E.M. Lindsey: Irons & Works 02: Unsere Zukunft auf deiner Haut

Seit einem schlimmen Autounfall sitzt Sam im Rollstuhl. Nach zwanzig Jahren führt er ein komplett normales Leben und kümmert sich um ein kleines Mädchen. Doch das Jugendamt ist gegen ihn und will ihm trotz aller Fürsorge alles nehmen. Sam sieht sich mit Schikane konfrontiert und muss neben Kind und Job auch noch Kurse besuchen und sich um die Adoption kümmern. Da ist kein Platz für Liebe. Aber dann kommt Niko.

Niko hat alles verloren. Eishockey hat ihm alles bedeutet, doch nach nur wenigen Minuten in der Profiliga musste er seinen Traum aufgeben. Gezeichnet von seinem Schicksal denkt auch er nicht daran, sich zu verlieben. Doch mit Sam und seiner kleinen Tochter hat er nicht gerechnet.

Mir persönlich hat der zweite Band der Reihe sehr gut gefallen. Ich habe alle Charaktere des ersten Teils wiedergetroffen und an manchen Stellen ein kleines Update zu Basil und Derek bekommen, um die es im ersten Band ging. Niko und Sam hingegen fand ich wirklich süß. Die beiden haben vom ersten Moment an einfach so gut zueinander gepasst, dass ich den ersten Kuss kaum noch abwarten konnte. Das war wirklich purer Zucker! Weiterlesen

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Agatha Christie: Mord mit verteilten Rollen (1954)

Als Hercule Poirot von seiner alten Bekannten, der Kriminalautorin Ariadne Oliver, dazu aufgefordert wird, sofort zu ihr zu kommen, rechnet er zunächst mit einem Notfall, zumal Mrs. Oliver sehr geheimnisvoll tut. Bei ihr angekommen, muss er jedoch feststellen, dass seine Anwesenheit nichts mit einem Mord oder dergleichen zu tun hat. Mrs. Oliver organisiert gerade eine Mörderjagd als Attraktion für das Gartenfest auf einem großen Landsitz. Als echter Detektiv soll Poirot am Ende des Festes die Preise verteilen.

Zunächst ist Poirot alles andere als begeistert von der Rolle, die er spielen soll, dann weiht Mrs. Oliver ihn jedoch in den wahren Grund für seine Anwesenheit ein: Ohne bestimmte Beweise zu haben, hat sie das Gefühlt, dass irgendetwas mit den Leuten nicht stimmt, für die sie diese Mörderjagd inszeniert. Ihr ist aufgefallen, dass es immer wieder dazu kommt, dass sie von verschiedenen Leuten in eine ganz bestimmte Richtung gedrängt wird, was die Planung ihrer Mörderjagd angeht. Das ist ihr nicht geheuer und sie bittet Poirot um seinen sachlichen Blick auf die ganze Situation.

Mit dem Tag des Festes wird das geplante Spiel zu bitterem Ernst. Das Mädchen, das die Leiche spielen sollte, wird wirklich tot aufgefunden, genauso ermordet wie es in der Mörderjagd vorgesehen war. Jeder der über hundert Gäste wird zum Verdächtigen. Zum Glück ist Hercule Poirot zur Stelle, um Licht in die verworrenen Zusammenhänge des Mordes zu bringen. Weiterlesen

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Nicola Förg: Flüsternde Wälder

Nicola Förg stellt mit „Flüsternde Wälder“ Band 11 ihrer Alpen-Krimi-Reihe vor.

Das Damen-Duo Irmi Mangold und Kathi Reindl ermittelt einmal mehr im Werdenfelser Land.

Der „Detox-Guru“ und Heilpraktiker Dr. Davide da Silva wird in seinem Haus erschlagen. Kurze Zeit später wird im Wald eine Tote gefunden. Sie trägt Ohrstöpsel, die sie gegen die Umwelt geräuschtechnisch nahezu gänzlich abschotten und wird, in einer Bodenmulde liegend, von einem schweren Fahrzeug, einem Traktor oder Unimog, überfahren. Des Weiteren werden immer wieder Einbrüche gemeldet. Die heimgesuchten Häuser waren allesamt mit Alarmanlagen älteren Datums gesichert, die von ein und derselben Sicherheitsfirma installiert wurden.

