Solomon Vine, leitender Spezialist der britischen Spionageabwehr, dachte, schon alles gesehen und erlebt zu haben. Als ihn eine Terminänderung nach Istanbul zu der Vernehmung eines möglichen Terroristen bringt, gerät er in ein Netz aus Lügen und Täuschungen. Ebenfalls hineingeraten ist sein Kollege Wilde, mit dem er früher befreundet war. In den Reihen des Secret Services soll es einen Maulwurf mit dem Codenamen Niemand geben, behauptet der Inhaftierte. Die Enthüllung dieses Geheimnisses sei seine Freiheit wert. Am gleichen Tag steht Vine vor dem Ende seiner Karriere: In Abwesenheit von Wilde wird der Inhaftierte angeschossen. Alle Indizien sprechen für Solomons Schuld, so dass dieser auf unbestimmte Zeit suspendiert wird. Drei Monate später verschwindet Wilde spurlos. Weil alles nach einer Entführung durch Profis aussieht, bietet ihm Vines ehemaliger Chef die Chance für eine Rehabilitation. Solomon soll in Wildes Vergangenheit nach den Motiven der Entführer suchen. Ohne es zu ahnen, gerät Solomon immer tiefer in ein Komplott, für das er erneut den Sündenbock spielen soll. Weiterlesen
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David Whitehouse: Der Blumensammler
Ohne dass sie es wissen, ist das Leben dreier Männer miteinander verknüpft. Professor Cole schrieb als junger Mann Liebesbriefe und versteckte sie in den botanischen Nachschlagewerken einer Bibliothek, damit sie von seiner zukünftigen Frau gefunden und gelesen werden. Einer dieser Briefe wird von Peter entdeckt, als er seinen Wissensdurst über eine seltene Blume stillen will. Und dreißig Jahre später wird Dove, der nach einem abgebrochenen Studium in der Notrufzentrale arbeitet, von Migräne- und Ohnmachtsattacken heimgesucht, durch die er in visionären Träumen Peters Suche nach sechs einzigartigen Blumen miterlebt und erleidet.
Große Abenteuer fangen im Kleinen an, und sie enden manchmal glücklich oder dramatisch. Im Falle der drei Männer entsteht ein dynamischer, lebensverändernder Prozess, der sie aus der selbst erwählten Sackgasse katapultiert.
Der 1981 in England geborene David Whitehouse hat sich auf Abenteuerromane spezialisiert. Weiterlesen
Gabe Hudson: Gork der Schreckliche
Gork, Der Schreckliche, ist ein junger Drache und alles andere als schrecklich. Sein Status ist KuschelBär und sein Spitzname Weichei. Aus diesen Gründen steht er in der Hierarchie der Drachen ganz unten und dies obwohl sein Großvater, Dr. Schrecklich, berühmt und unermesslich reich ist. Es grenzt an ein Wunder, dass Gork zu den glücklichen 39 % zählt, die die Abschlussklasse lebend erreichen. Und wer am letzten Schultag keine Partnerin für seine künftigen Eroberungszüge vorweisen kann, wird automatisch ein Sklave. Am Morgen dieses letzten Schultages behauptet die Vorhersage, Gork würde innerhalb von 24 Stunden mit 99,9 prozentiger Sicherheit sterben. Dies mag auch an dem handfesten Streit zwischen dem Direktor der Drachenschule und seinem Großvater vom Vorabend liegen, bei dem Dr. Schrecklich dem Direktor ein Auge zerstört hat und danach spurlos verschwand. Dadurch gerät dessen Enkel unweigerlich in den Fokus des extrem rachsüchtigen Direktors, in dessen Tochter ausgerechnet Gork verliebt ist. Runcitas Status ist selbstverständlich überragend. Bisher hat sie jeden Antragsteller entweder ins Krankenhaus oder in den Tod geschickt. An Gorks letztem Schultag bleiben im Prinzip nur zwei Perspektiven übrig: entweder ein früher Tod oder ein Leben als Sklave. Weiterlesen
Jess Jochimsen: Abschlussball
„… Geschichten kann man nicht erklären. Man kann sie nur erzählen.“ (S. 249)
Martens Geschichte beginnt mit einer Verweigerung. Als kleiner Junge wohnt er in einem Haus, in dem es ständig zu laut ist. Nie findet er Ruhe, und keiner versteht sein Bedürfnis. In ihm wächst der Gedanke heran, schneller zu altern als Gleichaltrige. Und weil er es sich fest vorstellt, ist auch sein Körper mit diesem Gedanken im Einklang. Wer schnell altert, wird früh sterben, denkt Marten. Er schließt mit seinem Leben ab und wartet geduldig auf sein frühes Ende. Marten wird trotzdem erwachsen und ohne es zunächst zu begreifen, beginnt er sein Leben neu zu definieren.
