Stephen King: Erhebung

Nach langer Zeit mal wieder ein „King“. Hab ungefähr seit Clown Pennywise (Es) so recht nichts mehr gelesen, also gefühlt mehrere hundert Jahre her. Da fiel mir ein Büchlein mir Hardcover auf, klein genug für die Jackeninnentasche und durchzulesen auf einer Zugfahrt, sagen wir von Dortmund nach Stuttgart. Ich habe das Bändchen deshalb mitgenommen, weil Stephen King neben seinen beeindruckenden Horrorschockern, immer wieder großartige Kurzgeschichten geschrieben hat (z.B. Stand by me.)

In diesem Fall, also der „Erhebung“, ist alles nicht ganz so toll – es ist eher ein Märchen und ein zeitgenössisches Gesellschaftsbild einer, wie immer, bürgerlichen Kleinstadt in Maine (Castle Rock), welches sicher den Zustand der amerikanischen Gesellschaft hinsichtlich Homophobie und Rassismus widerspiegelt. Weiterlesen →

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Ruth Ware: Wie tief ist deine Schuld

Vor 17 Jahren ist etwas Schreckliches passiert, dass die vier Freundinnen Isa, Kate, Thea und Fatima bis heute verfolgt. Als nun eine Leiche am Strand des Orts des Geschehens gefunden wird, reißen alte Wunden und Ängste wieder auf. Könnte vielleicht doch noch jemand die Wahrheit herausfinden, was tatsächlich damals passierte? Aufgeregt treffen sich die vier Freundinnen nach vielen Jahren wieder. Wie können sie die Katastrophe jetzt noch verhindern?

Einst waren Isa, Kate, Thea und Fatima beste Freundinnen im Internat. Da Kate nur wenige Kilometer entfernt auch ihr Elternhaus hatte, waren sie an den Wochenenden oft bei ihr, ihrem Vater Ambrose und dem Stiefbruder Luc zu Hause. Schon damals verstrickten sich die Mädchen in ein Spiel aus Lügen. Es war zwischen ihnen wie Sport und sie gaben sich gegenseitig Punkte, wenn sie eine Person überzeugend angelogen hatten. Als das Unglück passiert, werden die Lügen allerdings zum bitteren Ernst. Weiterlesen →

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Katrine Engberg: Blutmond

Die Kopenhagener Fashion Week im Januar, wenige Tage vor dem astrologischen Ereignis des Blutmondes: Modezar Alpha Batholdy bricht nach einem Event tot zusammen. Seine inneren Organe sind verätzt worden, offenbar durch eine stark basische Substanz wie Abflussreiniger, die während der Eröffnungsfeier in seinen Drink gelandet ist. Wenig später ereilt Sängerin Cara dasselbe Schicksal. Die Kopenhagener Polizei rund um Jeppe Korner und seine Kollegin Anette Werner versucht anhand von Zeugenaussagen und Social Media Selfies die Beziehungen der Akteure untereinander zu entschlüsseln. Das Problem: Jeppes bester Freund, der Schauspieler Johannes Ledmark, war mit beiden Opfern bekannt, hatte sie an den Abenden getroffen und sogar einen schweren Streit mit Alpha gehabt. Jeppe gerät in ein schweres Dilemma.  Soll er Johannes schützen? Wie gut kennt er seinen besten Freund wirklich?

In atemlosen Tempo und in bester skandinavischer Manier, präsentiert uns die Autorin routiniert ein sich immer schneller drehendes Roulette, das sich um die Frage „Who did it?“ dreht. Sie präsentiert uns eine ganze Reihe von Verdächtigen mit verschiedensten, starken Mordmotiven. Weiterlesen →

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Uli Aechtner: Die Bach runter

Was würden wir tun, wenn durch irgendein Unglück alles um uns herum zusammenbrechen würde? Kein Strom mehr. Und kein Trinkwasser. Keine Möglichkeit mehr, sich im Supermarkt mit Lebensmitteln zu versorgen. Die meisten von uns hätten in einem solchen Fall vermutlich ein Problem, denn wer ist auf so eine Situation schon vorbereitet?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Prepper. Mit diesem Begriff (von prepare – vorbereiten) bezeichnet man Personen, die für eine Krise vorsorgen, indem sie Lebensmittelvorräte anlegen, sich in Überlebenstechniken ausbilden und mit Waffen beschäftigen.

Mit Personen aus diesem Umfeld bekommt es der bereits aus anderen Krimis von Uli Aechtner (‚Todesrauscher‘, ‚Mordswetter‘) bekannte Kommissar Christian Bär in ihrem neuesten Roman zu tun.

