Colleen Hoover & Tarryn Fisher: Never Never

Eines Morgens sitzt Charlie in der Schule und weiß nicht einmal mehr ihren eigenen Namen. Sie kann sich an nichts erinnern, nicht wo sie wohnt, wer zur ihrer Familie gehört und von dem Typen, der neben ihr sitzt und ihr Freund sein soll, weiß sie auch nichts. Silas ist der Typ neben ihr und ihm geht es genauso! Wer ist er und wer ist Charlie? Die beiden müssen sich gemeinsam auf eine Schatzsuche nach ihren eigenen Erinnerungen begeben und schnell wird klar, dass dies nicht einfach ist. Ihre Familien sind verfeindet seit einem Vorfall, Charlies Vater sitzt sogar im Gefängnis. Der Kontakt zwischen Charlie und Silas wird von keiner der Familien gern gesehen. Und dann finden die beiden auch noch heraus, dass sie einander betrogen haben. War das wirklich die ganz große Liebe zwischen ihnen?

Colleen Hoover steht für herzzerreißende, gefühlvolle Schmachtgeschichten mit gelegentlichem Sex und ganz vielen Irrungen und Wirrungen. Tarryn Fisher schreibt Thriller für Frauen. Wie passen diese beiden Autorinnen also zusammen und was kommt hinten raus? Auf jeden Fall kein Hoover-typischer Roman. Fans werden da eher enttäuscht sein. „Never Never“ kratzt bestenfalls an der Oberfläche und liefert einen unglaubwürdigen Ablauf der Geschichte, am Ende wird es sogar ganz abstrus und durcheinander. Irgendwie ist dieser Roman nicht gelungen. Weiterlesen

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Dirk Pope: Abgefahren

Viorel ist nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter abgefahren – mit ihrer Leiche im Kofferraum, weg aus Essen-Vogelheim, hin in den Wilden Osten Europas. Der dicke, phlegmatische Junge entwickelt plötzlich Energie und Tatendrang, um den letzten Wunsch der Mutter, nämlich in der Heimat begraben zu werden, zu erfüllen. Schon zu Beginn des Romans stellt der Autor eine Verbindung her zwischen Bram Stokers „Dracula“ und dem Land, in das Viorel reist: Rumänien.

Gleich vorweg: Es erhöht die Spannung und Lesefreude, wenn man die klassische Dracula-Geschichte kennt.

Viorel hat das Ruhrgebiet nie verlassen, bei Kilometer 279 beginnt die Reiseerzählung, wobei Roadmovie die Stimmung des Textes besser trifft.

Die Reise gestaltet sich schwierig, das Auto ist alt, der Sprit knapp, ebenso das Geld, und der Leichnam ein Risiko. Außerdem besitzt Viorel keinen Führerschein. Dass seine Mutter nicht monatelang, durch Schläuche versorgt, im Krankenhaus dahingesiecht ist, ist ihm ein Trost. Trotzdem ist seine Trauer riesig und er bekämpft das Gefühl – wie alle Gefühle – mit viel Zucker, Kohlehydraten und Fett. Das Thema Essen begleitet Viorel die ganze Reise über, Essen aus Lust, zum Glücklichsein, auf Kommando. Weiterlesen

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Stefanie Höfler: Der große schwarze Vogel

Es ist ein strahlender Oktobertag, als die Mutter des 14-jährigen Bens überraschend tot im Bett aufgefunden wird. Ben beschreibt einige Tage danach, was mit der restlichen Familie – ihm, seinem kleinen Bruder, der liebevoll Krümel genannt wird, dem Vater und der Tante – passiert. Wie ist es, wenn plötzlich die Mutter nicht mehr da ist? Ben muss viel über seine Mutter nachdenken, macht sich aber auch Gedanken, wie es weitergehen soll, wie die Zukunft aussieht ohne sie.

Stefanie Höfler hat einen ruhigen Roman über Trauer geschrieben, der nicht nur etwas ist für junge Leser und Leserinnen ab 13 Jahren, sondern auch Eltern und Erwachsene generell ansprechen sollte. Es sind die leisen Töne, die hier die Musik machen. Ja, man könnte fast sagen, die Autorin schafft es, Bens Sprachlosigkeit in Worten einzufangen. Die Geschichte setzt sehr dramatisch im Moment der versuchten Wiederbelebung von Bens Mutter durch die Sanitäter ein. Ben ist im Nebenraum und hört nur, was passiert. Die Bilder dazu sind aber unweigerlich in seinem Kopf. Die Wohnung ist klein, man kann sich der Situation nicht entziehen. Auch nicht, als die Sanitäter aufgeben und seine Mutter für tot erklärt wird. Als Leser oder Leserin ist man gleich mittendrin statt nur dabei und kann sich – wie Ben – nicht aus dem Staub machen. Weiterlesen

