Samuel Burr: Das größte Rätsel aller Zeiten

Auf ungewöhnliche Weise erzählte Geschichte über die Suche nach Zugehörigkeit

Rätsel – wer liebt sie nicht. Kreuzworträtsel, Bilderrätsel, Geheimcodes, Puzzles, Labyrinthe: All das erdenken und erschaffen die Mitglieder der „Gemeinschaft der Rätselmacher“. Diese außergewöhnlichen Menschen haben sich zusammengefunden dank der Initiative von Pippa Allsbrock.

So erzählt dieser Roman vor allem ihre Geschichte, die Geschichte einer Frau, die stets ihren Weg ging, für ihre Rechte als Frau kämpfte und dabei viele Opfer brachte. Vor allem hat sie es nie geschafft, eine Familie zu gründen, nie den Mann fürs Leben gefunden. Also wird die Gemeinschaft, die sie 1979 gründet, ihre Ersatzfamilie. Mit der sie schließlich sogar in eine Hausgemeinschaft zieht.

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Carys Davies: Ein klarer Tag

Carys Davies ist eine walisische Autorin von Kurzgeschichten und Romanen. Nach Jahren in den USA lebt sie heute im schottischen Edinburgh. Ihr erster Roman „West“ erschien 2019 auf Deutsch. Nun veröffentlichte der Luchterhand Literaturverlag am 14. August 2024 ihren neuen Roman „Ein klarer Tag“ in einer Übersetzung von Eva Bonné.

„Clearances und Disruption of 1843“

Auf 224 Seiten erzählt Carys Davies die Geschichte von John Ferguson, einem armen Pfarrer der neuen schottischen Freikirche, der sich 1843 aufmacht zu einer kleinen, weit nördlich vor der Küste Schottlands gelegenen Insel, um den letzten Bewohner aufzufordern, seine Heimat zu verlassen. Als Hintergrund wählt sie zwei reale historische Entwicklungen in Schottland:

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Rachel Caine: Asche und Feder: Die magische Bibliothek 03

Willkommen in einer Welt, in der Bücher alles, Wissen gefährlich und die Bibliothek ein despotischer Herrscher ist. Sind sie jetzt verwirrt – nun, eigentlich ist dies, wie im Übrigen fast alles, einfach, wenn man weiß, was dahinter steckt. Einst gründeten die Pharaonen die Bibliothek – ein Hort des Wissens, der ihnen zur Verfügung stehen, und ihre Macht sichern und vermehren sollte. Doch dann entschieden die Archivare der Bibliothek, dass das Wissen nicht nur dem Herrscher, sondern allen Menschen zugänglich sein sollte. Ein hehrer Vorsatz, der in den Jahrhunderten danach dazu führt, dass ein Jeder ein Blankobuch erhält, in das er alle zugänglichen Bücher der Bibliothek laden und lesen kann. Der private Besitz von papierenen Büchern ist dagegen streng verboten.

Haben sie im vorletzten Satz das Wörtchen „zugänglich“ bemerkt?

Nun ist ja auch einzusehen, dass gefährliche Bücher – etwa über das Herstellen von Sprengstoff oder der Auslösung von Seuchen – unter Verschluss gehalten werden. Inzwischen aber hat sich, wie so oft, eine eigentlich richtig gute Idee verselbstständigt.

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Nikolas Kuhl, Stefan Sandrock: Das Dickicht

