Heinrich Steinfest: Der schlaflose Cheng

Mallorca, absolute Nebensaison – wenn es das dort überhaupt noch gibt! Aber der private Ermittler Cheng braucht ein paar Tage Ruhe. In dem verschlafenen kleinen Hotel auf der Insel wohnt allerdings neben unserem einarmigen und leicht verdrehten Wiener Dedektiv Cheng,  u.a. ein weiterer Gast, den Cheng, im wahrsten Sinne des Wortes, vom Hörensagen kennt. Der Gast ist nämlich der berühmte Synchronsprecher Peter Polnitz, der – evtl. vergleichbar mit Christian Brückner (Robert de Niro, Robert Redford, etc.), die Stimme des Kino-Weltstars Andrew Wake ist. Die beiden unterhalten sich relativ zwanglos und die Sache wäre bald vergessen gewesen, wenn nicht ca. ein Jahr später genau dieser Peter Polnitz in einem Londoner Hotel verhaftet wird, wegen Mordes an eben den Filmstar Blake. Weiterlesen →

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Mattias Edvardsson: Die Lüge

Lund, Schweden: Adam, Ulrika und ihre 19-jährige Tochter Stella führen ein gutes Leben. Es mangelt nicht an Geld, Adam ist als Pfarrer des Ortes angesehen, Ulrika als Anwältin erfolgreich. Dann stellt ein Ereignis das Leben der Familie gründlich auf den Kopf. Ein Mann kommt zu Tode, er wurde erstochen und ist verblutet. Als Tatverdächtige wird ausgerechnet Stella festgenommen. Adam und Ulrika wollen nicht glauben, dass ihre Tochter zu einer solchen Tat fähig ist und lassen jeweils, ohne den anderen einzuweihen, erdrückende Beweise verschwinden.

Mattias Edvardsson ist ein grandioser Roman gelungen. Er nimmt in der Geschichte eine Dreiteilung vor. Zuerst erzählt Adam, was vor dem Prozess passiert. Ein schwieriges Verhältnis zu seiner Tochter wird mehr als deutlich. Aber sie ist auch sein kleines Mädchen und er würde alles tun, um sie zu schützen. Weiterlesen →

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Ingrid Noll: Goldschatz

Gegenstrom: So nennt sich eine alternative Studenten-WG, die Konsum ablehnt und auf Nachhaltigkeit setzt. Protagonistin Trixie hat das verfallene Bauernhaus ihrer Großtante geerbt. Statt es abreißen zu lassen, möchte sie es renovieren, da sie überzeugt ist, dass alte Gebäude eine Seele haben. Dieses waghalsige Vorhaben ruft sowohl bei Trixies Eltern, als auch bei diversen Handwerken Kopfschütteln hervor. Gemeinsam mit ihren vier Freunden will es Trixie der Wegwerfgesellschaft zeigen! Doch der Fund von mysteriösen Goldtalern und den Gebeinen eines Toten setzt der Landhausidylle ein Ende. Und was ist von Herrn Gläser zu halten, dem unheimlichen Nachbarn, der irgendwie in die Sache verwickelt ist?

Trixies Mitbewohner sind zum einen ihr fester Freund Henry, größter Verfechter der Konsumkritik, wortreicher Ideologieführer und Halbschotte. Hinzu kommen der gutaussende Frauenschwarm und Musiker Oliver, Trixies beste Freundin Saskia sowie die fleißige Martina, eine Pfarrerstochter mit Hang zur Esoterik. Bei dieser charakterlichen Gemengelage scheinen Konflikte vorprogrammiert. Aber zunächst stürzen sich alle gemeinsam in die Renovierungsarbeiten, schmieden Pläne und versuchen den entrümpelten Trödel auf Flohmärkten zu verkaufen. Ganz ohne Geld geht es nicht. Die Fenster sind undicht, es gibt keine Zentralheizung und nur ein Badezimmer. Daneben soll ein Gemüsegarten zur autarken Selbstversorgung entstehen. Weiterlesen →

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Scott Bergstrom: Ohne Skrupel

Agenten leben gefährlich. Zu jeder Zeit können sie enttarnt werden und schneller sterben als ein Gedanke.

Gwendolyns Eltern waren Agenten. Nun lebt nur noch ihr angeschlagener, abtrünniger Vater. Zu ihrem Schutz ziehen sie häufig um, während die Angst ihr ständiger Begleiter bleibt. Im Alter von 19 Jahren wird Gwen gezwungen, sich von ihrem Vater zu trennen. Der israelische Geheimdienst verlangt von ihr die Tötung eines reichen Mannes, dessen Vater bereits von ihrem Vater umgebracht worden ist. Und nun soll sie diese morbide Tradition erhalten.

