Die junge Jägerin Feyre tötet im Wald einen Wolf, um ihre Familie vor dem Verhungern zu retten. Doch das Tier war kein gewöhnlicher Wolf, sondern ein Fae. Als Strafe für das Verbrechen wird sie von dem mächtigen und geheimnisvollen High Lord Tamlin in das magische und gefährliche Reich Prythian verschleppt. Statt auf ein grausames Monster stößt Feyre dort auf eine Welt voller tödlicher Schönheit und uralter Magie. Schnell merkt sie, dass eine dunkle Bedrohung das gesamte Reich der Fae zu zerstören droht – und nur sie eine Chance hat, es zu retten.
Ich bin absolut überwältigt! Eigentlich zähle ich nicht zu den typischen Fantasy-Lesern, aber nachdem diese Reihe nur neu aufgelegt wurde und ich meine Leselücke schließen wollte, habe ich es doch gewagt und mit dem ersten Band begonnen. Was soll ich sagen? Noch nie hat mich ein Fantasy-Buch so sehr gepackt und in seine Welt hineingezogen wie dieses.
Die Welt der Fae hat mir auf Anhieb gut gefallen. Der Schreibstil ist so bildhaft, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann. Besonders gut fand ich, dass man die Welt genauso wie die Protagonistin Feyre erst Schritt für Schritt kennenlernen muss. So erkundet man die Umgebung gemeinsam mit ihr, lernt auch die vielen unterschiedlichen Wesen, die dort leben, mit ihr kennen.
Die Story fängt ohne lange Umschweife direkt stark an. In Feyre konnte ich mich sofort hineinversetzen. Ich mochte ihre Art und Weise und habe ihre enorme Stärke bewundert – vor allem, wenn man bedenkt, was sie in ihren jungen Jahren schon alles durchmachen musste und welche Aufgaben auf ihren Schultern liegen. Auch Tamlin hat direkt mein Interesse geweckt, zumindest in seiner menschlichen Gestalt hat er mir sofort gefallen. Als er die Protagonistin als Monster holte, konnte ich mir nicht vorstellen, was aus ihm mal wird, und er hat Angst und Schrecken in mir verbreitet.
Besonders gefallen hat mir die Liebe von Tamlin und Feyre. Ihre Bereitschaft, für ihn zu kämpfen und alles zu riskieren, sogar sich selbst zu opfern, hat mich umgehauen. War für mich unglaublich schön zu lesen.
Im Mittelteil hat die Spannung zwar ganz kurz ein wenig nachgelassen, aber das flaute schnell wieder ab, weshalb es mich überhaupt nicht gestört hat. Wenn man kritisch sein möchte, könnte man erwähnen, dass einige Informationen gefühlt ständig wiederholt wurden – hätte man auch sein lassen können, so kam man sich als Leser manchmal so ein bisschen blöd vor. Als würde die Autorin denken, dass man wichtige Sachen einfach so vergessen würde während des Lesens. Aber es tat dem gesamten Leservergnügen absolut keinen Abbruch. Denn die faszinierende Handlung und die fantastischen Wesen haben mich viel zu sehr gefesselt, um diesen Fakt als super störend zu empfinden.
Ein Finale, das sprachlos macht, bekam dieses Buch dann. Das Ende hat mich umgehauen und ich freue mich auf den 2. Band der Reihe.
Fazit: Eine kleine Leseempfehlung für alle, die Buckingham Romantasy suchen – und ein absoluter Geheimtipp für alle, die dem Genre eigentlich skeptisch gegenüberstehen.
Sarah J. Maas: A Court of Thorns and Roses
Aus dem Englischen übersetzt von Alexandra Ernst.
dtv, August 2026.
480 Seiten, gebundenes Buch, 26,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