Dabei geht es zunächst nur um ein Baby, das ein Schäfer in der warmen Asche eines Lagerfeuers findet. Da es dem Baby gut geht und nur zu klären ist, wer die Eltern sind und wer es an diesen seltsamen Ort gelegt hat, scheint Christian Bärs Welt in Ordnung. Zumal er Urlaub hat, in dem er viel mit seiner Nichte Amelie unternehmen möchte.. Weiterlesen →

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JL Butler: Mein: Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten?

Die Londoner Scheidungsanwältin Francine Day zählt zu den Besten unter den Besten. Alles hat sie unter Kontrolle. Ihr Spezialgebiet ist der Erhalt von Vermögen ihrer scheidungswilligen Mandanten. Eines Tages steht der attraktive Martin Joy, ein neuer, schwer reicher Auftraggeber vor ihr. Das Scheidungsverfahren könnte ein ganz normaler Fall werden, doch Francine spürt seit der ersten Sekunde ihres Treffens eine starke Anziehung. Kurz darauf erliegt die eingefleischte Single-Frau seinem Charme. Verstand, Ethik und ihre berufliche Karriere stehen auf einmal in der zweiten Reihe. Francine schwelgt im Liebesrausch und kämpft mit Eifersucht. Ausgerechnet an dem Abend, an dem sie seiner Ehefrau Donna heimlich folgt, hat diese sich mit Martin verabredet. Zweifel nagen an Francine. Sie muss unbedingt mehr über das Ehepaar Donna und Martin erfahren. Sind sie vielleicht doch noch ein Paar und spielen anderen etwas vor?

Am Fenster des Pubs sitzend, das direkt gegenüber von Donnas Haus steht, verbringt sie den späten Abend und trinkt etwas gegen ihren Frust. Irgendwann hat sie einen Aussetzer. Francine kann sich an die letzten zwei Stunden ihrer Observierung nicht mehr erinnern. In dieser Nacht verschwindet Donna spurlos. Weiterlesen →

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Anders de la Motte: Spätsommermord

Der 1971 im südschwedischen Billesholm geborene Autor durchlief eine Ausbildung zum Polizisten in Stockholm. Als solcher arbeitete er einige Jahre im Staatsdienst, um später als Security privatwirtschaftlich zu arbeiten. Schon während seiner Zeit als Ordnungshüter entdeckte er seine Fähigkeit, Geschichten spannend zu erzählen. Seine beruflichen Erfahrungen kamen ihm dabei zugute. Auch darum konnte der Autor recht schnell die Herzen der schwedischen Leser und Leserinnen erobern. 2010 erhielt er für sein Krimidebut „Game“ den Preis der schwedischen Akademie für Krimiautoren. Weitere Preise folgten. Anders de la Motte ist seiner Heimat in Schonen treu geblieben und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Malmö. So ergeht es auch seiner Protagonistin in seinem neuen Titel „Spätsommer Mord“. Kommissarin Anna Vesper verlässt Stockholm und zieht mit ihrer Tochter Agnes in die tiefste Provinz Schonens. Doch die Gründe hierfür sind grundverschieden. Für den Autor war es eine Bewegung zurück zu den Wurzeln. Für Anna Vesper war es eine Flucht vor unbewältigter Vergangenheit. Weiterlesen →

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Benedikt Gollhardt: Westwall

Mit „Westwall“ legt der Autor sein Debükrimi vor, ohne ein Debütant zu sein. Als Drehbuchautor hat er sich bereits einen Namen gemacht. Der 1966 geborene Benedikt Gollhardt ist diesbezüglich durch sein Elternhaus vorbelastet. Sein Vater war Verleger und seine Mutter Pressereferentin für Verlagshäuser. Auch darum fällt es Gollhardt leicht, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und mit schriftstellerischem Instinkt zu bearbeiten.

So ist es kein Zufall, dass die deutsche Nachrichtenlage im Frühjahr 2019 (während meiner eigenen Lektüre von „Westwall“) das Thema „Auftritt und Netzwerkbildung rechtspopulistischer Gruppierungen in Deutschland“ erstaunlich oft bearbeitet. Es sei unübersehbar, sagen die Medien, dass Diese Gruppierungen ihre Unterstützer nicht mehr am rechten Rand, sondern aus der Mitte der Gesellschaft (Polizisten, Soldaten, Juristen, Politiker) rekrutierten. Diese neue Qualität rechter Tendenzen in unserem Land bilden die Hintergrundfolie für „Westwall“. Worum geht es?

