M. L. Wang: The Sword of Kaigen: Eine theonitische Kriegsgeschichte

M. L. Wangs The Sword of Kaigen – Eine theonitische Kriegsgeschichte hat in den vergangenen Jahren im anglo-amerikanischen Sprachraum für wahre Begeisterungsstürme gesorgt. Hier hat eine Autorin eine interessante Welt geschaffen, die weit mehr ist als „nur“ ein düsteres Schlachtenszenario. Uns erwartet ein sehr emotionales, komplexes Familiendrama, das in einer faszinierend ausgearbeiteten Welt angesiedelt ist und sich stark über seine Charaktere definiert.

Der Roman beginnt auffallend ruhig, ja fast behäbig. Wang widmet das gesamte erste Drittel der sorgfältigen Etablierung von Welt und Figuren. Hier braucht die Leserin respektive der Leser einiges an Geduld; man muss sich Zeit nehmen, das Dorf und die Figuren kennenzulernen. Das beschauliche Dorf Takayubi, Schauplatz der Geschichte, wirkt zunächst wie ein abgelegener, nahezu isolierter Ort, doch unter der Oberfläche brodelt es.

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Rachel Schneider: Metal Slinger: Dunkle Verheißung

„Metal Slinger“ ist ein Romantasy-Roman, der auf TikTok massiv gehypt, Le„Metal Slinger“ ist ein Romantasy-Roman, der auf TikTok massiv gehypt wird und Leserinnen und Leser ohne große Vorrede mitten ins Geschehen wirft.

Die Geschichte folgt Brynn, einer jungen Wächterin aus Alaha. Einst – Generationen ist es mittlerweile her – wurden sie ins Exil gezwungen. Seitdem haben sie auf dem Meer ihre eigene Gesellschaft errichtet; der Zugang zur einstigen Heimat, zum Land, ist ihnen verwehrt. Brynn konnte sich nur, obwohl sie ohne Eltern, die sie unterstützt hätten, aufwuchs, aufgrund der Hilfe Kais, des Sohnes des Kapitäns, den Wächtern anschließen. Ihr gemeinsamer, lang ersehnter Besuch des jährlichen Marktes auf dem Land der Kenta, eigentlich ein harmloser Initiationsritus der Abschlussklasse der Wächter, eskaliert unerwartet und bringt das jahrhundertealte Friedensabkommen ins Wanken. Eine Begegnung mit einem feindlichen Soldaten, politische Intrigen und das Erwachen verborgener Magie verändern Brynns Leben unwiderruflich …

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Walter Moers: Qwert

Mit „Qwert“ legt Walter Moers einen Roman vor, der sich zugleich wie eine Reminiszenz und ein Aufbruch zu neuen Ufern liest. Sein Gallertprinz Qwert Zuiopü – ein altbekannter Nebencharakter aus den Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär – stürzt durch ein Dimensionsloch und erwacht in Orméa, einer Welt, die an einen überdrehten, klassisch anmutenden Ritterroman erinnert. Dort steckt er im Körper des ein klein wenig chaotischen Heftchenhelden Prinz Kaltbluth, wird mit einem unsichtbaren Degen und einem heldenhaften Ruf ausgestattet – und soll prompt ausgerechnet die Kreatur besiegen, in die er sich verliebt hat. Bei der Holden handelt es sich um niemand Geringeren als die Janusmeduse Jadusa.

Dieser Konflikt zwischen dem, was man in seiner Rolle von ihm erwartet, und seiner überbrodelnden Gefühlswelt treibt die Handlung an und verwandelt den klassischen Questenplot in ein rasantes, ironisches und jederzeit überraschendes Spiel, das mit ernsten Themen wie der Frage nach Identität, Pflicht und Begehren kunstvoll verknüpft ist.

