Miranda Malins: Die Tochter des Königsmörders

Der traditionsreiche Spruch – „Der König ist tot, lang lebe der König“ – passt 1657 nicht mehr. Nach vielen Kämpfen ist der tyrannische König Charles nicht nur abgesetzt worden. Seine politischen Gegner unter der Führung von Oliver Cromwell haben ihn zum Tode verurteilt. Das Vakuum der Macht braucht nun einen Nachfolger, der jedoch über weniger Macht verfügen soll. Doch wie kann dies bei unterschiedlichen Vorstellungen funktionieren? Oliver Cromwell und seine politischen Freunde setzen sich nun für eine Gewaltenteilung und mehr Macht in einem geteilten Parlament ein.

Cromwells jüngste Tochter Frances verfolgt mit großem Interesse die Ränkespiele im Palast und erfährt bei Familienzusammenkünften, wie aus dem politischen Kampf ein wüstes Hin und Her entsteht. Plötzlich werden aus alten Weggefährten und Freunden Rädelsführer, die die Ermordung von Oliver Cromwell und seiner Familie planen. Bei einem missglückten Attentat im Palast begreift Frances, wie gefährlich ihr luxuriöses Leben als „Prinzessin“ geworden ist. In ihr wächst der rebellische Gedanke: Wenn jederzeit ihr Leben bedroht ist, dann will sie auch in Freiheit leben. Weiterlesen

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Ragnar Jónasson: Frost

Ist es nun ein Krimi, ein Thriller oder eher ein Psychogramm? Der Roman setzt in gewisser Weise die Reihe um die Kommissarin Hulda fort, auch wenn sie in diesem Band nur eine Nebenrolle spielt.

Hauptfigur ist Helgi, dem man im dritten Band um Hulda bereits begegnet ist, denn er wird ihr Nachfolger im Kommissariat. Doch noch ist es nicht soweit, noch arbeitet Helgi an seiner Abschlussarbeit des Studiums. Das Thema, das er sich gewählt hat, beschäftigt sich mit einem sogenannten Cold Case, einem ungeklärten Mordfall vor dreißig Jahren. Damals wurde in einem Tuberkulosekrankenhaus eine Schwester ermordet, später kam noch ein weiterer Todesfall hinzu.

Der Autor erzählt die Geschichte auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven. So verfolgen wir einerseits die Recherchen Helgis, der sich bemüht, die Zeugen von damals zu treffen und zu befragen. Zum anderen erleben wir die damaligen Geschehnisse aus der Sicht von Tinna, einer Krankenschwester, die zur Zeit des Mordes in der Klinik arbeitete, sowie aus den Blickwinkeln einiger anderer Zeugen. Schließlich gibt es noch eine weitere Zeitebene, die Ereignisse in dem Tuberkuloseheim lange vor den Morden schildert. Weiterlesen

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Marc-Uwe Kling & Astrid Henn: Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE

Das NEINhorn ist beleidigt. Es hat sich mit der KönigsDOCHter gestritten und ist von seinen Freunden weggerannt, weit weg, bis in den dichten, dunklen Dschungel. Dort sitzt es nun und schmollt. Aber es ist nicht alleine. Es begegnet ihm die SchLANGEWEILE, ein Tier mit noch viel schlechterer Laune. Der SchLANGEWEILE ist langweilig und sie hat zu nichts Lust. Egal, was das NEINhorn vorschlägt, sie findet alles schlangweilig.

Nach einer langen Auseinandersetzung zieht das NEINhorn schließlich weiter bis zum wunderlichen Vulkan, der Schnee spuckt. Dort hat es nicht nur eine herrlich winterliche Landschaft, sondern kann auch das ganze Land der Träume überblicken. Doch was bedeutet das alles schon, wenn seine Freunde nicht dabei sind? Weiterlesen

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Robert Jackson Bennett: Der Schlüssel der Magie 02: Der Meister

Drei Jahre ist es nun her, dass die ehemalige Sklavin Sancia mit ihrer sribierten Platte im Kopf nebst ihren Freunden das große Haus der Candianos und ihrem intelligenten Berg bestohlen und vernichtet haben. Seitdem habe sie ihr eigenes Haus gegründet, die Art und Weise, wie die Geheimnisse der Skriber genutzt und weitergegeben werden revolutioniert und das Leben in Tevanne ein klein wenig sicherer und lebenswerter gemacht. Doch, wehe, wenn es einem zu gut geht und man einmal meint, durchschnaufen zu können.