Es geht um Gut und Böse. Es geht darum, was man tut, wenn sich die Grenzen von Wahrheit und Wirklichkeit auflösen und der Boden unter den Füßen ins Wanken gerät. Dies genau erlebt die junge Polizeischülerin Julia. Ihre persönlichen Wurzeln liegen mütterlicherseits im Dunkeln. Ihre Beziehungen sind gestört und der Sinn ihrer Werte als Ordnungshüterin infrage gestellt. Weiterlesen →

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Wiebke Lorenz: Einer wird sterben

In Stellas Leben stimmt so einiges nicht. Aus Liebe hat sie für Paul eine Schuld auf sich geladen, damit seine Karriere als Pilot keinen Schaden nimmt. Seit sechs Jahren schweigen sie über wichtige Einzelheiten eines Unfalls mit Todesfolge. Und seit sechs Jahren kann sie ihren Beruf als Grundschullehrerin nicht mehr ausüben. Denn die Narben in ihrem Gesicht haben auch auf ihrer Seele Spuren hinterlassen.

Wie schon so oft fliegt Paul wieder für einige Tage durch die Welt. Als in ihrer Straße, einer ruhigen Sackgasse, einige Ereignisse auch die Nachbarn aus dem Konzept bringen, fühlt sich Stella erst recht alleingelassen. Der parkende Mercedes in der Nähe ihres Hauses erinnert sie an ihren Unfallwagen und macht sie nervös. Das Paar bleibt in dem schwarzen Wagen mehrere Tage sitzen und erklärt auf ihre Anfrage geheimnisvoll, sie würden auf etwas warten. Stellas Angst wächst. Weil die beiden auch noch die gleiche Kleidung tragen wie einst Paul und sie am Tag des Unfalls, bekommt ihre Fantasie reichlich Nahrung. Weiterlesen →

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Harry Bingham: Fiona: Wo die Toten leben

Fionas fünfter Fall beginnt scheinbar harmlos: In dem alten Totenhaus eines Dorfes wird der Leichnam einer jungen Frau gefunden. Aufgebahrt und ohne sichtbare Verletzungen liegt sie da. Die Untersuchungen ergeben recht schnell, dass sie einen natürlichen Tod starb. Nur wer diese Frau dort aufgebahrt hat und wer die Unbekannte ist, bleibt im Verborgenen.

Der Fall, der nach der Meinung ihrer Vorgesetzten keiner sei, lässt Fiona nicht los. Und wie es so ihre Art ist, beißt sie sich an winzigen Spuren fest.

Fiona findet den Namen der unbekannten Toten heraus. Die winzigen Spuren werden größer. Weitere Indizien zeigen in die Richtung einer großen Sache, die nicht nur für sie lebensgefährlich wird. Denn die Gegner bleiben gern im Verborgenen und verfügen über ein weit verzweigtes Netz. Zu keiner Zeit kann sich Fiona sicher sein, ob zum Beispiel der Kollege ein Freund oder Feind ist.

Harry Bingham kann schreiben. Er schreibt so gut, dass seine äußerst spannenden Kriminalromane im Bücherregal eines jeden Krimifans stehen sollten. Ein weiteres Buch erscheint noch in diesem Jahr. Weiterlesen →

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Lutz Wilhelm Kellerhoff: Die Tote im Wannsee

Ein Schwarz-Weiß-Film als Buch. Die drei Autoren, die Herren Lutz, Kellerhoff und Wilhelm, machen ein Jahrzehnt wieder lebendig, in dem sie die Bilder, die man irgendwo gespeichert hat, durch ihre Beschreibungen der Szenerien des Berlins Ende der sechziger Jahre, sofort wieder vor Augen hat. Die Demonstrationen in Berlin, bis dahin in Deutschland nie für möglich gehalten, mit für die Beteiligten überraschender Gewalt und Hilflosigkeit auf allen Seiten. Rennende Schupos mit Tschakos auf den Köpfen, Demonstrationsketten mit entsprechen Schlachtrufen, Wasserwerfer, brennende Barrikaden, alles da.

Dazu die Namen von damals: Mahler, Meins, Dutschke, Kommune 1, die späteren RAF Namen, und zur Folklore die jungen Liedermacher Wader und Mey. Man wähnt sich im Bonner Haus der Geschichte oder in der RAF Ausstellung, die ich in Berlin (!) vor Jahren besucht habe. Dazu durchzieht das ganze Buch die unsägliche, so genannte Entnazifizierung, die, gelinde gesagt, in Deutschland als geradezu lächerlich durchzogen wurde. Weiterlesen →

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