Sarah Stankewitz: No Matter When

Nachdem Band eins mit so einem Cliffhanger geendet hatte, habe ich mich sehr gefreut, als dieser Band dann endlich draußen war, nur um dann festzustellen, dass dieser mit genauso einem großen Cliffhanger endet.

Gracie, die Kleinste der Jones Familie, genießt eigentlich ihr Kunststudium, bis sie auf einer Party auf ihren Kindheitsfreund Fynn trifft. Nach zehn Jahren sind er und seine Zwillingsschwester plötzlich wieder da und Gracie verliert den Halt bei dem Anblick, sie möchte die Beiden nicht sehen und das, obwohl sie Fynn eigentlich vermisst, aber ihre Schuldgefühle sind zu groß. Sie greift zum Alkohol, steigt betrunken in den Wagen und baut einen Unfall, der sie in die Klinik bringt. Dort muss sie feststellen, dass Fynn da als Pflegekraft arbeitet und so muss sie mehr Zeit mit ihm verbringen als ihr lieb ist. Dadurch erfährt man auch endlich den Grund der Funkstille zwischen den Beiden und Gracie stellt sich ihren Dämonen.

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James Islington: The Will of the Many: Hierarchy 01

Die Catenische Republik, Hierarchie genannt, beherrscht die Welt. Dabei ist ihre Vormachtstellung mitnichten auf Armeen, Flotten oder technische Errungenschaften gegründet. Die Hierarchie beruht einzig und allein auf „Willen“.

Menschen, zumeist Octavii, geben – mehr oder minder freiwillig – geistige und körperliche Energie an andere, vorgesetzte Menschen ab. Von den untersten Ebenen – dem Septimus, der den Willen von acht Menschen erhält – bis hin zum Princeps, der immerhin den Willen von 40.320 Menschen bekommt, reicht die Machtpyramide. Das Militär, die Religion und die Staatsführung stehen dabei theoretisch gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinander.

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Christian Stöcker: Männer, die die Welt verbrennen

Appell gegen die Ignorierung des Klimawandels

Zu Beginn eine Warnung: Für Leserinnen und Leser, die sich mit der Klimakrise und ihren Ursachen noch nicht allzu intensiv beschäftigt haben, klingen Teile dieses Buchs womöglich wie frei erfundene Verschwörungstheorien. Das ist aber ein falscher Eindruck. Es handelt sich bei allem, was auf den folgenden Seiten berichtet wird, um belegbare Fakten.“ (S.9)

Diese Triggerwarnung gleich am Anfang des Buches macht Sinn: Christian Stöcker deckt auf, mit welchen Methoden Interessengruppen und einflussreiche Personen versuchen, jegliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels offen oder subtil zu verhindern oder gar die Existenz des Klimawandels zu leugnen.

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Marah Woolf: House Of Destiny

„House of Destiny“ von Marah Woolf setzt die Geschichte um Avery, ihre Freunde und Atticus fort. Unmittelbar nach der schicksalhaften Entscheidung für ihre Heimat wurde ich als Leserin zurück in die Welt der verschiedenen Planeten gebracht. Genauer Eternity. Auf den ersten Seiten habe ich mich etwas orientierungslos gefühlt, jedoch hat sich dieser Aspekt schnell aufgelöst. Allerdings hätte ich mich hier nochmal einen kurzen Überblick gewünscht, um es einfacher zu haben. (Hier gilt anzumerken, dass am Anfang des Buchs ein QR-Code ist, den man scannen kann, um den Inhalt von „House of Eternity“ aufzufrischen. Dies ist mir selbst aber nicht direkt aufgefallen.)

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Judith Mohr: I wie immer ich

Im zweiten Jugendroman von Judith Mohr ignoriert der vierzehnjährige Lennox, dass alles Konsequenzen hat. Als er von alten „Freunden“ angestachelt wird, auf ein Spielgerät in einem Kindergarten einen obszönen Spruch zu sprühen, will er nur seine Wut herauslassen. Er ist wütend über eine schlechte Note und dass seine beiden besten Freunde nicht für ihn da sind. Viel zu schnell ist der „Spaß“ vorbei. Lennox wird bestraft: Polizei, Jugendrichter, die Verpflichtung soziale Stunden abzuleisten und dies alles in den Herbstferien. Und sein Vater verhängt noch weitere Strafen, unter anderem darf er nicht mit der Familie nach Sardinien reisen, sondern soll bei seiner Tante wohnen. Lennox wird so stark mit Regeln und Misstrauen überhäuft, dass er sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass es zuhause jemals wieder gut wird.

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Markus Heitz: Vampire! Vampire!: Lach- und Sachbuch, Fast alles über Blutsauger

Hier ist es, das ultimative Nachschlagewerk zu den derzeit mal wieder so angesagten „Langzähnen“.

Hoppla, was soll das heißen „mal wieder“?

Nun, wie uns Markus Heitz, nicht nur internationaler Bestsellerautor im Bereich des Phantastischen, sondern auch studierter Geschichtswissenschaftler in seinem kleinen Büchlein wohlfeil erläutert, tauchten Berichte über Vampire seit dem 17. Jahrhundert recht regelmäßig auf.

Mehr noch; nicht nur der Sagenwelt ost- und mitteleuropäischer Länder weiß von den Blutsaugern zu berichten, die Obrigkeit entsandte ganze wissenschaftliche Gruppen, um die mysteriösen Vorkommnisse auch ja ordnungsgemäß und fundiert zu untersuchen. Die entsprechenden Spesenabrechnungen der Gelehrten, wie der diese begleitenden Militärs legen beredt Zeugnis davon ab, dass hier aufs genaueste untersucht und geforscht wurde.

