Harry Bingham: Fiona: Unten im Dunkeln

„… Die Polizei hat nicht ohne Grund Vorschriften, und ich bemühe mich, sie zu befolgen. Aber die Toten sind wichtiger. Ihre Regeln sind heilig und in Ewigkeit gültig.“ (S. 85)

Fiona arbeitet bei der Polizei, obwohl sie unter dem Cotard-Syndrom leidet. In den Augen ihrer Kollegen und Vorgesetzten wirkt sie mal verschroben oder eigenwillig. Nur ihre engen Freunde sind eingeweiht und wissen die hoch intelligente junge Frau zu nehmen. Früher glaubte Fiona, trotz Puls tot zu sein. Heute spürt sie eine stärkere Nähe zu den Toten als zu den Lebenden und fühlt sich aus diesem Grund für sie verantwortlich.

Während Fiona in der Asservatenkammer aushilft, liest sie zu ihrer Erbauung in alten Akten. Ein tödlicher Sturz von den Klippen und ein Selbstmord wecken ihre Neugier. Dann kommt ein seltsamer Einbruch hinzu, bei dem der Dieb mit ungewöhnlichen Kletterkünsten das Gestohlene zurückgegeben hat. Aus unscheinbaren Verbindungen entwickelt sich allmählich ein richtig großer Fall. Ein Grund mehr für Fiona, mit vollem Einsatz die Hintermänner zu entlarven. Weiterlesen →

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Timo Leibig: Nanos – Sie kämpfen für die Freiheit

Deutschland, 2029: Die Bevölkerung des Landes ist dem Kanzler Kehlis hörig. Über die Nahrung und das Wasser schleust dieser Nanopartikel in die Menschen, die ihm dadurch alles glauben und ihn unterstützen. Doch es gibt einige wenige Menschen, die gegen die Nanopartikel immun sind und sich ihm teilweise widersetzen. Zu ihnen gehört auch der im letzten Band, „Sie bestimmen, was du denkst“, aus der Haft entkommene Malek Wutkowski. Hatte er sich erst noch den Rebellen angeschlossen, die einen Widerstand zu formieren begannen, ist er jetzt auf eigene Faust unterwegs. Er möchte seinen Bruder Dominik aus den Fängen des Kanzlers befreien. Denn dieser ist kein geringerer als eine der einflussreichsten Konfessoren, die dazu dienen, Widerständler auszuschalten.  Und Malek weiß auch schon, wer ihm dabei helfen wird, Dominik zu befreien.

Zum Wiedereinstieg bietet der Roman ein kleines Kapitel, in dem die Ereignisse des ersten Bandes gut zusammengefasst werden. So hat man auch einen guten Leseeinstieg, wenn der erste Band schon etwas zurückliegen sollte.  Es sei aber dennoch niemandem empfohlen, gleich in diesem zweiten Band zu starten. Wer die Reihe anfangen möchte, sollte auch vorne beginnen. Das erste Kapitel kann das Lesen des ersten Bandes keinesfalls ersetzen. Weiterlesen →

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Pia O‘Connell: Ein irischer Todesfall

Im Juni 1994 folgt Elli O’Shea ihrem Mann Sean in seine Heimat Irland, im Schlepptau den vierjährigen Sohn Patrick, Neugier und Abenteuerlust, aber auch ein bisschen Wehmut. Die junge Familie kommt vorübergehend in der Kleinstadt Carlow unter, wo auch Seans Eltern und große Teile seiner Verwandtschaft leben.

Elli hatte noch kaum Gelegenheit, sich an das wechselhafte Wetter und die Retro-Einrichtung ihres möblierten Häuschens zu gewöhnen, als überraschend Seans Onkel Jim stirbt. Das Herz des wohlhabenden Wurst- und Pastetenfabrikanten war einfach stehengeblieben. Der Arzt kann keine Fremdeinwirkung feststellen, aber so genau hat er wohl auch nicht hingeschaut.

Die Beerdigung bietet Elli die Gelegenheit, Schwager und Schwägerinnen, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen in Augenschein zu nehmen. Besonders fällt ihr Michelle auf, Onkel Jims zweite Ehefrau, eine hübsche Blondine, die so gar nicht zu ihm gepasst hat, wenn man den Gerüchten glauben darf. Die meisten waren sich schon bei der Hochzeit einig gewesen: Michelle ist nur hinter Jims Geld her. „Warum sonst sollte sich so eine attraktive Frau mit so einem alten Dackel einlassen?“ Weiterlesen →

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Agatha Christie: N oder M? Ein Fall für Tommy und Tuppence (1941)

Das Ehepaar Tommy und Tuppence Beresford war im Ersten Weltkrieg ein erfolgreiches Spionageteam. 1941 gehören sie zu den Alten, die keiner mehr braucht. Und während sie versuchen, sich mit dem Stillstand abzufinden, bekommt Tommy einen geheimen Auftrag. In Leahampton, einem verträumten Ort an der Südküste von England, wird die Pension Sans Souci verdächtigt, Anlaufstelle von englischen Verrätern zu sein. Ein Agent starb bereits bei der Suche nach den zwei übergelaufenen Agenten N und M. Und bis sein Ersatzmann erscheint, soll Tommy in der Rolle eines harmlosen Witwers das Feld nach möglichen Verdächtigen sondieren. Womit jedoch keiner gerechnet hat, ist Tuppence Raffinesse. Drei Tage vor Tommy taucht sie in der Pension Sans Souci auf.

