Antonio Ortuño: Die Verschwundenen

Aurelio Blanco ist unglücklich in die drei Jahre ältere Alicia verliebt. Weil er und seine Mutter auf dem Anwesen ihrer Eltern leben, arbeitet er schon als Junge für ihren Vater, den einflussreichen Carlo de Flores. Aus einer Laune heraus akzeptiert sie ihn als Sexualpartner, behandelt ihn jedoch wie einen Hund und nennt ihn auch so.

Eines Tages wandelt sich Alicias Unglück in sein ganz persönliches Glück. Er soll die entehrte Alicia heiraten und arbeitet nun in der Baufirma seines Schwiegervaters.

Noch immer folgt er bedingungslos de Flores Anweisungen. Auch als der Schwiegervater ihn für das Gericht, die Investoren und Presse als Sündenbock für die eigenen Betrügereien präsentiert. Angeblich soll Blanco nur für kurze Zeit ins Gefängnis.

Nach fünfzehn Jahren Gefängnis steht er ihm und seiner Familie erneut gegenüber. Der Tag der Abrechnung für den Verlust von Freiheit, Ehe und Familienleben fällt mit dem Weihnachtsfest zusammen, dem Tag der Liebe. Weiterlesen

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Scott Bergstrom: Ohne Skrupel

Agenten leben gefährlich. Zu jeder Zeit können sie enttarnt werden und schneller sterben als ein Gedanke.

Gwendolyns Eltern waren Agenten. Nun lebt nur noch ihr angeschlagener, abtrünniger Vater. Zu ihrem Schutz ziehen sie häufig um, während die Angst ihr ständiger Begleiter bleibt. Im Alter von 19 Jahren wird Gwen gezwungen, sich von ihrem Vater zu trennen. Der israelische Geheimdienst verlangt von ihr die Tötung eines reichen Mannes, dessen Vater bereits von ihrem Vater umgebracht worden ist. Und nun soll sie diese morbide Tradition erhalten.

Gwen kennt sich inzwischen mit dem Töten aus. In einem Wüstencamp wurde sie von einer Spezialeinheit der Israelis ausgebildet und für die Finessen des Geheimdienstes sensibilisiert. Ihre wichtigste Lektion lautet:

Niemand kann der totalen Überwachung der Geheimdienste entgehen. Irgendwann wird jeder entdeckt. Die Jagd nach Wissensvorteilen, Manipulation durch Scheininformationen machen aus allen Beteiligten Schachfiguren. Gwen will nicht nur aus dem menschenfeindlichen Spiel der Geheimdienste aussteigen. Sie sehnt sich nach einem Leben in Frieden, dass ihr nie erlaubt war. Weiterlesen

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U. Gerold & W. Hänel: Allee unserer Träume

Ilse hat den Zweiten Weltkrieg überlebt. Sie überwand alle Widerstände und studierte Architektur. Wie ihr Vater will sie Schönes bauen. Doch die Umstände erlauben es nicht. Nach dem Krieg gibt es nur noch ihren an Alzheimer schwer erkrankten Vater und seine kleine Baufirma, die vor dem Bankrott steht. Ihr Organisationstalent wird gebraucht. Und während sie ihren Vater pflegt, zeichnet sie die Häuser, von denen beide geträumt haben. Sie entwickelt Straßenzüge, die von einem Neubeginn erzählen. Wie es der Zufall will, erhält ihr Vater eine offizielle Anfrage aus Berlin. Die Regierung sucht Architekten, die beim Neuaufbau mithelfen wollen. Insbesondere ist eine Prachtallee geplant, die dem Sozialismus ein Gesicht verleihen soll. Ilse begreift diesen Aufruf als ihre Chance. Ihre Träume könnten jetzt wahr werden: Schöne Häuser, vor denen sich die Wolken verneigen, bezahlbarer Wohnraum mit menschenwürdiger Ausstattung.

Das Autorenduo für Krimis und Thriller, Ulrike Gerold und Wolfram Hänel, hat einen detailreichen Roman über die Nachkriegszeit und den Aufbau der zukünftigen DDR geschrieben. Als Grundlage und Inspiration diente die Biographie von Wolfram Hänels Mutter. Im Zentrum der Handlung steht Ilse, eine junge Frau, die viel zu früh ihre gesamte Familie verliert. Das klassische Karriereziel für Frauen Kind und Herd will einfach nicht passen. Ilse lehnt sich auf. Je größer der Gegenwind um so stärker wird Ilses Wille, für ihre Träume zu kämpfen. Weiterlesen

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G. Franck & B. Boss-Burkhardt: Gesunder Garten durch Mischkultur

Der dümmste Bauer erntet angeblich die dicksten Kartoffeln. Ob hinter der guten Ernte tatsächlich Dummheit stecken mag, darf bezweifelt werden. Letztendlich stellt sich die Frage, ob der »Dumme« möglicherweise populäre und kostenintensive Wege des Anbaus verlassen hat.