Aus den von Revolution und Sklavenaufständen heimgesuchten Kolonien kehrt etwas in die Metropole zurück, das seit Jahrtausenden verschollen war. Crasedes Magnus, der erste der Hierophanten, ein Mann, der sich zum unsterblichen Gott aufgeschwungen hat, der die Zeit ebenso zu manipulieren weiß, wie den Raum und Materie ist zurück – und er will sein Lebenswerk vollenden – er will die Schöpfung nach eigenem Gutdünken umgestalten. Was ihm zum Erreichen seines Zieles fehlt – ein Artefakt, das im zerstörten Berg versteckt ist, sowie zwei semi-intelligente Hierophanten-Kreationen – die Göttin Valeria und Clef, den alles öffnenden Schlüssel … Weiterlesen

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Elena Ferrante: Das lügenhafte Leben der Erwachsenen

Elena Ferrante und Neapel gehören seit ihrer „Neapolitanischen Saga“ einfach zusammen. Auch „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen spielt sich in Neapel ab. Die Plätze und Straßen, in denen die Handlung angesiedelt ist, sind auch diesmal nicht erfunden, sondern in der süditalienischen Stadt ganz nach Ferrante-Manier auffindbar.

In den Neunziger Jahren ist die junge Protagonistin Giovanna dreizehn Jahre alt. – Ein Lebensabschnitt, in dem alles im Umbruch ist. Es sind nicht nur ihre körperliche Veränderungen, mit denen Giovanna sich auseinandersetzt. Sie hinterfragt viel, so auch das Verhalten der eigenen Eltern. Das Mädchen, das eine behütete Kindheit hatte und deren intellektuelle Eltern auf eine gute Bildung ihrer Tochter bedacht sind, rebelliert. Sie zeigt keine Interessen mehr an der Schule und macht sich mit Minderwertigkeitsproblemen das Leben schwerer als es ist. Sie nimmt Kontakt auf zu ihrer Tante Vittoria, einer Schwester ihres Vaters, die von ihren Eltern seit jeher gemieden wird. Vittoria lebt quasi in einer ganz anderen Welt, aus der Giovannas Vater sich einst mit viel Fleiß herausgekämpft und die er regelrecht aus seinem Leben herausradiert hat. Weiterlesen

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Victoria Selman: Sieben Opfer

London zur Hauptverkehrszeit: Ein vollbesetzter Personenzug rast gegen einen entgleisten Tankwagen. Im explodierenden Personenzug ist Ziba MacKenzie, Profilerin beim Scotland Yard und durch diverse Einsätze in Sonderkommandos bestens ausgebildet für Krisensituationen. So zögert sie nicht lange und beginnt unverzüglich, den verletzten Menschen um sie herum zu helfen. Dabei richtet eine sterbende Frau ihre letzten Worte an Ziba: „Er hat es getan. Sie müssen es jemandem sagen!“

Diese Botschaft lässt Ziba nicht mehr los, auch nicht, als sie am nächsten Morgen einen Anruf bekommt. Scotland Yard braucht ihre Hilfe: Eine Leiche ist gefunden worden und scheint das nächste Opfer eines Serienmörders zu sein, dessen letzte Tat 25 Jahre zurückliegt. Ziba nimmt den Auftrag an. Zum einen ist sie dankbar für Ablenkung, weil vor einiger Zeit ihr Ehemann gestorben ist, und zum anderen hofft sie, mit Zugang zu den behördlichen Datenbanken vielleicht etwas mehr über die Frau aus dem Zug herausfinden zu können. Damit beginnt für Ziba die Jagd nach dem „Lacerator-Killer“ – und schon bald zeigt sich, dass eine Verbindung zu der geheimnisvollen letzten Botschaft zu bestehen scheint.

Victoria Selman präsentiert mit „Sieben Opfer“ nach einigen Kurzgeschichten in Krimi-Anthologien ihren ersten Roman. Die Londoner Journalistin schreibt für verschiedene Zeitungen und konnte in ihrer britischen Heimat gleich mit ihrem Debüt einen Bestseller landen. Band zwei und drei der Reihe um Ziba MacKenzie sind in Großbritannien bereits 2019 und 2020 erschienen. Weiterlesen

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Alice Oseman: Heartstopper Volume One

Der vierzehnjährige Charlie hat sich geoutet, und danach hörten mit Hilfe seiner Freunde die Angriffe einiger Mitschüler auf. Nun hat das Versteckspielen ein Ende, denkt er, bis ihm bei einem Schüleraustauschprogramm Nick begegnet. Nick ist älter, spielt erfolgreich in der Rugbymannschaft der Schule und scheint ein typischer Hetero-Typ zu sein. Trotzdem verliebt sich Charlie in den neuen Freund. Wenn sie zusammen sind, haben sie Spaß. Und sogar Nicks Mutter meint zu Nick, wenn er seine Freizeit mit Charlie verbringe, sei er wieder wie er selbst. Doch was hat dies genau zu bedeuten? Die beiden Freunde sind irritiert, wie soll es mit ihrer Freundschaft weiter gehen?

