Robert Galbraith: Weißer Tod

Niemand könnte annehmen, dass ausgerechnet Billy irgendwelche Verbindungen in höchste britische Kreise hat. Völlig verwirrt taucht er in Cormoran Strikes Büro auf und erzählt unzusammenhängend von einer Kindstötung. Dann verschwindet er und hinterlässt einen Cormoran, dem die Sache einfach keine Ruhe lässt.

Zeitgleich schlägt Strike seine plötzliche Berühmtheit auf das Geschäft, plötzlich ist er kein Unbekannter mehr, der sich unerkannt und ungesehen in allen Kreisen bewegen kann. Auch Robin ist beileibe keine Unbekannte mehr, aber sie ist einfach besser beim Verkleiden. Die kleine Agentur ist inzwischen so berühmt, dass ein Mitglied des Parlamentes um Hilfe bittet – er wird erpresst. Robin ermittelt gegen den erbitterten Widerstand ihres gerade angetrauten Ehemannes als Bürokraft und allmählich schließt sich der Kreis zu Billy, denn dessen Familie ist einer der – früher hätte man Pächter gesagt – naja, „Nachbarn“ des Erpressten.

Der Krimiteil ist gut aufgebaut und auch spannend, zeigt genau die richtige Menge Politik und genügend mögliche Täter, um den Leser bei der Stange zu halten. Was mir aber mit Abstand am Besten gefallen hat, ist dieses Herumtänzeln von Strike und Robin. Weiterlesen →

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Jacqueline Sheehan: Das namenlose Mädchen

Delia ist 32 Jahre alt, als sie ihr Leben umkrempeln will und nochmal von vorne beginnen möchte. Ein Café möchte sie gemeinsam mit ihrer 26-jährigen Schwester Juniper eröffnen und dort täglich Brot und Kuchen backen. Ihr Job beim Pflegekinderdienst ist schon gekündigt, nur noch einen Monat, dann hat sie das oft zermürbende Geschehen im Amt hinter sich. Ein letzter Fall liegt allerdings auf ihrem Tisch. Die 5-jährige Hayley stand leicht bekleidet auf einer Straße, von Blut bespritzt. Das Blut stellt sich als nicht ihr eigenes heraus. Wenige Blocks von ihrem Fundort entfernt wird ein Haus mit drei Leichen zu einem Tatort erklärt. Doch niemand von den drei Personen ist mit Hayley blutsverwandt. Es beginnt ein Rätselraten und die Suche nach Verwandten.

Von dieser Beschreibung des Buches her sollte man meinen, dass es im Wesentlich in diesem Roman um eine spannende Hatz nach Tätern, Opfern und dem großen Geheimnis geht. In „Das namenlose Mädchen“ spielt das leider nur eine untergeordnete Rolle. Weiterlesen →

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Simon Beckett: Die ewigen Toten

David Hunter, forensischer Anthropologe, verbringt mehr Zeit mit den Toten als mit den Lebenden. Er untersucht die Verwesung und den Zerfall, um menschliche Überreste zu identifizieren. Häufig hilft er der Polizei als Berater bei der Ermittlung von Mordfällen. Dabei macht er seinem Namen in jeder Hinsicht Ehre. Sein Spürsinn geht viel weiter als bis zum Rand eines Obduktionstisches. Regelmäßig gerät er auf Fährten, die die Ermittler zunächst nicht vorrangig bearbeiten. Der damit verbundene Ärger ist vorprogrammiert und unvermeidbar.

Als im Londoner Norden im abbruchreifen Krankenhaus St. Jude eine mumifizierte Leiche gefunden wird, sieht es zunächst nach einem ganz normalen Mordfall aus. Doch bei der ersten Untersuchung der Umstände fällt der konsultierte Pathologe durch eine marode Stelle im Boden in einen darunter liegenden Raum. Auf der Suche nach dem Verletzten werden zwei weitere Tote gefunden, durch die der Fall unerwartete Ausmaße annimmt.

Der gerade in Ungnade gefallene Anthropologe David Hunter soll die Londoner Polizei unterstützen. Beschnittene Kompetenzen, medialer Gegenwind und viele Gegenspieler machen aus Hunters sechstem Fall eine komplexe Jagd, die ihn erneut in Lebensgefahr bringt. Weiterlesen →

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Regina Riest: Stiller Bach

Bei einem Klassenausflug entdecken zwei Schulkinder eine männliche Leiche. Sie liegt kopfüber im Stillen Bach in Weingarten. Ertrunken sein kann der Mann dort kaum, dafür ist der Bach viel zu niedrig. Und dann wird in der Lunge des Toten auch noch Salzwasser gefunden. Der ermittelnde Kommissar Maibach und sein Team stehen vor einem Rätsel.

