Simon Beckett: Die ewigen Toten

David Hunter, forensischer Anthropologe, verbringt mehr Zeit mit den Toten als mit den Lebenden. Er untersucht die Verwesung und den Zerfall, um menschliche Überreste zu identifizieren. Häufig hilft er der Polizei als Berater bei der Ermittlung von Mordfällen. Dabei macht er seinem Namen in jeder Hinsicht Ehre. Sein Spürsinn geht viel weiter als bis zum Rand eines Obduktionstisches. Regelmäßig gerät er auf Fährten, die die Ermittler zunächst nicht vorrangig bearbeiten. Der damit verbundene Ärger ist vorprogrammiert und unvermeidbar.

Als im Londoner Norden im abbruchreifen Krankenhaus St. Jude eine mumifizierte Leiche gefunden wird, sieht es zunächst nach einem ganz normalen Mordfall aus. Doch bei der ersten Untersuchung der Umstände fällt der konsultierte Pathologe durch eine marode Stelle im Boden in einen darunter liegenden Raum. Auf der Suche nach dem Verletzten werden zwei weitere Tote gefunden, durch die der Fall unerwartete Ausmaße annimmt.

Der gerade in Ungnade gefallene Anthropologe David Hunter soll die Londoner Polizei unterstützen. Beschnittene Kompetenzen, medialer Gegenwind und viele Gegenspieler machen aus Hunters sechstem Fall eine komplexe Jagd, die ihn erneut in Lebensgefahr bringt. Weiterlesen

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Anuk Araudpragasam: Die Geschichte einer kurzen Ehe

Die Geschichte einer kurzen Ehe ist kurz. Dinesh, ein junger Mann, hilft in einer mobilen Klinik aus, die mitten im Dschungel in einem Flüchtlingslager den Verletzten erste Hilfe gibt. Jeden Tag wird das Lager mit Mörsergranaten beschossen. Es gibt für die Flüchtlinge keinen Ort mehr, wo sie Schutz finden können. Während Dinesh eine Grube für die Verstorbenen und Leichenteile aushebt, wird er von einem alten Mann angesprochen. Dieser verlor vor kurzen bei einer Bombardierung seine halbe Familie. Jetzt hat er nur noch seine Tochter Ganga, für die er Schutz und Halt sucht, wenn er nicht mehr leben sollte. Dinesh lässt sich darauf ein. Nach dem väterlichen Segen sind die beiden allein, zwei Fremde, die mitten im Krieg ein Leben zu zweit versuchen.

Anuk Arudpragasam, geboren 1988, hat mit seinem Debütroman viel Aufmerksamkeit erfahren, als er mit ihm den DSC Prize for South Asien Literature gewann. Übersetzt wurde der Roman von Hannes Meyer. Weiterlesen

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Catherine Ryan Howard: Ich bringe dir die Nacht

Zu Beginn ihres ersten Studienjahres in Dublin lernt Alison Will kennen und lieben. Aus diesem Grund hat sie für ihre beste Freundin Liz und ihr Studium immer weniger Zeit. Die scheinbar unbegrenzte Freiheit verändert die schüchterne Alison. Sie wird mutig, sagt ihre Meinung und trifft zum ersten Mal eigene Entscheidungen.

Die Partyfreude der Studenten ändert sich schlagartig, als innerhalb weniger Monate fünf junge Frauen aus dem ersten Semester, darunter auch Liz, ermordet und in den Kanal geworfen werden. Verschiedene Indizien geben der Polizei Anlass, Will zu verdächtigen. Während Alison noch der Presse gegenüber beteuert, an Wills Unschuld zu glauben, gesteht dieser die Morde.

Zehn Jahre später werden wieder junge Studentinnen am Kanal in Dublin ermordet. Will erfährt davon und behauptet, er könne Informationen über den echten Kanalkiller liefern. Er würde aber nur mit Alison sprechen wollen. Weiterlesen

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Matthew Richardson: Niemand kennt deinen Namen

Solomon Vine, leitender Spezialist der britischen Spionageabwehr, dachte, schon alles gesehen und erlebt zu haben. Als ihn eine Terminänderung nach Istanbul zu der Vernehmung eines möglichen Terroristen bringt, gerät er in ein Netz aus Lügen und Täuschungen. Ebenfalls hineingeraten ist sein Kollege Wilde, mit dem er früher befreundet war. In den Reihen des Secret Services soll es einen Maulwurf mit dem Codenamen Niemand geben, behauptet der Inhaftierte. Die Enthüllung dieses Geheimnisses sei seine Freiheit wert. Am gleichen Tag steht Vine vor dem Ende seiner Karriere: In Abwesenheit von Wilde wird der Inhaftierte angeschossen. Alle Indizien sprechen für Solomons Schuld, so dass dieser auf unbestimmte Zeit suspendiert wird. Drei Monate später verschwindet Wilde spurlos. Weil alles nach einer Entführung durch Profis aussieht, bietet ihm Vines ehemaliger Chef die Chance für eine Rehabilitation. Solomon soll in Wildes Vergangenheit nach den Motiven der Entführer suchen. Ohne es zu ahnen, gerät Solomon immer tiefer in ein Komplott, für das er erneut den Sündenbock spielen soll. Weiterlesen