Die Autorin Alice Oseman zeichnete schon während ihres Abiturs an dem Comic zu den beiden Jugendlichen Charlie und Nick. Beide waren in ihrem Debütroman Solitäre Nebenfiguren. Anfangs begann sie deren Hintergrundgeschichte zeichnerisch darzustellen. Der erste Block wurde voll, und dann der zweite. Inzwischen hat sich daraus eine wunderschöne Liebesgeschichte ergeben, deren Entwicklung einfach nur Spaß macht. Mit wenigen Strichen vermag sie prägnante Charaktere und deren Gefühlslage zu zeichnen, so dass Bilder und Worte jeweils für sich sprechen. Weiterlesen

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Carmen Maria Machado: Das Archiv der Träume

Das Traumhaus steht in Bloomington, Indiana, am Rande der Stadt, am Rande einer Wiese, neben dem Wald. Das Traumhaus ist Liebe, ist Leidenschaft, Glück, ist Vorwurf, Schuldzuweisung, Drohung. Es ist ihr Haus, sie hat es bezogen und nie richtig eingeräumt. Sie hat Liebe gegeben und Demütigungen, war zärtlich und unberechenbar.

Die amerikanische Autorin Carmen Maria Machado erzählt ihre eigene Geschichte. Erzählt von ihrer Beziehung zur Frau aus dem Traumhaus, welche zum Albtraum wurde. Diese Frau wird nie mit Namen genannt, sie ist immer nur „sie“. Sie ist schön, wirkt zerbrechlich und stark, sie ist die Traumfrau und ihre Liebe ist wie ein Wunder. Am Anfang besteht das Leben aus Lachen, gutem Sex und Leichtigkeit. Der Abgrund öffnet sich nur langsam, ist zunächst ein schmaler Spalt, über den sich mühelos springen lässt. Es gibt Streit, Eifersüchteleien, Kontrollversuche, später Hasstiraden, Beschimpfungen, manchmal Zärtlichkeiten.  Am Ende ist der Abgrund unüberbrückbar und lockt mit einem Sog aus Schuldgefühlen und Vermeidungsstrategien. Weiterlesen

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Naomi Fontaine: Die kleine Schule der großen Hoffnung

Der deutsche Titel des schmalen Büchleins klingt ein wenig gefühlsbetont, er kann in die Irre führen. Denn es geht nicht um eine nette, kleine Schule, in der große Hoffnungen Wirklichkeit werden. Der Originaltitel „Manikanetish, Petite Margerite“ indessen verweist auf den Namen einer Schule im Indianerreservat Uashat, rund neunhundert Kilometer nordöstlich von Montreal, wo der Sankt-Lorenz-Strom in den Atlantik mündet. Die Schule wurde Manikanetish genannt, kleine Marguerite, zum Gedenken an eine zierliche Frau dieses Namens, die Dutzende elternlose und schwierige Kinder aufgezogen hat.

Als Ich-Erzählerin Yammie ein kleines Mädchen war, zog die Mutter mit ihr fort nach Québec, weg vom Reservat der Innu, in ein besseres Leben. In Québec war Yammie eine Fremde, dunkelhäutig unter den Weißen. Sie hat studiert und ist Lehrerin geworden. Nach dem Studium will sie zurück nach Uashat. Sie möchte ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur Französisch beibringen, sondern auch, wie man sich selbst findet. „Ich würde den Schülern mit fester Stimme von meinem Studium erzählen und davon, warum ich Lehrerin geworden war. […] Ich würde ihnen nicht erzählen, was ich alles aufgegeben hatte. […] Und ich würde nicht auf Innu zu ihnen sprechen. Weil ich Schwierigkeiten mit der Grammatik hatte und den Akzent einer Weißen.“ (Zitat Kapitel „Das Unbekannte“) Weiterlesen

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Jenn Lyons: Drachengesänge 03: Die Erinnerung der Seelen

Die Welt befindet sich – einmal wieder – am Rande des Untergangs. Drei Mal schon war es nur den Anführern der Völker zu verdanken, dass das drohende Unheil, ach, was sage ich, die Zerstörung der Welt, der Tod all ihrer Bewohner verhindert werden konnte. Drei Völker gaben, als die acht Götter sie baten, ihre Unsterblichkeit um Vol Karoth, ein künstlich geschaffener Dämon, in seinem Gefängnis zu halten. Dreitausend Jahre haben sie so gewonnen, drei Millenien aber, die die Gefahr selbst nicht bannen konnten. Mittels seines Dieners Relos Var hat Vol Karoth seine Befreiung in die Wege geleitet. Die Götter ersuchen auch die Vané dazu zu bringen, das Ritual, das ihnen ihre Unsterblichkeit nehmen würde zu vollziehen – allein, eine wirkliche Lösung für die Bedrohung scheint dies auch nicht zu sein …

Wir begleiten – wie gewohnt in zwei Zeitebenen und Handlungsgruppen gesplittet – unsere von den Göttern, wie ihrem Schicksal arg gebeutelten Helden. Durch deren Augen sehen wir die Intrigen, die alle beteiligten Parteien anstoßen, erleben die Gefechte, den Verrat und das Leid der jeweiligen Völker mit. Weiterlesen

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