Wieder ein neues Ermittlerteam für Hamburg. Ein recht ungleiches Team findet sich da zusammen, um einen alten, eigentlich längst zu den Akten gelegten Fall neu aufzurollen und Ermittlungen wieder aufzunehmen, die ein inzwischen verstorbener Kollege auch nach dem offiziellen Abschluss der Ermittlungen sozusagen privat weitergeführt hatte. Juha Korhonen, Kriminalhauptkommissar bei LKA Hamburg mit finnischen Wurzeln war damals noch recht jung, als er gemeinsam mit seinem damaligen Partner Werner Swoboda die Entführung eines 14-jährigen Jungen aufklären sollte. Das Lösegeld wurde gezahlt, durch einen Hinweis konnte der Junge auch gefunden werden. Verbuddelt in einer Kiste im Wald, die zwar über ein Belüftungsrohr verfügte, das aber durch herabfallendes Laub verstopft war. Der Junge hatte nicht überlebt. Wenig später wurde dann auch der vermeintliche Täter überführt – ein Jugendlicher, der Selbstmord begangen hatte. Seine Mutter hatte nach seinem Tod in seinem Schrank einen Rucksack und eine Decke gefunden, die dem Opfer zugeordnet werden konnten. Eigentlich alles klar. Und dennoch hat Swoboda keine Ruhe gegeben. Seine weiteren Erkenntnisse konnte er allerdings nicht mehr öffentlich machen, er starb wenig später an Krebs.

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Uli Brée: Jugendsünden

„Öd“ heißt der Schauplatz des Geschehens in Uli Breés Buch „Jugendsünden“. In Öd ist der Name Programm. Beschaulicher geht es nicht mehr, denn um Öd herum liegt sehr viel Provinz. In diesem Ambiente ist Lieselotte, die „Liesl von der Post“, die Postbotin. Sie kennt alle und jeden und weil sie natürlich weiß, wer was wo bestellt und wer welche Briefe; Rechnungen, Mahnungen, gerichtliche Vorladungen usf. bekommt, ist ihr auch das Privatleben der Öder nicht fremd. Umso erstaunter ist sie, als sie die Leiche von Magdalena Schamberger findet, der sie ein Päckchen zustellen muss, denn besagte Verstorbene war Mitglied in zahlreichen ehrbaren, ja biederen Vereinen und ist allem Anschein nach beim Liebesspiel in ihrem Bett verstorben.

Noch viel mehr staunt die Liesl von der Post bei einem Blick in Schambergers Kleiderschrank und bei einem in ihren Keller. Die Dame hatte eine ausgeprägte Neigung für sadomasochistische Vergnügungen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Dr. Barbara Gapp beginnt Liesl zu recherchieren, denn sie ist sicher, Magdalena Schamberger ist keines natürlichen Todes gestorben. Und ruckzuck gibt es eine weitere Leiche.

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Antoine Laurain: Auf gefährlich sanfte Art

Faszinierendes Psychospiel mit überraschendem Ausgang

Wenn man zu einem Buch dieses französischen Autors greift, weiß man, dass man eine gut geschriebene und meist sehr verblüffende Geschichte bekommt. So auch mit diesem neuen Roman, dessen Ich-Erzähler ein Pariser Psychoanalytiker ist.

Doktor Faber, so sein Name, bekommt eine neue Patientin, Nathalia. Sie erzählt, sie sei Fotografin, aber es sei ihr momentan unmöglich, ihre Arbeit zu verrichten. Daher benötige sie nun die Hilfe des Arztes.

Doch auf seine üblichen Fragen, die bei anderen Patienten funktionieren, die dazu führen, dass diese sich öffnen, reagiert Nathalia nicht. Sie antwortet einsilbig mit ja oder nein. All seine sonst probaten Methoden scheinen bei dieser mysteriösen Patientin nicht zu fruchten.

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Heather G. Harris: Glimmer 2: Tod einer Nymphe

Jessica Sharp – genannt Jinx – hat im ersten Band dieser Serie lernen müssen, dass neben ihrer Welt, Norm genannt, noch andere existieren. Hauptsächlich die Anders genannte Parallelwelt, in der Fabelwesen auch Fabelwesen sein dürfen. Den Grundgedanken, dass die beiden Welten Parallelwelten sind, die nebeneinander und übereinander existieren, fand ich schon im ersten Band ziemlich gut. Hier geht die Heather G. Harris noch einen Schritt weiter und verlegt Drogenprobleme ins Anders. Witzig, wie ein oller Patriarch wie der Drache Emory damit umgeht, dass seine Teenies plötzlich Drogen nehmen und auch witzig, wie schnell er sich – auch innerlich – verändern kann, wenn er ins Norm wechselt.

