Lev Grossman: The Bright Sword

Collum, Bastardsohn eines Händlers von den Inseln, möchte eigentlich nur eines sein – ein Ritter. Nachdem ihn sein Stiefvater bei dem örtlichen Adeligen in die Lehre geschickt hat, lernt er die Schattenseiten dieses Daseins kennen. Er wird missbraucht, muss die Arbeiten verrichten, die sonst niemand machen will, und das Erlernen des Waffengangs bleibt dem Sohn des Adeligen allein vorbehalten.

Bis der Ausbilder Mitleid mit dem inzwischen dank seines Frondienstes verkrüppelten Jungen hat und ihm den Umgang mit Dolch und Schwert lehrt.

Irgendwann ist Collum es leid, immer herumgeschubst zu werden – er rebelliert, stiehlt die Rüstung seines Lehnsherrn nebst Pferd und setzt aufs Festland über. Camelot ruft. Sein Plan ist ebenso einfach wie verrückt: Er will sich den Tafelrittern anschließen, Artus seinen Schwertarm weihen und fortan für das Gute eintreten.

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Jennifer Hartmann: A Pessimist’s Guide to Love

Nachdem er Lucy beinahe für immer verloren hätte, reißen die Wunden vergangener Erinnerungen in Cal endgültig auf. Gefangen in einem Strudel aus Selbsthass und dem Glauben, schuld an der Verfassung seiner ehemals besten Freundin zu sein, flüchtet Cal sich in die betäubende Stille des Alkohols. Einzig dieser kann ihm helfen, die Vorwürfe und Ängste für eine Weile zum Verstummen zu bringen. Währenddessen versucht Lucy, wieder zurück ins Leben zu finden und sehnt sich nach ihrem besten Freund. Denn obwohl sie weiß, dass Cals Finsternis sie mit sich reißen könnte, ist sie bereit, mit all ihrer Helligkeit für sie beide zu kämpfen.

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Fabian Ritter: Wir Wale

Wenn wir Geschichten aus den Genres Fantasy und Science-Fiction lesen, baut die Unterhaltungsindustrie auf sympathische Helden, die gegen das gigantisch Böse kämpfen, beziehungsweise den drohenden Untergang bestimmter Menschengruppen verhindern. Die Geschichte David gegen Goliath findet viele Kleider. Niemand scheint müde zu werden, sie in all ihren Facetten zu lesen, weil das Gute eben siegen muss.

Eine nicht so gängige, utopische Geschichte könnte so gehen: Ein Volk lebt friedlich miteinander, weil es nur ein Wir gibt. Wer die Führung der Gruppe übernimmt, hat hierfür die beste Qualifikation und nutzt diese ausschließlich zum Allgemeinwohl. In der Regel werden diese Fähigkeiten über Jahrzehnte hinweg geschult. Uraltes Wissen geht von der Mutter auf die Tochter über und später auf deren Tochter. Es scheint, als gäbe es hier schon von Anfang an das Matriarchat. Man stelle sich ein harmonisches Miteinander vor, in dem jeder lernen darf, was er will und seinen Platz in der Gesellschaft hat. Die hochentwickelte Kultur ist genauso komplex und effizient wie die Kommunikation untereinander. Sie produziert keinen Müll und braucht kein Handy, um sich über weite Strecken miteinander auszutauschen.

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Daan Heerma von Voss: Heute kein Abschied

Daan Heerma van Voss’ Roman Heute kein Abschied ist eine Familienchronik, die sich um das plötzliche Ableben des Vaters Oskar van Bohemen dreht. Die Geschichte begleitet seine erwachsenen Kinder Tessel, Moor und Cat sowie seine Ex-Frau Elise in den Tagen nach seinem Tod. Was folgt, ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Erinnerungen, Geheimnissen und den unausgesprochenen Bindungen, die Familien zusammenhält.

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Jan Snela: Ja, Schnecke, ja

Sie können sich nicht zwischen Lyrik und Belletristik entscheiden? Sie haben eine Schwäche für Japan und Haikus? Tiere und Wissenschaft finden Sie spannend? Bei einer Lektüre bevorzugen Sie Tiefgang statt Aktion? Dann ist dieser außergewöhnliche Roman genau das Richtige für Sie. Als Schnittstelle zwischen den Genres, beschreibt das Buch ein junges Paar, Tausende von Kilometern voneinander getrennt. Jeder für sich auf seine Weise damit beschäftigt, den eigenen Platz im Leben zu finden.

Amanda und Hannes zusammen – oder auch  nicht. Die junge Biologin ist nach Japan gezogen, um dort an der Frauenuniversität von Nara über eine außergewöhnliche Schneckenart zu forschen. Diese praktiziert eine äußerst extreme Art der „Selbstentleibung“. Während Salamander bei Gefahr beispielsweise nur ihren Schwanz abwerfen, köpft sich die Schnecke praktisch selbst. Der Kopf kriecht unbeirrt weiter, nach und nach bildet sich daran wieder ein vollständiger Körper.

