Susanne Goga:  Die Geister von Beelitz

Leo Wechsler ermittelt undercover – bedingt spannender historischer Krimi

Ich bin großer Fan von Susanne Goga und von ihrer Leo-Wechsler-Reihe um den Kommissar, der im Berlin der 20er Jahre unerschrocken und erfolgreich Mörder zur Strecke bringt, nun schon im zehnten Band.

Der den Ermittler diesmal in ein Sanatorium für Lungenkranke führt. Dort, respektive nach der dortigen Behandlung, sind mehrere Männer verschwunden. Männer, die entlassen wurden, kamen nie zuhause an. Leo und seine Kollegen vom Kommissariat gehen auf besonderen Wunsch von Polizeichef Gennat der Sache nach.

Um sich ein Bild von der Lage zu machen, lässt sich Leo Wechsler unter falschem Namen im Sanatorium einweisen. Was nicht nur wegen der Suche nach vielleicht einem Mörder gefährlich ist, sondern vor allem auch wegen der möglichen Ansteckungsgefahr durch die Tuberkulose-Kranken. Diese Sorge treibt insbesondere Leos Frau Clara um, was zu einer vorübergehenden Missstimmung zwischen den Eheleuten führt. Dies wiederum sorgt bei Leos kleiner Tochter Marie für Ängste, woraufhin sie Dinge tut, die für Leo gefährlich werden.

So entsteht dann schließlich doch noch eine gewisse Spannung, die allerdings diesmal recht lange auf sich warten lässt. Ein bisschen langatmig, ein bisschen umständlich wird die Story erzählt. Dazu kommen viele Hintergrundinformationen, die zwar sehr interessant sind – und wieder zeigen, wie sorgfältig Susanne Goga stets recherchiert – die aber auch immer wieder etwas vom Haupthandlungsstrang wegführen.

Die Auflösung schließlich ist dann etwas überraschend und ehrlich gesagt auch nicht so ganz schlüssig, wenn auch gut konstruiert und dramatisch erzählt.

Die zahlreichen auftretenden Figuren sind wie immer bei dieser erfahrenen und begabten Autorin bildhaft und mit Tiefe gezeichnet, bis hin zu den kleinsten Nebenrollen. Wie immer gelingt es Susanne Goga, das Zeitkolorit glaubhaft und fühlbar darzustellen, die Armut und die Verzweiflung der einen, den Mut und die Überzeugungen der anderen, dazu die wie stets geschickt eingeflochtene Schilderung der jeweils aktuellen politischen Situation, mal klar und offen, mal nur in kleinen Andeutungen.

Daher fesselt auch diesmal der Roman in vielfältiger Weise, trotz der etwas spärlich geschaffenen echten Spannung. Und natürlich bleibt die Hoffnung auf den elften Band um Leo Wechsler.

Susanne Goga – Die Geister von Beelitz
dtv, Februar 2026
Taschenbuch, 335 Seiten, 14,00 €

Diese Rezension wurde verfasst von Rena Müller.

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