Über Monate hatte eine Jury dutzende von Bewerbungen für den Bodensee-Oberachwaben-Krimiwettbewerb der Schwäbischen Zeitung, Ravensbuch und Emons gesichtet. Voraussetzung für die Autoren: Der Krimi musste in der Region Oberschwaben-Bodensee und in der Gegenwart spielen.  Im Finale setzte sich Regina Riest mit „Stiller Bach“ gegen 39 Mitbewerber durch.

Mich vermochte der Krimi jedoch nicht vollends zu überzeugen. Zwar sind die Charaktere durchweg sympathisch, sie bleiben insgesamt aber recht flach. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass dies ein relativ kurzes Buch mit dem Fokus auf den Ermittlungen ist. Weiterlesen →

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Arnaldur Indriðason: Graue Nächte

Der bekannte isländische Krimiautor Arnaldur Indriðason (Jahrgang 1961) hat mit dem Island-Krimi „Graue Nächte“ nach „Schattenwege“ (2017) und „Der Reisende“ (2018) den dritten Band in der Reihe um den isländischen Kommissar Flóvent und Thorson, seinen kanadischen Kollegen von der Militärpolizei, geschrieben. Der Bastei Lübbe Verlag veröffentlichte das Buch in einer Übersetzung von Anika Wolff am 21. Dezember 2018.

Der Krimi „Graue Nächte“ spielt während des 2. Weltkrieges. Island ist von den Amerikanern besetzt.

In Petsamo, Nordfinnland, warten im Frühjahr 1940 beinahe 300 Isländer darauf, mit dem Passagierschiff „Esja“ zurück in die Heimat zu gelangen. Eine junge Frau ist mit ihrem Verlobten, dem Medizinstudenten Ósvaldur, verabredet, aber der erscheint nicht. Von einem Kommilitonen von Ósvaldur erfährt sie, dass er wahrscheinlich von den Nazis verhaftet wurde. Trotz Genehmigung wird die Überfahrt nach Island wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen auf See gefährlich, und die junge Frau macht sich große Sorgen um ihren Verlobten. Noch während der Fahrt versucht sie, Informationen zu seinem Verschwinden zu erhalten. Weiterlesen →

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Catherine Ryan Howard: Ich bringe dir die Nacht

Zu Beginn ihres ersten Studienjahres in Dublin lernt Alison Will kennen und lieben. Aus diesem Grund hat sie für ihre beste Freundin Liz und ihr Studium immer weniger Zeit. Die scheinbar unbegrenzte Freiheit verändert die schüchterne Alison. Sie wird mutig, sagt ihre Meinung und trifft zum ersten Mal eigene Entscheidungen.

Die Partyfreude der Studenten ändert sich schlagartig, als innerhalb weniger Monate fünf junge Frauen aus dem ersten Semester, darunter auch Liz, ermordet und in den Kanal geworfen werden. Verschiedene Indizien geben der Polizei Anlass, Will zu verdächtigen. Während Alison noch der Presse gegenüber beteuert, an Wills Unschuld zu glauben, gesteht dieser die Morde.

Zehn Jahre später werden wieder junge Studentinnen am Kanal in Dublin ermordet. Will erfährt davon und behauptet, er könne Informationen über den echten Kanalkiller liefern. Er würde aber nur mit Alison sprechen wollen. Weiterlesen →

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Matthew Richardson: Niemand kennt deinen Namen

Solomon Vine, leitender Spezialist der britischen Spionageabwehr, dachte, schon alles gesehen und erlebt zu haben. Als ihn eine Terminänderung nach Istanbul zu der Vernehmung eines möglichen Terroristen bringt, gerät er in ein Netz aus Lügen und Täuschungen. Ebenfalls hineingeraten ist sein Kollege Wilde, mit dem er früher befreundet war. In den Reihen des Secret Services soll es einen Maulwurf mit dem Codenamen Niemand geben, behauptet der Inhaftierte. Die Enthüllung dieses Geheimnisses sei seine Freiheit wert. Am gleichen Tag steht Vine vor dem Ende seiner Karriere: In Abwesenheit von Wilde wird der Inhaftierte angeschossen. Alle Indizien sprechen für Solomons Schuld, so dass dieser auf unbestimmte Zeit suspendiert wird. Drei Monate später verschwindet Wilde spurlos. Weil alles nach einer Entführung durch Profis aussieht, bietet ihm Vines ehemaliger Chef die Chance für eine Rehabilitation. Solomon soll in Wildes Vergangenheit nach den Motiven der Entführer suchen. Ohne es zu ahnen, gerät Solomon immer tiefer in ein Komplott, für das er erneut den Sündenbock spielen soll. Weiterlesen →