Gwen kennt sich inzwischen mit dem Töten aus. In einem Wüstencamp wurde sie von einer Spezialeinheit der Israelis ausgebildet und für die Finessen des Geheimdienstes sensibilisiert. Ihre wichtigste Lektion lautet:

Niemand kann der totalen Überwachung der Geheimdienste entgehen. Irgendwann wird jeder entdeckt. Die Jagd nach Wissensvorteilen, Manipulation durch Scheininformationen machen aus allen Beteiligten Schachfiguren. Gwen will nicht nur aus dem menschenfeindlichen Spiel der Geheimdienste aussteigen. Sie sehnt sich nach einem Leben in Frieden, dass ihr nie erlaubt war. Weiterlesen →

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A. G. Riddle: Extinction-Serie 01: Pandemie

‚Pandemie‘ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Serie des amerikanischen Autors A. G. Riddle. Nach seiner Atlantis-Trilogie ist dies sein zweites mehrteiliges Buchprojekt, das unter dem Titel ‚Extinction-Serie‘ läuft. Etwas schade, dass das leider weder auf dem Cover noch an einer anderen halbwegs auffälligen Stelle im Buch zu erkennen ist. Erst im Nachwort des Autors ist die Rede davon, dass ‚Pandemie‘ nicht abgeschlos-sen, sondern der erste Band einer Serie ist.

Wie der Titel schon andeutet, behandelt ‚Pandemie‘ ein aktuelles und durchaus be-ängstigendes Thema: die Verbreitung einer gefährlichen Krankheit über die ganze Welt. Ein Szenario, das vor dem Hintergrund der Globalisierung nicht ganz unwahr-scheinlich ist.

Zur Handlung: Im kenianischen Ort Mandera kommt es zum Ausbruch einer tödlichen Erkrankung, die schnell die ersten Todesopfer fordert. Um eine weitere Verbreitung so schnell wie möglich zu verhindern, schickt das CDC (Centers for Disease Control and Prevention) seine Mitarbeiterin Peyton Shaw und ein Team von Ärzten und Helfern nach Afrika. Weiterlesen →

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Tana French: Der dunkle Garten

Es beginnt alles mit einem nächtlichen Überfall, der Tobys Leben für immer verändert. Eine Kopfverletzung macht ihn schwach und anfällig, aber vor allem kann er sich nicht mehr auf seine Erinnerungen verlassen. Gerade noch 28, verliebt, erfolgreich im Beruf, traut er sich jetzt kaum noch hinaus. Er zieht sich in das Haus seiner Kindheit zurück, in dem sein Onkel gerade eine Krebsdiagnose  bekommen hat und Betreuung braucht. An einem sonnigen Nachmittag zieht Tobys kleiner Neffe einen Schädel aus einem hohlen Baum und damit beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die für Toby um so schwieriger ist, weil er eben seinen Erinnerungen nicht trauen kann. Er kann doch nicht der Mörder sein, oder etwa doch?

Tana French zieht den Leser mit hinein, in diese am Anfang so einfach und liebevoll erscheinende und dann plötzlich doch so komplizierte und grausame Familiengeschichte. Hier versucht jeder, jeden zu beschützen, aber wer kennt denn die Wahrheit? Der Tote ist bereits seit mehreren Jahren tot, ein Mitschüler der Geschwister, beliebt, aber in seinen letzten Monaten war er irgendwie seltsam. Und dann soll er sich umgebracht haben, aber die Leiche wurde nie gefunden – bis jetzt. Was hat er in dem Garten zu suchen gehabt, wo doch jeder glaubte, er habe sich weit entfernt ins Meer gestürzt? Und recht bald ist klar, dass er sich nicht selbst umgebracht haben kann. Wie kam die Leiche in den Familiengarten? Weiterlesen →

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Dov Alfon: Unit 8200

Der 16. April wird für viele Geheimdienstmitarbeiter, Polizisten, Politiker und Auftragsmörder ein sehr langer Tag. Er beginnt am Morgen dramatisch mit dem Verschwinden eines israelischen Fluggastes, nachdem dieser direkt nach der Ankunft am Flughafen Charles de Gaulle einer rot uniformierten Blondine gefolgt war.

Der neue Chef des israelischen Geheimdienstes Unit 8200, Oberst Abadi, landet kurz darauf am gleichen Flughafen. Zusammen mit dem ermittelnden Kriminalrat Léger beginnt eine aufreibende Suche, in der bald die Fragen auftauchen: Gab es bei der möglichen Entführung eine Verwechslung und könnte ein weiterer Landsmann von Abadi in großer Gefahr schweben?

