1375 ist Lübeck eine der mächtigsten Hansestädte. Geschäfte mit England und Norwegen aber auch im Orient haben findige Kaufleute sehr reich und einflussreich gemacht. Der Kaufmann Konrad Vresdorp gehört zu diesem elitären Kreis, so dass er anlässlich Königs Waldemar Besuch in der ersten Reihe steht. Nach dem Empfang stirbt er unter mysteriösen Umständen. Konrads Testament bestimmt sowohl seinen Bruder Hartwig als auch einen befreundeten Kaufmann zum Vormund seiner beiden Kinder. Als der Onkel mit der eigenen Familie in das Haus des verstorbenen Bruders zieht, ist das behütete Leben im Reichtum für die fünfzehnjährige Henrike und den zwölfjährigen Simon Geschichte. Weiterlesen
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Christos Tsiolkas: Barrakuda
„… Ein Leben, das in Scham und nur durch Scham gelebt wird, es haftet an ihm, es steht wie die Sonne jeden Morgen mit ihm auf, und es wartet, während er schläft. Er lebt in der Scham, er riecht nach ihr. Dann der nächste Gedanke: Ich bin im Wasser.“ (S. 378)
Schwimmer haben in Australien Kult- und zugleich Starstatus wie in Brasilien, Deutschland, England, Spanien bestimmte Fußballspieler. Wer einmal die Goldmedaille gewonnen hat, der hat es geschafft. Jeder kennt und verehrt den Goldjungen, das Goldmädchen wie Nationalheilige. Reich und berühmt können sie werden, egal aus welchen Verhältnissen sie kommen. Weiterlesen
Ida Grass: Hanne greift sich das Leben
Hanne Gellert, Mitte vierzig, Mutter, Single und Chefsekretärin eines älteren Rechtsanwalts plant ihr Leben und Umfeld immer bis ins kleinste Detail. Ihr geht es bestens, wenn nichts dazwischen kommt. Leider kommt ständig etwas dazwischen, das Hannes kreativen Durchsetzungswillen herausfordert. Gerade flüchtet die Tochter nach Marburg, um dort Jura zu studieren. Nun bleibt Hannes Kontrollwahn nur noch das Anwaltsbüro. Der Rest ist Leere, bis Torben, der Kollege ihres Chefs, vor ihr steht. Hanne gefällt, was sie sieht. Er ist der ideale Mann. Auch wenn er verheiratet ist. Immer mehr steigert sie sich in die Vorstellung hinein, diesen Mann für sich zu gewinnen. Koste, was es wolle. Und je mehr Torben sich sträubt, um so hartnäckiger trickst und intrigiert sie für ihren Erfolg. Weiterlesen
Elisabeth Elo: Die Frau, die nie fror
Wenn es um die Erziehung seiner einzigen Tochter Pirio geht, kennt Milosa Kasparov, ein ehemaliger Zuhälter, keine Kompromisse. Wenn ihre Freunde verletzt sind, erinnert sich Pirio stets an seine Lehren.
„Keine Macht der Welt könnte eine Krankenschwester aus mir machen. Ich bin eine Kasparov. Wenn ich als Kind mal einen Kratzer oder eine Prellung hatte – einmal sogar einen gebrochenen Arm -, wies Milosa gern darauf hin, dass Sympathie im Wörterbuch direkt zwischen Scheiße und Syphilis steht.“ (S. 247) Weiterlesen
Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde
Ein Drogenhändler erschießt seinen betrügerischen Dealer. Kurz darauf stirbt dieser an Herzversagen. Der Lauscher an der Tür, ein Pornodarsteller, nutzt die Gunst der Sekunde und klaut den Toten ihre Drogen. Diese sollen der Grundstein für ein besseres Leben mit der neuen Freundin sein. Nun wird er von zwei brutalen Killern gejagt, die überall ihre blutigen Spuren hinterlassen.
