John Boynes Roman „Erde“ ist der zweite Band seines ambitionierten „Elemente“-Projekts und schildert die Geschichte von Evan Keogh, einem gefeierten Fußballprofi, dessen glänzende Karriere durch einen Skandal abrupt ins Wanken gerät. Boyne verknüpft dabei zwei zentrale Handlungsebenen: Evans Weg von der bedrückenden irischen Inselkindheit bis hin zum Luxusleben in London – und eine dramatische Gerichtsverhandlung, in der es um Missbrauchsvorwürfe geht.
Stilistisch liefert Boyne wie gewohnt eine dichte Erzählung: Seine Sprache ist klar, die Dialoge sind pointiert. Dass sich die Geschichte in der Fußballwelt abspielt und dabei das toxische Maskulinitätsklima ungeschönt offenlegt, gibt „Erde“ seine gesellschaftliche Relevanz und unmittelbare Aktualität. Die Gerichtsverhandlung, die im Zentrum des Romans steht, zieht Leserinnen und Leser unweigerlich in einen Moralkonflikt.
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