in größter Verzweiflung neue Hoffnung schenken können.

Ich habe mir das Buch gekauft, weil meine eigenen Großeltern aus Ostpreußen stammen, ich gern mehr über diesen Landstrich und seine Menschen erfahren wollte und weil ich Bücher, genauso sehr wie die Titelheldin, liebe.

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Leonie Lastella: Your eyes on me

Als ich von den „True Story“ Büchern des heartlines Verlags hörte, war ich sehr neugierig darauf, muss aber sagen, dass dies bereits das zweite Buch dieses Verlages war, dass mich nicht so überzeugen könnte wie gedacht. Der Klappentext klang vielversprechend und ich war neugierig auf die echte Geschichte, die in dem Buch behandelt wird.

Es geht um Alea, die ihren Plus-Size-Körper mag und dies verbreitet sie auch auf ihren Social-Media-Accounts. Sie bekommt viel positives Feedback dazu und wird darin bestärkt, mit ihrer schweren Vergangenheit Frieden zu schließen. Aber der Frieden kann nur aufrechterhalten werden, wenn sie im echten Leben niemanden zu nahe kommt, besonders nicht Männern wie Titus, die ihre Körper einfach optimieren und alle, die ein wenig dicker sind, runtermachen. Genau solche Menschen haben Alea das Leben früher zur Hölle gemacht und doch kommt Titus plötzlich in ihr Leben und stellt ihr Herz auf den Kopf …

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Jonathan Rosen: The Best Minds: Vom Gipfel des akademischen Ruhms in die Psychiatrie

Ausschweifendes, verkopftes Puzzle!

Bevor wir tiefer einsteigen:

Ein erfahrener Biograf mit echtem Verständnis für Schizophrenie – und ohne das Bedürfnis, sich selbst ins Rampenlicht zu rücken – hätte dieser Geschichte vermutlich mehr Würde verliehen.

Stattdessen wirkt das Buch wie eine schiefe Bühne, auf der der Autor weniger das Leiden seines Freundes beleuchtet als seine eigene Rolle im Schatten desselben. Die unterschwellige Eifersucht, die sich wie ein roter Faden durch die Seiten zieht, macht das Ganze nicht nur fragwürdig, sondern auch unangenehm intim – jedoch auf eine Art, die nicht berührt, sondern befremdet.

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Dana Lukas: Eichhörnchenglück

Etwas seichter, aber netter Roman um ein verkorkstes Mutter-Tochter Verhältnis

Ich-Erzählerin Annike kommt nach Hause in ihr Elternhaus, weil ihr Onkel Theo sie darum gebeten hat. Denn ihre Mutter Edith liegt nur noch im Bett, weigert sich, ihr Zimmer zu verlassen, lässt sich stattdessen von ihrem Bruder Theo bedienen und umsorgen.

Annike hat schon seit jeher kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und nun, einige Monate nach dem Tod ihres Vaters ist es auch nicht besser. Beide finden keinen Zugang zueinander, jedes Wort wird verdreht, jede Unterhaltung endet im Streit. Annike, inzwischen Mitte vierzig, hat nie einen sogenannten „anständigen“ Beruf erlernt, verdient ihr Geld mehr schlecht als recht als Musikerin, lebt in einer WG, hat ganz offensichtlich kein Interesse daran, eine eigene Familie zu gründen oder ein „geregeltes“ Leben zu führen.

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T. Kingfisher: The Hollow Places: Kara und die rätselhafte Welt hinter den Dingen

Kara ist Mitte dreißig und hat sich gerade von ihrem Mann scheiden lassen. Als freischaffende Grafikdesignerin verdient sie nicht wirklich gut, sprich, sie müsste eigentlich bei ihrer Mutter unterschlüpfen.

No way – da kommt das Angebot ihres Onkels gerade recht, erst einmal in seinem Gotteslob-Museum für Naturwunder, Kuriositäten und Tierpräparate zu wohnen und den Bestand zu katalogisieren. Back to her roots also, da sie in ihrer Jugend des Öfteren beim Onkel im pittoresken Hog Chapel in North Carolina geparkt wurde.

Der Bestand des Museums: jede Menge präparierte Tierleichen, eine unübersehbare Anzahl seltsamer, wundersamer oder unbekannter Objekte – und ein Kater, der die Mäuse davon abhält, den Bestand zu dezimieren.

Nach Feierabend trifft sie sich mit Simon, der für seine Schwester das Café neben dem Museum betreibt. Als ehemaliger Drogendealer – lange Story – und gerne mit einem Zylinder auf dem Kopf unterwegs, ist der bekennend schwule Mann eine Seele von Mensch.

