Eva Rossmann: Alles Gute

Die Journalistin Mira Valenksy und ihre Freundin Vesna Krajner, Chefin einer Reinigungsfirma, geraten wieder einmal in einen Kriminalfall. Sie besuchen das Konzert von Vesnas Freund in Graz, als sie ein offenbar verwirrter Mann anspricht. Er bittet sie um Hilfe. Er redet von Shitstorms, falschen Beschuldigungen, zwei durchstochenen Lisas, die aber Polster seien. Mit den Leuten von der „Union der Sozialpatrioten“ sei nicht zu spaßen, man solle die nicht verharmlosen, gierige Giganten wollen Lisa kaufen und missbrauchen. Er sei gegen die Spaltung und habe eine App entwickelt. Mira kombiniert, das muss Peter Gruber sein.

Er hat die App „Lisa wünscht alles Gute“ auf den Markt gebracht, mit der man mittels eines Strichmännchens jemandem zeigen kann, dass man an ihn denkt. Dieses Strichmännchen habe seine Nichte Lisa gezeichnet, sagt der Fremde. Niemand sei mehr bereit zu Kompromissen und zum Dialog. Er wolle die Menschen wieder zusammenführen. Er sei Lehrer gewesen an einem Gymnasium, sei aber suspendiert worden. Die beiden Damen überreden Gruber zu einem Treffen in Wien und er gibt Vesna ein Kuvert mit zehntausend Euro, bevor er in der Menge verschwindet. Zu diesem Treffen kommt es nicht. Peter Gruber bleibt unauffindbar.

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Volker Kutscher: Rath

Jetzt ist er also da, der letzte Band der Reihe um den gebürtigen Kölner Kommissar Gereon Rath. Er heißt ganz einfach nur „Rath“ und Volker Kutscher hat bereits sehr deutlich gemacht, dass es keine weiteren Bände mehr geben wird. Auf der einen Seite finde ich das gut, ich möchte Gereon weder bei den amerikanischen Truppen erleben noch ihm beim hilflosen Mitfiebern über den Großen Teich während des Zweiten Weltkrieges zuschauen. Auf der anderen Seite finde ich es schade. Zum einen natürlich, weil die Bücher wirklich gut waren, zum anderen aber auch, weil viele Schicksale noch in der Luft hängen. Aber vielleicht ist das auch eine Aussage: Sehr vielen Menschen stand ein Schicksal bevor, dass sie sich 1938 noch nicht einmal hätten ausmalen können.

Gereon ist in Köln bei Adenauer untergekommen und wartet mehr oder weniger auf den Tod seines Vaters. Noch immer ist er ein gesuchter Verbrecher in Deutschland. Charlotte ist in Berlin und kommt während ihrer Tätigkeit für Böhm einer Sache auf die Spur, die auch ihren Pflegesohn Fritze betrifft. Der bekommt eine recht große Rolle in diesem Roman und darf zeigen, dass er bei aller Verehrung für die HJ durchaus noch in der Lage ist, selber zu denken. Einmal im Monat trifft sich das Ehepaar Rath in einem Hotelzimmer in Hannover – eine für beide unbefriedigende Situation.

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Andreas Winkelmann: Mord im Himmelreich

Es stimmt. Ein „ganz anderer Winkelmann“ erwartet uns da. Sein erster Cosy-Krimi ist ganz anders als alles, was man bisher von ihm gelesen hat. Witzig, amüsant, locker geschrieben und gut „in einem Rutsch“ zu lesen. Seine Liebe zur Natur, seine eigenen Erfahrungen als Camper, als jemand, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, machen es ihm einfach, sich in das Leben auf einem Campingplatz reinzudenken. Dass es dort lustige, witzige, vielleicht auch traurige Geschichten gibt, die man gut erzählen kann, liegt nahe, dass aber ein Camper eine Leiche an Land zieht, die unter ein Stand-Up-Paddleboard geschnürt ist, ist dann doch sicher eher der Fantasie eines Autors entsprungen.