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Kathleen Glasgow: Mädchen in Scherben

Charlotte ist 17 Jahre alt und zurzeit in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie untergebracht. Bis vor wenigen Tagen lebte sie auf der Straße, verletzte sich regelmäßig selbst, nahm Drogen. Jetzt hat sie ein Dach über dem Kopf, schweigt aber den ganzen Tag beharrlich. Sie ist hier sicher, sicher vor ihm. Das glaubt Charlotte und sie würde alles dafür tun, um hierzubleiben. Sie will nie wieder nach da draußen, bei ihn und all die Gefahren, die zusätzlich lauern.

Kathleen Glasgows „Mädchen in Scherben“ ist von der ersten Zeile an harte Kost. Noch dazu ist der Start in die Geschichte mehr als befremdlich. Man lernt Charlotte wenige Tage nach ihrer Aufnahme in die Psychiatrie kennen. Sie spricht nicht und auch ihre Gedanken, an denen man als Leser oder Leserin natürlich Anteil hat, sind alles andere als geordnet. Man erfährt dennoch schnell, dass sie einen Selbstmordversuch hinter sich hat und sich oft gefährlich tief geritzt hat. Die Mädchen, mit denen sie nun zusammenlebt, haben ähnliche Schicksale hinter sich und die Stimmung auf der Station kann nur als bedrückend beschrieben werden. Weiterlesen

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Sarah Crossan: Nicu & Jess

Der Teenager Nicu lebt erst seit wenigen Wochen in Großbritannien, aus Rumänien ist er mit einem Teil seiner Familie hergezogen, um schnell Geld zu verdienen. Von dem Geld soll eine Braut für Nicu in seiner Heimat gekauft werden. Dabei hat niemand Nicu gefragt, ob er eine haben will! Nicu würde viel lieber hierbleiben, in der Schule lernen und einen guten Job haben. Doch dann lässt er in einem Laden einen Schokoriegel mitgehen und wird zu Sozialstunden verdonnert.

Jess und ihre Clique sind cool. Ladendiebstähle sind ihr täglich Brot. Doch diesmal wird Jess erwischt, zum wiederholten Mal. Ihre Mutter und der Stiefvater sind von den Sozialstunden sofort begeistert, Jess eher weniger. Sie und Nicu treffen bei dem Kurs, der Jugendlichen helfen soll, wieder auf die richtige Bahn zu finden, aufeinander – und es ist, als prallten Welten aufeinander.

Sarah Crossans Bücher sind etwas Besonderes und es sei jeder Leserin, jedem Leser ans Herz gelegt, zumindest eine kleine Leseprobe zu konsultieren, bevor man sich für den Kauf entscheidet. Weiterlesen

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Cath Crowley: Das tiefe Blau der Worte

Drei Jahre ist es her, seitdem Rachel ihrer australischen Heimatstadt den Rücken zukehrte, um bei ihrer Großmutter in einem Küstenstädtchen zu wohnen. Drei Jahre, seitdem sie ihrem besten Freund Henry in einem Brief ihre Liebe gestand. Drei Jahre, in denen er das mit keinem Wort erwähnt hat. Nun ist Rachel zurück, der Schulabschluss liegt hinter den jungen Menschen, aber Rachels letztes Jahr war von schlechten Nachrichten gekennzeichnet. Ihr Bruder Cal, nur wenig jünger als sie, ertrank im Meer und Rachel zog sich in ihre Trauer zurück und schaffte deshalb den Schulabschluss nicht. Muss sie nun wirklich jeden Tag an Henrys Seite im Buchladen arbeiten, jeden Tag erinnert werden, dass er die hübsche Amy liebt und nicht sie?

Cath Crowleys Roman braucht ein paar Kapitel Anlaufzeit, dann wird er aber richtig gut. Es ist ein Buch für junge Leser und Leserinnen, all jene, die gute Literatur zu schätzen wissen, die Tiefe zwischen den Zeilen suchen. Weiterlesen

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Estelle Laure: Während ich vom Leben träumte

Das Leben der 17-jährigen Eden verändert sich von einem auf den anderen Moment schlagartig. Nur ein falscher Tritt und sie rutscht auf einem Stein am See aus und schlägt sich den Kopf hart an. Koma. Wäre ihre Freundin Lucille nicht bei ihr gewesen, vielleicht sogar Tod. Doch Eden kämpft sich ins Leben zurück und hat kurz vor ihrem Aufwachen einen seltsamen Traum von einem ihr fremden Mädchen. Nach einigen Tagen auf der Koma-Station im Krankenhaus merkt sie, dass das fremde Mädchen im Zimmer neben ihr im Koma liegt. Eden lernt auch ihren besten Freund Joe kennen und verliebt sich ausgerechnet in diesen Jungen. Zu Jasmine, dem Mädchen im Nebenzimmer, scheint sie auf jeden Fall eine besondere Beziehung zu haben. Gelingt es Eden vielleicht sogar, das Mädchen aus seinem Koma zu wecken?

