Die Handlung zeigt einen Sommer an der englischen Küste in den Dreißiger Jahren auf. Die Zeilen, die anfangs etwas schlicht und angestaubt anmuten, erfahren recht schnell eine unerwartete, ganz besondere Gewichtung.
Im
Zentrum des Geschehens steht die junge Familie Marsh, die soeben zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen hat. Der Vater, ein Bankbeamter, geht vollkommen auf in seiner eigentlichen Berufung als fanatischer Prediger einer Sekte. Das gesamte Familienleben wird von seinem Glauben dominiert, der die Darwinsche Lehre verpönt. Bereits die achtjährige Margaret ist so bibelfest, dass sie für alles Geschehen stets einen Bibelvers parat hat, den das clevere Mädchen aber genauso schnell ins Gegenteil zu widerlegen versteht und hinterfragt.
Damit sie sich nicht wegen dem neugeborenen Bruder zurückgesetzt fühlen soll, darf Margaret mit dem frisch engagierten Hausmädchen Lydia einmal in der Woche etwas unternehmen. Die lebensfrohe, frivole Lydia, die so unumwunden und ohne Hemmungen durchs Leben geht und redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist, ist für Margaret eine Wohltat. Sie passt zwar so gar nicht in das fromme Gotteshaus der Familie Marsh, wird aber akzeptiert, weil der Vater davon überzeugt ist, dass Lydia ihnen „gesandt“ wurde. Weiterlesen
Jedes Kind hat es schon mehr als einmal gespürt und kennt es: Ein komisches Gefühl. Plötzliches ist es da. Manchmal macht es einem Angst, manchmal ist es nur ein wenig unangenehm. Auf jeden Fall fühlt man sich nicht gut damit. Und genau so wird es auch in diesem Buch beschrieben: „Niemand weiß, wie ich aussehe, ich bin unsichtbar“.




Die Originalausgabe von „Tage des Verlassenwerdens“ erschien bereits 2003 und ist Elena Ferrantes zweiter Roman. Schon nach wenigen Zeilen ist man gefangen in der traurigen Geschichte mit einer unglücklichen Protagonistin, die bis zum Ende nicht mehr loslässt.
