Als Sinéad Gleeson 13 Jahre alt ist, erzwingt ihr Körper ihre Aufmerksamkeit: Schmerzen in der Hüfte, ausgelöst durch den Zerfall der Knochen, sind der Anfang einer lebenslangen Leidensgeschichte. Sie wird mehrfach operiert, verbringt immer wieder lange Wochen im Krankenhaus. Schmerz wird zum ständigen Begleiter.
Mit Ende 20 wird bei ihr eine aggressive Form der Leukämie diagnostiziert. Ihre fassungslosen und aufgelösten Eltern beruhigt sie mit der Ankündigung, sie werde nicht sterben, sondern ein Buch schreiben. Sie übersteht die Chemotherapie, überwindet den Krebs. Sie schreibt auf, was ihr in Krankenhäusern, mit Ärzten und Mitmenschen begegnet.
Am Anfang ist es vor allem die Perspektive der Patientin, die sich Ärzten und Klinikroutine ausgeliefert fühlt, nicht gehört und verstanden wird. Ihr gelingt der Schritt in die Metaebene, sie studiert die Funktionsweise eines Körpers, sammelt Informationen, will verstehen, was mit ihr geschieht.
Zugleich schärft sich ihr Blick für soziale Interaktionen. Woher kommt die Scham, die man als kranker, eingeschränkter Mensch empfindet. Wie wird man wahrgenommen, wenn man unheilbar krank ist. Wie wird man wahrgenommen, wenn man etwas wagt, das unvernünftig erscheint. Wenn man einer kaputten Hüfte und einem von Chemotherapie gebeutelten Körper eine Schwangerschaft zumutet. Sie meistert auch diese Herausforderung und schenkt zwei gesunden Kindern das Leben. Weiterlesen








