Robert Wilson: Ihr findet mich nie

robEinen soliden, spannenden und stilistisch gut geschriebenen Thriller legt der britische Autor Robert Wilson vor: „Ihr findet mich nie“.

Es handelt sich nach „Stirb für mich“, der im August 2013 in Deutschland erschienen ist, um den zweiten Roman mit dem Spezialisten für hochkarätige Entführungsfälle, Charles Boxer.

Der Fall, mit dem er sich diesmal befassen muss, dringt tief in sein Privatleben ein, denn Boxers eigene Tochter hat beschlossen, den Eltern für immer den Rücken zu kehren und reißt aus. Weiterlesen

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Wanjiku wa Ngugi: Die Scheinheiligen

scheinJe nachdem, was einem Menschen widerfährt, entwickelt er sein ganz persönliches Weltbild. Der reiche und zugleich beruflich erfolgreiche Anwalt Zack findet: „… Mein Großvater … sah ein, dass die Schwachen die Starken nähren, die Niederen die Höheren. Reichtum gedeiht nur auf Armut. Ich habe es nicht erfunden, aber so funktioniert die Welt eben …“ (S. 244)
Das Weltbild der jungen, schönen und armen Mugure hat seine Grundierung in Kenia erhalten. Zum ersten Mal lernt Mugure als junge Frau ihren Vater kennen, der ihr vier Jahre ein Studium in den Vereinigten Staaten bezahlen will. Weiterlesen

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Kirsten Boie: Schwarze Lügen

kirsAls ihre Klarinette durch den verhassten Stiefvater zu Bruch geht, beschließt Melody, abends nicht nach Hause zu kommen. Durch einen Zufall wird sie für Linda gehalten, die Enkelin eines reichen alten Mannes, der jedoch blind ist und so die Verwechslung nicht aufklären kann. Melody übernachtet an Lindas Stelle im Gästezimmer des alten Mannes und klärt das Problem nicht auf. Doch am nächsten Morgen ist alles anders! Ihr Bruder Amadeus wurde verhaftet, weil man ihn als Täter des am anderen Tag stattgefundenen Bankraubes identifiziert hat. Doch das kann Melody nicht glauben! Nicht Amadeus, dieser aufrichtige und ehrgeizige junge Mann! Und dann wird auch noch sie selbst gesucht, da sie mit dem erbeuteten Geld auf der Flucht sei. Tatsächlich befindet sich in Melodys roter Tasche ein großer Batzen Geld … Weiterlesen

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Lutz Seiler: Kruso

lutzLutz Seilers „Kruso“ gilt als einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis 2014, der am 6. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird. Und in der Tat entwickelt der Text in seinen besten Momenten eine Art magische Anziehungskraft, der man sich schwer entziehen kann. Anderes dagegen ist weniger positiv.

Der Roman ist aus der Sicht des psychisch labilen, selbstmordgefährdeten Germanistik-Studenten Edgar Bendler geschrieben, der im Sommer 1989 von Halle an der Saale nach Hiddensee reist, um den Tod seiner Freundin zu verdauen. Weiterlesen

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Ralf Schmitz: Schmitz‘ Häuschen, gelesen von Ralf Schmitz

hausWer kennt das nicht? Der ganz normale Bauwahnsinn, bei Ralf Schmitz, dem bekannten Comedian, in Form von Renovierungsintentionen, die er in seinem neusten Roman „Schmitz‘ Häuschen: Wer Handwerker hat, braucht keine Feinde mehr“ verarbeitet. Teils in Tagebuchform, teils in Leidensgeschichten berichtet er von seinem Händchen für Handwerker, Baubehörden und Do-it-yourself, zu dem er sich teilweise letztlich getrieben sieht. Dabei lässt er kein Klischee aus, tut dies allerdings sehr bewusst. Denn, das lernt man bei Schmitz und seinen Büchern schnell, Klischees kommen nicht von Irgendwo, meist haben sie einen wahren Kern! Weiterlesen

