David Lama, geboren 1990 in Innsbruck, hat sich schon in sehr jungen Jahren einen Namen als Sportkletterer gemacht. Bereits als Teenager kletterte er auf Wettkämpfen besser als Erwachsene. Kein Wunder, dass er, das Wunderkind, Sponsoren gefunden hat, die ihn unterstützen und vermarkten. Im Alter von neunzehn Jahren sah er ein Bild von dem Cerro Torre und war fasziniert. Denn diese steile Granitformation, wie ein Fingerzeig zum Himmel, auf dem eine gigantische Zipfelmütze aus Eis und Schnee mäandert, kann nur in einem kurzen Zeitfenster des patagonischen Sommers erklommen werden. Weiterlesen
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Chrystia Freeland: Die Superreichen
Vermutlich möchte jeder Mensch insgeheim reich sein. Jeder hat Wünsche, für die das Kleingeld noch fehlt. Nicht umsonst spielen viele von uns regelmäßig Lotto, kaufen Wettscheine oder Aktien. Irgendwie muss man doch zu Wohlstand kommen, um anderen zeigen zu können, man habe im Leben etwas erreicht. Beispielsweise gehen die Kinder auf Eliteschulen und -universitäten, oder A-Prominente erscheinen auf Bestellung. Man hat seine Leute, die auf Kommando springen; der Privatjet erleichtert diverse geschäftliche Besprechungen auf dem gesamten Globus. Deshalb benötigt man auch in den wichtigen Metropolen Immobilien, um einen Zwischenstopp im privaten Umfeld zu genießen. Weiterlesen
Monika Maron: Zwischenspiel
„… Eigentlich hatte ich nicht das Gefühl, dass es schon Zeit sei für ein Lebensresümee, aber an Tagen wie diesem drängten sich diese sinnlosen Fragen nach dem Woher und Warum ungebeten in meine ziellosen, noch immer von dem unheilvollen Traum befangenen Gedanken.“ (S. 17)
Ruth, die Ich-Erzählerin, etwa sechzig Jahre alt, macht sich auf den Weg, um Olgas Beerdigung zu begleiten. Der sommerliche Tag beginnt seltsam. Eine Trübung der Seekraft verändert ihre Wahrnehmung. Die Konturen der Umgebung verschwimmen, als befände sie sich in einer Zwischenwelt. Trotzdem fährt sie mit dem Auto zur Beerdigung, verirrt sich und gelangt schließlich in einen Park, der sich in der Nähe des Friedhofs befinden soll. Die Abneigung, Olgas Sohn wiedersehen zu müssen, treibt die Erzählerin durch den Park, wo sie auf einmal mit Menschen aus ihrer Vergangenheit zusammenkommt, denen sie Rechenschaft ablegen muss. Weiterlesen
Astrid Fritz: Wie der Weihnachtsbaum in die Welt kam
Im Jahr 1538 lebt Jacob, ein mittelloser Jugendlicher in Freiburg. Die familiären Umstände zwingen ihn in die Obdachlosigkeit. Wie der ‚Zufall‘ es so will, nimmt ihn eine Kinder- und Jugendbande auf, die mit Diebstählen ihr Leben fristet. Eines Tages begreift Jakob anlässlich eines handfesten Streits mit dem Anführer, dass er fortgehen muss. Weg von dem Hunger, der Ungerechtigkeit und dem lieblosen Leben. Die überstürzte Flucht kurz vor Weihnachten führt ihn nach Straßburg, wo ein bekannter Hehler wohnen soll. Dort könnte er einen neuen Start wagen, wenn nicht diese Zweifel wären. Je näher er dem Haus des Hehlers kommt, um so unruhiger wird er. Weiterlesen
Henry de Monfreid: Das Geheimnis des Roten Meeres (1931)
Die klassischen Abenteuergeschichten sind selten geworden. Henry de Monfreid, geboren 1879, hat seine Eigenen verfasst. Er erlebte vor dem Ersten Weltkrieg im Roten Meer so manches Abenteuer beim Perlentauchen und Waffenschmuggeln und hielt diese zunächst in vielen Briefen fest. Später, auf Drängen des Schriftstellers Joseph Kessel, entstand der erste Band seiner Abenteuer unter dem Titel „Die Geheimnisse des Roten Meeres“.
