Christie Watson: Die Sprache der Menschlichkeit

Kann jemand eine Pflegekraft mit Herz und Seele werden, der bei seiner Einstellungsuntersuchung im Krankenhaus während der Blutabnahme in Ohnmacht fällt? Ja, davon bin ich überzeugt, denn genau das ist Christie Watson passiert und ihr Buch „Die Sprache der Menschlichkeit“ zeugt davon, dass sie dennoch eine Krankenschwester geworden ist, die ihren Beruf liebt.

Alles beginnt mit der Motivation. Und so zeigt Christie Watson den Leserinnen und Lesern im ersten Kapitel, wie es über einige Umwege dazu kam, dass sie sich entschieden hat, einen Pflegeberuf zu lernen. „Mitgefühl, Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen: das, so sagt uns die Geschichte, macht eine gute Krankenschwester aus,“ schreibt sie. Doch die Situation in den Krankenhäusern macht es den Pflegekräften nicht leicht, diese Fähigkeiten einzusetzen. Zu wenig Personal, knappe Zeit, Überlastung und Überforderung sind fast schon die Regel, wie die aktuelle politische Debatte deutlich zeigt. Auch wenn das Gesundheitssystem in Großbritannien sich vom deutschen System unterscheidet, kann man Vieles übertragen, was Christie Watson in ihrem Buch eindrücklich beschreibt. Weiterlesen

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David Pedreira: Killing Moon

Der Mond im Jahre 2072: Die großen Wirtschaftsnationen haben Stationen bezogen auf dem Erdtrabanten und bauen dort verschiedenste auf der Erde benötigte Rohstoffe und Materialien ab. Auch Caden Dechert, Leiter der amerikanischen Station, baut mit seiner Mannschaft dort Helium-3 ab. Doch in letzter Zeit häufen sich die seltsamen Vorkommnisse auf der Mission. Dinge gehen kaputt, obwohl sie es nicht sollten, und dann passiert sogar ein Mord. Der erste Mord auf dem Mond. Ausgerechnet an einem allseits beliebten Mitglied der Mannschaft. Die hinterlassenen Spuren geben Rätsel auf, doch Dechert will nicht aufgeben, bis er den Mörder gestellt hat.

Ein Mord auf dem Mond und zahlreiche verwirrende Spuren in einer allseits lebensfeindlichen Umgebung. Der Mond ist – man kann es kaum anders formulieren – ein Pulverfass geworden. Weiterlesen

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Richard Schwartz: Die Eisraben-Chroniken 01: Fluchbrecher

Sie gehörte zu den besten Soldaten, die die Marines jemals im Cockpit eines Kampfhubschraubers hatten. Die Rede ist von Alexandra, eine toughe Frau, die sich ihren Weg immer erkämpfen musste, der nichts geschenkt wurde, und die es geschafft hat.

Bis, ja bis sie beim Einladen ihrer Einkäufe auf dem Supermarkt-Parkplatz von einem verblödeten Redneck überfahren wurde. Die mehrfachen Arm- und Beinbrüche verheilten, die dreifach gebrochene Wirbelsäule fesselte sie dauerhaft ans Bett. Zur Regenration ihrer Nerven wäre wäre absolute, mehrjährige Ruhe nötig – etwas, das man außer im Koma nicht erreichen kann. Doch selbst im Koma erreichen Nervenimpulse den Körper, bewegt sich dieser, wenn auch minimal. Eine Heilung scheint daher ausgeschlossen. Der Kybernetiker Dr. Jensen bietet ihr einen Ausweg an. Wenn man ihr Bewusstsein komplett in ein Online-Rollenspiel übertragen würde, könnte sie dort, in der Virtual Reality leben, während ihr Körper die Chance erhielt, sich selbst zu heilen.

Gesagt, getan – Alexandra wird nach Vorena versetzt, und darf fürderhin Abenteuer, Questen und Kämpfe bestehen – nur, dass sie die Welt, ihre virtuellen Bewohner, wie auch die ihr zu Hilfe eilenden alten Kameraden und ihre Kräfte liebgewinnt, war so zumindest nicht vorgesehen … Weiterlesen

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Volker Kutscher: Marlow, gelesen von David Nathan

Im 7. Band um den Kölner Kommissar Gereon Rath, den es nach Berlin verschlagen hat, befinden wir uns mitlerweile im Jahr 1935. Die Nazis sitzen fest im Sattel und versuchen, das Schmuddelimage der ersten Kampfjahre vergessen zu machen. Ebenso wie der Unterweltboss Johann Marlow, der zukünftig nur noch legale Geschäfte betreiben will und sogar in die SS eingetreten ist. Und wie Gereon Rath, der nie wieder etwas mit Johann Marlow und seinem chinesischen Fahrer Lian etwas zu tun haben möchte.