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Jan Beck: Dorn: Zimmer 103

Der Auftakt der neuen Thrillerreihe rund um Simon Dorn. Dieser ist aus dem Polizeidienst ausgeschieden und lebt nun alleine und völlig abgeschieden in dem heruntergekommenen Hotel seiner Familie, in jedem Raum hat er einen anderen Cold-Case aufgebaut. Als seine berufliche Partnerin Karla auf eine Spur in Hamburg stößt, wird sie dort ermordet und die junge Lea Wagner arbeitet sich in den Fall ein, sie ist Dorns Kontakt zur Außenwelt und legt sich ordentlich ins Zeug, um auf der Spur der Wahrheit zu kommen.

Kurze Kapitel und viele Cliffhanger lassen den Lesern kaum eine Atempause, sodass man das Buch sehr schnell beendet hat.

Die Geschichte mag zwar teils kunstvoll konstruiert sein, aber meine Begeisterung war dennoch durchgehend da und es hatte mich ausnahmsweise mal nicht gestört. Es kommen viele verschiedene Figuren in der Geschichte vor, weshalb man einige Zeit braucht um dort einen guten Überblick zu bekommen, hat man die Namen allerdings eingeordnet, so ergibt alles einen Sinn und dem Lesevergnügen steht nichts mehr im Wege.

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Ina Bach: Goldene Wege: Die Münchner Ärztinnen 03

Wir schreiben das Jahr 1905. Die Freundinnen Lulu, Elsa und Fanny haben es nach langen Mühen und viel Geduld und Ausdauer endlich geschafft, ganz offiziell an der Universität in München Medizin studieren zu können. Doch die männlichen Studienkollegen wie auch viele der Professoren machen es ihnen nicht leicht. Als Frauen werden sie einfach nicht ernst genommen. Man zweifelt daran, dass sie die gleichen kognitiven Fähigkeiten und Kompetenzen haben wie ihre männlichen Kollegen. Besonders Fanny, die ja bereits unter dem Namen ihres Bruders Anton ein komplettes Studium absolviert hat, leidet unter der demütigenden Situation. Dass ihr das alles sehr leicht zu fallen scheint und sie einfach immer die passenden Antworten hat, macht die Kommilitonen wie Dozenten misstrauisch. Aufgrund ihrer finanziellen Situation sieht Fanny sich gezwungen, nebenher als Assistentin einer der wenigen Münchner Ärztinnen zu arbeiten und den harten und entbehrungsreichen Alltag einer niedergelassenen Ärztin kennenzulernen. Das hält sie aber nicht davon ab, ihren Traum weiterzuverfolgen. Lulu und Elsa, beide aus „besserem Hause“ haben so ihre eigenen Probleme, unter anderem mit der gemeinsamen Freundin Änny, die droht in Schwermut zu versinken und der sie gerne helfen möchten.

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Sam Feuerbach u.a.: Minen der Macht 04: Der Blutsturm

Willkommen zurück in Grubenstedt, dem wirtschaftlichen Rückhalt des Königreichs Evenbor. Die gigantische Mine, die sich terrassenförmig in das Erdinnere bohrt, ist Heimat für ganz unterschiedliche Menschen – Adelige, Magier, Wächter und die bettelarmen Hungerleider, die das Ganze mit ihrer aufopfernden Arbeit erst aufrechterhalten.

Zum mittlerweile vierten Mal folgen wir unseren Fünf in ihr Abenteuer – Hauptmann Gunter, dem Aschling Rami, der Diebin Kröte, dem Gastwirt Woulf und der Magierin Nisiima, die über die Totenrede verfügt.

Die Geschichte beginnt damit, dass Hauptmann Gunter in den Stollen tief unter dem Trichter eine Leiche findet. Nun wäre dies nicht sonderlich von Interesse – die geschundenen Arbeiter hier unten haben keine wirklich lange Lebenserwartung –, wenn es sich bei der Leiche nicht um einen Krieger des Blutsturms handeln würde. In den Gängen stößt Gunter auf weitere, ebenfalls gestorbene Späher der Nomadenstämme. Kann es sein, dass diese sich erstmals in ihrer Geschichte gegen das Reich vereint haben?

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Tom Hofland: Nimms nicht persönlich

Der Verlust von Menschlichkeit am Arbeitsplatz ist das zentrale Thema von Tom Hoflands Groteske „Nimms nicht persönlich.“ Der Roman thematisiert, wie Menschen in einem kapitalistischen System oft reduziert werden auf ihre wirtschaftliche Nützlichkeit.

Als ein Schweizer Unternehmen eine Firma in den Niederlanden übernimmt, wird eine gesamte Abteilung überflüssig. Lute soll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu bringen, von sich aus zu kündigen. Und weil er sich damit überfordert fühlt, holt er sich Hilfe vom zwielichtigen Lombard und seinem Spießgesellen Reiner. Doch die beiden gehen alles andere als sanft mit Lutes Kollegen um …

Diese schwarze Komödie entführt den Leser in eine Welt voller surrealistischer Elemente. Die Handlung beginnt realistisch, um dann ins Absurde abzudriften – spätestens als Lute bemerkt, dass Lombard offenbar in einem mit Erde gefüllten Anhänger nächtigt.

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