Dieser besteht inhaltlich aus drei Teilen. Im ersten Abschnitt beschreibt er anschaulich, wie einer aus gutem Hause ausbricht, um völlig vogelfrei sein Glück mit den Perlen zu versuchen und dabei Zeuge so mancher Verbrechen wird. Weiterlesen
Roman Graf: Niedergang
Immer mehr wird Extremsport zu einem Lebensstil hoch stilisiert. Der Nervenkitzel, ein vom Sport durchtrainierter Körper und dazu die teure Spezialkleidung nebst Ausrüstung vervollständigen ein Bild von dem freien, erfolgreichen Menschen, der an den seltsamsten Orten die seltsamsten Herausforderungen sucht. In dem Roman „Niedergang“ von Roman Graf üben sich der Schweizer André und die Ostdeutsche Friederike, die sich Louise nennt, im Klettern. Freeclimbing als Freizeitbeschäftigung, gut geschützt in Hallen, soll sie auf eine ganz bestimmte Bergtour vorbereiten. Mit dem antrainierten Schwierigkeitsgrad 6 bis 7 müsse die Tour zu schaffen sein, denkt André und beginnt ganz nach Schweizer Art präzise zu planen. Weiterlesen
Rachel Ward: Drowning – Tödliches Element
Es gibt extreme Situationen, die in einem Leben alles verändern können. Meist zum Guten. Bei dem fünfzehnjährigen Carl ist es anders. Sein Leben wird schlimmer und schlimmer und schlimmer.
Carl lernt den Tod kennen, als er mit seinem älteren Bruder Rob und Neisha, dessen Ex-Freundin, in einem See schwimmt. Rob ertrinkt unter mysteriösen Umständen. Neisha hat bei ihrer Rettung panische Angst, während sich Carl an nichts mehr erinnern kann. Er kann auch nicht trauern und leidet unter Schuldgefühlen. War möglicherweise er für Robs Tod verantwortlich? Weiterlesen
Nicholas Lake: Nummer 3
Amy ist eines dieser „armen“ reichen Mädchen. Nachdem ihre psychisch erkrankte Mutter den Freitod gewählt hat, kommt sie mit dem Leben nicht mehr klar. Auch ihr Vater, ein erfolgreicher Investmentbanker, hat Probleme. Als er seinen Job verliert, beschließen er und seine neue Partnerin, Amy mit auf eine lange Reise zu nehmen. Auf der neuen Luxusyacht findet die Familie einen heilsamen Lebensrhythmus. Doch kurz nach der Durchquerung des Suezkanals wird die Yacht von somalischen Piraten geentert und alle an Bord in Geiselhaft genommen. Während die Verhandlungen Formen annehmen, verliebt sich Amy in Farouz, den jungen Dolmetscher der Piraten. Die ganze Situation droht zu eskalieren, je näher sich die beiden kommen. Weiterlesen
Anna Stothard: Pink Hotel
Sie ist siebzehn Jahre alt, von der Schule geflogen und verletzt sich gerne. Während sie in dem heruntergekommenen Café ihres Vaters als Aushilfe arbeitet, ist sie auf dem besten Weg, ihr Leben zu verlieren. Nur weil ihr Vater vergisst, eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu löschen, erfährt sie von dem Unfalltod ihrer Mutter. Kurzerhand stiehlt sie die Kreditkarte ihrer Stiefmutter und fliegt von London nach Los Angeles, wo die Beerdigung stattfindet. Sie kommt zu spät und erlebt im Hotel ihrer Mutter eine riesige Abschiedsparty. Weil bei ihrem Erscheinen keiner mehr nüchtern ist, kann sie sich in Lilys Wohnung umsehen. Unter dem Bett findet sie einen roten Koffer mit Liebesbriefen, Fotos und Papieren. Aus einer Laune heraus packt sie noch ein paar Kleider ein und nimmt ihn mit. Weiterlesen
Gabriel Roth: Gleichung mit einer Unbekannten
Erik ist ein junger Mann, ein Nerd, der durch den Verkauf seines Computerprogrammes sehr reich geworden ist. Weder der Reichtum noch die einhergehende Leere sind in seinem Leben geplant.
Was macht man mit einem Leben ohne konkrete Aufgaben und Pflichten? Wie geht man mit Mitmenschen um, die in Erik nur den Geldautomaten auf zwei Beinen, nicht aber den Menschen sehen?
Die neuen Freiheiten könnten ein Paradies sein, wenn dort echte Gefühle zwischen Mann und Frau die Regel wären. Doch im realen Leben benötigt Erik jede Menge Kreativität … Weiterlesen