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Margaret Weis & Tracy Hickman: Die Chronik der Drachenlanze: Die komplette Trilogie in einem Band

Es ist lange her, dass High Fantasy – im Fahrwasser von Tolkiens „Der Herr der Ringe“ – die deutschen Buchhandlungen eroberte. Unter dem damals noch einheitlichen Verlagsnamen Goldmann entstand eine eigene Fantasy-Reihe, die über Jahre zuverlässig Leser und Umsätze generierte. Namen wie Raymond Feist (Midkemia), Patricia McKillip (Erdzauber) oder Terry Brooks (Shannara) standen für phantastische Abenteuer mit epischer Breite. In diese Riege stieß ein Autorenduo vor, das den kommerziellen Nerv der Zeit besonders treffsicher traf – Margaret Weis und Tracy Hickman.

Mit ihren “Dragonlance“-Zyklen übertrugen sie die Dramaturgie einer Pen-and-Paper-Kampagne nahezu unverblümt in Romanform. Die Nähe zu Tolkien war unübersehbar – und wurde dennoch begeistert aufgenommen. Auch von mir, wie ich gerne zugebe.

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C. K. McDonnell: Ring the Bells

Die ach so besinnliche Weihnachtszeit ist auch in Manchester angebrochen. Die ach so besinnliche Weihnachtszeit ist auch in Manchester angebrochen. Selbst – man glaube es kaum – in der Redaktionstube der „Stranger Times“ kommt so etwas wie eine feierliche Stimmung auf – nun ja, nicht wirklich.

Die letzte Ausgabe des Jahres soll für den Druck vorbereitet werden, als ein fieser PC-Virus plötzlich alle Computer lahmlegt. Dann meldet sich die Ururenkelin von Manny. Seine demente, im Sterben liegende Tochter ruft nach ihrem Daddy – doch der Engel, mit dem sich Manny den Körper teilt, will oder kann das Gebäude nicht verlassen.

Das ist allerdings noch lange nicht das Schlimmste!

Eine Leserunde, angeführt von einer stellvertretenden Bibliothekarin der Uni-Bibliothek, hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die als Hexen verunglimpften weisen Frauen wieder auferstehen zu lassen. Was zunächst Erfolge feiert, führt schließlich dazu, dass in einem dunklen, blutigen Ritual der Schleier zwischen den Dimensionen aufgerissen wird und ein uralter, längst vergessener Gott Manchester betritt.

Zalas, so der Name des Wesens, verfolgt seine ganz eigenen Pläne – doch zunächst braucht er Gläubige, die ihm durch ihre Anbetung Macht verleihen. Als er in einem „komischen Kasten“ auf eine gewisse Taylor Swift und ihre fanatischen Anhänger stößt, weiß er sofort, dass er diese Frau übernehmen muss. Dumm nur, dass Taylor gerade nicht in Manchester ist.

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Liane Mars: Freed By Fire

„Wo hat sie denn jetzt auf einmal das Kurzschwert her?“, hallt mein fassungsloser Ruf durch die Wohnung. Meine Mitbewohnerin streckt irritiert den Kopf zur Tür herein. Ich fasse ihr die Handlung von „Freed By Fire“ zusammen:

Nachdem Prinzessin Caja im ersten Band „Bound By Flames“ ihrer Zwangsehe mit König Illian entgehen konnte, indem sie sich den Drachenreitern anschloss, gerät sie nun zu Beginn von Band 2 endgültig in seine Fänge. Auf seiner Burg muss sie feststellen, dass der grausame König bei Weitem nicht das schlimmste ist, gegen das sie sich behaupten muss, denn dieser scheint gemeinsam mit der unheimlichen Priesterin Yasmin die Monster zu steuern, die ihre Welt zu vernichten drohen.

Gemeinsam mit den Drachenreitern muss Caja einen Weg finden, sie aufzuhalten, doch die Verwirrungen ihrer Welt erstrecken sich weit tiefer, als sie überschauen können, sodass sie zwischen die Fronten unberechenbarer Magien zu geraten drohen …

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Derek Landy: Nur Zorn im Herzen: Skulduggery Pleasant 17

Die Schlichter sind unabhängig – von jedem. Das müssen sie auch sein, schließlich obliegt ihnen, auf diejenigen aufzupassen, auf die sonst niemand achtet. Sprich, auf die Großmagier der Sanktuarien. Dumm nur, dass dieses Kontrollorgan aus genau zwei Personen besteht – Walküre Unruh und Skulduggery Pleasant. Beide sind brillant, scharfzüngig, magisch versiert und kaum aufzuhalten, wenn sie ein Ziel ins Visier nehmen. Doch selbst sie können nicht überall gleichzeitig sein.