Zur gleichen Zeit sieht seine junge Stellvertreterin, Lieutenant Orianna Talmor, in Tel Aviv zahlreiche Schwierigkeiten auf sich zukommen. Das von der politischen Führung arrangierte Machtvakuum innerhalb des Geheimdienstes führt zu zahlreichen Begehrlichkeiten und Beschneidungen in den Befugnissen der Unit 8200. Darüber hinaus erschweren die Entfernung und nervenaufreibende Ereignisse den Kontakt zwischen Abadi und Orianna, so dass dieser seine Stellvertreterin nur sporadisch mit geheimen Recherchen beauftragen kann. Weiterlesen →

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Claudia Rikl: Der stumme Bruder

Kriminalkommissar Michael Herzberg befindet sich auf einem Abstellgleis, nachdem er einen kriminellen Kollegen angezeigt hat. Aus der Abteilung Mordermittlung herausgerissen steht er nun vor einem Fall mit Sachbeschädigung. Das Gemeindehaus wurde von Vandalen unbewohnbar gemacht, damit keine Flüchtlinge in das beschauliche Lichtenfels ziehen. An dem Tag, an dem Herzberg sich mit dem Zeugen Schröter treffen will, liegt dieser bereits in einem Sarg. Gerade noch rechtzeitig kann der Kommissar als einer der letzten Trauergäste einen Blick auf den Verstorbenen werfen und erkennt am Hals des Toten verdächtige Würgemale. Sofort stoppt er die Trauerfeier und sieht sich wütenden Protesten gegenüber. Sein Kollege stimmt mit ein, als wäre Herzberg völlig von Sinnen.

Zum Glück kann der Rechtsmediziner Herzbergs Verdacht bestätigen. Doch danach bleibt alles beim Alten: Die Kollegen behandeln ihn wie einen Verräter, und die Dorfbewohner, die er anlässlich der Verwüstung des Gemeindehauses befragen soll, mauern. Für Herzberg sieht alles nach einer Falle aus, in die ihn seine Kollegen haben laufen lassen. Seine Ermittlungen sind mit Schröters Tod gescheitert. Nur seine Kollegin Desiree arbeitet noch mit ihm zusammen. Denn ohne Herzbergs Hilfe dürfte ihre Suche nach Schröters Mörder ziemlich schwierig werden. Zu groß ist das Geflecht aus Schweigen und Lügen.

Claudia Rikl hat ihren zweiten Kriminalroman mit dem ermittelnden Michael Herzberg vorgelegt. Wie bei ihrem ersten Buch liegt der Schwerpunkt bei den Opfern der ehemaligen DDR. Politische Willkür, Desinformation, eine scheinbar totale Überwachung haben ein Klima für Schweigen, Duldung und rechtsradikale Gesinnung geschaffen. Weiterlesen →

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Andrea Camilleri: Das Nest der Schlangen

Der italienische Schriftsteller Andrea Camilleri wurde 1925 auf Sizilien geboren, und das ist auch die Heimat seines berühmten Commissarios Salvo Montalbano, den er seit Ende der 1990er Jahre in der fiktiven sizilianischen Stadt Vigàta ermitteln lässt. Montalbanos erster Fall „Die Form des Wassers“ erschien im Frühjahr 2000 in Deutschland. Den neuen Krimi „Das Nest der Schlangen“ veröffentlichte Bastei Lübbe in einer Übersetzung von Rita Seuß und Walter Kögler am 31. Januar 2019, Camilleri schrieb den Roman aber schon 2008, wie er in seinen Anmerkungen am Ende des Buches erklärt.

Commissario Montalbano träumt und lauscht andächtig dem Gesang einer Nachtigall. Als er wach wird, hört er immer noch dieses wunderbare „Il cielo in una stanza“. Das kommt jedoch von einem Mann, der sich auf seiner Veranda vor dem Regen untergestellt hat. Montalbano bietet dem Fremden Kaffee und eine heiße Dusche an:

„Ein Vagabund, soviel war klar.“ (S. 7)

Dann klingelt das Telefon, und Catarella informiert ihn über den Mord an dem Buchhalter Cosimo Barletta. Weiterlesen →

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S. K. Tremayne: Mädchen aus dem Moor

Kath Redway erholt sich gerade von einem schlimmen Autounfall. Man sagt ihr, dass sie versucht habe, im tiefsten Dartmoor Selbstmord zu begehen. Doch Kath hat überlebt und muss nun mit den Folgen leben. Sie glaubt die Geschichten rund um ihren Unfall nicht, kann sich aber selbst nicht an ihn oder die Umstände erinnern. Ja, es gibt einen Abschiedsbrief, geschrieben in ihrer Handschrift. Aber sie glaubt nicht an den Selbstmord. Gerade jetzt, wo sie mit sich selbst genug zu tun hat, geht es ihrer kleinen Tochter Lyla schlechter. Das Mädchen leider vermutlich am Asperger-Syndrom. Doch Kath und ihr Mann wollen der Kleinen keinen Stempel aufdrücken und lassen sie deshalb nicht diagnostizieren. Aber eine Persönlichkeitsstörung ist nicht mehr zu übersehen.  Lyla spricht unentwegt davon, dass sie einen Mann im Dartmoor sehen kann.

Mittlerweile lässt sich an Tremaynes Romanen ein Muster erkennen. „Mädchen im Moor“ ist immerhin schon der dritte Roman aus der Feder des Autors. Mann, Frau und beliebig viele Kinder – meist ist es nur (noch) eins – leben in einer abgelegenen menschenfeindlichen Gegend. Weiterlesen →

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