Mit Jack passiert etwas Seltsames. Gestern führte er noch die Touristen durch das Schloss Myntholm und erzählte von der geheimnisumwitterten Grafentochter Alma. Und heute findet er neue Spuren von ihr und wird kurz darauf von jedem ignoriert. Seine Frau Aino fürchtet sich scheinbar grundlos vor ihm. Bei dem bleibt es allerdings nicht. Denn schon bald ist er für sie und jeden anderen ein unerwünschter Fremder. Jeder vergisst ihn, sobald er außer Sichtweite ist. Jetzt ist er ein Niemand, heimatlos. Das Überleben in einer so konfusen Situation treibt ihn schneller als ihm lieb ist an den Rand des Wahnsinns. Um nicht völlig durchzudrehen, versteckt er sich im Schlossmuseum, um im Hinblick auf die neuen Informationen Almas besondere Lebensumstände zu erforschen. Weiterlesen
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Henri Alain-Fournier: Der große Meaulnes (1913)
Der große Meaulnes ist der geborene Anführer. Als er im Alter von siebzehn Jahren in die Schule von François Vater kommt, wird in der Dorfschule für einige Monate alles anders. François findet in dem gleichaltrigen, großen Jungen nicht nur den schon lange vermissten Freund, sondern auch das Ende seiner Isolation zu Gleichaltrigen. Hatten ihm die Eltern bisher den Umgang mit den Dorfkindern verboten, ist nun Augustin Meaulnes Gesellschaft erlaubt. Aber auch die Dorfjugend sieht in dem großwüchsigen, starken Fremden ein noch nie dagewesenes Vorbild für neue Abenteuerspiele. Mitten im eiskalten Dezember türmt Meaulnes mit einem Pferdewagen, um als erster François Großeltern vom Bahnhof abzuholen. Doch er verirrt sich, verliert Pferd und Wagen und kommt schließlich nach drei Tagen völlig verändert zurück. Weiterlesen
Arjan Visser: Der blaue Vogel kehrt zurück
Was bleibt am Ende eines langen Lebens? Wenn die Erinnerung an die eigene Stärke immer mehr verblasst, während Krankheit und alte Schuldgefühle immer stärker ins Bewusstsein drängen?
Für den Juden Jonah Jacobson ist die Erfolgssträhne, Diamanten zu finden, schon lange vorbei. Fast neunzigjährig, behütet von seiner Haushälterin, ist sein Leben in Brasilien vollendet. Was an ihm zehrt, sind die Erinnerung an seine Flucht aus Amsterdam und an das abrupte Ende seiner ersten Liebe. Nun will er zurück. Zurück auf Anfang, um seinen Frieden zu finden.
Der Autor Arjan Visser, geboren 1961 in Nordbrabant, hat mit „Der blaue Vogel kehrt zurück“ seinen vierten Roman vorgelegt. Weiterlesen
Thorsten Nesch: Buster, König der Sunshine Coast
Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. So heißt es. Und auch, dass nur die guten Noten zählen, um einen guten Job zu bekommen. Doch was bleibt vom Leben übrig, wenn nur ein dickes Girokonto und eine prestigeträchtige Arbeit zählen?