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Danae Lake: Ganz aus Splittern

Christine ist gut in der Schule. Nur leider ist ihre Schule keine gute. Sie wächst in einem Problemviertel auf, bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater. Jetzt ist sie 16 und träumt davon, Abitur zu machen und alles hinter sich zu lassen. Aber in ihrer Gesamtschule ist nicht einmal sicher, ob überhaupt eine Abiturklasse zusammenkommt. Zu Hause döst die tablettensüchtige Mutter vor sich hin und der brutale Stiefvater ist gerade abwesend. Da bietet sich ihr eine einmalige Chance. Im Zuge eines Sozialprojektes soll sie auf ein Elitegymnasium ihrer Stadt wechseln. Aber sie will zunächst nicht, möchte sie doch nicht als Versuchskaninchen dienen. Erst als die Verhältnisse unerträglich werden, zieht sie einen Wechsel in Betracht.

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Martin Suter: Wut und Liebe

»Wut«, das ist Betty Hasler, 65, die den Mann, den sie für den Tod ihres Gatten verantwortlich macht, ins Jenseits befördert sehen möchte. »Liebe«, das ist Noah Bach, Anfang 30, ein brotloser Künstler, der verzweifelt seine Freundin Camilla zurückgewinnen will.

Es beginnt ziemlich hässlich: Camilla erklärt Noah nach dem Sex: »Ich liebe dich, aber nicht das Leben mit dir.« Statt ihm sein Künstlerleben zu finanzieren, werde sie ihn verlassen, um sich einen Mann zu suchen, der ihr ein finanziell sorgenfreies Leben bieten kann – solange sie noch attraktiv ist. Nicht gerade eine Person, mit der LeserInnen spontan Freundschaft schließen, aber nicht unrealistisch in einer Welt, in der der Werbeslogan einer Bank postuliert: »Am Ende zähl ich.«

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Lou Bihl: Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben

Lou Bihl ist selbst Ärztin und hat sich lange intensiv der Betreuung von Krebspatienten gewidmet. Sie weiß also, wovon sie schreibt, wie auch schon in ihren bisherigen Romanen, besonders „Ypsilons Rache“, wo auch das Thema Krebserkrankung eine zentrale Rolle spielte. „Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“ ist für mich der bisher intensivste Roman der Autorin. Emotional, berührend, dennoch sachlich und klar, fundiert, konsequent und kompetent in der Argumentation. Klar und definiert in der Sprache, niemals oberflächlich oder respektlos.

„Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“, sagt Antonia, Marlenes Zwillingsschwester, in einem Gespräch mit Marlene über ihren Entschluss, sich dem Schweizer Sterbehilfeverein Dignitas anzuschließen, um selbst bestimmen zu können, wann sie ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Antonia leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit und möchte die Kontrolle über ihr Leben behalten können, solange es geht. Für Marlene ist die Vorstellung, Antonia in die Schweiz zum Sterben zu begleiten, unendlich grausam, auch wenn sie Tonis Entscheidung nachvollziehen kann.

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Anika Beer: We Burn The Sun

Willkommen in der Zukunft. Wir schreiben das Jahr 2091. Die Welt versinkt buchstäblich in schmelzendem Eis. New York existiert nur noch in einigen riesigen Plastikbauten, deren Fundamente tief in den Meeresboden gerammt wurden, um das Leben oberhalb des Wassers zu ermöglichen. Peu à peu sollen die Menschen in wassersichere neue Städte umgesiedelt werden – ein Riesengeschäft für die Konzerne. Wer zu spät dran ist, kann schwimmen lernen.

Natürlich gilt dies nicht für die Schönen und Reichen, die in ihrer schwimmenden Stadt im Luxus und in Sicherheit leben.

Störend sind da die Piraten, die ein ums andere Mal Städte angreifen, Ressourcen entwenden und Robin-Hood-mäßig den Armen spenden.

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Ayla Dade: A thousand flames below

***Spoiler Alert: Der nachfolgende Inhaltstext enthält Hinweise auf das Ende von »A Million Stars Above«*** Die beiden Bücher lassen sich aber eh nicht unabhängig voneinander lesen.

Sie war der Star der Show, doch jetzt ist sie nichts mehr. Nach ihrem Sturz bei der großen Show des Sky Circus in Las Vegas kann die Artistin Heaven sich nicht an die letzten Monate erinnern. Enttäuscht stellt sie fest, dass sie sich weder auf ihr Gedächtnis verlassen kann – noch auf ihren Körper. Weil sie erst wieder lernen muss, am Trapez durch das Zirkuszelt zu fliegen, übt sie mit den Anfängern, bis der attraktive Kraftakrobat Hell ihr unerwartet seine Hilfe anbietet. Auch wenn sein Blick stets hart und sein Training unerbittlich ist, merkt Heaven, dass sie als Akrobatik-Duo perfekt harmonieren. Und dass sie in seinen starken Armen in Versuchung gerät, der knisternden Spannung zwischen ihnen nachzugeben. Doch je mehr sich ihr Körper an die sinnlichen Bewegungen erinnert, desto mehr zieht Hell sich plötzlich zurück – fast so, als fürchte er, dass sie sich auch an andere Dinge erinnert …

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