Moment mal. Eden, Lucille? Vielleicht springen sogar Digby und Wren irgendwo rum? Ja, aufmerksame Leser und Leserinnen haben vielleicht die lockere Verbindung gemerkt, die es hier gibt. Weiterlesen

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Hayley Long: Der nächstferne Ort

Der nächstferne Ort, das ist ein Ort, an den sich Dylan zurückzieht, um der Wirklichkeit zu entkommen. Es sind Erinnerungsorte, an denen er etwas Schönes erlebt hat: die sonderbare Abgeschiedenheit im Inneren eines riesigen hohlen Baums mitten in einem Park, der erste Kuss auf einer Treppe und Matilda, überhaupt immer wieder Matilda, in die er mächtig verliebt ist. Seit dem Autounfall flüchtet Dylan oft an den nächstfernen Ort. Er kann es nicht begreifen: In einem Moment ist die Welt noch in Ordnung, er und sein jüngerer Bruder Griff sind mit ihren Eltern im Auto unterwegs, es ist schrecklich heiß, ihre Mutter ist ihnen peinlich, weil sie einen Radiosong laut mitsingt und dazu auf dem Sitz tanzt – und im nächsten Moment ist alles anders. Vom vorausfahrenden Autotransporter löst sich ein Kleinwagen und kracht auf das Fahrzeug der Taylors. Ausgerechnet an Griffs dreizehntem Geburtstag.

Dylan verspricht Griff, ihm zu helfen, den Verlust seiner Familie zu verarbeiten. Er passt auf Griff auf und weicht nicht von seiner Seite, außer manchmal, um an den nächstfernen Ort zu gelangen. Weiterlesen

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Karen M. McManus: One of us is lying

Fünf Schüler und Schülerinnen der Bayview High müssen an diesem Nachmittag nachsitzen. Sportler Cooper, Bronwyn mit ihren exzellenten Noten, der düstere Nate, die süße Addy, die mit dem hübschesten Jungen der Schule zusammen ist und Simon, der in einer App die Gerüchteküche der Schule am Laufen hält. Einer von ihnen wird den Nachmittag nicht überleben. Simon stirbt, weil er mit Erdnussöl in Berührung kommt an einem allergischen Schock! Die Schüler und Schülerinnen der High-School sind fassungslos. Doch bald wird klar, dass eine der vier anderen anwesenden Personen lügen muss. Denn wer sonst sollte es auf Simon abgesehen haben als die vier Personen, zu denen er in den kommenden Tagen einen erschütternden Eintrag in seiner App machen wollte?

„One of us is lying“ begleitet alle übrigen vier Jugendlichen durch ihr Leben. Diese Leben könnten kaum unterschiedlicher sein. Weiterlesen

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Karola Briese: Dragonerkind

1758 ist das Ende des Siebenjährigen Krieges noch nicht absehbar. Jeans Vater wird wieder gezwungen, erhöhte Steuern zu zahlen. Diese Geldforderung bedeutet für seine Familie mehr als nur Hungern und Frieren. Nachdem Jeans Lieblingsschwester einem fremden Haushalt übergeben wird, eine jüngere Schwester an Hunger und Kälte stirbt, muss nun auch er bei Fremden sein Brot verdienen. Das Schicksal führt den Zwölfjährigen zu dem jungen Dragoner Philippe de Belsace. Dieser kuriert gerade seine Verwundung aus dem letzten Kriegsgemetzel aus und braucht für seinen temperamentvollen Hengst einen neuen Burschen. Jean als erfahrener Bauernjunge kann sich schnell mit dem außergewöhnlich großen Fuchs des Herrn Leutnant anfreunden. Auch sonst geht es in Jeans Leben aufwärts. Er bekommt genug zu essen, warme Kleidung und lernt unter anderem Lesen und Schreiben. Während zwischen ihm und seinem Herrn eine Freundschaft entsteht, müssen sich beide tödlichen Gefahren und politischen Ränkespielen stellen. Weiterlesen

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