Kristina Hortenbach: Pleiten, Pech und Papa

FloFlott geschrieben, witzig, unterhaltsam und irgendwie recht realistisch.

Die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hat Kristina Hortenbach zu diesem amüsanten Roman inspiriert, der einem vor Augen führt, wie schnell sich alles ändern kann. Für Carmens Vater Heinz eine Katastrophe: Sein Haus steht unter Wasser, und er kann dort erst mal nicht bleiben. Mit Sack und Pack wird der 83-Jährige zu Carmen in den Schwarzwald verfrachtet – weit genug von zu Hause weg, dass er Carmens Schwester nicht dauernd über die Schulter schauen kann, wenn sie beim Aufräumen auch gleich großzügig ausmistet. Für Carmen ist Papas Einzug bei ihr allerdings recht anstrengend! Heinz ist mit seinen 83 Jahren voller Energie und vor allem System! Er bringt alles durcheinander, weil er einfach mal Ordnung schaffen will. Heinz hat alles in Excel-Tabellen gelistet – vom Inhalt des Kühl- und Gefrierschranks über Kontakte, To-do-Listen und Ähnliches bis zu seinen nächsten Vorhaben und Planungen. Per Zufall gerät ihm auf einem alten Laptop eine alte Telefonliste in die Finger, die ihn dazu animiert, mal zu testen, wer denn wohl noch seine alte Telefonnummer hat. Und siehe da: So findet er seine erste Liebe, Hilde, wieder!

Die Freude ist auf beiden Seiten so groß, dass Hilde gleich die Koffer packt und samt Zwergpudel kurz darauf ebenfalls bei Carmen vor der Tür steht. Für Carmen und ihren Partner Frank eine ziemliche Herausforderung. Beide gehen anders mit der neuen Situation um. Frank zieht kurzzeitig ins Hotel, um sich in Ruhe auf ein Golfturnier vorbereiten zu können, Carmen verfällt in eine Sinnkrise angesichts des nicht zu übersehenden Glücks der beiden alten Leute, die sich da wiedergefunden haben. Ihr Job in der Apotheke befriedigt sie schon länger nicht mehr, das Klima ist nicht das Beste, und als der junge Kollege sie auch noch fälschlich beschuldigt, kündigt sie kurzerhand. Doch was will sie jetzt machen? Einen richtigen Plan hat sie bisher nicht. Aber sie hat eine beste Freundin, die ihr zur Seite steht. Dann kommt der Tag, an dem Heinz und Hilde nach Hause zurück können, und Carmen ist froh, ihre Wohnung bald wieder für sich zu haben.

Doch die rasche Abreise von zu Hause verzögert sich, es kommen neue Probleme auf Heinz zu, die erst einmal Vorrang haben. Es gibt kein Geld von der Versicherung, es ist auch kein Geld mehr auf der hohen Kante, aber Heinz muss ja wieder hier wohnen. Was tun? Heinz wäre nicht Heinz, wenn er nicht schon einen Plan hätte, der alle in Staunen versetzt. Aber sie unterstützen ihn natürlich auch alle in seinem verrückten Vorhaben. Während der Zeit in der alten Heimat findet Carmen ausreichend Abstand, um ihr Leben neu zu ordnen. Ausgerechnet ein Klassentreffen hilft ihr weiter.

Kristina Hortenbach gelingt es auch diesmal wieder, die Leser/-innen bestens zu unterhalten, aber auch hin und wieder zum Nachdenken zu bringen. Eine mit viel Humor erzählte, durchaus nachvollziehbare, manchmal überraschende Geschichte.

Kristina Hortenbach: Pleiten, Pech und Papa
Heyne, Januar 2026
400 Seiten, Taschenbuch, 13,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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