In jüngster Zeit haben sie es nicht nur mit gefährlichen Gegnern, sondern zunehmend auch mit bürokratischen Hürden zu tun. Denn ja, auch unter Zauberern gibt es Bürokraten, die lieber Akten wälzen als Probleme zu lösen. Dabei gäbe es genug aufzudecken, genug zu verhindern. Doch wie heißt es so schön: Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam – aber unaufhaltsam.

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James Islington: The Strength of the Few: Hierarchy 02

Nachdem „The Will of the Many“ nach seinem triumphalen Siegeszug durch den angloamerikanischen Sprachraum auch hierzulande an den Kassen der Buchhandlungen punkten konnte, warteten Fans und Lesende gespannt auf den zweiten Teil der Trilogie. Der Adrian Verlag präsentiert diesen dankenswerterweise nur kurze Zeit nach der englischsprachigen Originalausgabe.

Mit diesem Roman gelingt es James Islington, seinen vielversprechenden Serienauftakt auf ein neues, höheres Niveau zu heben und die großen Erwartungen, die an die Fortsetzung geknüpft wurden, zu erfüllen. Mit „The Will of the Many“ legte der Verfasser sinnbildlich einen soliden Grundstein, ein festes Fundament, auf dem er nun seinen ambitionierten, komplexen und emotional mitreißenden zweiten Teil errichtet.

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Amber Hamilton: Seven Deadly Thorns: Ein Herz so schwarz wie Ebenholz

Einst waren die Nachbarn Verbündete, vielleicht gar Freunde. Doch dann gerieten die beiden Reiche in einen Konflikt, der desaströse Auswirkungen für Aragoa hatte.

Ein magisch verursachter, giftiger Nebel zog durch das Reich – hinterließ vergiftete Felder und Plantagen sowie verlassene, tote Ortschaften. Diejenigen, die sich retten konnten, flohen in die magische Schutzkuppel, welche die Magier Aragoas um die königliche Burg errichtet hatten. Doch die Nahrung wird immer knapper, die Ressourcen schwinden. Das Königshaus ließ, um einem vermeintlichen Verrat zuvorzukommen, alle eigenen Magier zu Verrätern erklären und sie jagen und meucheln.

Als der König vor Kurzem einfach tot umfiel, veranlasste dies seine Gemahlin, ihren Attentäter – gemeinhin nur als „der Jäger“ bekannt – und ihre Truppe auf die Suche nach allen Magiern in der Burg zu entsenden. Ihre Mission: finden und töten.

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Darcy Coates: The Whispering Dead: Gravekeeper Band 01

Ganz nett

Und genau das ist leider das Problem. Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Denn obwohl alles da ist – Friedhof, Geister, düstere Atmosphäre, geheimnisvolle Protagonistin – bleibt „The Whispering Dead“ für mich zu vorhersehbar und austauschbar. Eher wie eine gemütliche Mystery-/Gruselgeschichte für Jugendliche.

Kieras Fähigkeit, Geister zu sehen, hätte bei mir eigentlich ein faszinierendes Kribbeln auslösen sollen, wirkt aber überraschend leblos und fühlt sich wie ein bekanntes Horror-Template an.

Slow Burn? Ja. Spannend? Nein. Gruselig? Auch nicht wirklich. Stattdessen weichgespült. Die Figuren wirken unreif, die Dialoge oft kitschig, die Handlung plätschert. Ich bin durch die Seiten gegangen, aber nie wirklich drin gewesen. Es bleibt nichts hängen. Keine Neugier auf Band 2, kein inneres „Ich muss wissen, wie es weitergeht“.

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