Anette Strohmeyer: Die Frau und der Fjord

Die Geologin Gro wird die Frau vom Fjord. In den Lofoten hat sie eine einsame Insel mit einem Fjord entdeckt, den die Einheimischen Die Heimsuchung nennen. Dort steht ein verlassenes Holzhaus in der Nähe eines Bootsstegs. Die Stille und Einsamkeit sprechen Gro an. Hier will sie ihre Trauer verarbeiten und heilen. Doch die herbeigesehnte Ruhe ist trügerisch. Denn immer wieder geschieht etwas, dass ihr Eremitenleben aus dem Takt bringt.

„Es war anstrengend gewesen, sich unter Leute zu begeben. Sich vorher zu waschen, ordentliche Kleidung anzuziehen und ein Gesicht aufzusetzen, das keinen dazu veranlasste, sie anzusprechen.“ (S. 12)

Die in Göttingen geborene Autorin Anette Strohmeyer ist eines Tages in den Norden gezogen. Sie wohnte eine Weile in Kopenhagen. Heute lebt sie auf einer dänischen Insel. Ähnlich wie ihre Romanheldin Gro liebt sie den Blick auf das Meer. Sie verarbeitet ihre Erfahrungen in ihren Büchern, die als Romane, Krimis und Hörspiele auf unterhaltsame Weise zu lesen und hören sind.

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Elle Kennedy: The Dixon Rule

Diana Dixon hat diesen Sommer viel zu tun. Sie probt für einen Tanzwettkampf und muss mit ihrem Ex-Freund fertigwerden, der einfach nicht kapieren will, dass es vorbei ist. Zu allem Überfluss zieht auch noch ihre Nemesis, der Eishockeyspieler Shane Lindley, in die Wohnung nebenan ein. Genervt stellt sie einige Regeln auf: keine gemeinsamen Partys, Finger weg von ihrem Team, und vor allem soll er sie in Ruhe lassen. Diana weiß nicht, dass Shane One-Night-Stands sowieso satthat. Und als seine Ex auftaucht, will er sie mit Diana eifersüchtig machen. Eine Fake-Beziehung könnte auch einige ihrer Probleme lösen, also willigt sie ein. Doch schon bald kann sie nicht mehr leugnen, dass es zwischen ihnen gewaltig knistert …

Das Buch zog sich anfangs ein wenig, doch als es dann zum Eingehen der Fake-Beziehung kommt, hatte mich das Buch dann vollkommen in seinen Bann gezogen und es hörte auf sich zu ziehen.

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Ronald Reng: Er kenne Herrn Benz nicht, sagt Herr Daimler

Mit „Er kenne Herrn Benz nicht, sagt Herr Daimler“ legt Ronald Reng einen historischen Roman vor, der die Geschichte zweier deutscher Pioniere erzählt: Carl Benz und Gottlieb Daimler. Unter dem etwas sperrigen Titel schildert der renommierte Sportreporter und Autor, wie zwei Tüftler Ende des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander am gleichen Ziel arbeiteten – der Entwicklung eines motorisierten Fahrzeugs, das nicht länger von Pferden gezogen werden musste.

Inhalt und Aufbau

Der Roman beginnt im Juli 1886, als Carl Benz in Mannheim die erste Autofahrt der Geschichte unternimmt. Zeitgleich, im entfernten Cannstatt, verkündet Gottlieb Daimler stolz, ebenfalls das Automobil erfunden zu haben. Die beiden Männer kennen sich nicht persönlich, betrachten einander aber bald als Rivalen. Nichts deutet zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass sich ihre Unternehmen Jahrzehnte später zur Daimler-Benz AG zusammenschließen werden.

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Tricia Levenseller: Vengeance of the Pirate Queen

Willkommen zurück in der Welt der Piratinnen – ja, wer die beiden vorherigen Romane nicht kennt, der wird jetzt stutzen. Üblicherweise sind die Freibeuter der Meere an Bord ihrer Segelschiffe doch vornehmlich männlich besetzt, der weibliche Part erschöpft sich auf die Rolle der Damsel in Not.

Nicht so bei Tricia Levenseller. In deren ersten beiden Titeln der „Pirate Queen Saga“ lernten wir Alosa, Tochter des Piratenkönigs und Abkömmling der Königin der Sirenen, kennen. Wir begleiteten sie auf der Suche nach dem Schatz der Sirenen, bei der Befreiung ihrer Mutter und der finalen Auseinandersetzung mit dem despotischen Vater.

