Dieses Buch lässt sich in die Coming-of-Age-Romane einreihen. Erzählt wird aus Sicht der beiden jungen Migranten Raffiq und Amal. Karosh Taha gibt treffende Einblicke in deren Konflikte innerhalb ihres muslimisch geprägten Wohnviertels und in die jeweiligen Familienstrukturen. Die Probleme der Protagonisten sind keineswegs nur ihrer adoleszenten Phase, in der sie mittendrin stecken, geschuldet. Außer dem wachsenden Auflehnen gegen die Erwartungshaltungen der Eltern müssen sie sich mit ihrer Ambivalenz zwischen zwei Kulturen und dem anstehenden Umbruch mit Richtungs- und Wegfindung nach dem Abitur auseinandersetzen.
Shahira, die Mutter ihres gemeinsamen Freundes Younes, spielt eine tragende Rolle im Plot. Shahira geht ihren eigenen Interessen in dem von dominierenden Männern geprägten muslimischen Wohnviertel nach. Sie kleidet sich freizügig und pflegt viele unterschiedlichen Männerbeziehungen. Die anderen Frauen verachten und meiden Shahira deshalb, ihre Männer begehren sie. Ihrem Sohn Younes, der die Männerfreundschaften seiner Mutter mit den verschiedenen Onkels lange nicht durchschaut, ist sie eine liebende Mutter.
Die junge Amal fühlt sich schon als Kind von den unterschiedlichen Kulturen zwischen denen sie aufwächst, überfordert. Ihr Vater, ein Architekt, geht zurück nach Kurdistan, weil seine berufliche Qualifikation in Deutschland nicht anerkannt wird und er sein Geld als einfacher Arbeiter ohne gesellschaftliche Anerkennungen verdient. Weiterlesen