Währenddessen wartet die Freundin auf ein Lebenszeichen und arbeitet als Straßenkämpferin die Schulden ihrer Familie ab. Gerade wird sie von einem Drogenboss zu einem mittäglichen Showkampf gezwungen. Weiterlesen
Herbert Schlüter: Nach fünf Jahren (1947)
Als Peter seine Cousine Victoria während seiner Sommerferien zum ersten Mal besucht, ist er dreizehn Jahre alt. Sie wohnt im Märkischen auf dem großen Gut ihres verstorbenen Vaters und lebt das Leben einer alternden Jungfer, die vom Leben nichts mehr erwartet. Robert, der sechszehnjährige Sohn ihres Gärtners, glaubt auch, nichts mehr erwarten zu dürfen. Er schwärmt für die etwa gleichaltrige Isolde, die häufig bei Victoria zu Gast ist. Peter verbringt viel Zeit mit Isolde und Robert. Dabei wird er Zeuge wie Schwärmerei, Eifersucht und nicht erwiderte Liebe auch Victorias Gemüt durcheinanderbringt. Der mit Victoria befreundete Pfarrer Kindsberg, der zugleich auch Isoldes Onkel ist, fragt Peter aus und beschließt, seine Nichte mit einer gemeinsamen Auslandsreise fortzulocken. Weiterlesen
David Lama: Free
David Lama, geboren 1990 in Innsbruck, hat sich schon in sehr jungen Jahren einen Namen als Sportkletterer gemacht. Bereits als Teenager kletterte er auf Wettkämpfen besser als Erwachsene. Kein Wunder, dass er, das Wunderkind, Sponsoren gefunden hat, die ihn unterstützen und vermarkten. Im Alter von neunzehn Jahren sah er ein Bild von dem Cerro Torre und war fasziniert. Denn diese steile Granitformation, wie ein Fingerzeig zum Himmel, auf dem eine gigantische Zipfelmütze aus Eis und Schnee mäandert, kann nur in einem kurzen Zeitfenster des patagonischen Sommers erklommen werden. Weiterlesen
Chrystia Freeland: Die Superreichen
Vermutlich möchte jeder Mensch insgeheim reich sein. Jeder hat Wünsche, für die das Kleingeld noch fehlt. Nicht umsonst spielen viele von uns regelmäßig Lotto, kaufen Wettscheine oder Aktien. Irgendwie muss man doch zu Wohlstand kommen, um anderen zeigen zu können, man habe im Leben etwas erreicht. Beispielsweise gehen die Kinder auf Eliteschulen und -universitäten, oder A-Prominente erscheinen auf Bestellung. Man hat seine Leute, die auf Kommando springen; der Privatjet erleichtert diverse geschäftliche Besprechungen auf dem gesamten Globus. Deshalb benötigt man auch in den wichtigen Metropolen Immobilien, um einen Zwischenstopp im privaten Umfeld zu genießen. Weiterlesen
Monika Maron: Zwischenspiel
„… Eigentlich hatte ich nicht das Gefühl, dass es schon Zeit sei für ein Lebensresümee, aber an Tagen wie diesem drängten sich diese sinnlosen Fragen nach dem Woher und Warum ungebeten in meine ziellosen, noch immer von dem unheilvollen Traum befangenen Gedanken.“ (S. 17)
Ruth, die Ich-Erzählerin, etwa sechzig Jahre alt, macht sich auf den Weg, um Olgas Beerdigung zu begleiten. Der sommerliche Tag beginnt seltsam. Eine Trübung der Seekraft verändert ihre Wahrnehmung. Die Konturen der Umgebung verschwimmen, als befände sie sich in einer Zwischenwelt. Trotzdem fährt sie mit dem Auto zur Beerdigung, verirrt sich und gelangt schließlich in einen Park, der sich in der Nähe des Friedhofs befinden soll. Die Abneigung, Olgas Sohn wiedersehen zu müssen, treibt die Erzählerin durch den Park, wo sie auf einmal mit Menschen aus ihrer Vergangenheit zusammenkommt, denen sie Rechenschaft ablegen muss. Weiterlesen
Astrid Fritz: Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam
Im Jahr 1538 lebt Jacob, ein mittelloser Jugendlicher in Freiburg. Die familiären Umstände zwingen ihn in die Obdachlosigkeit. Wie der ‚Zufall‘ es so will, nimmt ihn eine Kinder- und Jugendbande auf, die mit Diebstählen ihr Leben fristet. Eines Tages begreift Jakob anlässlich eines handfesten Streits mit dem Anführer, dass er fortgehen muss. Weg von dem Hunger, der Ungerechtigkeit und dem lieblosen Leben. Die überstürzte Flucht kurz vor Weihnachten führt ihn nach Straßburg, wo ein bekannter Hehler wohnen soll. Dort könnte er einen neuen Start wagen, wenn nicht diese Zweifel wären. Je näher er dem Haus des Hehlers kommt, um so unruhiger wird er. Weiterlesen