Die Klassiker des Gartenbaus könnte man wie folgt beschreiben: Umgraben, beetweise Bepflanzung, feste Wege in den Beeten, Düngen, chemische Unkrautbekämpfung und trotzdem Läuse, Raupen und Schnecken und stets sauber gefegte Beete mit freiem Blick auf nackte Erde.

Die von Gertrud Franck über Jahrzehnte erfolgreich praktizierte Mischkultur funktioniert anders. Ihre Gemüsebeete sind aufgelockert durch Reihenbepflanzung. Als Reihenbegrenzung wählt sie für das Frühjahr Spinat. In festen Abständen wechseln sich stark- und schwachzehrende Gemüsepflanzen ab, wobei jede von anderen Pflanzen aus der Gruppe der »positiven Nachbarschaft« begleitet wird.

In dieser Anbaumethode wird der Garten ganzheitlich betrachtet. Weil in der gesunden, freien Natur nackte Böden nicht vorkommen, übernimmt Gertrud Franck dieses Prinzip. Es folgt dem natürlichen Kreislauf von Keimen, Wachsen und Zersetzung, bei dem niedrige Pflanzen der Keimung nachfolgender höher wachsender Gemüsepflanzen den Weg bereiten. Weiterlesen

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Dov Alfon: Unit 8200

Der 16. April wird für viele Geheimdienstmitarbeiter, Polizisten, Politiker und Auftragsmörder ein sehr langer Tag. Er beginnt am Morgen dramatisch mit dem Verschwinden eines israelischen Fluggastes, nachdem dieser direkt nach der Ankunft am Flughafen Charles de Gaulle einer rot uniformierten Blondine gefolgt war.

Der neue Chef des israelischen Geheimdienstes Unit 8200, Oberst Abadi, landet kurz darauf am gleichen Flughafen. Zusammen mit dem ermittelnden Kriminalrat Léger beginnt eine aufreibende Suche, in der bald die Fragen auftauchen: Gab es bei der möglichen Entführung eine Verwechslung und könnte ein weiterer Landsmann von Abadi in großer Gefahr schweben?

Zur gleichen Zeit sieht seine junge Stellvertreterin, Lieutenant Orianna Talmor, in Tel Aviv zahlreiche Schwierigkeiten auf sich zukommen. Das von der politischen Führung arrangierte Machtvakuum innerhalb des Geheimdienstes führt zu zahlreichen Begehrlichkeiten und Beschneidungen in den Befugnissen der Unit 8200. Darüber hinaus erschweren die Entfernung und nervenaufreibende Ereignisse den Kontakt zwischen Abadi und Orianna, so dass dieser seine Stellvertreterin nur sporadisch mit geheimen Recherchen beauftragen kann. Weiterlesen

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Claudia Rikl: Der stumme Bruder

Kriminalkommissar Michael Herzberg befindet sich auf einem Abstellgleis, nachdem er einen kriminellen Kollegen angezeigt hat. Aus der Abteilung Mordermittlung herausgerissen steht er nun vor einem Fall mit Sachbeschädigung. Das Gemeindehaus wurde von Vandalen unbewohnbar gemacht, damit keine Flüchtlinge in das beschauliche Lichtenfels ziehen. An dem Tag, an dem Herzberg sich mit dem Zeugen Schröter treffen will, liegt dieser bereits in einem Sarg. Gerade noch rechtzeitig kann der Kommissar als einer der letzten Trauergäste einen Blick auf den Verstorbenen werfen und erkennt am Hals des Toten verdächtige Würgemale. Sofort stoppt er die Trauerfeier und sieht sich wütenden Protesten gegenüber. Sein Kollege stimmt mit ein, als wäre Herzberg völlig von Sinnen.

Zum Glück kann der Rechtsmediziner Herzbergs Verdacht bestätigen. Doch danach bleibt alles beim Alten: Die Kollegen behandeln ihn wie einen Verräter, und die Dorfbewohner, die er anlässlich der Verwüstung des Gemeindehauses befragen soll, mauern. Für Herzberg sieht alles nach einer Falle aus, in die ihn seine Kollegen haben laufen lassen. Seine Ermittlungen sind mit Schröters Tod gescheitert. Nur seine Kollegin Desiree arbeitet noch mit ihm zusammen. Denn ohne Herzbergs Hilfe dürfte ihre Suche nach Schröters Mörder ziemlich schwierig werden. Zu groß ist das Geflecht aus Schweigen und Lügen.

Claudia Rikl hat ihren zweiten Kriminalroman mit dem ermittelnden Michael Herzberg vorgelegt. Wie bei ihrem ersten Buch liegt der Schwerpunkt bei den Opfern der ehemaligen DDR. Politische Willkür, Desinformation, eine scheinbar totale Überwachung haben ein Klima für Schweigen, Duldung und rechtsradikale Gesinnung geschaffen. Weiterlesen

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Alex Wheatle: Wer braucht ein Herz, wenn es gebrochen werden kann

Mo, Elaine und Naomi sind beste Freundinnen. Sie leben in einem Stadtteil, der in der Presse mit den freundlichen Worten sozialer Brennpunkt umschrieben würde. Alle drei sind fünfzehn Jahre alt, sehnen sich nach einem normalen, friedlichen Familienleben und erleben jede auf ihre Art die erste Liebe.