„Wie passt das alles zusammen?“, fragt sich der ratlose Leser auf Seite 95.

Alpen-Krimi-Erfahrene wissen, Nicola Förg greift in ihren Büchern gerne Probleme aus der Land- und Forstwirtschaft auf. Diesmal geht es grob gesagt um Waldnutzung durch Bauern und Nicht-Bauern. Wirtschaftliche Interessen am Wald stehen den Interessen der Ruhesuchenden, der Freizeitsportler und einer Gruppe „Waldbadender“ gegenüber. Weiterlesen

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Christian Guay-Poliquin: Das Gewicht von Schnee

In diesem Buch gibt es keine Gewissheiten. Wenn überhaupt, dann nur diese: Wie hoch der Schnee liegt. Der namenlos bleibende Ich-Erzähler kann die Schneehöhe mit einem Fernrohr an einem Messstab ablesen. Er beobachtet, wie der Schnee fällt, wie sich das Licht mit dem Wetter wandelt. Nach einem schweren Autounfall ist er mit zwei gebrochenen Beinen ans Bett gefesselt. Eigentlich wollte er nach vielen Jahren in seinem Heimatdorf den Vater besuchen, doch er kam zu spät. Der Vater war gestorben und der Stromausfall hat alles verändert. Die Menschen versuchen sich in ihrem stromlosen Leben einzurichten, es gibt Straßensperren, bewaffnete Gruppen, die durch die Gegend ziehen. Manche wollen an die Küste, andere in die Stadt, obwohl auch dort wahrscheinlich der Strom ausgefallen ist. Was genau passiert ist, weiß man nicht. Alles außerhalb des Dorfes bleibt undeutlich hinter Flockenwirbeln aus Schnee. Vielleicht gibt es gar keine Zivilisation mehr.

Auch der alte Matthias will in die Stadt, zurück zu seiner demenzkranken Frau. Er hat sie dort im Krankenhaus zurückgelassen, nur für ein paar Tage, er musste mal raus. Dann kam der Stromausfall. Matthias ist im Dorf gestrandet und bezog ein leeres Haus abseits am Waldrand. Die Dorfbewohner mögen keine Fremden, doch sie bieten ihm einen Deal an: Wenn er sich um den Verletzten kümmert, der immer noch irgendwie einer der Ihren ist, versorgen sie ihn mit Lebensmitteln und Brennholz und er bekommt einen Platz im Kleinbus, sobald sie in die Stadt fahren können. Nach dem Winter. Weiterlesen

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Monika Maron: Bonnie Propeller: Erzählung

„Momo starb ein paar Tage vor Weihnachten.“ So beginnt Monika Marons Erzählung „Bonnie Propeller“. Momo, das war Marons Hund, um den die Schriftstellerin trauert und gleichzeitig einen neuen Hund sucht. Keinesfalls aus Herzlosigkeit, sondern weil Momo wie alle Haustiere eine Art Institution ist bzw. war. Wie der Papst oder ein Staatspräsident. Und wenn diese nicht ersetzt werden, dann droht ein ganzes Gefüge in Unordnung zu geraten. In diesem Fall war das Gefüge Marons Leben.

Mehr oder weniger schicksalhaft zufällig fällt die Wahl auf die Hündin Propeller. Zweifel ob des seltsamen Namens werden nicht zugelassen. Propeller stammt aus einem ungarischen Tierheim und sie soll die erste Hündin in Marons Leben werden.

Nach einer Odyssee und im zweiten Anlauf wird die Hündin im aufkommenden Dämmerlicht eines frühen Morgens auf dem Parkplatz von Michendorff übergeben. Während Gesicht und Fellfarbe dem Foto des Hundes im Internet gleichen, fehlt es an der Höhe. Exakt zehn Zentimeter sind es weniger als angegeben. Die Enttäuschung ist groß.