Ein eigentlich simpler Verkehrsunfall bringt sie alle wieder zusammen. Ein Taxifahrer fährt mit Vollgas gegen die Wand, mit ihm stirbt ein Fahrgast. Rath ist zunächst leicht empört, dass die Verkehrspolizei die Kriminalpolizei hinzuzieht, aber irgendwie haben sie ja recht. Es IST misstrauenerweckend, dass der Fahrer nicht einmal versuchte zu bremsen, sondern im Gegenteil noch beschleunigt hat. Er selbst überbringt der Witwe die Todesnachricht und findet eine verzweifelte Frau mit Kindern in ärmlichen Verhältnissen. Umso erstaunlicher, dass die gleiche Witwe keine paar Tage später umgezogen ist ein Haus, das sich Rath kaum leisten könnte. Aufgesucht hatte er sie, weil der Gerichtsmediziner bei dem Taxifahrer einen unheilbaren Gehirntumor festgestellt hatte, dessen Bezeichnung Rath an etwas erinnert … Weiterlesen

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Sally Hepworth: Anna Forster erinnert sich an die Liebe

Anna ist 38 Jahre alt, als sie die niederschmetternde Diagnose erhält: Alzheimer. Wie schon ihre Mutter, die in vergleichbarem Alter von der Krankheit getroffen wurde, ist Anna dazu verdammt, immer weiter abzubauen und ihre Erinnerungen zu verlieren. Doch Anna will sich nicht geschlagen geben und vor allem keinem zur Last fallen. Sie setzt ihren Bruder als Vormund ein und zieht in ein Altersheim der besonderen Art, in dem auch ein weiterer junger Patient mit einer Gedächtnisstörung lebt. Luke geht mit seinem Handicap ganz anders um als Anna. Während sie sich eher zurückzieht, nimmt Luke am Leben teil. Kann das der richtige Weg sein? Anna ist neugierig auf Luke.

Sally Hapworths Geschichte ist etwas ganz Besonderes. Sie wird in zwei Erzählsträngen ausgebreitet. Anna erzählt, was vor 15 Monaten passiert ist, den Einzug in das Heim, ihr Ankommen dort, die zunehmenden Gedächtnislücken. Die Köchin Eve erzählt von ihrem eigenen Leben, wie sie im Heim anfing zu arbeiten, wie es Anna in der Gegenwart geht. Weiterlesen

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Stephan M. Rother: Die Königschroniken 03: Ein Reif von Silber und Gold

„Die Blätter der Esche welken, ein Thronwechsel steht bevor.“ Mit „Der Reif aus Silber und Gold“ neigt sich die epische Saga um die Königschroniken ihrem Ende zu. Das Kaiserreich der Esche hat sich seit Beginn der Geschichte sehr verändert, es sind Zeiten des Krieges angebrochen und die Figuren müssen die Seite wählen, auf der sie kämpfen. Im Mittelpunkt stehen diesmal besonders Sölva, die Tochter des Stammesfürsts Morwa, und Leyken, die junge Frau aus dem Oasenvolk, die durch die Suche nach ihrer Schwester Ildris auf der Esche gelandet ist und dort von den Herrschenden festgehalten wird. Beide Frauen haben das Schicksal des Kaiserreichs der Esche in ihrer Hand und können die entscheidenden Schachzüge in dem großen Krieg um das Fortbestehen der Welt machen.

Zur genauen Handlung möchte ich gar nicht so viel verraten, denn Neulingen der Trilogie soll auf keinen Fall die Spannung genommen werden. Auch ein Quereinstieg in diesen dritten Band sei niemandem zu empfehlen. Die Ereignisse aus dem ersten und zweiten Band werden zwar grob skizziert, aber man braucht diverse Hintergrundinformationen, um den Band wirklich genießen zu können. Die gelieferten Infos erleichtern aber den Wiedereinstieg, nachdem der zweite Band schon einige Monate zurückliegt. Weiterlesen

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Jean-Philippe Blondel: Ein Winter in Paris

Der Weg in die Welt der Erwachsenen ist für Victor zunächst ein schleichender Prozess. Als Zweitgeborener nutzt er seine Freiheit, eigene Wege auszuloten. Einer ist das Lycée in Paris, die Eintrittskarte zur Eliteuniversität. Victor, das fleißige Landei mit scharfem Verstand, findet sich wie gewohnt in seiner Außenseiterrolle wieder. Ist er bei seinen Eltern der unverstandene Kluge, sehen die Mitschüler in ihm nur den mittellosen Provinzler. Wider Erwarten schafft er es im ersten Jahr unter die 20 Besten. In seinem zweiten einsamen und zugleich arbeitsintensiven Vorbereitungsjahr lernt er in den Pausen Mathieu kennen, der wie er als Außenseiter die gleiche ruhige Ecke zum Rauchen aufsucht. Auch Mathieu leidet unter dem Leistungsdruck und den verletzenden Bemerkungen der Lehrer.