Basti hat große Schwierigkeiten seinen Platz im Leben zu finden. Sein Abitur schafft er nur so gerade, und seine Freizeit verbringt er mit reichlich Alkohol, Joints und Abhängen mit Freunden. Eine Lehre hat er zur Freude seiner Eltern festgemacht. Nun will er die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn mit Feiern in Thailand verbringen. Aber da hat er die Rechnung ohne seine erbosten Eltern gemacht. Weiterlesen
Sabine Weiß: Hansetochter
1375 ist Lübeck eine der mächtigsten Hansestädte. Geschäfte mit England und Norwegen aber auch im Orient haben findige Kaufleute sehr reich und einflussreich gemacht. Der Kaufmann Konrad Vresdorp gehört zu diesem elitären Kreis, so dass er anlässlich Königs Waldemar Besuch in der ersten Reihe steht. Nach dem Empfang stirbt er unter mysteriösen Umständen. Konrads Testament bestimmt sowohl seinen Bruder Hartwig als auch einen befreundeten Kaufmann zum Vormund seiner beiden Kinder. Als der Onkel mit der eigenen Familie in das Haus des verstorbenen Bruders zieht, ist das behütete Leben im Reichtum für die fünfzehnjährige Henrike und den zwölfjährigen Simon Geschichte. Weiterlesen
Christos Tsiolkas: Barrakuda
„… Ein Leben, das in Scham und nur durch Scham gelebt wird, es haftet an ihm, es steht wie die Sonne jeden Morgen mit ihm auf, und es wartet, während er schläft. Er lebt in der Scham, er riecht nach ihr. Dann der nächste Gedanke: Ich bin im Wasser.“ (S. 378)
Schwimmer haben in Australien Kult- und zugleich Starstatus wie in Brasilien, Deutschland, England, Spanien bestimmte Fußballspieler. Wer einmal die Goldmedaille gewonnen hat, der hat es geschafft. Jeder kennt und verehrt den Goldjungen, das Goldmädchen wie Nationalheilige. Reich und berühmt können sie werden, egal aus welchen Verhältnissen sie kommen. Weiterlesen
Ida Grass: Hanne greift sich das Leben
Hanne Gellert, Mitte vierzig, Mutter, Single und Chefsekretärin eines älteren Rechtsanwalts plant ihr Leben und Umfeld immer bis ins kleinste Detail. Ihr geht es bestens, wenn nichts dazwischen kommt. Leider kommt ständig etwas dazwischen, das Hannes kreativen Durchsetzungswillen herausfordert. Gerade flüchtet die Tochter nach Marburg, um dort Jura zu studieren. Nun bleibt Hannes Kontrollwahn nur noch das Anwaltsbüro. Der Rest ist Leere, bis Torben, der Kollege ihres Chefs, vor ihr steht. Hanne gefällt, was sie sieht. Er ist der ideale Mann. Auch wenn er verheiratet ist. Immer mehr steigert sie sich in die Vorstellung hinein, diesen Mann für sich zu gewinnen. Koste, was es wolle. Und je mehr Torben sich sträubt, um so hartnäckiger trickst und intrigiert sie für ihren Erfolg. Weiterlesen
Elisabeth Elo: Die Frau, die nie fror
Wenn es um die Erziehung seiner einzigen Tochter Pirio geht, kennt Milosa Kasparov, ein ehemaliger Zuhälter, keine Kompromisse. Wenn ihre Freunde verletzt sind, erinnert sich Pirio stets an seine Lehren.
„Keine Macht der Welt könnte eine Krankenschwester aus mir machen. Ich bin eine Kasparov. Wenn ich als Kind mal einen Kratzer oder eine Prellung hatte – einmal sogar einen gebrochenen Arm -, wies Milosa gern darauf hin, dass Sympathie im Wörterbuch direkt zwischen Scheiße und Syphilis steht.“ (S. 247) Weiterlesen
Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde
Ein Drogenhändler erschießt seinen betrügerischen Dealer. Kurz darauf stirbt dieser an Herzversagen. Der Lauscher an der Tür, ein Pornodarsteller, nutzt die Gunst der Sekunde und klaut den Toten ihre Drogen. Diese sollen der Grundstein für ein besseres Leben mit der neuen Freundin sein. Nun wird er von zwei brutalen Killern gejagt, die überall ihre blutigen Spuren hinterlassen.
Währenddessen wartet die Freundin auf ein Lebenszeichen und arbeitet als Straßenkämpferin die Schulden ihrer Familie ab. Gerade wird sie von einem Drogenboss zu einem mittäglichen Showkampf gezwungen. Weiterlesen
Herbert Schlüter: Nach fünf Jahren (1947)
Als Peter seine Cousine Victoria während seiner Sommerferien zum ersten Mal besucht, ist er dreizehn Jahre alt. Sie wohnt im Märkischen auf dem großen Gut ihres verstorbenen Vaters und lebt das Leben einer alternden Jungfer, die vom Leben nichts mehr erwartet. Robert, der sechszehnjährige Sohn ihres Gärtners, glaubt auch, nichts mehr erwarten zu dürfen. Er schwärmt für die etwa gleichaltrige Isolde, die häufig bei Victoria zu Gast ist. Peter verbringt viel Zeit mit Isolde und Robert. Dabei wird er Zeuge wie Schwärmerei, Eifersucht und nicht erwiderte Liebe auch Victorias Gemüt durcheinanderbringt. Der mit Victoria befreundete Pfarrer Kindsberg, der zugleich auch Isoldes Onkel ist, fragt Peter aus und beschließt, seine Nichte mit einer gemeinsamen Auslandsreise fortzulocken. Weiterlesen