Im dritten, die kleine Reihe abschließenden Band wechselt Levenseller die Erzählerin. Statt Alosa darf dieses Mal Sorinda, die sich üblicherweise eher mit scharfem Stahl um die Feinde ihrer Piratenkönigin kümmert, auf große Reise gehen. Die Assassine befehligt als Captain ihr eigenes Schiff – bezeichnenderweise „Vengeance“ getauft – und soll drei verschollene Spioninnen Alosas suchen und retten.

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Chloe Dalton: Hase und ich

Chloe Dalton ist Autorin, politische Beraterin und Expertin für Außenpolitik. Sie lebt in London und auf dem Land. Mit „Hase und ich“, einem Sachbuch aus dem Bereich Natur, hat sie ihr Debüt geschrieben. Auf Deutsch ist das Buch am 15. März 2025 bei Klett-Cotta erschienen. Übersetzt hat es Claudia Amor.

Nature writing at its best oder Wie ziehe ich einen Feldhasen auf?

Chloe Dalton schreibt in „Hase und ich“ über ihre reale Begegnung mit einem Junghasen während der Corona-Pandemie. Sie findet das Hasenjunge, verlassen von seiner Mutter, auf einem ihrer Spaziergänge durch die Felder irgendwo im ländlichen England. Dalton hat sich in ihr Cottage auf dem Land zurückgezogen, um die Pandemie dort gesund zu überstehen. Nach einigem Zögern nimmt sie den kleinen Hasen mit ins Haus. Sie zieht ihn zunächst mit laktosefreiem Milchersatz, der für Katzenbabys gedacht ist, auf. Aber sie gibt ihm keinen Namen und berührt ihn nur, wenn es absolut nötig ist. Von Anfang an will Dalton ihn wieder in die Freiheit entlassen. Aber zunächst muss der kleine Hase überleben. Chloe Dalton recherchiert alles, was sie zu Feldhasen finden kann und stellt fest, dass es wenig Material über sie gibt. Nur über die Hasenjagd findet sie etwas mehr Informationen. So entwickelt sie nach und nach ihren eigenen Weg im Umgang mit dem wilden Tier. Und der Hase, der sich als Häsin herausstellt, überlebt tatsächlich unter ihrer Pflege. Lebt im Haus und Garten, ganz freiwillig. Bis die Häsin eines Tages über die Mauer in die Freiheit springt. Aber auch danach kehrt sie immer wieder zu Chloe Dalton zurück. Und bringt sogar ihre eigenen Jungen mit.

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Claire Winter: Die Erbin

Cosima Liefenstein wird Mitte der 1930er Jahre in eine ebenso wohlhabende wie einflussreiche Industriellenfamilie geboren. Ihre Kindheit ist zwar einigermaßen sorgenfrei und unbeschwert, aber auch geprägt von der Herrschaft der Nationalsozialisten, dem 2. Weltkrieg und den politischen Veränderungen. Ihr Vater, Edmund, der jüngste von drei Brüdern, beugt sich als einziger nur widerstrebend der Autorität seines Vaters, der als Unternehmer schon früh mit den Nationalsozialisten zusammenarbeitet und von ihnen profitiert. Die Batteriewerke LIefenstein florieren und expandieren, die Familie lebt im Wohlstand. Theodor und Albert, Edmunds Brüder sind beide in die Firmenleitung eingebunden, Edmund nicht. Als einziger der Brüder wird er an die Front eingezogen, sein Vater hat es bewusst nicht verhindert. Er sieht in Edmund einen Schwächling, einen Feingeist, der im Krieg „endlich ein Mann werden“ soll. Die gesamte Familie lebt in Berlin in einer vornehmen Villa zusammen, später übersiedelt zunächst Albert mit seiner Frau nach Bonn, wo die Firma ein neues Werk gründet, das Albert leitet. Cosima wird betreut von einem Kindermädchen, zu dem sie eine enge, vertrauensvolle Bindung aufbaut und das später in ihrem Leben auch weiter eine Rolle spielen wird.