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David Whitehouse: Der Blumensammler

Ohne dass sie es wissen, ist das Leben dreier Männer miteinander verknüpft. Professor Cole schrieb als junger Mann Liebesbriefe und versteckte sie in den botanischen Nachschlagewerken einer Bibliothek, damit sie von seiner zukünftigen Frau gefunden und gelesen werden. Einer dieser Briefe wird von Peter entdeckt, als er seinen Wissensdurst über eine seltene Blume stillen will. Und dreißig Jahre später wird Dove, der nach einem abgebrochenen Studium in der Notrufzentrale arbeitet, von Migräne- und Ohnmachtsattacken heimgesucht, durch die er in visionären Träumen Peters Suche nach sechs einzigartigen Blumen miterlebt und erleidet.

Große Abenteuer fangen im Kleinen an, und sie enden manchmal glücklich oder dramatisch. Im Falle der drei Männer entsteht ein dynamischer, lebensverändernder Prozess, der sie aus der selbst erwählten Sackgasse katapultiert.

Der 1981 in England geborene David Whitehouse hat sich auf Abenteuerromane spezialisiert. Weiterlesen

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Gabe Hudson: Gork der Schreckliche

Gork, Der Schreckliche, ist ein junger Drache und alles andere als schrecklich. Sein Status ist KuschelBär und sein Spitzname Weichei. Aus diesen Gründen steht er in der Hierarchie der Drachen ganz unten und dies obwohl sein Großvater, Dr. Schrecklich, berühmt und unermesslich reich ist. Es grenzt an ein Wunder, dass Gork zu den glücklichen 39 % zählt, die die Abschlussklasse lebend erreichen. Und wer am letzten Schultag keine Partnerin für seine künftigen Eroberungszüge vorweisen kann, wird automatisch ein Sklave. Am Morgen dieses letzten Schultages behauptet die Vorhersage, Gork würde innerhalb von 24 Stunden mit 99,9 prozentiger Sicherheit sterben. Dies mag auch an dem handfesten Streit zwischen dem Direktor der Drachenschule und seinem Großvater vom Vorabend liegen, bei dem Dr. Schrecklich dem Direktor ein Auge zerstört hat und danach spurlos verschwand. Dadurch gerät dessen Enkel unweigerlich in den Fokus des extrem rachsüchtigen Direktors, in dessen Tochter ausgerechnet Gork verliebt ist. Runcitas Status ist selbstverständlich überragend. Bisher hat sie jeden Antragsteller entweder ins Krankenhaus oder in den Tod geschickt. An Gorks letztem Schultag bleiben im Prinzip nur zwei Perspektiven übrig: entweder ein früher Tod oder ein Leben als Sklave. Weiterlesen

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Jess Jochimsen: Abschlussball

„… Geschichten kann man nicht erklären. Man kann sie nur erzählen.“ (S. 249)

Martens Geschichte beginnt mit einer Verweigerung. Als kleiner Junge wohnt er in einem Haus, in dem es ständig zu laut ist. Nie findet er Ruhe, und keiner versteht sein Bedürfnis. In ihm wächst der Gedanke heran, schneller zu altern als Gleichaltrige. Und weil er es sich fest vorstellt, ist auch sein Körper mit diesem Gedanken im Einklang. Wer schnell altert, wird früh sterben, denkt Marten. Er schließt mit seinem Leben ab und wartet geduldig auf sein frühes Ende. Marten wird trotzdem erwachsen und ohne es zunächst zu begreifen, beginnt er sein Leben neu zu definieren.

