Christian v. Ditfurth: Zwei Sekunden

zwei„Zwei Sekunden“ steht in einer Reihe mit den von mir gern gelesenen und prächtig beschriebenen Politthrillern „Oktoberfest“ von Christoph Scholden (2010) oder „Opernball“  von Josef Haslinger (1995). Mit dem vorliegenden Buch haben diese fiktiven Romane über Terroranschläge gemein, dass man ständig das Gefühl hat, ja, das kann sich jetzt heute oder spätestens morgen genau so abspielen.  Zudem sind sie alle drei exzellent recherchiert und entwickeln während des Lesens eine unglaubliche Spannung.

Wie so oft gesagt, man will das Buch gar nicht mehr weglegen. Bei „Zwei Sekunden“  geht es um einen Terroranschlag beim Staatsbesuch des russischen Präsidenten in Berlin. Weiterlesen

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Jean-Philippe Blondel: This is not a love song

loveMan stelle sich vor, eine jahrelange Freundschaft – früher hätten wir gesagt Blutsbrüderschaft  -mit einem Kumpel, mit dem du aufgewachsen bist, mit dem du die letzte Zigarette -, mehr noch das letzte Bier geteilt hast, mit dem du Frauen aufgerissen hast, usw…, so mir nichts dir nichts zerbricht, ganz einfach zerbricht. Denn du verlässt deinen Freund, mit irgendeiner Frau, der du, einer plötzlichen Eingebung zufolge sagst, rette mich – nimm mich mit, ich gehe mit dir wohin du willst. Vincent um den es hier geht, haut tatsächlich mit ihr ab, nach England. Und spät, ach was, viel zu spät erkennt er, wer daran zerbrochen: sein Freund Etienne. Weiterlesen

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Joël Dicker: Die Geschichte der Baltimores

joeNichts ist so wie es scheint oder ein Lehrstück in Sachen subjektiver Wahrnehmung. Joël Dicker legt hier wieder einen tollen Roman hin, hervorragend konstruiert und wer seinen Vorgänger, „Die Wahrheit über  den Fall Harry Quebert“, gelesen hat, der denkt  sich, sieh mal an, hier ist er wieder, unser Marcus Goldman, der neue Stern am Literaturhimmel, der geplagt von einer Schreibblockade, sich irgendwo in ein Häuschen seines ehemaligen Professors einmietet, um endlich seinen neuen Roman zu schreiben, auf den seine Agentur und die Welt wartet. Und ähnlich wie bei Quebert wird ihm die Idee,  bzw. der Stoff für den Roman, auf dem Tablett serviert. Er schreibt einfach das auf, was ihm widerfahren ist. Es ist seine Geschichte und die Geschichte der Goldmans. Weiterlesen

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Thomas Schweres: Die Abdreher

drehIn relativ kurzer Zeit (weniger als ein Jahr) liegt mir nun der dritte Schweres Roman vor. Nach „Die Abtaucher“, „Die Abräumer“ nun „Die Abdreher“. Alle drei Storys überzeugen durch genaues Hinsehen und Lokalkolorit. Durch auf den Punkt gebrachte schlitzohrige Analysen der Gegenwart in den Ballungsräumen, hier am Beispiel Dortmund, und durchaus differenzierte Sichtweisen der Nazi-, Flüchtlings – und Einwanderungspolitik in unserem Land; und dass Thomas Schweres sich nicht scheut, die ausländischen Banden-  und Mafiastrukturen als das was es ist zu entlarven: mörderisches Verbrechertum! Weiterlesen

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Jean-Paul Didierlaurent: Die Sehnsucht des Vorlesers

enenEs ist immer wieder schön in unserer zur Zeit überdynamisierenden Welt, in der Grundfesten sich erschüttern, humanistische Ideale verfliegen und es manchmal zu schwer wird, den Kopf über Wasser zu halten, Romane gibt, die völlig aus eben dieser schwierigen Welt gefallen scheinen und wie Märchen daherkommen. Die Sehnsucht des Vorlesers erfüllt genau die Sehnsucht des Literaturfreundes nach Wärme in den Dingen und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Weiterlesen