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Sam Carrington: Saving Sophie – Ihr letzter Moment könnte auch Deiner sein

Die 17-jährige Sophie wird nach einer Partynacht von der Polizei nach Hause gebracht. Sie ist seltsam verwirrt, spricht sinnlose Sätze über ihre Freundin Amy und man bekommt nichts aus ihr heraus, was passiert sein könnte. Am nächsten Morgen dann der Schock: Amy ist nach der Nacht gar nicht nach Hause gekommen. Bange Stunden des Wartens beginnen für Amys Eltern und auch Sophies Eltern Karen und Mike machen sich Sorgen um den Verbleib der Freundin ihrer Tochter. Weiß Sophie mehr als sie vorgibt?

Sam Carrington entwirft mit „Saving Sophie“ eine spannende Geschichte, die aber stellenweise etwas langatmig gehalten ist. Manchmal passiert Kapitel für Kapitel nicht wirklich nennenswertes. Ein paar gute Kapitelenden gibt es und man möchte dennoch immer wieder erfahren, was nun wirklich passiert ist. Bald wird eine Leiche gefunden und es stellt sich heraus, dass es sich dabei nicht um Amy, sondern um Erin, Sophies allerbeste Freundin, handelt. Zeitgleich erhält Sophie verstörende Nachrichten auf ihrem Computer, verpixelte Bilder, Andeutungen. Doch das behält sie lieber für sich. Weiterlesen →

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Beate Sauer: Der Hunger der Lebenden. Ein Fall für Friederike Matthée

Juni 1947: Im Bergischen Land, unweit von Köln, wird die Hofbesitzerin und ehemalige Polizistin Ilse Röder ermordet. Vier Schüsse direkt ins Gesicht haben ihre Schönheit zerstört, die viele Männer bewundert haben. Franziska Wagner, ein junges Mädchen mit einem langen Vorstrafenregister und viel Wut im Bauch, wird mit einer Pistole in der Hand neben der Toten gefunden. Für Hauptkommissar Heimerzheim, der die Ermittlungen leitet, ist der Fall klar, vor allem, als herauskommt, dass Ilse Röder für die Einweisung von Franziska Wagner in ein Polizeiliches Jugendschutzlager verantwortlich war. Zudem wurde Franziska Tage vor der Tat in der Nähe des Hofes gesehen. Doch Friederike Mathée von der weiblichen Polizei in Köln beginnt bald daran zu zweifeln. Sie fängt an – teilweise auch auf eigene Faust – Informationen über Franziska und über Ilse Röder zu sammeln. Bei einer Polizeiaktion lernt sie die kleine Elli kennen, die gemeinsam mit Franziska in einer verfallenen Fabrik Unterschlupf gefunden hat und Friederike ganz neue Facetten der jungen Frau zeigt. Und als die Obduktion ergibt, dass Ilse Röder vor Kurzem ein Kind geboren hat, obwohl ihr Mann in Russland vermisst wird, kommen neue Verdächtige ins Spiel. Weiterlesen →

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Frank Goldammer: Roter Rabe

Dresden im Jahr 1951. Oberkommissar Max Heller lebt mit seiner Frau Karin und der kleinen Pflegetochter Anni im immer noch teilweise zerstörten Dresden. Die Polizei arbeitet wieder als Polizei, aber so richtig unabhängig fühlt sich Heller nicht. Hängt doch viel von den neuen Herren ab, denen er sich so gar nicht anschließen möchte, wie er das auch in der Nazizeit schon nicht getan hat. Er hat das Gefühl, das manche Ermittlungsarbeit politischem Kalkül zum Opfer fällt. Gerade aus einem unerwartet genehmigten Ostseeurlaub zurück, erhält seine Frau Karin ebenso unerwartet die Erlaubnis, den in Köln lebenden Sohn zu besuchen. Aber nur sie. Max bleibt mit Pflegetochter Anni zurück. Und ausgerecht zu der Zeit, kommt ein neuer zeitfressender Fall auf ihn zu. Zwei der Spionage verdächtige Männer sterben in der Haft. Es sieht nach Selbstmord aus, aber die beiden waren doch Zeugen Jehovas? Kann es sein, dass gläubige Menschen den Freitod wählen? Heller ermittelt und plötzlich kommen immer mehr mysteriöse Tote dazu. Hier ein Schlaganfall, da ein seltsamer Unfall, was geht hier vor. In der Stadt geht das Gerücht um, ein „Amerikaner“ würde in Dresden spionieren, um den letzten Schlag vorzubereiten, vielleicht sogar die Atombombe, die 1945 Deutschland nicht mehr traf? Weiterlesen →

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