Wenn jemand ständig hinterfragt, in der Schule trotz bester Noten ausgegrenzt wird und dennoch seinem Wissensdurst treu bleibt, dann darf man demjenigen Intelligenz und Charakter unterstellen. Der 1976 auf der Krim geborene Oleg Senzow hat in seinem Leben schon viel geleistet. Viele Talente erlauben viele Wege und Wegkreuzungen: Ein Marketing-Studium, Anführer der Cyberbewegung auf der Krim; Kurse für Drehbuch und Regie an der Filmschule Moskau; Autor von Romanen, Erzählungen, Theatertexten; Regisseur von Kurz- und Langfilmen; politischer Aktivist und am 25. August 2015 von einem russischen Gericht wegen angeblicher terroristischer Handlungen zu 20 Jahren Haft verurteilt; derzeitiger Aufenthalt in Labytnangi nördlich des Polarkreises. Wer ihm schreiben möchte, sollte nur die erlaubten kyrillischen Buchstaben (ggf. Übersetzungstool aus dem Internet) verwenden. Oder #freesentsov.
Aus dem Vollen schöpfend hat der Verlag eine viel zu kleine, dafür aber feine Auswahl getroffen, die zum Teil chronologisch Oleg Senzows Leben beschreibt. In dem Heimatdorf seiner Kindheit und Jugend steht das nackte Überleben der meist bäuerlichen Bewohner an erster Stelle. Wenn in einem solchen Umfeld der gepflegten Bildungsferne der Junge Oleg seine Intelligenz mit Büchern füttert, kann es nur Konfrontationen geben. Diese zeigen beispielhaft, wie seine Persönlichkeit zu einem starken Geist geschmiedet wurde. Weiterlesen