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Alain Monnier: Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe

monManchmal genügt eben ein kleines Steinchen um eine Lawine loszutreten. Im vorliegenden, hoch unterhaltenden Büchlein, ist ein kaputtes Kühlschrankthermostat daran schuld, dass sich international operierende Geräteproduzenten auf Grund von kleinen sprachlichen Verwechslungen und/oder versehentlich falsch ausgefüllten Formularen, bzw. nicht richtig wider gegebene Telefononlinebeschwerden, völlig verrückt machen lassen. Und, im besten Willen alles richtig zu machen zu wollen, bzw. alles zu tun, was sich irgendwie karrierefördernd auswirken könnte, sind kleine und mittlere Angestellte auf den verschiedensten Ebenen (in der Welt) mit rotem Kopf eifrig unterwegs, um irgendwas zu regeln. Weiterlesen

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Thomas Koch: Ernsthaft

ernstLustig, was da vor mir liegt. Schon auf dem Cover, bzw. Umschlag, blickt uns ein „ernsthafter“ Mann mit stechendem Blick entgegen, dem man aber ansieht, dass er im nächsten Moment laut losprusten könnte. So oder ähnlich war die Fotosession bestimmt. So ist auch sein Büchlein. Voller skurriler, durchaus ernsthafter Themen, denen man durch Änderung des Blickwinkels und der listig – satirischen Wortwahl, eine neue Sichtweise gibt ohne alles der Lächerlichkeit preis zu geben. Zum Lachen allerdings ist es schon. Dabei merkt man den nicht wenigen Gedichten an, dass sie es lieben, auf der Bühne vom Meister Koch selbst interpretiert zu werden. Weiterlesen

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Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich

theesDie Sache ist keinesfalls neu: ein Highlight, des zu Besuch kommenden Todes, ist in George Tabori‘ s „Mein Kampf“ zu lesen. Hier kommt in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts, der Tod nach Wien um den erfolg- und talentlosen Pinselquäler Adolf Hitler abzuholen. Ausgerechnet ein Jude bittet um eine Gnadenfrist. Mit den bekannten schrecklichen Konsequenzen. Schön ist auch folgender Cartoon: kommt der Tod in ein Wohnhochaus und klingelt bei einem gewissen Meyer!? Weiterlesen

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Tim Krohn: Aus dem Leben einer Matratze bester Machart

timJa, Matratzen können Geschichten erzählen. (Wundert sich nicht jeder – das gehört zwar nicht hier hin – wie viele dänische Bettenlager es hier gibt? Und warum dänisch?)
Zugegeben, ich bin Matratzenmuffel, außerdem kann ich überall schlafen – wenn Du auf Tour bist, gibt es keine andere Möglichkeit. Obwohl manche Matratze in diesen Hotels zur langen Dämmerung, bestimmt schon bessere Tage gesehen haben. Schöne Einleitung, denn jetzt sind wir mittendrin. Es ist ein literarischer und historischer Gang durch das 20. Jahrhundert. Eine Matratze, der man gerne zuhören würde. Weiterlesen

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Friedrich Ani: Der einsame Engel

aniWie so oft in den Romanen von Ani, sind die Persönlichkeitsstudien bzw. Beschreibungen der Szenerien, in der diese Figuren leben, manchmal auch hausen, eindrucksvoller als der Fall selbst.
Dabei ist es egal, ob es sich um die „Ermittlerseite“ handelt oder um die Zeugen oder Täter selbst. Tabor Süden, Hauptperson, Detektiv, Ex- Polizist, brüchige Vita – so wie in fast allen modernen Krimis – hat eine ziemliche Strecke Leben und Erfahrungen hinter sich gebracht. Nun, mit Mitte fünfzig, ist er sich überhaupt nicht mehr schlüssig, was er vom Leben noch will, oder das Leben von ihm. Weiterlesen

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