Propeller hat keinen Hals, ist fast 2 Kilogramm übergewichtig, hat krumme Hinterbeine und Höcker auf den Hüften: Soll das der Hund sein, mit dem die Schriftstellerin schicksalhaft bis zum Tode verbunden ist? Weiterlesen

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Patricia Briggs: Mercy Thompson 12: Feuerkuss

Seitdem Mery Thompson und ihr Mann, der Alpha des örtlichen Werwolf-Rudels ihr Coming-Out hatten und offiziell den Schutz der Tri-Cities vor den Übergriffen der übernatürlich begabten Wesen übernommen haben, ist ihr Leben noch interessanter geworden. Mit Hexen und Zombies, Vampiren und Feen hatten sie es bereits zu tun, auch ein paar alte Götter haben schon vehement angeklopft – eine zerstörte vierspurige Bücke legt beredt Zeugnis hiervon ab – jetzt aber bedroht etwas Unbekanntes sie direkt. Eine seit Jahrhunderten im Land der Feen gefangen gesetzte Kreatur hat ihren Weg in die Tri-Cities gefunden. Und sie ist auf der Jagd – der Gestaltwandler, den die Welt aus einem berühmten Märchen kennt, kann sich dabei in dunklen Rauch auflösen. Er setzt all seine finsteren Kräfte ein, Mercy ihr Leben schwer zu machen. Dabei greift er sie dort an, wo sie verletzlich ist – ihre Familie gerät ins Visier und das just, als eine kaltblütige Killerin in Diensten einer der vielen Feinde Mercys auch noch auf sie anlegt …

Nur wenige der Serien und Reihen, die zur Hochzeit des Urban Fantasy Booms starteten, haben die Zeit überdauert. Zumeist wurden sie von ihren Autorinnen – die überwiegende Anzahl dieser Reihen werden von Frauen verfasst – zu einem in sich runden Abschluss gebracht. Übrig blieben ganz wenige Serien – J. R Wards BLACK DAGGER etwa oder auch die Romane um die Wer-Kojotin Mercy Thompson. Weiterlesen

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Glennon Doyle: Ungezähmt

Hinter dem Titel Ungezähmt verbirgt sich ein Ratgeber im Stil eines Erfahrungsberichtes, der von Sabine Längsfeld übersetzt wurde.

Glennon Doyle reiht in ihrem kurzweiligen Buch viele Episoden aneinander, um die Leserinnen auf das Thema Innere Freiheit vorzubereiten. Als Einstieg erzählt sie, wie sie bereits als Kind gelernt hat, sich selbst zu verleugnen. Die Rollen als Mädchen und heranwachsende Frau wollten einfach nicht zu ihr passen. Trotzdem wurden sie zu ihrer zweiten Natur. Sie passte sich an, ohne zu hinterfragen. Ihre erste Suchterkrankung begann mit der Pubertät. Weitere kamen hinzu und blieben bis zu ihrer Schwangerschaft. Als Erwachsene erkennt Glennon Doyle einen Zusammenhang zwischen ihrer Suchtkarriere und dem Drang, es allen recht machen zu müssen.

Die Autorin beschreibt in einer unmißverständlichen Sprache ihren Lernprozess. Von der Ebene ihrer persönlichen Erkenntnisse wechselt sie immer wieder auf die Ebene der Allgemeingültigkeit, nach dem Motto: Hier ist ein System erkennbar, in dem auch andere Frauen gefangen sind. Anschaulich beschreibt sie die zahlreichen Manipulationen in den Traditionen, der Kultur oder der Konditionierung auf Rollenbilder. Weiterlesen

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Laurie Lee: Cider mit Rosie (1959)

Der Roman „Cider mit Rosie“ von Laurie Lee stammt ursprünglich aus dem Jahr 1959. Im Jahr 2020 wurde der Text in der Übersetzung von Pociao und Walter Hartmann neu vom Unionsverlag herausgegeben. Das Taschenbuch enthält 13 Aquarelle von Laura Stoddart, die wundervoll die romantische Ausrichtung des Buches unterstreichen.

