Thilo Wydra: Eine Liebe in Paris: Romy & Alain

Ich war etwa 12 Jahre alt, als im Fernsehen jeden Mittwoch ein Film mit Alain Delon kam. Ich war sofort schockverliebt. Inzwischen hat sich mein Beuteschema gewandelt, aber mich befällt noch immer eine leise Wehmut, wenn ich Alain Delon sehe. Daher war das Buch „Eine Liebe in Paris“ von Thilo Wydra für mich Pflichtlektüre.

Romy Schneider und Alain Delon begegnen sich im April 1958, als beide die Hauptrollen in dem Film „Christine“ spielten.  Sie war zu dieser Zeit schon eine bekannte Schauspielerin, die sich vor allem mit den „Sissi“-Filmen einen Namen gemacht hatte. Er war noch ein unbeschriebenes Blatt und hatte doch schon einiges erlebt. Folgerichtig erzählt Thilo Wydra im ersten Teil zwei Geschichten, die sich doch ähneln. Romy, die Tochter zweier Filmschauspieler (Magda Schneider und Wolf Albach-Retty), findet selten die Aufmerksamkeit ihrer Eltern.  Alain Delon wiederum fühlt sich nach der Scheidung seiner Eltern in beider neuen Familien eher als unwillkommener Störenfried.

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Brandon Mull: Die Zuflucht der Drachen: Fabelheim 04

Gut zwei Jahre ist es jetzt her, dass die Geschwister Kendra und Seth ihre Großeltern das erste Mal in ihrem abgelegenen Reservat für wilde Tiere besucht haben. Dass ihr Opa dabei nicht etwa Pumas, Büffel oder Elefanten schützt, sondern solch merkwürdigen, so manches Mal auch furchteinflößenden Wesen wie Trollen, Feen und Zentauren ein sicheres Heim bietet, hat sie doch ziemlich überrascht. Als dann noch offenbar wurde, dass Kentra eine besondere Beziehung zu den Feen und deren Königin hat, wurde die Sache erst so richtig interessant.

In den auf der ganzen Welt verteilten und versteckten Reservaten leben die übernatürlichen Wesen sicher und friedlich vor Verfolgung. Dass in den Reservaten auch fünf magische Artefakte versteckt sind, mit denen sich das Gefängnis der Dämonen öffnen lässt, ahnen unsere beiden Abenteurer zunächst noch nicht. Als dann aber die Gesellschaft des Abendsterns eingreift und versucht, die Artefakte in ihren Besitz zu bringen, um die Dämonen zu befreien, beginnt ein Wettlauf um die Suche nach den Schlüssel-Artefakten.

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Susanne Lipps: Bücherorte

An diesem Buch kommt niemand, der Bücher liebt, vorbei. Man kann sich wunderbar hineinträumen in diese Bücherorte, die hier liebevoll mit Wort und Bild vorgestellt und beschrieben werden. Und man möchte sofort die Koffer packen und sie besuchen, die Buchhandlungen, die Bibliotheken in ganz Europa.

Dabei wusste ich peinlicherweise gar nicht, dass die UNESCO Literaturstädte und Hauptstädte der Bücher auswählt. Doch solche sind es, die in diesem sehens- und lesenswerten Buch zusammengestellt und gezeigt werden.

In drei Kapitel ist das Buch untergliedert. Das erste mit dem Titel „Stadtgeschichten“ stellt von Dublin bis Krakau, von Granada bis Lillehammer Städte vor, die sich (nicht nur) der Literatur verschrieben haben, Städte, in denen berühmte Schriftsteller und Schriftstellerinnen lebten und arbeiteten.

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Livia Haydon: A Whispered Curse

Madison beginnt ihren Masterstudiengang verspätet im Semester und hat davor nur im Fernstudium gelernt – das Campusleben ist damit eine komplett neue Erfahrung für sie. Dazu auch noch eine, die nicht sonderlich gut beginnt, als sie sich im Waschraum irrt und prompt mit einem arroganten, kaum bekleideten Typen zusammenstößt. Von diesem Moment an scheint das Schicksal ein Auge auf die beiden geworfen zu haben, denn sie laufen sich wieder und wieder über den Weg. Und obwohl die Anziehung zwischen ihnen unleugbar ist, bleibt der Fremde – Darien – auf Abstand. Sein Beweggrund: Auf ihm lastet ein Familienfluch und körperliches Begehren ruft eine Dämonin auf den Plan, die seiner Partnerin die Lebensenergie raubt.