An dem Tag, an dem Victor beschließt, Mathieu zu seinem Geburtstag einzuladen, eskaliert das angespannte Verhältnis zwischen dem angehenden Freund und einem Lehrer. Mathieu rennt aus dem Klassenzimmer und stürzt sich im Treppenhaus zu Tode. Victor ist bei diesem Freitod Ohrenzeuge und rennt zu ihm. Der Schock rüttelt ihn auf. Weiterlesen

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Volker Kutscher: Marlow: Der siebte Rath-Roman

Der Schriftsteller Volker Kutscher (Jahrgang 1962) lebt und arbeitet in Köln. Mit seinen Krimis über den Kriminalkommissar Gereon Rath wurde er berühmt. Die Krimis spielen im Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Die Krimireihe wurde mit dem Titel „Babylon Berlin“ u.a. unter Regisseur Tom Tykwer verfilmt. Die zweite Staffel läuft zurzeit in der ARD.

Volker Kutscher ist aktuell mit seinem siebten Rath-Krimi „Marlow“ in Deutschland auf Lesereise. Der Krimi ist am 30. Oktober 2018 im Piper Verlag erschienen.

„Marlow“ so heißen ein Mecklenburgisches Dorf und ein Verbrecherkönig in Berlin. Auf dem Gut des kaiserlichen Forstinspektors Friedrich Larsen in der Nähe von Marlow im Jahre 1918 beginnt Volker Kutscher in seinem Krimi „eine andere Geschichte“.

Und im Berliner August des Jahres 1935 steigt Gerhard Brunner im hellen Sommeranzug in das Taxi von Otto Lehmann. Der Taxifahrer gibt Gas und rast mit seinem Gast in vollem Tempo gegen eine Mauer. Weiterlesen

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A. J. Steiger: Jeder von uns ist ein Rätsel

Alvie hatte es im Leben noch nie leicht. Mittlerweile ist sie 17 Jahre alt und lebt in einer eigenen Wohnung, ist so gut wie eine auf sich ganz allein gestellte Erwachsene. Dann kann sie endlich tun und lassen, was sie will. Doch kann sie dann auch keine Hilfe mehr in Anspruch nehmen und muss das Leben allein meistern. Und das hat so seine Tücken. Mehrmals wollten Ärzte und Psychologen Alvie schon das Asperger-Syndrom diagnostizieren. Ja, mit Menschen zu kommunizieren fällt Alvie zugegeben schwer. Mit Tieren ist es viel einfacher und die junge Frau liebt ihren Job im Wildpark. Dann fordert ihr Sozialarbeiter Alvie dazu auf, sich Freunde und soziale Kontakte zu suchen. Alvie wählt den 19-jährigen Stanley als ihr „Opfer“ aus. Er soll mit ihr schlafen, die einfachste Sache auf der Welt. Das wird Alvie doch wohl noch hinbekommen …

J. Steigers Roman stellt zwei ganz besondere junge Menschen in den Mittelpunkt der Handlung. Alvie hat eine soziale Behinderung in Form des Asperger-Syndroms, eine Form des Autismus. Sie ist lieber für sich oder unter Tieren. Soziale Interaktion fällt ihr schwer und sei es nur im Supermarkt an der Kasse. Sex hat sie schon bei Tieren beobachtet und selbst die bekommen das hin. Weiterlesen

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André Herzberg: Was aus uns geworden ist

Am Anfang stehen die Mütter und die Väter: Horst, der Karriere in der Politik macht, von seinem Sohn Richard bewundert und verehrt; Harry, Arzt und strenggläubiger Vorsteher einer jüdischen Gemeinde, der seinen neugeborenen Sohn Eike beschneidet und so versucht, seinem Gott ein Stück näher zu kommen; Paul, der Affären hat und seine Frau Lea, die ihn mit Bob betrügt bis sie sich letztendlich trennen und vor allem ihren Sohn Jakob in tiefe Verwirrung stürzen; Lutz, das Heimkind, das auch seinen Sohn Anton und dessen Schwester in Moskau in ein Heim gibt, um der Partei besser dienen zu können; Jacques, der belgische Musiker, dessen Bruder im Lager in seinen Armen starb und der seiner Frau Gudrun in den neuen Staat folgt.

Sie alle sind jüdischer Abstammung, leben nach dem 2. Weltkrieg in Ostberlin, sind früher oder später zurückgekehrt oder neu angekommen und setzen Kinder in die Welt. Ihre Leben sind geprägt von Krieg, Verfolgung, Flucht, Angst, Emigration, Haft und Verlust. Sie flüchten sich in Schweigen über diese Zeit. Aufbruch ist angesagt. Ablenkung. Der Blick in eine bessere Zukunft. Weiterlesen

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