In Mos Gefühlswelt konkurriert die Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe mit einer großen Portion Wut und Hass. Denn sie hat noch nicht einmal annähernd ein normales Familienleben: Ihre kranke Mutter findet stets die falschen Typen, und der Job in der Wäscherei erlaubt finanziell nur winzig kleine Sprünge. Leider ist der neue Freund ihrer Mutter der Schlimmste von allen, findet Mo. Gerade auf Bewährung draußen nistet er sich bei ihnen ein. Der Neue hat auch kein Problem damit, die letzten 5 Pfund einzustecken, während Mo nichts zu essen hat und im Kühlschrank nur Bierdosen stehen.

Der Typ muss weg, schimpft Mo. So schnell wie möglich. Sie zeigt es ihm auf die einzige Art, die ihr zur Verfügung steht. Dabei verliert sie völlig die Kontrolle über ihre Gefühle und zeitweise über ihr Leben. Weiterlesen

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Simon Beckett: Die ewigen Toten

David Hunter, forensischer Anthropologe, verbringt mehr Zeit mit den Toten als mit den Lebenden. Er untersucht die Verwesung und den Zerfall, um menschliche Überreste zu identifizieren. Häufig hilft er der Polizei als Berater bei der Ermittlung von Mordfällen. Dabei macht er seinem Namen in jeder Hinsicht Ehre. Sein Spürsinn geht viel weiter als bis zum Rand eines Obduktionstisches. Regelmäßig gerät er auf Fährten, die die Ermittler zunächst nicht vorrangig bearbeiten. Der damit verbundene Ärger ist vorprogrammiert und unvermeidbar.

Als im Londoner Norden im abbruchreifen Krankenhaus St. Jude eine mumifizierte Leiche gefunden wird, sieht es zunächst nach einem ganz normalen Mordfall aus. Doch bei der ersten Untersuchung der Umstände fällt der konsultierte Pathologe durch eine marode Stelle im Boden in einen darunter liegenden Raum. Auf der Suche nach dem Verletzten werden zwei weitere Tote gefunden, durch die der Fall unerwartete Ausmaße annimmt.

Der gerade in Ungnade gefallene Anthropologe David Hunter soll die Londoner Polizei unterstützen. Beschnittene Kompetenzen, medialer Gegenwind und viele Gegenspieler machen aus Hunters sechstem Fall eine komplexe Jagd, die ihn erneut in Lebensgefahr bringt. Weiterlesen

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Anuk Araudpragasam: Die Geschichte einer kurzen Ehe

Die Geschichte einer kurzen Ehe ist kurz. Dinesh, ein junger Mann, hilft in einer mobilen Klinik aus, die mitten im Dschungel in einem Flüchtlingslager den Verletzten erste Hilfe gibt. Jeden Tag wird das Lager mit Mörsergranaten beschossen. Es gibt für die Flüchtlinge keinen Ort mehr, wo sie Schutz finden können. Während Dinesh eine Grube für die Verstorbenen und Leichenteile aushebt, wird er von einem alten Mann angesprochen. Dieser verlor vor kurzen bei einer Bombardierung seine halbe Familie. Jetzt hat er nur noch seine Tochter Ganga, für die er Schutz und Halt sucht, wenn er nicht mehr leben sollte. Dinesh lässt sich darauf ein. Nach dem väterlichen Segen sind die beiden allein, zwei Fremde, die mitten im Krieg ein Leben zu zweit versuchen.

Anuk Arudpragasam, geboren 1988, hat mit seinem Debütroman viel Aufmerksamkeit erfahren, als er mit ihm den DSC Prize for South Asien Literature gewann. Übersetzt wurde der Roman von Hannes Meyer. Weiterlesen

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Catherine Ryan Howard: Ich bringe dir die Nacht

Zu Beginn ihres ersten Studienjahres in Dublin lernt Alison Will kennen und lieben. Aus diesem Grund hat sie für ihre beste Freundin Liz und ihr Studium immer weniger Zeit. Die scheinbar unbegrenzte Freiheit verändert die schüchterne Alison. Sie wird mutig, sagt ihre Meinung und trifft zum ersten Mal eigene Entscheidungen.

Die Partyfreude der Studenten ändert sich schlagartig, als innerhalb weniger Monate fünf junge Frauen aus dem ersten Semester, darunter auch Liz, ermordet und in den Kanal geworfen werden. Verschiedene Indizien geben der Polizei Anlass, Will zu verdächtigen. Während Alison noch der Presse gegenüber beteuert, an Wills Unschuld zu glauben, gesteht dieser die Morde.

Zehn Jahre später werden wieder junge Studentinnen am Kanal in Dublin ermordet. Will erfährt davon und behauptet, er könne Informationen über den echten Kanalkiller liefern. Er würde aber nur mit Alison sprechen wollen. Weiterlesen

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