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Friederike Oertel: Urlaub vom Patriarchat: Wie ich auszog, das Frausein zu verstehen

Mutiger Blick auf Macht und Weiblichkeit

„Urlaub vom Patriarchat“ ist eine kluge, essayistische Melange aus Reisebericht, Autobiografie, Sachbuch und Systemkritik – mal inspirierend persönlich, mal einfach zu theoretisch.

Auf ihrer Reise nach Juchitán de Zaragoza im Süden Mexikos, einem der letzten Matriarchate der Welt, reflektiert Friederike Oertel über das Frausein, Geschlechterrollen und patriarchale Strukturen.

Ihre Erlebnisse vor Ort, die von Begegnungen, Brüchen und gelebter Vielfalt geprägt sind, blitzen wie Sonnenstrahlen durch den theoretischen Nebel. Doch diese leuchtenden Momente verlieren sich oft im dichten Faktengeflecht, obwohl gerade sie dem Werk Echtheit, Wärme und Weitblick hätten verleihen können.

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David Safier: Die Liebe sucht ein Zimmer

Bei einem Film würde man vorab lesen: dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten. Hier ist es ein Theaterstück, das diesem bewegenden Roman zu Grunde liegt. Bei Recherchen für sein Buch „28 Tage“, ist David Safier auf dieses Theaterstück gestoßen, das im Januar 1942 im Warschauer Ghetto aufgeführt worden ist. Danach nicht mehr. Das Manuskript war in die Versenkung geraten. Safier hat dieses Manuskript leicht bearbeitet und das Theaterstück zur Handlung seines Romans gemacht.

Im Mittelpunkt steht das Ensemble des Femina-Theaters, das damals eines von insgesamt fünf Theatern im Warschauer Ghetto gewesen ist. Im Stück geht es um zwei junge Paare, die vom Wohnungsamt dasselbe Zimmer zugewiesen bekommen haben und nun sehen müssen, wie sie damit klarkommen. Wohnungsnot – etwas anderes zu finden, war ausgeschlossen. Damals lebten rund 460.000 Menschen auf etwa drei Quadratkilometern zusammengepfercht, umgeben von einer hohen Mauer mit Stacheldraht. Krankheiten wie Typhus waren an der Tagesordnung, der Tod gehörte zum Leben, nicht nur durch die Nazis, die wahllos Menschen erschossen, die sich ihnen in den Weg stellten. Hunger und Leid gehörten ebenso zum Alltag wie die Angst vor der nächsten grundlosen Kontrolle durch die Nazis. Die Schauspieler versuchten, den Menschen ein bisschen Freude im Alltag zu bereiten, sie zum Lachen zu bringen und sie für ein paar Stunden, die Angst vergessen zu lassen.

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Michael Cunningham: Ein Tag im April

Der US-amerikanische Schriftsteller und Pulitzerpreisträger Michael Cunningham (Jahrgang 1952) hat einen neuen Roman geschrieben. Der Luchterhand Literaturverlag gab am 1. Mai 2025 die deutsche Ausgabe unter dem Titel „Ein Tag im April“ heraus. Die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch übernahm Eva Bonné.

Eine Generation der Unschlüssigen und Unzufriedenen

Der Roman heißt im Original „Day“ und spielt am jeweils 5. April der Jahre 2019, 2020 und 2021.

Am 5. April 2019 (morgens) leben Isabel Walker, Dan Byrne, Robbie Walker und die Kinder Nathan und Violet in einem Haus in Brooklyn, NYC. Isabel arbeitet für ein Hochglanzmagazin und ist dort für die Fotostrecken verantwortlich. Dan, Isabels Ehemann, betreut Haushalt und Kinder. Er träumt von einem Comeback als Rocksänger. Robbie, Isabels homosexueller Bruder, ist Lehrer und wohnt im Dachgeschoss. Robbie ist im Internet mit seinem Liebhaber Wolfe unterwegs. Mit geklauten und bearbeiteten Fotos generiert er Follower für Wolfes fiktives Leben. Isabel unterstützt ihn dabei kreativ. Nathan und Violet, zehn und fünf Jahre alt, teilen sich ein Zimmer. Violet ist träumerisch, versponnen, glaubt, dass sie eine übersinnliche Gabe besitzt. Nathan ist ein unsicherer Junge an der Schwelle zur Pubertät. Beide lieben ihren Onkel Robbie.

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