Mitten in den Vorbereitungen für das Lüneburger Stadtfest muss Katharina von Hagemann sich mit grausigen Funden auseinandersetzen: Ein Geo-Cacher findet einen grausamen Fund, ein Bild von einem abgetrennten Ohr. Auf dem Bild befinden sich menschliche Blutspuren. Nach und nach werden noch weitere Körperteile in und um Lüneburg entdeckt, sie stammen alle vom selben Opfer. Wird in der sonst so idyllischen Hansestadt jemand qualvoll zu Tode gefoltert? Hat die Studentengruppe, die gegen das Stadtfest hetzt, etwas damit zu tun? Ein Zufall bringt die Kommissarin auf eine verstörende Spur und lässt sie die verworrenen Zusammenhänge hinter diesem brutalen Fall erahnen. Doch kann sie ihn auch aufklären? Weiterlesen
Krimi & Thriller
Petra Hammesfahr: An einem Tag im November
Die Notkötters verbringen einen vergnügten Tag bei einem befreundeten Ehepaar. Die Ehefrau vertratscht sich, es wird spät und dann kommt auch noch ein Stau auf der Autobahn hinzu. Völlig entnervt biegen sie in dieser dunklen Novembernacht in die letzte Straße ein. Da scheppert es gewaltig und sie haben nicht mehr gesehen, als ein buntes Etwas, das sofort unter ihrem Wagen verschwindet.
Arno Klinkhammer ist frisch ernannter Hauptkommissar. Noch während der Feier kommt die Nachricht über ein verschwundenes fünfjähriges Mädchen in Herten. Weiterlesen
Karine Giebel: Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir
Karine Giebel, die als DIE weibliche Stimme des französischen Kriminalromans bezeichnet wird, hat in diesem psychologischen Spannungsroman beängstigende Charaktere mit atemlosen Thrill gekoppelt. In der Handlung wird eine attraktive junge Frau systematisch von einem mysteriösen Schatten, der sie verfolgt und nötigt, zugrunde gerichtet.
Cloé Beauchamp ist jung, schön, glücklich verliebt und erfolgreich. Durch Ausdauer und Ehrgeiz hat sie sich in ihrer Werbeagentur weit nach oben gearbeitet. Ihr Chef stellt ihr in Aussicht, in absehbarer Zeit seine Nachfolge anzutreten. – Ein beneidenswertes Leben sollte man meinen, doch der Schein trügt: Auf dem Nachhauseweg von einer Party fühlt Cloé sich plötzlich verfolgt und nimmt eine schemenhafte Gestalt wahr, die dann wieder im Nichts verschwindet. Weiterlesen
Sophie Hannah: Die Monogramm-Morde: Ein neuer Fall für Hercule Poirot
33 Fälle hat Detektiv Hercule Poirot in Romanen und Kurzgeschichten von Agatha Christie gelöst. 38 Jahre nach dem Tod der Meisterin der Hochspannung hat die britische Bestseller-Autorin Sophie Hannah mit Einwilligung der Erben von Agatha Christie Poirot nun zum Leben erweckt.
„Die Monogramm-Morde“, die an diesem Dienstag in 50 Ländern erscheinen, sind ein wunderbar unaufgeregtes Buch, eine Reise in eine vergangene Zeit und ein großer Kontrast zu den schnellen Action-Thrillern unserer Tage. Weiterlesen
Carl-Johan Vallgren: Schattenjunge
1970 verschwindet in der Stockholmer U-Bahn ein kleiner Junge. Über 40 Jahre später verschwindet auch sein jüngerer, mittlerweile erwachsener Bruder Joel spurlos. Die ängstliche Ehefrau des gutbetuchten Geschäftsmannes alarmiert dessen besten Kumpel aus der Zeit beim Militär. Danny Katz hat zwar selbst genügend Probleme in seinem Leben, begibt sich allerdings auf die Spur von Joel Klingberg, der bald ein nicht zu verachtendes Vermögen erben könnte. Die wichtigste Frage, die sich Katz stellt: Ist Joel freiwillig untergetaucht oder gewaltsam entführt worden? Seltsame Zahlungen in ein Steuerparadies lassen ihn misstrauisch werden. Weiterlesen
Stephen King: Mr. Mercedes
Kaum war das Buch auf dem Markt, hörte man es von allein Seiten raunen: „Ein King ohne übernatürliches Element“, „kein typischer King“. Es hört sich für mich an wie eine Spur von Enttäuschung, weil es sich nicht um die neue, modernisierte Version von „Christine“ handelt – jenem Roman, in dem es wirklich das Auto war, das durchknallte. „Mr. Mercedes“ hat kein Horrorelement und ehrlich gesagt braucht es auch keines. Stephen King führt uns auch nicht den ganz gewöhnlichen Wahnsinn als den Horror des normalen Lebens vor, jedenfalls nicht ausschließlich. „Mr. Mercedes“ ist vielmehr ein von vorne bis hinten wohldurchdachtes, ja beinahe komponiertes Werk, das mit der Entwicklung des Kriminalromanes, des Krimis wie des Thrillers, seit seinen Anfängen spielt. Und das macht er verflixt gut. Weiterlesen
Markus Heitz: Exkarnation – Krieg der Alten Seelen
Der Großmeister der Fantasy hat wieder zugeschlagen. Kein anderer deutscher Autor ist so häufig mit dem „Deutschen Phantastik Preis“ ausgezeichent, wie Markus Heitz. Und sein neuer Roman beschäftigt sich nicht mit der Inkarnation, also der Wiedergeburt, sondern der Exkarnation. Dies ist im Prinzip die Situation, wenn eine „alte Seele“ in einen gerade noch lebenden Körper rast.