Viele scheinbar harmlose Gäste logieren einträchtig nebeneinander, bis die Gefahr eines Angriffs der Deutschen auf London vorbei ist. Plötzlich wird die kleine Tochter eines Gastes entführt. Der Schock und die Überraschung führen dazu, dass die harmlosen Gäste nicht mehr ganz so harmlos aussehen wie vorher. Weiterlesen →

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James Runcie: Die Vergebung der Sünden

Sidney Chambers ist viel mehr als nur ein engagierter Pfarrer in England. Sein Ruf, Verbrechen aufzuklären, eilt ihm voraus. Immer wieder wird er gebeten, einem Verdacht nachzugehen oder sogar einen Mordfall aufzuklären. Weil bei ihm selbst Verbrecher redselig werden, beeindruckt der Pfarrer jeden mit seiner hohen Aufklärungsrate. Nur seine Frau Hildegard ist darüber nicht amüsiert, denn Sidney glänzt durch Abwesenheit. Ein glückliches Familienleben mit Kleinkind braucht einen präsenten Vater und Ehemann.

Sein Freund, Inspector Keating, holt Sidney ebenfalls auf den Boden der Tatsachen zurück: „ ‚… Die wirklich hässlichen Fälle mute ich dir meist gar nicht zu. Du lebst zu behütet, Sidney.‘
‚Behütet? Ich habe in den letzten zehn Jahren etliche grausige Verbrechen miterlebt.‘
‚Dann kannst Du dich auf weitere fünfundzwanzig gefasst machen. Und das sind nur die leichten Fälle, mit denen wir die Amateure glücklich machen.‘
“(S. 133)

Der Brite James Runcie hat um den ermittelnden Pfarrer Sidney Chambers bereits eine Reihe geschrieben. Dank seines Vaters, dem ehemaligen Erzbischof von Canterbury, kennt er sich mit den Interna und Querelen innerhalb der Kirchenverwaltung aus. Angesiedelt sind Chambers Ermittlungen im Raum Cambridge der 1960er Jahre. Im Stil dieser Zeit hat der Autor auch seine Kurzkrimis erzählt, die Renate Orth-Guttmann übersetzt hat. Weiterlesen →

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Jeong Yu-Jeong: Der gute Sohn

Als Yu-jin morgens blutbesudelt erwacht und seine Mutter mit aufgeschnittener Kehle in der Nähe findet, glaubt er, der Mörder zu sein. Alles spricht gegen ihn. Dummerweise hat er an die letzte Nacht keine eindeutigen Erinnerungen. Dies liegt unter anderem an den Entzugserscheinungen der heimlich abgesetzten Medizin. Die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Kostbare Zeit vergeht, bis er den Schock überwunden hat. Und allmählich begreift er, dass die Polizei nur das Augenscheinliche ermitteln wird. Seine Pflicht als guter Sohn verlangt jedoch, die ganze Wahrheit herauszufinden. Leider erweist sich dies als sehr schwierig. Denn Hae-jin, sein Ziehbruder, wird bald kommen.

Yu-jin versteckt den Leichnam und putzt, so gut es geht, die verdächtigen Spuren weg. Viel zu früh steht Hae-jin in der gemeinsamen Wohnung. Wie von Yu-jin befürchtet, hinterfragt der Ziehbruder Mutters Abwesenheit. Er wird immer neugieriger und skeptischer. Auch die Tante, die zugleich Yu-jins behandelnde Ärztin ist, fragt hartnäckig nach.

Der gute Sohn sucht weiter nach der Wahrheit und läuft nicht weg. Gleichzeitig läuft ihm unaufhaltsam die Zeit davon. Weiterlesen →

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Mats Strandberg: Das Heim

Joel pflegt seine an Demenz erkrankte Mutter Monika in einem schwedischen Städtchen an der Küste. Doch er kann nicht mehr. Es ist einfach zu viel mit der oft sehr verwirrten Monika. Seit einer Nahtoderfahrung redet sie nur noch von ihrem seit vielen Jahren verstorbenen Ehemann, der angeblich nun wieder bei ihr ist. Monika muss ins Heim. Doch im ausgesuchten Nebelfenn arbeitet niemand Geringeres als Joels beste Freundin aus Kindertagen, Nina. Seitdem Monika eingezogen ist, passieren in dem Heim seltsame Dinge. Monika plaudert die Geheinisse der Belegschaft und der Bewohner gleichermaßen aus. Und dabei weiß sie Dinge, die sonst niemand wissen sollte. Die ganz tief liegenden, dunklen Geheimnisse. Was ist bloß in Monika gefahren?