Der 1970 geborene Jess Jochimsen dürfte für viele kein Unbekannter sein, denn seit 1992 tritt der Kabarettist und Autor mal auf Bühnen, mal im Fernsehen auf. 2000 erschien sein erster Roman. Was den Leser im Abschlussball erwartet, könnte man im übertragenen Sinne mit einem wundersamen Märchenroman umschreiben. Marten, ein junger Mann, zieht aus, um sich beziehungsweise den richtigen Ton in seinem Leben zu finden mit allem, was dazugehört: Schicksal, Drama, Humor und dem Kabarettisten sei Dank viel Aberwitziges. Weiterlesen
Yokio Mishima: Bekenntnisse einer Maske (1949)
Kochan erzählt einem fiktiven Leser von seinen ersten 25 Lebensjahren in Tokyo. Dabei bricht er mit japanischen Tabus, in dem er völlig offen über sein wahres Ich spricht. Der junge Kochan geht damit natürlich ein enormes Risiko ein, das kaum größer sein könnte.
Als kleiner Junge stellt er recht schnell fest, wie sehr ihn junge Männer faszinieren. Muskulöse entblößte Oberkörper beleben seine Fantasie, während er stets seinen eigenen blassen, dünnen Körper verhüllt. Dabei hilft ihm seine Anfälligkeit für Krankheiten, die ihm den Sportunterricht und später den Militärdienst vom Leib hält. Auf der Zuschauerbank kann er die anderen ungestört beobachten.
Mit dem Einsetzen der Pubertät verliebt er sich zum ersten Mal und ist gleichzeitig irritiert, weil sich sein heimliches Schwärmen von dem der anderen Jungen abhebt. Er spürt schon sehr früh, dass seine Vorlieben verboten sind und er sie nur in seiner Fantasie ausleben darf. Für eine Weile hilft ihm die Maske der Normalität weiter, doch während des Zweiten Weltkriegs verliebt er sich in die Schwester seines besten Freundes. Seine rein platonische Liebe bringt sein Denken und Fühlen durcheinander. Er weckt Gefühle, die er in gleicher Weise nicht erwidern kann. Seine Maske der Normalität ist auf einmal gefährdet. Weiterlesen
Melinda Nadj Abonji: Schildkrötensoldat
Als Zoli ein kleiner Junge war, fiel er bei einer Fahrt mit dem Vater vom Motorrad. Irgendwann bemerkte dieser den Verlust des Sohnes. Es verging weitere kostbare Zeit, bis er ihn im Straßengraben liegend wiederfand. Noch immer nahm der Vater die Situation nicht ernst. Erst als Passanten ihn von der Schwere der Kopfverletzung überzeugen konnten, bekam Zoli ärztliche Hilfe.
Zoli ist nun anders als die Nachbarjungen. Er stottert, ihm fließt der Rotz aus der Nase und seine Ordnung der Dinge folgt der Natur, den Jahreszeiten. Was er liebt, schätzen seine Eltern gering. Er soll ein richtiger Mann werden, einer der saufen kann, sich für Frauen interessiert und vor allen Dingen die Eltern aus der Armut rettet.
Aber Zoli funktioniert anders. Zoli ist Zoli. Sein Garten, die Blumen und sein Hund Tango stehen im Mittelpunkt seines Lebens. Auch seine Freundin Anna aus Kindheitstagen, die er Hanna nennt. Weiterlesen
Marion Poschmann: Die Kieferninseln
Gilberts Start ins Berufsleben beginnt hoffnungsvoll. Doch die Karriere bleibt aus. Denn er schweigt, wenn er prahlen sollte oder kritisiert in den falschen Situationen. Nachdem er auf einem akademischen Abstellgleis gelandet ist, wird er Zeuge am beruflichen und monetären Erfolg seiner Frau. Eines Nachts steht auch noch der Traum von ihrer Untreue zwischen ihnen, der sich am Morgen zu einer Gewissheit manifestiert. Die unvermeidbare Auseinandersetzung mündet in ein Zerwürfnis.