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Betty Cayouette: One last shot

Theo und Emerson waren als Teenager unzertrennlich, doch gerade als sie sich ihre Gefühle gestehen, zieht Emerson überstürzt weg. Zehn Jahre später ist sie ein gefragtes Model und er ein Modefotograf. Eine Erinnerung am Handy erinnert an den Heiratspakt, den sie vor Jahren geschlossen hatten. Kurzerhand lässt sich Emerson für eine Kampagne buchen, die er fotografiert und reist somit nach Italien. Doch Theo ist nicht so glücklich Emerson zu sehen, wie sie erhofft hatte …

Ein Buch für alle, die Friends-to-lovers und Second-Chance-Trope gerne lesen.

Ich bin allerdings nicht ganz so überzeugt von diesem Buch und würde es eher als Sommerlektüre bezeichnen, denn passieren tut in der Geschichte eigentlich nicht so viel wie erhofft. Auch wird nicht viel auf das wunderschöne Setting der italienischen Bergdörfer eingegangen, wie ich es gedacht habe. Das Thema des Buches, was allem Anschein nach die Kritik an der Modewelt ist, kam gut rüber. Das gewisse Etwas um mich durch das ganze Buch begeistern zu können fehlte mir aber, ein rechtes Lesefeeling stellte sich zu keiner Zeit ein.

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David Wagner: Verkin

David Wagners Roman „Verkin“ nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Türkei und das bewegte Leben der titelgebenden Protagonistin. Verkin, eine armenische Türkin in ihren Siebzigern, berichtet dem Erzähler – einem Berliner Schriftsteller – von ihrer außergewöhnlichen Vergangenheit. Die Erzählung erstreckt sich von ihrer Kindheit am Bosporus über die dramatischen Ereignisse des armenischen Genozids, den ihr Vater überlebte, bis hin zu ihrem glamourösen Leben in internationalen Künstlerkreisen und ihrer politischen Tätigkeit in der Türkei. Allerdings kommen auch westliche Themen vor, denn Verkin hat lange in Deutschland gelebt und hatte zwei deutsche Männer.

​Das alles erfährt der Ich-Erzähler aus zeitlich zum Teil weit auseinanderliegenden Gesprächen mit Verkin, wobei Wagner im Vagen lässt, ob ihre Erzählungen der Wahrheit entsprechen oder ausgedacht sind. Dieses Romankonstrukt hat zur Folge, dass es keinen durchgängigen Plot gibt. Der Text wirkt wie eine manchmal etwas willkürliche Aneinanderreihung von Anekdoten und Erinnerungen, die teilweise jeweils nur schlaglichtartig beleuchtet werden, um dann zum nächsten Thema zu springen.

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Daniela Krien: Mein drittes Leben

Daniela Krien ist seit 2010 freie Autorin. „Mein drittes Leben“ steht auf der Longlist der Nominierungen für den Deutschen Buchpreis 2024. Die Autorin Daniela Krien ist Jahrgang 1975 und lebt in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin.

Ihre vorangegangenen Romane Die Liebe im Ernstfall und Der Brand standen monatelang auf der Bestsellerliste und wurden in viele Sprachen übersetzt. Für ihren Erzählband Muldental wurde der Autorin 2015 der Nicolas-Born-Debütpreis verliehen.

Die Protagonistin Linda durchlebt zwei einschneidende Schicksalsschläge. Erst verliert sie ihre Tochter bei einem tragischen Verkehrsunfall, danach muss sie gegen eine Krebserkrankung ankämpfen, wobei sie mit der Diagnose nicht groß hadert. Sie betrachtet die Erkrankung pragmatisch als logische Folge ihrer Trauer. Seit Sonjas Tod hat sie sich selbst verloren.

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