Mats Strandberg legt mit „Das Heim“ einen neuen gruseligen Thriller für Erwachsenen vor. Mittelpunkt des Geschehens ist ein Altersheim in Schweden mit einigen schrulligen wenigen Bewohnern. Auch vor Monikas Einzug war es nicht toll, dort zu arbeiten. Weiterlesen →

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Helon Habila: Öl auf Wasser

Vor zwei Wochen starben zwei Journalisten, als sie der Einladung einer Rebellen-Gruppe folgten, die für einen Italiener Lösegeld verlangen. Geplant war ein Interview mit der Geisel.

Jetzt ist eine Britin verschwunden. Und wieder bieten anonyme Rebellen ein Interview an. Dieses Mal will niemand diesem Ruf folgen, bis sich aus den unterschiedlichsten Gründen so nach und nach eine Handvoll Freiwillige einfinden. Zwei von ihnen sind der junge Journalist Rufus und sein Idol, der einst berühmte Zaq.

Viel zu früh bricht der Funkkontakt mit den Rebellen ab. Rufus wird Zeuge, wie ihre Fahrt auf dem Boot von Port Harcourt nach Süden zu einer Irrfahrt wird. Und während sie Ausschau halten, glauben sie, auf einer Insel ein Signalfeuer zu sehen. Doch statt der Rebellen finden sie ein verlassenes Dorf und ein paar Tote. Alle Spuren weisen auf einen bewaffneten Angriff. Und während sie noch überlegen, wer wen angegriffen haben könnte, werden sie von Rebellen überfallen und verlieren ihr Boot. Keiner glaubt ihren Versprechungen, dass sie abgeholt werden. Rufus sieht sich auf der einsamen Insel ohne Handyempfang und Proviant gefangen. Weiterlesen →

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Marc Elsberg: Gier

Marc Elsberg hat sich durch seine Romane in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Autoren entwickelt. Bereits mit seinen Thrillern ‚Blackout‘, ‚Zero‘ und ‚Helix‘ feierte er große Erfolge. Dabei erhielten ‚Blackout‘ (2012) und ‚Zero‘ (2014) von der Zeitschrift ‚Bild der Wissenschaft‘ jeweils die Auszeichnung als Wissensbuch des Jahres.

Die Handlungen von Elsbergs Büchern basieren auf wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, aus deren Möglichkeiten und Risiken er spannende Plots aufbaut. So spielt er in ‚Blackout‘ mit den Folgen eines umfassenden Stromausfalls in Europa, in ‚Zero‘ behandelt er mögliche Auswirkungen der Digitalisierung und beschäftigt sich in ‚Helix‘ mit dem Thema Genmanipulation.

Nun liegt mit ‚Gier‘ sein neueste Buch vor, in dem er sich diesmal nicht mit einer auf neuen technologischen Möglichkeiten basierenden Entwicklung befasst. Es geht um unsere Gesellschaft und deren Entwicklung vor dem Hintergrund von Globalisierung, Kapitalismus und der Tatsache, dass immer größere Vermögen in den Händen eines immer geringer werdenden Teils der Menschheit liegen. Wie geht die Menschheit mit Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Zukunftsängsten um? Weiterlesen →

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Remy Eyssen: Mörderisches Lavandou

Herbst an der Côte d’Azur. Nur noch wenige Touristen finden den Weg in das Städtchen Le Lavandou, die Einheimischen sind wieder unter sich. Leon Ritter – Rechtsmediziner und halber Franzose – freut sich auf die ruhige Zeit, in der er öfter in seinem Stammbistro sitzen oder Boule spielen kann. Schließlich war das einer der Gründe, warum er die Frankfurter Universitätsklinik verlassen und eine Stelle in der südfranzösischen Provinz angenommen hat. Mehr Zeit mit seiner Lebensgefährtin Isabelle Morell zu verbringen, die stellvertretende Polizeichefin im Ort ist, hat natürlich auch seinen Reiz.

Doch dann meldet Robert Bonnet seine Tochter Françoise als vermisst. Bonnet hat Pierre Roussel, den Freund seiner Tochter, in Verdacht, einen jungen Mann, der mit einer Autoshow im Ort Station macht und schon öfter in Konflikt mit dem Gesetz war. Isabell nimmt sich mit einem Kollegen der Sache an, findet aber zunächst keine Ansätze für eine Ermittlung. Weiterlesen →

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