Dennoch schaffen es die beiden nicht, sich voneinander fernzuhalten. Kann Madison Darien helfen, den Fluch zu lösen, der verhindert, dass er anderen Menschen nahe kommt?

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Robert Seethaler: Das Café ohne Namen

Robert Seethaler erzählt in seinem Roman „Café ohne Namen“ von Robert Simon, 31 Jahre alt, der am Karmelitermarkt in Wien alle anfallenden Kleinigkeiten erledigt. Er schmiert Scharniere, schneidet Gemüse, stapelt leere Paletten. Man schreibt das Jahr 1966. Robert wohnt bei der freundlichen Kriegerwitwe Martha Pohl zur Untermiete. Eines Tages fällt ihm in der Nähe des Marktes ein leerstehendes Lokal auf und er beschließt, ein Café zu eröffnen. Weil er sich nicht entscheiden kann, wie man es nennen könnte, bleibt es einfach das Café ohne Namen. Die Speisekarte ist überschaubar.

Neben Getränken aller Art gibt es Schmalzbrote und Salzgurken. Simon aber macht seine Sache gut und bald versammelt sich ein kunterbuntes Völkchen in seinem Lokal. Es kommen Unglückliche, die ihren Kummer erbittert ertränken, Verliebte, die einander tief in die Augen schauen, Einsame, die zum stillen Inventar werden und Laufkundschaft vom Markt, die gemütlich einen Kaffee trinken möchte. Bald schon braucht Robert Verstärkung und findet sie in Mila, die ihren Job in einer Fabrik verloren hat, weil diese geschlossen wurde.

Verliebt in Jascha

Sie wird Roberts unerlässliche Angestellte. Einige Leute, die im Café ohne Namen ein und aus gehen, begleitet man ein Stück ihres Lebensweges. Es ist oft kein glückliches Stück. Robert selbst verliebt sich in die drogensüchtige Jascha, erkennt aber, dass das Leben mit ihr eine Katastrophe wäre und Jascha verschwindet so plötzlich, wie sie aufgetaucht ist. Schließlich gibt es ein großes Fest. Aus welchem Grund, sei hier nicht verraten. Die Dinge ändern sich für Robert allerdings markant.

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Alex Johnson: Schreibwelten

Wer das Lesen liebt, wer Hochachtung vor Schreibenden empfindet, der sollte dieses Buch haben: „Schreibwelten“ von Alex Johnson. Ein ganz wunderbares, wunderschön gestaltetes Buch über die Welten, in denen berühmte Autorinnen und Autoren ihre Werke verfassen.

Zusammen mit sehr ansprechenden, gelungenen Illustrationen schildert der Autor die Umgebungen, die Rituale und Manierismen weltbekannter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. In alphabetischer Reihenfolge stellt er so unter anderem die Gewohnheiten der Brontë-Schwestern vor, beschreibt das Arbeitszimmer von Anton Tschechow oder die Methode, mit der Jane Austen die Tinte herstellte, die sie zum Schreiben brauchte.

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Charlotte Lyne: Der Glanz der großen Träume

Wir sind in Deutschland am Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Roman „Der Glanz der großen Träume“ von Charlotte Lyne musste Lilly Adler ihre großen Filmträume begraben und ist mit dem Schreiner Walther Faßbinder verheiratet. Es war nie eine Liebesheirat, aber man arrangiert sich. Lilly kann jedoch niemals ihre große Liebe, den Filmemacher Stiller vergessen und Walther versucht sie mehr und mehr in der Enge des Familienbetriebes einzusperren. Dabei ist er noch derjenige, der ihr die meiste Freiheit gibt, er Rest seiner und ihrer Familie hat noch weniger Verständnis für ihre Ambitionen. Dabei hat sie doch gerade erst eine umwerfende Idee für ein Drehbuch, wie es die Welt noch nie gesehen hat.

Die Adler-Saga ist ein schönes Gemälde der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, als Frauen noch von der Meinung ihrer Männer abhängig waren. Sehr nachvollziehbar auch beschrieben, wie sich der Wind während der Jahre drehte, wie das Leben immer eingeengter und schwieriger wurde, nicht nur für Juden. Ein wenig anstrengend fand ich die Fülle an Protagonisten, die alle ihre eigene Geschichte haben. Ich weiß nicht warum, normalerweise kann ich viele Protagonisten ganz gut auseinanderhalten, aber hier ist mir das einfach nicht recht gelungen, obwohl sie wirklich nicht blass blieben.