Das klingt nach Fantasy, ist aber ein knallharter Thriller mit viel mystischen Einflüssen.
Die Protagonistin Claire stirbt bei einem Überfall. Claire versucht ihrem Mann zu helfen, der erschossen wurde und wird dabei von einem auf sie zurasenden Wagen überrollt. Aber Claires Seele verlässt die Erde nicht. Weiterlesen
Maurizio De Giovanni: Das Krokodil
Maurizio De Giovanni ist einer der wichtigsten Newcomer der italienischen Krimiszene. Sein Debütroman „Das Krokodil“, Auftakt einer Reihe mit Inspektor Lojacono, wurde mit dem wichtigsten Krimipreis Italiens ausgezeichnet. Und das Buch ist so raffiniert, so schön geschrieben und so spannend, dass man den nächsten Krimi der Reihe kaum erwarten kann.
Vier Morde an jungen Menschen gibt es in dem Krimi. Der Mörder begleitet die Leser; in Briefen an seine tote Tochter erzählt er von seinen Plänen, man versteht allmählich, warum und an wem dieser Mann perfide Rache nehmen möchte. Aber warum weint der Mörder, wenn er tötet? Zumindest findet die Polizei in Neapel immer ein Taschentuch mit Tränen, was dem Unbekannten den Fahndungsnamen „Das Krokodil“ einbringt.
De Giovanni vermischt kunstvoll Erzählebenen, verliert aber nie den roten Faden. Am (tragischen) Schluss hat man fast so viel Mitleid mit dem Mörder wie mit den Eltern der Opfer.
Maurizio De Giovanni: Das Krokodil.
Kindler, März 2014.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Adam Sternbergh: Spademan
Hallo, ich nenne mich Spademan. Ich will ihren Namen nicht wissen. Betrachten sie mich als Kugel, sagen sie mir den Namen des Menschen, den sie getötet haben wollen, überweisen den Betrag im Voraus, den Rest erledige ich. Ich bringe Männer, wie Frauen um, sonst würde ich das weibliche Geschlecht diskriminieren. Nur Kinder sind tabu. Irgendwo muss man eine Grenze ziehen.
Ich lebe in Jersey. Seitdem eine dreckige Bombe auf dem Times Square in New York hochgegangen ist gibt es hier Platz, viel Raum in aufgegebenen Flats der geflüchteten Brooker. Weiterlesen
Franz Zeller: Sieben letzte Worte
Mörderisch geht es bei den Salzburger Festspielen nur auf der Bühne und im Krimi von Franz Zeller zu. „Sieben letzte Worte“, das Oratorium von Haydn, sollte ein Festspiel-Star singen. Jetzt ist die Diva tot.
Die Leiche dreht sich in malerischer Landschaft in einem Mühlrad einer Bäckerei, und für Kommissar Franco Moll beginnt eine spannende Suche nach dem Mörder. In Künstlerkreise, hinter die Kulissen der Festspiele und durch die Salzburger Altstadt führt Zeller die Leser mit einer schönen Sprache. Viele Spuren legt er aus und verwischt sie wieder; damit bleibt das Ende überraschend und klug. Und dass der Kommissar in eine pikante Liebesgeschichte verwickelt wird, macht das Buch auch interessant.
Franz Zeller: Sieben letzte Worte.
Knaur, Mai 2014.
288 Seiten, Taschenbuch, 8,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.