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Kate Stewart: Ravenhood Legacy: One last rainy day

Dominic King ist düster, gut aussehend und unnahbar, führt aber ein geheimes Doppelleben. Der stille Automechaniker ist Mitglied einer kriminellen Bruderschaft und niemand weiß, wer wirklich hinter seiner steinernen Fassade steckt. Bis Cecilia, die neueste Eroberung seiners besten Freundes in sein Leben tritt. Sie ist die Tochter seines Erzfeindes und eigentlich sollte sie für Dominic absolut tabu sein, doch sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Dabei braucht er einen hellen Kopf für die Bruderschaft, denn seine Feinde schrecken vor nichts zurück …

Dies ist der erste Band der Spin-Off Reihe zu „The Ravenhood“, weshalb ich jedem empfehlen würde diese Reihe erst zu lesen, bevor man sich dann dieser widmet. Hier erfährt man viel über die Anfänge der Bruderschaft, ihre Vorhaben und man lernt die Rabenbrüder von Grund auf kennen, was ich sehr toll fand. Auch gibt es neue Details von Cecilia und die gingen teils auch unter die Haut.

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Benedict Jacka: Haus Ashford: Stephen Oakwood 01

Stephen Oakwood lebt zusammen mit seinem Kater in London. Derzeit ist er bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt und kommt finanziell gerade so über die Runden. Was er mit seinem Leben anfangen will, weiß er nicht so recht. Seine Mutter, die aus begütertem Hause stammt, hat ihn und seinen Vater kurz nach seiner Geburt verlassen. Sein Dad ging vor einem Jahr und hinterließ ihm nur einen Brief, in dem stand, dass er gehen müsse. Warum, schrieb er nicht.

Das Besondere an Stephen – er beherrscht, und dies ohne jegliche Schulung, Drucraft, wie die Magie mittels Sigils genannt wird.

Eines Tages bekommt er in der Bruchbude von einem Zimmer, das er bewohnt, Besuch. Eine junge, offensichtlich vermögende Frau nimmt mit ihm Kontakt auf und teilt ihm mit, dass er über seine Mutter mit dem Haus Ashford, einer der mächtigsten Magierclans Britanniens, verwandt ist. Etwas, das zu schön klingt, um wahr zu sein – und genau das ist es auch.

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Lukas Erler: Winter’s Game

Die Anwältin Carla Winter fällt auf. Sie ist nicht nur sehr attraktiv, sondern auch in ihrem Beruf erfolgreich. Der Autor Lukas Erler hat inzwischen seinen dritten Kriminalroman mit dieser starken und eigensinnigen Anwältin in die Welt der Lesenden geschickt. Er beginnt mit einer gescheiterten Entführung. Bei dem anschließend provozierten Autounfall wird Carla verletzt und ihr Beifahrer getötet. Nachts im Krankenhaus sieht Carla eine Griechin, die scheinbar verwirrt durch die Gänge läuft. Irgendetwas an dieser Frau spricht Carlas Hilfsbereitschaft an und weckt ihre Neugier. Wenig später erfährt sie, jemand habe der Griechin eine schwere Kopfverletzung zugefügt und sie mehr tot als lebendig am Flussufer abgelegt. Den Grund für diese Brutalität will Carla herausfinden. Wer macht so etwas? Was will dieser Täter verbergen?

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Renée Rosen: Ein Leben für Barbie

„Ein Leben für Barbie“ trifft es wirklich exakt. Ruth Handler, die Frau hinter der Puppe, hat wirklich ihr komplettes Leben für diese Puppe „geopfert“. Obwohl, opfern ist nicht ganz der passende Ausdruck, sie hat ihr Leben ihrer Idee von einer Puppe untergeordnet. Einer Puppe, die kleine Mädchen dazu anregen sollte, sich nicht nur als Puppenmutter zu sehen, sondern den Blick zu weiten und vielleicht davon zu träumen, eines Tages eine unabhängige, erfolgreiche Frau mit eigenen Aufgaben und Zielen zu sein. Sich nicht mehr nur unterzuordnen und zufrieden zu sein mit der Rolle der Hausfrau und Mutter, die Ende der 1950-er Jahre und auch lange danach noch für Mädchen und junge Frauen einfach vorgegeben war. Die Idee zu dieser Puppe in Gestalt einer erwachsenen Frau kam Ruth bei einer Europareise mit ihrer Tochter, als sie die „Bild“ Puppe Lilli entdeckte. Zurück in den USA, ist Ruth davon überzeugt, dass ihre Firma, Mattel, unbedingt eine ähnliche Puppe auf den Markt bringen müsse. Die Widerstände sind groß. Weder ihr Mann Elliot noch ihr Chef-Ingenieur Jack Ryan können der Idee zunächst viel abgewinnen, aber Ruth bleibt hartnäckig. Sehr anschaulich wird hier geschildert, was es bedeutet, eine neue Sequenz einzuführen. Auf Puppen war Mattel bisher nicht spezialisiert.

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