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Lynette Noni: Die Schattenerbin: Prison Healer 03

Im Roman „Die Schattenerbin“ von Lynette Noni fühlt sich Kiva wie in einem ganz schlechten Alptraum. Nicht genug damit, dass ihre eigene Schwester alle Menschen, die Kiva etwas bedeutet haben, verraten und verfolgt hat, Kiva selbst wurde, natürlich erst, nachdem sie ihrer Schwester den Weg zum Thron mit ihren Informationen frei gemacht hat, gefangen gesetzt und dorthin verfrachtet, wo sie nie im Leben wieder hin wollte.

Unter Drogen gesetzt findet sie sich im Zalindov-Gefängnis wieder – einem Ort, von dem außer ihr selbst noch nie jemandem die Flucht gelungen ist, ein Gefängnis, in dem so einige Aufseher und der Leiter ungeduldig auf Kiva warten. Für diese gibt es nur eines – Rache an dem Flüchtling, die sie hat mehr als schlecht aussehen lassen, zu nehmen.

Dann wird sie aus dem Gefängnis abgeholt – nein, freigesetzt wird sie nicht, ganz im Gegenteil, soll sie doch als Belohnung den mit ihrer Schwester verbündeten Anführer eines der Reiche ehelichen – ob sie will, oder nicht, wen schert es?

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Maurice Höfgen: Teuer!

Das Drama heißt Inflation. Es befinden sich verschiedene Interessenvertreter auf der schwarzen Bühne. Vorhang auf, Spot an für den 1. Akt: Es treten auf:
Die EZB, die stabile Preise bei 2% Inflation will. Die Banken, die solvente Schuldner wollen. Die Schuldner/Investoren, die Gewinnmaximierung wollen, um ihre Konkurrenten im Preiskrieg zu besiegen. Die Politiker, die sich für die nächste Wahl gut präsentieren wollen. Und eine Handvoll Bürger, hinten links, die Frieden und genug Geld für ihr Leben verdienen wollen.

2. Akt: Eskalation. Großes Geld frisst kleines Geld.

3. Akt: Im Wirtschaftskrieg fallen die Grenzen. Für die Gegner gibt es kein Erbarmen. Aus Prinzip werden keine Gefangenen gemacht.

4. Akt: Das Massaker. Die Überlebenden zahlen die Reparationskosten.
5. Akt: Die Inflation wächst.
6. Akt: Abzug der Interessenvertreter. Es bleiben die Bürger. „Weil der Markt nicht regelt, muss der Staat den Notfall planen.“ (S. 198)

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Karin Peschka: Dschomba

Wie in einem großen Gewebe sind die Figuren in Karin Peschkas Roman „Dschomba“ miteinander verbunden. Behutsam stellt die Autorin deren Bezogenheit aufeinander dar. Am 9. November 1954 tanzt ein Fremder barfuß, nur in Hemd und Hose gekleidet, bei Regen in der Kleinstadt Eferding auf dem Friedhof herum. Dabei singt, brüllt er eigentlich ein serbisches Wiegenlied. Es handelt sich um Dragan Dzomba, einen Serben, von Beruf Schlosser, wie sich später herausstellt. Der Dechant, kirchlicher Würdenträger und Pfarrer in Eferding, wird gerufen, um ihn zur Räson zu bringen.

Das gelingt ihm zum großen Erstaunen der herbeigeeilten Stadtbevölkerung auch und er quartiert diesen seltsamen, offensichtlich mittellosen Menschen bei sich im Pfarrhof ein. Was es mit Dragan „Dschomba“ auf sich hat, das deckt die Autorin sachte Schritt für Schritt auf. Sie berichtet von der Pfarrersköchin Agnes Kern, die bei der Mutter des Dorfgendarmen wohnt, dort nach dem Rechten sieht, neben dem Pfarrhaushalt auch die alte Frau betreut. Es gibt den Querulanten, den das Leben zu einem unleidlichen Mitbürger gemacht hat, dessen Freund, den Mesner, den Priesteramtsstudenten Raidinger, natürlich den Dechant, die junge Mutter Lotte, den angeblich einfältigen Silvester Moor und allerlei weitere Figuren. Mittendrin im Geschehen die kleine Karin Peschka, die Tochter des Wirtes.

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