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Camilo Sánchez: Die Witwe der Brüder van Gogh

witweDie enge Beziehung zwischen den Brüden Vincent und Theo van Gogh kann man in vielen Biografien nachlesen. Camilo Sànchez hat eine Romanbiografie über Theos Ehefrau Johanna van Gogh-Bonger geschrieben, die mit 28 Jahren Witwe wurde. Theo starb ein halbes Jahr nach Vincent.
Drei Tag nach dem Selbstmord des Malers begann Johanna Tagebuch zu schrieben. Die Aufzeichnungen hat Sánchez in den Roman eingearbeitet und zeichnet das Leben der Frau nach, die wusste, dass die große Liebe ihres Mannes sein Bruder ist. Johanna ist „Die Witwe der Brüder van Gogh“, erbt 600 Gemälde, ebenso viele Briefe des Malers und 450 Zeichnungen. Sie organisiert die ersten Ausstellungen und wird eine erfolgreiche Kunstsammlerin. Lesenswert.

Camilo Sánchez: Die Witwe der Brüder van Gogh.
Unionsverlag, Juli 2014.
192 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Dragana Oberst: Jenseits der weißen Linie

dragaJana ist noch keine sieben Jahre alt, als sich ihr Leben schlagartig ändert. Der Vater verschwindet quasi über Nacht, die Mutter wandert nach Deutschland aus, um Geld zu verdienen. Der Familienrat beschließt, dass der elfjährige Bruder in ein Internat geht, während Jana bei der armen Großmutter in einem kleinen serbischen Dorf leben soll.
Das Jugoslawien der sechziger Jahre wird von Tito geprägt. Um ihn zu ehren, lernt sie zusammen mit den anderen Schulkindern regelmäßig Lobgedichte, die sie auf politischen Festakten vorträgt. Im Laufe der Jahre muss Jana lernen, dass jeder, der irgendwie aus dem gesellschaftlichen Gefüge ausbricht, am Rande der Gemeinschaft lebt. Und sie lernt, dass Fleiß und gute Noten nicht immer ausreichen, um dazuzugehören. Weiterlesen

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Flore Vasseur: Kriminelle Bande

krimiClara, Jérémie, Bertrand, Vanessa, Alison, Antoine und Sébastian haben an der Elite-Universität HEC in Paris studiert. Die Freunde haben eine unbeschwerte Zeit verlebt, inzwischen gehören sie zur Elite, haben Karriere gemacht als Politiker, Journalisten, Investmentbanker und PR-Agenten. Ihr Leben scheint die perfekte Erfolgsgeschichte zu sein, bis ein Dokument auftaucht, das beweist, dass eine New Yorker Investmentbank den Staatshaushalt manipuliert hat und in die europäische Finanzkrise involviert ist.
Das Leben hinter der Fassade der Freunde wird offenbar: Die Journalistin Clara arbeitet für eine Wirtschaftszeitung, die finanzielle Probleme hat, hohe Ansprüche an die journalistische Arbeit kann sie dort nicht mehr verwirklichen. Weiterlesen

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Thomas Hettche: Pfaueninsel

pfauZum engsten Kreis der Anwärter für den Deutschen Buchpreis gehörte auch Thomas Hettche. Sein Roman „Pfaueninsel“ stand auf der Shortlist.

Die Pfaueninsel liegt in der Havel bei Potsdam und war zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Art Paradies und Zufluchtsort für Preußens Könige mit allerlei ausgefallenen Tieren und Pflanzen.

Mit einer sehr poetischen Sprache, die sich zum Teil der altertümlichen Ausdrücke von einst bedient, lässt Hettche die fast märchenhafte Atmosphäre der damaligen Zeit auferstehen. Weiterlesen

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Mary Simses: Der Sommer der Blaubeeren

sommerMitdreißigerin Ellen wird durch den Tod ihrer geliebten Großmutter aus der Bahn geworfen. Es ist kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrem langjährigen Freund, der wie sie ein erfolgreicher Anwalt ist. Und trotz der Vorbereitungen beschließt Ellen, den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie reist von New York in das Küstenörtchen Beacon, wo diese viele Jahre gelebt hat, um einen Brief zu überreichen. Der Empfänger sagt Ellen nichts, doch schon bald findet Ellen Einiges über besagten Chet und ihre Großmutter heraus. Dann kreuzt auch noch der attraktive Roy ihren Weg und rettet sie ausgerechnet aus einer misslichen Lage. Weiterlesen

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