Gerade erst auf dem Campingplatz „Himmelreich“ angekommen, noch gar nicht richtig eingerichtet, wird der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus von einer wild gestikulierten Dame am Seeufer zu Hilfe gerufen. Nicht ihr soll er allerdings helfen, sondern einem kleinen Hund, der auf einem Board sitzend auf dem Wasser treibt. Was will er machen? Kupernikus hat keine Wahl. Also los, auch wenn er nicht so ein begeisterter Schwimmer ist.

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Alexandra Benedict: Das mörderische Christmas Puzzle

Ein Rätsel lösen, um Morde zu verhindern – halbwegs spannender Krimi aus England

Rätsel sind ja das A und O eines Kriminalromans, ist doch der Krimi an sich das Rätsel schlechthin. Von daher macht es Sinn, einen Krimi in Form eines Rätsels, in diesem Fall eines Puzzles, aufzubauen.

Doch leider schafft es der Plot nicht, ausreichende Spannung zu erzeugen. Dafür wird zu viel mit der Vergangenheit gehadert, zu viel Selbstreflexion und zu viele Selbstvorwürfe der Protagonistin beschrieben.

Edie O’Sullivan ist eine alte und sehr erfahrene Rätselexpertin. Sie schreibt für renommierte Zeitungen die Kreuzworträtsel und ist dafür berühmt. Eines Tages findet sie vor ihrer Tür ein Päckchen mit einzelnen Puzzlestücken und einem merkwürdig drohenden Brief. Würde sie das Puzzle nicht rechtzeitig lösen, würden noch vor Weihnachten vier Menschen sterben.

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Joe R. Lansdale: More Better Deals: Tödliche Geschäfte

Irgendwo im Süden der USA in den 50er oder 60er Jahren. Die Rassentrennung ist, hier zumindest, noch nicht überwunden, die alten, unguten Werte, sie zählen noch.

Genau hier verdient Ed sein Geld. Niemand weiß, dass er einen Afroamerikaner als Vater hatte, seine weiße Mutter hat ihm seinen Teint, der ihn so gerade noch als Italienisch-Stämmig durchgehen lässt, vererbt.

Ed verdient seine Brötchen damit, naiven, jungen weißen Pärchen Schrottautos anzudrehen – und er ist gut in seinem Job!

Eines Tages soll er, da die vereinbarten Raten nicht beglichen werden, einen roten Cadillac – eines der wenigen Autos, das den Namen Auto beim Verkauf auch Wert war – zurückholen. Frank, der Käufer, ein ständig betrunkener, gewalttätiger Handlungsreisender ist nicht da, wohl aber die hübsche und einsame Ehefrau Nancy und, in dem Schuppen, der Cadillac.

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Ralf Langroth: Mauern und Lügen: Die Philipp-Gerber-Romane 04

In seiner Danksagung schreibt der Autor Ralf Langroth: „Als ich vor ein paar Jahren das Konzept für eine Reihe von Thrillern entwarf, in denen die Geschichte der jungen Bundesrepublik erzählt werden sollte, habe ich … vier konkrete Geschichten in Kurzform entwickelt.“ (S. 413)

Der aktuelle Thriller Mauern und Lügen ist das vierte Buch in der Philipp-Gerber-Reihe. Hier ist der Mauerbau in Berlin und das Spiel von Spionage und Gegenspionage der politische Hintergrund, vor dem Hauptkommissar Gerber mehrfach in Lebensgefahr gerät.

Es beginnt ganz harmlos mit einem geplanten Treffen zwischen Gerber und dem im Ruhestand befindlichen General Anderson. Dieser erhielt als ehemaliger Chef beim US-Militärgeheimdienst Informationen, die er unbedingt Gerber zuspielen will. Denn die Amerikaner glauben, beim deutschen Geheimdienst könne ein Verräter sein.