„Ich war drei Jahre alt, als man mich vom Wagen des Fuhrmanns herunterhob auf den Boden, und mein Leben auf dem Dorf begann mit Schrecken und Verwirrung.“ So beginnt die autobiografisch gefärbte Erzählung aus dem Blickwinkel eben jenes dreijährigen Laurie Lees. Der Leser begleitet den Protagonisten bis zum Jugendlichen. Bis zum titelgebenden Cider mit Rosie.

Die Erzählung spielt nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Die Familie zieht ins ländliche England und lebt hier in einem „Haus mit Garten […] am abfallenden Ufer eines Sees […] in einem dreistöckigem Haus mit Keller und einem eingemauertem Schatz.“ Weiterlesen

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Oyinkan Braithwaite: Das Baby ist meins

Bambi ist 28 Jahre alt und weit davon entfernt, erwachsen zu sein. Er hangelt sich von Freundin zu Freundin durch. Verantwortung zu übernehmen, ist nicht sein Ding. Gerade ist er bei Mide rausgeflogen, weil sie auf seinem Handy verfängliche Nachrichten und Fotos entdeckt hat. Mitten im Corona-Lockdown muss er sich eine neue Unterkunft suchen. Da fällt ihm das alte Haus seines verstorbenen Großvaters ein. Bambis Onkel hatte darin gewohnt, doch der ist zum Opfer des Virus geworden. Und Bambis Tante ist doch sicher nicht alleine im Haus geblieben. Nicht mit einem neugeborenen Baby. Doch als sich Bambi im Dunkeln ins Haus schleicht, trifft er auf seine Aunty Bidemi. Und nicht nur das: Auch Esohe wohnt dort, die Geliebte seines Onkels. Es herrscht kein angenehmes Klima zwischen den beiden Frauen – das merkt sogar Bambi.

Und dann ist da noch das Baby: Remi, ein Junge, nur ein paar Monate alt. Aunty Bidemis Kind, denkt Bambi. Doch es dauert nicht lange bis Esohe behauptet: „Das ist mein Baby!“ Bambi ist verwirrt. Er hat keine Ahnung, wem er glauben soll. Mittlerweile hat der Kleinkrieg um das Baby an Fahrt aufgenommen. Die Frauen lassen sich kleine und große Gemeinheiten einfallen, um die jeweils andere auszustechen und den jungen Mann auf ihre Seite zu ziehen. Weiterlesen

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Ji-Min Lee: Marilyn und ich

Alice J. Kim ist gerade einmal 30 Jahre alt und wäscht ihr graues Haar mit Bier. Sie besitzt eine panische Abneigung gegen Menschenmengen und hat auch sonst große Probleme mit dem Leben. Für die meisten ihrer Landsleute gilt sie als Hure der Amerikaner, obgleich sie in der Militärverwaltung nur als Übersetzerin arbeitet.

Der Leser trifft auf die Protagonistin in dem Augenblick, als ihr Hammet, ihr Vorgesetzter in der amerikanischen Militärverwaltung, eröffnet, dass sie Marylin Monroe während des viertägigen Korea-Besuchs als Dolmetscherin begleiten soll. Hier stellt sich die zentrale Frage dieses Romans: Können vier Tage mit Marylin das Leben von Aesun, wie Alice J. Kim wirklich heißt, retten?

Der Leser nimmt in der Ich-Perspektive der Protagonistin an deren trostloses Leben kurz nach dem Koreakrieg teil, ohne zunächst konkret zu erfahren, was diese depressive Aura ausmacht. Sie erzählt dem Leser von ihrem Alltag, ihren Störungen und Zwängen auf eine unterhaltsame, mitleidslose Art und Weise, die die Lektüre nie langweilig werden lässt.

Alice hat nur wenige Freunde. Kurz vor dem Marylin-Besuch in Korea lehnt sie die Avancen von Guyong ab. In die bislang chronologische Schilderung werden nun Rückblenden eingefügt, die sich harmonisch in die Handlung einfügen und den Leser keinesfalls aus dem Lesefluss reißen. So wie Ji-Min Lee zeitliche Sprünge in die Geschichte einbindet, werden sie zu einem gekonnt eingesetzten literarischen Mittel. Weiterlesen

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