Gilbert ergreift die Flucht und nimmt den ersten Flug nach Tokyo. Dort nähert er sich dem Fremden an, in dem er japanische Klassiker kauft und die Umgebung fußläufig erkundet. Dabei fällt ihm der Student Yosa auf, der seinem Leben ein Ende setzen will. Spontan nimmt Gilbert ihn in seine Obhut. Als er kurz darauf das Handbuch für Selbstmörder, den japanischen Klassiker für Lebensmüde, in Yosas Sporttasche entdeckt, beschließt Gilbert, den jungen Mann mit einer neuen Aufgabe von seinem Vorhaben abzulenken. Er soll ihn zu den Kieferinseln begleiten, dem klassischen Ort für Schönheit, Weisheit und hohes Alter. Auf dem Weg dorthin führt Yosa ihn auch zu Orten, die bei Selbstmördern beliebt sind. Die erfolgreiche Fahrt zu den berühmten Kiefern ist nun abhängig von Gilberts Einfallsreichtum. Weiterlesen
Hannah Tinti: Die zwölf Leben des Samuel Hawley
Mit Loos zwölftem Lebensjahr beginnen grundlegende Veränderungen. Sie und ihr Vater Samuel werden sesshaft. Das neue Zuhause ist die kleine Küstenstadt Olympus, der Geburtsort ihrer verstorbenen Mutter, in dem ihre Großmutter noch immer wohnt. Zum ersten Mal spürt Loo, was es heißt, trotz des festen Wohnsitzes eine Fremde und verhasste Außenseiterin zu sein. Aus irgendeinem Grund will sogar ihre Großmutter nichts mit ihnen zu tun haben. Ihr Vater Samuel und sie werden angefeindet, bestohlen oder belächelt. Und weil ihre Klassenkameraden einfach nicht mit ihren Angriffen aufhören wollen, besorgt sich Loo Schuhe mit Stahlkappen. Jeder Tritt soll Schmerzen bereiten. Ein gebrochener Finger verschafft ihr endlich Ruhe. Bei ihrem Vater Samuel dauert es länger.
Im Laufe der Jahre begreift Loo, dass sie in Olympus immer die Außenseiter bleiben werden. Sie sind einfach zu speziell. Vor allen Dingen ihr Vater! Kein anderer hat so viele Narben und Waffen oder beendet so effizient Konflikte.
Eines Tages taucht Samuels alter Kumpel auf, und das scheinbar normale Leben gerät erneut in Gefahr. Weiterlesen
Philippe Besson: Hör auf zu lügen
Als Philippe 1984 17 Jahre alt ist, verliebt er sich in Thomas. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Auch die Mädchen umschwärmen Thomas. Ständig suchen sie seine Nähe, und ihm scheint es zu gefallen.
Während Philippe unter dieser unmöglichen Liebe leidet, bleibt er für alle der Musterschüler, der Sohn des Rektors und der Einzelgänger mit der weiblichen Gestik. Dabei hat er sich angewöhnt, andere zu beobachten und ihnen ein Leben mit Geschichten anzudichten. Aus diesem Grund nennt ihn seine Mutter häufig einen Lügner. Um so überraschter ist Philippe, dass auch Thomas ein Lügner ist. Denn Thomas führt ein heimliches Doppelleben. Als dieser ihm eines Tages Sex anbietet, darf dies nur unter der Bedingung absoluter Verschwiegenheit geschehen.
Philippe lässt sich darauf ein, auch wenn ihr Arrangement nicht gerade perfekt ist.
Viel zu schnell neigt sich ihre Beziehung dem Ende zu. Sie haben ihr Abitur geschafft, und jeder verfolgt seine eigenen Ziele. Studium in Paris der eine, Flucht zur spanischen Familie der andere. Weiterlesen
Jean-Philippe Blondel: Ein Winter in Paris
Der Weg in die Welt der Erwachsenen ist für Victor zunächst ein schleichender Prozess. Als Zweitgeborener nutzt er seine Freiheit, eigene Wege auszuloten. Einer ist das Lycée in Paris, die Eintrittskarte zur Eliteuniversität. Victor, das fleißige Landei mit scharfem Verstand, findet sich wie gewohnt in seiner Außenseiterrolle wieder. Ist er bei seinen Eltern der unverstandene Kluge, sehen die Mitschüler in ihm nur den mittellosen Provinzler. Wider Erwarten schafft er es im ersten Jahr unter die 20 Besten. In seinem zweiten einsamen und zugleich arbeitsintensiven Vorbereitungsjahr lernt er in den Pausen Mathieu kennen, der wie er als Außenseiter die gleiche ruhige Ecke zum Rauchen aufsucht. Auch Mathieu leidet unter dem Leistungsdruck und den verletzenden Bemerkungen der Lehrer.
An dem Tag, an dem Victor beschließt, Mathieu zu seinem Geburtstag einzuladen, eskaliert das angespannte Verhältnis zwischen dem angehenden Freund und einem Lehrer. Mathieu rennt aus dem Klassenzimmer und stürzt sich im Treppenhaus zu Tode. Victor ist bei diesem Freitod Ohrenzeuge und rennt zu ihm. Der Schock rüttelt ihn auf. Weiterlesen