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Volker Klüpfel, Michael Kobr: Lückenbüßer

Kluftinger im Stress zwischen Mordermittlung und Wahlkampf

So unterhaltsam die Kluftinger-Reihe der beiden Erfolgsautoren ist, so gleich ist auch immer das Schema. Ein komplizierter Mordfall muss aufgeklärt werden, parallel durchleidet Kluftinger ein privates Tal der Tränen und dies ist stets gepaart mit skurrilen Aufeinandertreffen mit seinem Lieblingsfeind Dr. Langhammer. Dazu eine reichlich bemessene Dosis der üblichen Tollpatschigkeit des Kommissars.

Genauso läuft also auch der neue Roman ab. Bei einer großangelegten Polizeiübung kommt ein Polizist zu Tode. Es schaut nach Unfall aus, doch schnell stellt sich heraus, dass es ein Mord war. Die Hintergründe des Getöteten sind eher dubios, scheint er doch in rechten Kreisen zu verkehren. Zumindest führen die Spuren ziemlich schnell in diese Richtung.

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Thomas Stipsits: Allerheiligen Fiasko

Mit Fortsetzungen bestimmter Geschichten ist das so eine Sache. Das betrifft Filme, Serien, aber auch Bücher. Thomas Stipsits legt mit „Allerheiligen Fiasko“ seinen vierten „Stinatz-Krimi“ vor. Für alle Nicht-Österreicher: Stinatz liegt im Südosten Österreichs, nicht weit von der ungarischen Grenze. Im dortigen beschaulichen Ambiente siedelt Stipsits seine Krimis an. Wieder ermittelt Gruppeninspektor Sifkovits, wieder unterstützen ihn seine Mama Baba und ihre zwei Freundinnen. Was dreimal als originell und witzig durchging, ist mittlerweile aber eine ziemlich dünne Suppe. Zum Inhalt: Am ersten November trifft sich die gesamte Dorfcommunity ausnahmslos zum Fest Allerheiligen am Friedhof.

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Charlotte Link: Dunkles Wasser

Eine stürmische Nacht an der Westküste Schottlands. Zwei Familien, die in einer Bucht zelten, werden im Schlaf von mehreren vermummten Männern überfallen. Die Gewalt eskaliert, am Ende überlebt nur Iris, die älteste Tochter einer der Familien, weil es ihr gelingt sich zu verstecken. Die Kilbride-Morde, wie sie von da an genannt werden, können nicht aufgeklärt werden. Viele Jahre später wird Iris plötzlich von einem unheimlichen Stalker verfolgt. Kurz darauf verschwindet ihre Freundin auf einer gemeinsamen Ferienreise spurlos. Opfer eines Verbrechens, das eigentlich Iris galt? Zufällig trifft Iris auf Ex-Inspector Caleb Hale. Zusammen mit Kate Linville beginnt er zu ermitteln und gerät, auch persönlich, immer tiefer in einen Albtraum …

Drei Fälle gleichzeitig werden hier behandelt und dadurch kamen keine gefürchteten Längen zustande. Das Buch hat mich in Atem gehalten und machte es mir schwer, es aus der Hand zu legen.

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Arno Strobel, Ingo Bott: Gegenspieler

Ich stelle es mir nach wie vor nicht so ganz einfach vor, wenn zwei jeweils erfolgreiche Autoren, gleich welchen Genres, sich entschließen, gemeinsam einen Krimi oder Roman oder so zu schreiben. Da muss doch einer zurückstecken? Oder sollte das wirklich gleichberechtigt und ohne Konkurrenzdenken klappen? Egal wie – hier hat’s prima funktioniert. Sowohl Arno Strobel als auch Ingo Bott sind ja keine Unbekannten, wenn es um gute Krimis geht.

Dass sie ihre Ermittler Max Bischoff, Fallanalytiker und Dozent an der Uni, bekannt als „Mörderfinder“, nachdem er den offiziellen Polizeidienst als Kriminalhauptkommissar beim KK 11 in Düsseldorf quittiert hat und Anton Pirlo, Strafverteidiger mit Ecken und Kanten, ein bisschen Sonderling, ein bisschen Genie, aber auf jeden Fall unkonventionell, ebenfalls Düsseldorf, jetzt zu einem Team werden lassen, bzw. es zumindest versuchen, ist eine, wie ich finde, klasse Idee.

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