Der 1970 geborene Jess Jochimsen dürfte für viele kein Unbekannter sein, denn seit 1992 tritt der Kabarettist und Autor mal auf Bühnen, mal im Fernsehen auf. 2000 erschien sein erster Roman. Was den Leser im Abschlussball erwartet, könnte man im übertragenen Sinne mit einem wundersamen Märchenroman umschreiben. Marten, ein junger Mann, zieht aus, um sich beziehungsweise den richtigen Ton in seinem Leben zu finden mit allem, was dazugehört: Schicksal, Drama, Humor und dem Kabarettisten sei Dank viel Aberwitziges. Weiterlesen

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Yokio Mishima: Bekenntnisse einer Maske (1949)

Kochan erzählt einem fiktiven Leser von seinen ersten 25 Lebensjahren in Tokyo. Dabei bricht er mit japanischen Tabus, in dem er völlig offen über sein wahres Ich spricht. Der junge Kochan geht damit natürlich ein enormes Risiko ein, das kaum größer sein könnte.

Als kleiner Junge stellt er recht schnell fest, wie sehr ihn junge Männer faszinieren. Muskulöse entblößte Oberkörper beleben seine Fantasie, während er stets seinen eigenen blassen, dünnen Körper verhüllt. Dabei hilft ihm seine Anfälligkeit für Krankheiten, die ihm den Sportunterricht und später den Militärdienst vom Leib hält. Auf der Zuschauerbank kann er die anderen ungestört beobachten.

Mit dem Einsetzen der Pubertät verliebt er sich zum ersten Mal und ist gleichzeitig irritiert, weil sich sein heimliches Schwärmen von dem der anderen Jungen abhebt. Er spürt schon sehr früh, dass seine Vorlieben verboten sind und er sie nur in seiner Fantasie ausleben darf. Für eine Weile hilft ihm die Maske der Normalität weiter, doch während des Zweiten Weltkriegs verliebt er sich in die Schwester seines besten Freundes. Seine rein platonische Liebe bringt sein Denken und Fühlen durcheinander. Er weckt Gefühle, die er in gleicher Weise nicht erwidern kann. Seine Maske der Normalität ist auf einmal gefährdet. Weiterlesen

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Melinda Nadj Abonji: Schildkrötensoldat

Als Zoli ein kleiner Junge war, fiel er bei einer Fahrt mit dem Vater vom Motorrad. Irgendwann bemerkte dieser den Verlust des Sohnes. Es verging weitere kostbare Zeit, bis er ihn im Straßengraben liegend wiederfand. Noch immer nahm der Vater die Situation nicht ernst. Erst als Passanten ihn von der Schwere der Kopfverletzung überzeugen konnten, bekam Zoli ärztliche Hilfe.

Zoli ist nun anders als die Nachbarjungen. Er stottert, ihm fließt der Rotz aus der Nase und seine Ordnung der Dinge folgt der Natur, den Jahreszeiten. Was er liebt, schätzen seine Eltern gering. Er soll ein richtiger Mann werden, einer der saufen kann, sich für Frauen interessiert und vor allen Dingen die Eltern aus der Armut rettet.

Aber Zoli funktioniert anders. Zoli ist Zoli. Sein Garten, die Blumen und sein Hund Tango stehen im Mittelpunkt seines Lebens. Auch seine Freundin Anna aus Kindheitstagen, die er Hanna nennt. Weiterlesen

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Marion Poschmann: Die Kieferninseln

Gilberts Start ins Berufsleben beginnt hoffnungsvoll. Doch die Karriere bleibt aus. Denn er schweigt, wenn er prahlen sollte oder kritisiert in den falschen Situationen. Nachdem er auf einem akademischen Abstellgleis gelandet ist, wird er Zeuge am beruflichen und monetären Erfolg seiner Frau. Eines Nachts steht auch noch der Traum von ihrer Untreue zwischen ihnen, der sich am Morgen zu einer Gewissheit manifestiert. Die unvermeidbare Auseinandersetzung mündet in ein Zerwürfnis.

Gilbert ergreift die Flucht und nimmt den ersten Flug nach Tokyo. Dort nähert er sich dem Fremden an, in dem er japanische Klassiker kauft und die Umgebung fußläufig erkundet. Dabei fällt ihm der Student Yosa auf, der seinem Leben ein Ende setzen will. Spontan nimmt Gilbert ihn in seine Obhut. Als er kurz darauf das Handbuch für Selbstmörder, den japanischen Klassiker für Lebensmüde, in Yosas Sporttasche entdeckt, beschließt Gilbert, den jungen Mann mit einer neuen Aufgabe von seinem Vorhaben abzulenken. Er soll ihn zu den Kieferinseln begleiten, dem klassischen Ort für Schönheit, Weisheit und hohes Alter. Auf dem Weg dorthin führt Yosa ihn auch zu Orten, die bei Selbstmördern beliebt sind. Die erfolgreiche Fahrt zu den berühmten Kiefern ist nun abhängig von Gilberts Einfallsreichtum. Weiterlesen

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